
Ich finde, dass du, McClane, es mit deiner Kritik genau triffst, wenn du sagst, dass das mehr eine Waititi-Komödie und weniger ein Marvel-Film ist. Was man auch daran merkt, dass der Film sich nicht einmal ansatzweise Mühe gibt, ans aktuelle MCU-Geschehen anzudocken, das allmählich aber für seine aktuelle Phase mal eine echte Richtung ausbilden könnte. Denn das große Ganze schält sich irgendwie nicht heraus. Thor 4 tut gefühlt so, als gäbe es nur Teil 1-3, nur ein oaar Injokes verweisen mal darauf, dass da noch viel mehr passiert ist. Die Story ist egal. Und der etwas eigensinnige Humor des Regisseurs beherrscht wirklich jede Szene. Das ist nicht immer unterhaltsam, weil der Waititi-Humor immer zwischen grenzgenial und vollkommen versandend changiert. So auch hier. Ab und an hat man auch das Gefühl, dass die deutsche Synchro eine Menge schluckt und so misslingen vor allem Thor eine Menge lustig gemeinte Szenen. In der Folge wirkt Thor bis zur Hälfte auch wirklich wie ein Clown. Kann man nicht anders sagen.
Dieses Grundalberne flankiert Waititi mit recht schwermütigen Szenen, die mit dem Gealber gar nicht zusammengehen wollen. Diese Szenen fühlen sich auch arg übergestülpt an und als habe MCU-Mastermind Kevin Feige dann doch noch verlangt, nicht nur Herumzublödeln. Mir gefiel der Antagonist hervorragend, um ihn herum machten die dramatischeren und vor allem düsteren Momente tatsächlich Sinn und verfingen auch. Ansonsten habe ich eine Menge gelacht: Über die eifersüchtige Axt, über Szenen, die wie Metalalbum-Cover-Entlehnungen rüberkamen und die Ziegen... mein Gott, die Ziegen!
Das macht Thor 4 zu einer Fingerübung seines Regisseurs und zum unterhaltsamen, wenngleich insgesamt seltsam unrund wirkenden, leichten und sinnlosen Marvel-Abenteuer für Zwischendurch.

In diesem Sinne:
freeman