die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Filme, die viel kosten und oft nicht das halten, was der Trailer verspricht.
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MarS
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Beitrag von MarS » 25.10.2016, 17:18

Die Tribute von Panem - Mockingjay 2

Nach meinen bisherigen Kritiken zu der Reihe wird sicher niemand erwarten, dass ich den letzten Teil positiver sehe. So gebe ich auch zu, dass ich entsprechend befangen an die Sache rangegangen bin und wurde auch nicht enttäuscht.

Mit den Tributen werde ich einfach nicht warm und an nur wenigen Filmen fallen mir so viele Dinge störend auf wie hier. Viele Dinge sind viel zu naiv dargestellt.

ACHTUNG SPOILER MÖGLICH
So ist die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Peeta und Gale nicht nur inzwischen extrem unglaubwürdig, sondern wird auch extrem platt aufgelöst, damit ja am Ende Katniss und Peeta zusammen kommen.
Den größten Spannungsmoment, dem Gelangen zum Capitol auf dem mit unzähligen Fallen gepflasterten Weg, entschärft man völlig indem man den Rebellen einfach eine Karte mit allen Fallen gibt. Als man dann doch mal Probleme mit den Fallen hat, baut man eine total unglaubwürdige Wendung um die Truppe und ihr Weiterkommen ein. Dazu schickt man dann noch zombie- bzw. muntantenartige Wesen auf die Jagd nach den Rebellen. Nicht nur, dass man sich wundert woher die plötzlich kommen, es fügt sich auch überhaupt nicht in den Film ein.
SPOILERARLARM ENDE

Ich könnte noch viele unzählige kleine und größere Momentaufnahmen aufzählen, die ich massiv deplatziert fand, ich möchte hier aber nicht in irgendwelches Gebashe ausarten.

Abgesehen von dieser schrecklichen Naivität ist der Film zu lang und zu spannungsarm. Es passiert zu wenig und der Twist zum Schluss ist mehr als deutlich absehbar. Die Charaktere waren mir größtenteils zu unsympathisch. Donald Sutherland als Präsident Snow war da fast der Sympathischste.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass es jetzt vorbei ist. Erschreckenderweise waren die mittelmäßigen beiden ersten Teile wesentlich besser als das langgestreckte Finale. :liquid3:

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Re: die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Beitrag von MarS » 12.01.2026, 10:36

Wir haben uns die ursprüngliche Trilogie jetzt noch mal angesehen, weil mein Sohn Bock darauf hatte. Irgendwie war nicht viel vom letzten Mal ansehen hängen geblieben. Ich hatte mir zwar gemerkt, dass ich die Panem-Teile recht mäßig fand, bin aber dennoch eigentlich weitestgehend unbefangen rangegangen. Ganz so schlecht empfand ich die Filme bei der erneuten Sichtung nicht mehr, aber auch nicht wesentlich besser, und die Kritikpunkte bleiben.

Im Kern ist die Trilogie der Panem-Filme irgendwie eine verquere Liebesgeschichte um die Dreiecksbeziehung Katniss, Peeta und Gale. Das ganze dann in einer dystopischen (aber nicht allzu dunklen) SciFi-Welt, garniert mit Action und Politik. Das bunte Potpourri funktioniert aber nur bedingt, weil sich alles so unglaublich flach und langgezogen anfühlt. Allein wie die Dreiecksbeziehung aufgelöst wird ist unspannend und uninteressant. Die Zerrissenheit von Katniss als Symbolfigur für den Widerstand ist auf Dauer ermüdend, wie ihre Wankelmütigkeit allgemein. Das Volk verhält sich ziemlich dumm und hat gefühlt die Zustände auch irgendwie verdient. Die Kämpfe sind ok, aber auch da fehlt es an dem gewissen Etwas.
Es wäre ja nicht schlimm, wenn man die Inhalte flach hält, dann hätte ich mir aber vieles geradliniger gewünscht und deutlich weniger aufgeblasen. Die Dreiecksbeziehung braucht es eigentlich nicht. Das Spannungsfeld zwischen Katniss und Peeta hätte vollkommen gereicht. Katniss als weniger zerrissene Figur und mehr fokussiert, wäre sympathischer gewesen. Und wäre das politische Geschehen entschlackter präsentiert, wäre die Handlung zwar noch flacher, aber der Twist würde dann vielleicht stärker wirken.

Mir fehlt es an Fokus bei den Figuren, der Handlung und den Kämpfen. Mit mehr Tempo (und somit kürzerer Laufzeit) wäre die Trilogie sicherlich nicht intelligenter, aber dafür ehrlicher und somit vielleicht unterhaltsamer.

Mal sehen, was der nachgeworfene Teil Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes noch bietet.

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Re: die Tribute von Panem: Hunger Games & Catching Fire

Beitrag von MarS » 19.01.2026, 10:28

Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes

Das Prequel zu der Trilogie ordnet sich vom Niveau her ungefähr zu den anderen Filmen ein. Eine interessante Grundidee, welche dann recht flach ausgeführt wird. Insbesondere die Charaktere enttäuschen leider wieder, weil sie mit krassen Verhaltensänderungen Wendungen herbeiführen, die teilweise nur schwer nachzuvollziehen sind. Dabei ist die Laufzeit des Films lang genug, um das vermeiden zu können. Eigentlich wieder mal zu lang, da weder Inhalt noch Charakterzeichnung die Laufzeit vernünftig füllen.

Am schlimmsten ist für mich das andauernde Gefühl während der gesamten Reihe, dass die Zustände in Panem und den daraus resultierenden Konsequenzen nur folgerichtig sind. Das was da passiert haben sich die Menschen irgendwie verdient, denn kaum ein Charakter vermittelt einem, dass er für menschliche Werte einsteht. Wenn dann geht es um Politik. Nun könnte man sagen, dass damit unserer Gesellschaft der Spiegel vor die Nase gehalten wird, schließlich geht es in der öffentlichen Diskussion inzwischen vielmals auch nur noch um politische Werte und Haltung, aber dafür taugen die Tribute von Panem einfach nicht.

Was aber wiederum recht gut funktioniert ist, dass die ursprüngliche Trilogie mit dem Prequel ergänzt wird. Ein paar interessante Informationen kommen durchaus hinzu, auch wenn insgesamt betrachtet nicht alles rund wirkt. So bekommt z.B. Coriolanus Snow in Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes einen starken Bezug zu District 12, wovon in der Trilogie nicht wirklich etwas zu spüren ist. Dennoch passt das alles ganz gut.

Das Prequel lässt also wieder einiges an Potential liegen. Ist in Summe aber nicht besser oder schlechter als die Trilogie. Wer Gefallen an dieser hatte, der wird auch Spaß an dem Prequel haben. Für alle anderen ändert sich die Meinung aber eben auch nicht.

:liquid5:,5

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