Ich war von
The End of Oak Street stark enttäuscht. Beim Sichten des Trailers ahnte ich zwar schon, dass der Streifen nicht ganz rund läuft, hatte mir aber dennoch ein besseres Seherlebnis erhofft, insbesondere hinsichtlich Spannungsbogen und -momente.
Inhaltsangabe und Trailer suggerieren einem einen Mysterythriller mit ordentlichen Survival-Einschlag. Weder der Mystery- noch der Survivalteil kommen aber jemals richtig in Fahrt. Die Abhandlung sowie der Inhalt zu den Mystery-Elementen ist extrem dünn. Szenen in welchen man um das Überleben der Protagonisten fiebert, sind rar gesät. Dadurch zieht sich der Film trotz überschaubarer Laufzeit ziemlich. Außerdem fühlt sich die Umsetzung mehrfach inkonsequent an. Das Ende hätte z.B. durchaus bissiger sein dürfen, zumal man eine Wendung in der Handlung andeutete. Da wäre ein schickes Ende drin gewesen, man hat es aber sein lassen. Ansonsten schwankt das Ganze zwischen familienfreundlich und einigen eingestreuten derben Szenen (zumindest für die Verhältnisse der FSK-Freigabe). Am schlimmsten sind aber die teilweise extrem albernen Szenen, die für mich überhaupt nicht zum Film passen. Dinosaurier die poppen und Eis essen, da geht einfach jede Spannung verloren. Im Kino führte das dazu, dass die Zuschauer loslachten und dann anfingen irgendwelche Sprüche zu reißen. Stimmung pur. Die Beziehungsprobleme des elterlichen Ehepaar werden insgesamt auch nur halbherzig angepackt und letztlich mit einem lustig aufgezogenen Moment aufgelöst. Wenn The End of Oak Street als trashige Splatterkomödie daher kommen würde, wäre das ok. Diesen Weg geht der Film aber nicht, was bei mir ziemlich am Sehvergnügen nagte. Am Ende wusste ich nicht so richtig, was The End of Oak Street eigentlich darstellen möchte.
Was ich zudem nicht so richtig verstehe ist, warum man so platt ideologischen Zeitgeist in dem Film unterbringen musste. Keine Angst, ich scheiße mir bei solchen Themen nicht grundsätzlich in die Hosen, ich wünsche mir aber, dass sie sinnvoll und angemessen eingebracht werden. So dürfen homosexuelle Vibes gerne mit prägnanten Charakteren unterfüttert werden, welche der Handlung im Idealfall noch einen Schub geben. Hier ist es aber eine Randerscheinung der Tochter mit einer Charakterin, die komplett farblos daher kommt. Starke Frauen sind auch überhaupt kein Problem. Hier ledern Mutter und Tochter ordentlich einen ab, was auch Spaß bringt. Keinen Spaß bringt es allerdings, wenn man im Gegenzug den jugendlichen Sohn wie einen total verblödeten Volltrottel darstellt und diesen z.B. mit Spielzeug Pfeil und Bogen auf Dinos schießen sowie andere dämliche Handlungen in einer Art vollziehen lässt, dass es schon zum Fremdschämen ist. Das geht dann oben mit in die deplatzierten Albernheiten mit ein.
Man kann sich The End of Oak Street durchaus mal ansehen. Selbst wenn man einige Dinge weniger kritisch sieht, es wird aber nicht mehr als lockere mittelmäßige Unterhaltung daraus. Dafür fehlt es an inhaltlichen Überraschungen, starken Spannungsmomenten und vor allem an einer stringenten Umsetzung.
