"James Bond" Legacy (Sammelthread) Neu: Keine Zeit zu sterben

Filme, die viel kosten und oft nicht das halten, was der Trailer verspricht.
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Vince
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Beitrag von Vince » 10.03.2006, 19:27

Ein Quantum Trost

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Originaltitel: Quantum of Solace
Herstellungsland: Großbritannien, USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Marc Forster
Produktion: Barbara Broccoli, Michael G. Wilson
Darsteller: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Judi Dench, Gemma Arterton, Olga Kurylenko, Jeffrey Wright

Bild Ed Hunter berichtet als Erster:

Mit dem auf Ian Flemings erstem 007-Roman basierenden Franchise-Relaunch „Casino Royale“ hatte Martin Campbell 2006 nicht nur nach „GoldenEye“ ein zweites Mal erfolgreich einen neuen Bond-Darsteller in die wohl langlebigste und beliebteste Genrereihe der Kinogeschichte eingeführt, sondern selbige auch durch eine extreme stilistische Neuorientierung gegenüber der grandios in den Sand gesetzten, lächerlichen und CGI-überladenenen Totalkatastrophe „Stirb an einem anderen Tag“ in eine dringend notwendige neue Richtung geführt, die noch weit über das geflügelte Wort „back to the roots“ hinausreicht. Vorbei die Ära des glatten Superheldenbond, seit der Amtseinführung des im Vorfeld vielgescholtenen und im Nachhinein bejubelten Daniel Craig geht es bei 007 hart, rau, dreckig und down to earth zu, was aufgrund des Relaunch-Charakters zwar die Einbuße des liebgewonnen Stammpersonals Q und Miss Monneypenny zur Folge hat, man dieses Opfer ob der 180°-Notbremse nach dem over-the-top-Hightechfirlefanz des Brosnan-Ausstands aber verkraften kann.

„Ein Quantum Trost“, das Followup zum Craig-Einstieg, für das man den im Actiongenre denkbar unerfahrenen Deutsch-Schweizer Marc Forster („Monster’s Ball“, „Stranger than Ficiton“) als Regisseur engagierte, kontinuiert nun nicht nur die eingeschlagene stilistische Linie, sondern schließt auch auf Storyebene fast nahtlos an den Vorgänger an und präsentiert sich damit als die erste direkte Fortsetzung eines Bond-Abenteuers: Je nachdem, wen man fragt, setzt das Geschehen zwischen einer halben und einer Stunde nach dem Ende von „Casino Royale“ ein – Bond, schwer getroffen vom Tod seiner großen Liebe Vesper Lynd (Eva Green), jagt seinen Aston Martin in einer wilden Hatz durch Italien und liefert schließlich den eine führende Position in der geheimnisvollen Verbrecherorganisation Quantum bekleidenden Schurken Mr. White bei M (Judi Dench) ab. Durch einen Maulwurf im Security-Personal des MI6 ist er aber schnell wieder auf freiem Fuß und Bond auf einer neuerlichen wilden Hatz über den Erdball: Auf der einen Seite getrieben von Rachemotiven für Vesper und auf der anderen auf der Spur des Verbrechers Dominic Greene (Matthieu Amalric), der unter dem Deckmantel von Umweltschutzaktivitäten mit einem bolivischen Diktator paktiert und sich selbst herbeigeführten Wassermangel im Lande finanziell zu Nutzen machen will…

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Bonds persönlicher Rachefeldzug wie das neuerliche Auftauchen diverser „Casino Royale“-Charaktere machen die Kenntnis des Vorgängers zum völligen Verständnis des neuen 007-Abenteuers für den Zuschauer vonnöten, während die Drehbuchschreiber sich als zweites Standbein der Handlung einen nach recht klassischem Franchise-Konzept gestrickten und mit dem Inhalt der titelgebenden Fleming-Shortstory „Ein Quantum Trost“ keinerlei Kohärenz aufweisenden Schurkenplot ersannen, der mit Quantum eine neue Filmübergreifende Badguy-Organisation in Erinnerung an Blofelds kultigen SPECTRE-Verein etabliert und alles in allem kaum Neues bietet: Ein Schurke führt eine Notsituation herbei, um sich selbst als Retter finanziell bereichern zu können – kaum Originalität unter der 007-Sonne also. Allerdings integrierte man geschickterweise gleich die aktuelle Umweltproblematik ins bewährte Schema, um den Streifen möglichst up to date zu präsentieren.

Auch abseits der Story geht es in „Ein Quantum Trost“ wieder recht klassisch zu, jedenfalls so klassisch das neugewonnene stilistische Korsett eine Rückkehr zu alter Manier erlaubt: Von exotischen Schauplätzen, die 007 von Italien über England, Österreich und Bolivien bis nach Russland führen über rasante Action und humoristische Zwischentöne bis zu einem hübschen Bondgirl ist alles an Bord, was der Franchise-Fan erwartet, nichtsdestotrotz integriert Forster die Standardingredienzien gekonnt ins Postulat des rauen, brutalen und realitätsverbundenen sowie einen Hauch Tiefgang aufweisenden Neo-Charakters der Reihe. Craig spielt Bond mit enormer physischer Präsenz und brodelndem Inneren, sein Verhältnis zu M wird diesmal besonders ausführlich in den Fokus gerückt und einmal mehr wird er getrieben von Rachegedanken, äußerlich erbarmungslos und gefühlskalt, vom eigenen Geheimdienst für amoklaufend erklärt und auf die Fahndungsliste gesetzt.

Leider trägt Forster dem New-Age-Bondprinzip auch inszenatorisch Rechnung, indem er seine Actionszenen mit den typisch neumodischen Unsitten verhackstückt, für die bereits die „Bourne“-Franchise zweifelhaftes Lob erfuhr: Es wird fleißig gewackelt und mit der Handkamera herumgefuhrwerkt, Schnitte prasseln im Sekundentakt auf den Zuschauer ein und von manch tollem Actionmoment wie der Auftakt-Autohatz bleibt nurmehr undefinierbares Gewusel übrig. Gönnt man es der Kamera hin und wieder wie beispielsweise bei einem sensationell rohen Messer-Zweikampf in einer engen Wohnung, etwas weniger hektisch komplette Bewegungsabläufe statt nur deren Bruchteile einzufangen, sieht das Ergebnis auch gleich um Welten besser aus. Zumindest bezüglich der Quantität kann man sich bei „Ein Quantum Trost“ aber nicht beschweren, brennt man doch ein Actionfeuerwerk ab, das „Casino Royale“ schon nach der ersten Viertelstunde die Rücklichter zeigt: Verfolgungsjagden zu Wasser, zu Lande und in der Luft und ein explosiver Showdown machen Laune, hätten nur eben von einer altmodischeren Inszenierung noch enorm profitiert. Humoristisch gibt es ebenfalls eine gewisse Steigerung gegenüber dem Vorgänger zu verzeichnen, darf Craig doch einige wirklich coole Auftritte und nette Sprüche aufs Parkett legen.

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Schauspielerisch schlägt er sich so souverän wie bereits in „Casino Royale“ und verleiht seinem neudefinierten Bondtypus eine charismatische Präsenz, während Jeffrey Wright erneut als Felix Leiter an Bord ist, Judi Dench als M gewohnt erhaben und Ex-Model Olga Kurylenko nach ihrem freizügigem Auftritt im letztjährigen Videogame-Kracher „Hitman“ erneut als Blickfang glänzen darf, auch wenn sie an 007s Seite angezogen bleibt. Mathieu Amalrics Badguyperformance atmet teils eine sonderbare Form von Klasse, obwohl er insgesamt recht blass bleibt und nicht auch nur eine Sekunde eine Aura der Bösartigkeit oder Bedrohung etablieren kann. Mit den eher schwachen Schurkendarstellern der vorangeganenen Bond-Abenteuer befindet er sich da aber immerhin in guter Gesellschaft.

Was bei „Ein Quantum Trost“ gerade ob der dezenten Wiederannäherung an klassischere Bond-Bahnen umso schmerzlicher zur Geltung kommt, ist jedoch der erneute Verzicht auf über die Jahrzehnte liebgewonnene Standards: Q vermisst man gleichermaßen wie Miss Monneypenny und nachdem man in „Casino Royale“ das Intro in Schwarz/Weiß gehalten hatte, gilt es auch diesmal eine diesbezügliche Variation hinzunehmen, indem die kultige rot anlaufende Schussszene in den Kreisen statt am Anfang am Ende steht – was man mit dem Charakter des unmittelbaren Sequels aber immerhin überzeugend rechtfertigen kann. Zudem wurde mit dem Tod des zweiten Bondgirls Gemma Arterton eine Referenz an den Überklassiker „Goldfinger“ eingeflochten, was zwar allzu kalkuliert wirkt, letztlich angesichts so vieler Neuerungen seit „Casino Royale“ aber dennoch recht nett ist.

Eine Premiere gibt es in Bezug auf den Titelsong zu verzeichnen: Erstmals in der Bondhistorie wird der von einem Duett bestritten. Anstatt der lange im Gespräch befindlichen Amy Winehouse, deren Ankündigung, ihren geplanten Bond-Song parallel zum tatsächlichen zu veröffentlichen, sich nicht bewahrheitet hat, tun sich für „Another Way To Die“ R’n’B-Queen Alicia Keys und „White Stripes“-Fronter Jack White zusammen und setzen mit ihrem interessanten Stilmix die Tradition gelungener Bond-Titellieder der letzten Filme fort.

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Fazit: Daniel Craigs zweiter Einsatz im Geheimdienst Ihrer Majestät erweist sich als grundsolides 007-Entertainment, das gekonnt den Spagat zwischen bewährten Ingredienzien und der Fortführung der stilistischen Neuorientierung von „Casino Royale“ bewältigt. Der bedingt originelle Plot und die teils nach neumodischer Manier kaputtinszenierten Actionszenen werden von Tempo, guten Hauptdarstellern und unterhaltsamem Gesamteindruck recht souverän ausgeglichen. Bond-Fans dürfen beruhigt ihr Kinoticket kaufen.
:liquid7:

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freeman wird wohl nie Bondfan werden:

Bond, James Bond will Rache. Rache für seine Vesper, die in dem letzten Einsatz des Superagenten das Zeitliche segnete. Bei seinen Nachforschungen stößt Bond auf ein Geflecht aus Lügen und Intrigen und er kreuzt den Weg des in allerlei krumme Machenschaften verwickelten Dominic Greene, der sich vor allem darin übt, Regierungen zu destabilisieren und Regenten nach seinem Gusto einzusetzen. Dieses Mal hat er sich das Land Bolivien für seine Untaten auserwählt, doch Bond steht bereit, ihm und der Superverbrecherorganisation Quantum auf die Gaunerfingerchen zu klopfen.

Nachdem Pierce Brosnan mit „Goldeneye“ das James Bond Franchise aus dem Dreck gezogen hatte und mit den beiden Fortsetzungen „The World is not enough“ und „Tomorrow never Dies“ respektable Folgefilme nachgelegt wurden, geriet das Bondfranchise wieder ins Schlingern. Die Macher orientierten sich vermehrt an den damals salonfähiger werdenden Actionspektakeln a la „Tripple xXx“, die das Genre des Actionfilms eher in den Dreck zogen, als es standesgemäß zu befeuern. Die Folge waren noch deutlich unrealistischere Actioneinlagen und ein überbordender Einsatz von zwecklosen Special Effects (das negative Highlight bildete der unsichtbare Bondwagen in „Die Another Day“). Ein Umdenken wurde nötig. Und es geschah!

Allerdings außerhalb des Bond Franchises! Genau, richtig gehört! Franchises wie die „Bourne Trilogie“ oder die TV Serie „24“ lancierten mit ihren Figuren des Jason Bourne und Jack Bauer eindeutig an James Bond orientierte, deutlich modernisierte Superagenten, die in der Realität verankert einem deutlich weniger glamourösen Agentenleben nachgingen. Die Zuschauer dankten beiden Reihen ihre Neuinterpretationen der Agentenmär und die James Bond Verantwortlichen gingen den einzig konsequenten Schritt. Sie zogen nach ... und lieferten schon mit „Casino Royale“ einen mehr oder weniger deutlichen Abklatsch der neuen Regeln im Agentengenre. James Bond hatte sich quasi selbst überlebt und orientierte sich fortan an Reihen, die er selbst einst inspirierte.

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Die Spitze dieser Bemühungen ist nun mit „Ein Quantum Trost“ erreicht, der auch „Ein Quantum Bourne“ heißen könnte, imitiert er doch sowohl Jason Bourne in seiner brutalen Realität ebenso wie die besten Actionszenen dieser Reihe. Genannt sei hier die Eröffnungsautoverfolgungsjagd, die Bourne schon in der „Bourne Verschwörung“ ebenso druckvoll abgefeuert hat, die Verfolgungsjagd über die Dächer einer italienischen Stadt, die Bourne bereits im „Bourne Ultimatum“ durchmachte und letztendlich ALLE Hand to Hand Scharmützel, die mit den Faustkämpfen des normalen Bond Franchises in ihrer Wucht und Brutalität wirklich gar nichts mehr gemein haben.

Zieht man dann noch in Betracht, dass Bond im Quantum Trost fast schon asexuell zu sein scheint, er keinen Martini mehr mag, er sich nicht einmal mit seinem typischen „Bond, James Bond“ vorstellt, die Treibjagd über aller Herren Länder hinweg jegliches Lokalkolorit der betreffenden besuchten Gegenden ausblendet, keinerlei Bondgimmicks zum Einsatz kommen und die Bösewichter, die sonst immer die schillerndsten Punkte im Franchise setzten, zu zweidimensionalen Megapussies verkommen, dann muss man sich einfach eingestehen, dass dieser Film mit dem Bond Franchise wirklich überhaupt nichts mehr zu tun hat.

Und was man sich unweigerlich zu fragen beginnt, ist: Schadet „Ein Quantum Trost“ nun eigentlich dem Bond-Franchise, weil er den Hauptcharakter so extrem verbiegt, dass man ihn gar nicht mehr wieder erkennt, oder schadet das Bond-Franchise dem Film „Ein Quantum Trost“, weil es Erwartungen weckt, die der Film nicht erfüllen kann oder will? Sehr schwer zu sagen, zumindest ist aber klar, dass der Film als Bestandteil des Franchises ein schlechter Witz ist.

Doch blendet man das Franchise aus, erhält man einen richtig guten Actioner, der vor allem zu Beginn mit hohem Tempo voranprescht und den Rachefeldzug Bonds eindrucksvoll bebildert. Alleine die erste Autoverfolgungsjagd rockt so dermaßen genial, dass einem beim Abreißen eines Hauses mittels einer Mittelklasselimousine schon mal gewaltig der Atem stockt. Dazu verzichtet man in dieser Actionszene auch noch komplett auf Musik, was die Szene so dermaßen druckvoll geraten lässt, dass sich jeder Actionfan im siebten Himmel wähnt. Obendrein ist diese Szene gar nicht einmal so übel geschnitten, wie es sich überall ankündigte.

Viel mehr gelingt es Marc Forster gerade in den Actionszenen, bei denen er sich noch in die Luft und aufs Wasser begibt und eigentlich in allen Elementen ein Actioninferno nach dem anderen zündet, immer wieder, absolut geniale Kamerawinkel und Kameraeinstellungen zu präsentieren, die vom Auge eines Könners zeugen. Vom leider zu kurzen, aber sehr spektakulären Showdown ganz zu schweigen. Somit gelingt dem eher untypischen Bondregisseur die Actionpflicht hervorragend, aber bei der Handlungskür gibt es massive Abzüge! Denn erstaunlicherweise bekommt Forster weder seine Charaktere noch die Geschichte in den Griff.

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Gerade im Mittelteil versucht er über ein immer dichter werdendes Personengeflecht Komplexität und Tiefe vorzuzeugen, die zum einen gar nicht da ist und zum anderen nur in Verwirrung des Zuschauers mündet. Denn wer da nun gerade wem an den Hals will, erschließt sich irgendwann gar nicht mehr. Und wenn die Figuren zu rührseligen Klängen vom Score David Arnolds zu ihren tränenschwangeren Backgroundgeschichten anheben, verliert sich der Film sogar in den Gefilden unfreiwilliger Komik. Da verwundert es auch wenig, dass der Film bei seinem Hinschlingern zum Showdown ab und an sogar extrem zäh gerät und trotz extrem geringer Laufzeit sogar zu langweilen versteht. Erstaunlich.

Aus Darstellersicht herrscht ein ähnliches Spiel aus Licht und Schatten vor. Daniel Craig mag dabei noch am Meisten zu überzeugen und die Plakette „bester Schauspieler, der jemals Bond spielen durfte“ kann er sich auch anhängen. Aber letztendlich ist auch er schuld daran, dass dieser Film eben mit Bond nicht mehr viel zu tun hat. Zu widerspruchslos gehen wichtige Eigenschaften und Manierismen des Agenten flöten und wenn Craig die ganzen letzten 45 Minuten nur noch mit angepisster Fresse durch die Wüste latscht, ohne mal eines dieser genialen Bond Bonmots zu zünden, die bisher immer selbst die schlimmste Lage aufzuheitern vermochten, wird irgendwie offensichtlich, dass sich die Figur in eine falsche Richtung entwickelt.

Sehr arm fand ich auch die installierten Bondgirls. Olga Kurylenko sah genial aus wie immer und durfte sogar richtig spielen, aber die 15 Minuten Nettolaufzeit, die sie letztendlich zu sehen ist, reichen für den wahren Olga Fan (also mich!) niemals aus! Vom zweiten Girl – Gemma Arterton – ganz zu schweigen. Ihr fünf Minuten Auftritt grenzte ja schon an eine sarkastische Veralberung des eigenen Franchises. Zumindest ist ihre letzte Szene im Film der EINZIG WAHRE Bondmoment im Streifen und erinnert an den tollen Goldfinger.

Und wo wir bei Goldfinger sind, sind wir bei den Bösewichtern im Streifen und lachen einmal herzlich laut auf. Was war denn das bitte? War das eine Verarsche auf „Clever und Smart“? Oder auf „Lang und Doof“? Ich begreife es nicht. Was ist so schwer daran, einen wirklichen Bösewicht zu installieren? Einen mit echten Zielen! Weltherrschaft, Diktatur im Weltall oder George Bush meucheln? Und was macht Mathieu Amalric als Dominic Greene? Er killt keine einzige Figur, lächelt wie ein Schmierlappen und ist eine solche Pussie, dass er beim Schwingen einer Axt schreit wie eine Frau und sich selbst in den Fuß haut. Ganz großes Kino. Ein Sean Connery, Roger Moore oder Pierce Brosnan wären für dieses Weichei nicht einmal aus ihrem Liebesnest aufgestanden. Und was macht man, wenn man einen Weicheioberbösen hat? Klar, man stellt ihm einen echten Brocken an die Seite, bei dem schon der Anblick reicht, damit die Gegner freiwillig in die Kiste springen. Und was liefert uns Marc Forster? Einen Handlanger, der scheiße aussehend in der Gegend rumsteht, süffisant lächelt, irgendwann eine Treppe runterkracht und dann zu heißer Luft mutiert, was er den ganzen Film über schon war. Das war wirklich die peinlichste Gagparade aller Zeiten.

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Zumindest gefällt, dass Dame Judi Dench ihre Rolle deutlich mehr ausbauen durfte und damit den Film mit einem Mehr ihrer Gegenwart zu adeln versteht. So ist ihre M dann auch einer der wenigen Punkte am neuen Bondfilm, der auch wirklich noch an Bond erinnert. Dazu kommt noch der Score von David Arnold, der das Bondthema immer wieder einmal geschickt aufgreift, ohne dabei sonderlich zu glänzen. Der eigentliche Bondsong des aktuellen Streifens gefiel mir persönlich deutlich mehr als das Gewimmere in Casino Royale, auch wenn man sich in das Duett von Alicia Keys und Jack White erst einmal hineinhören muss. Allerdings muss ich konstatieren, dass mir die Bildspielereien unter dem Song diesmal nicht sonderlich zugesagt haben. Da bildet für mich der letzte Brosnan Streifen „Die Another Day“ noch immer die Creme de la Creme, da dieser unter dem Madonnasong seine Geschichte weitererzählte ...

Was bleibt nun zu „Ein Quantum Trost“ zu sagen? Als Bondfilm funktioniert er gar nicht. Und ich weiß nicht so recht, ob man das wirklich abtun kann mit einem: „Diese Entwicklung war in Casino Royale doch abzusehen“. Denn nehmen wir beispielsweise das „Terminator“ Franchise und nehmen an, die sind so mutig, das Franchise so zu modernisieren und neu zu interpretieren, dass sie die Terminatoren einfach weglassen. Was ist dann das Ergebnis? Ein Terminator Film? Na Holla ... Und warum sollte man dies beim Bondfranchise durchgehen lassen? Warum ist man nicht konsequent, macht den Laden dicht und verkauft seine 08/15 Actionfilme ohne das Bondlabel? Weil’s weniger Geld bringen würde, klar. Aber mit Ehrlichkeit sich selbst und den Fans gegenüber hat das nichts mehr zu tun.

Blendet man diese Bedenken aus, wird man von „Ein Quantum Trost“ durchaus angenehm unterhalten! Die Action ist druckvoll und fetzig, die Unübersichtlichkeit bei Weitem nicht so extrem wie im derzeitigen Genreprimus Eagle Eye und die optischen Schauwerte stimmen. Dabei gerät der Film unter der Regie des sonst so versierten Drama Regisseurs Marc Forster handlungstechnisch zu einem ziemlichen Kniefall vor den Regeln des Actiongenres, das auf stimmige Charaktere ebenso pfeift, wie auf eine schlüssige Dramaturgie. Tempo, Tempo, Tempo heißt die Devise und diese funktioniert erstaunlicherweise vor allem gegen Ende gar nicht mehr so toll wie in der ersten Stunde. Das Ergebnis bekommt als Bondfilm von mir :liquid3: und als reinrassiger Actionfilm, losgelöst vom Franchise, solide :liquid6: ...

In diesem Sinne:
freeman

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Vince unterbietet noch:

In einer Sekunde denkt man noch, die Autoverfolgungsjagd, die da ohne Ankündigung plötzlich ins Nichts bricht, gehöre möglicherweise zu einem Werbeclip von Aston Martin. Vielleicht wollen die britischen Sportwagenhersteller da ja filmbegleitend schicke Sportwagen verkaufen. Das wäre naheliegend. Und es wäre ja nichts Neues, Daniel Craig zu Promotionzwecken in Anzug und Fliege abzulichten. Aber die Szene läuft weiter und weiter, wird immer professioneller. Zu viel Aufwand für einen Werbeclip. Das ist der einzige Hinweis darauf, dass man bereits mitten drin ist, in “Quantum of Solace”, der als erstes richtiges “Sequel” im lexikalischen Sinne in die nunmehr 22-teilige Bond-Franchise eingehen wird.

Marc Forster, der inzwischen als Edelregisseur mit Hang zum Mainstream gilt, bemüht sich nach Leibeskräften, die direkte Fortsetzung zum James-Bond-Reboot homogen wirken zu lassen und nicht gleich noch einen weiteren Stilbruch zu provozieren. Für das Drehbuch waren dann auch noch die “Casino Royale”-Autoren um Paul Haggis verantwortlich, und die stricken einen schönen Epilog um ihr Baby herum. Deswegen wohl auch die historisch kurze Laufzeit von kaum mehr als 100 Minuten - für einen Agenten, der mal wieder um die ganze Welt reist, ganz schön wenig. Für einen Epilog fast schon ein wenig viel.

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: “A Quantum of Solace” ist Gefangener seines Spagats zwischen Modernisierungspfad und Traditionsbewusstsein. Bonds Reisestationen werden in schicker Reisebüro-Typographie auf dem Bild angekündigt; man möchte glatt hinterherreisen. Craig besucht ausgetrocknete Flussbetten, chilenische Dünenlandschaften, Luxushotels, toskanische Landhäuser und die Seebühne in Bregenz. Das ist traditionell; alle Bonds zusammengenommen ist die Welt in keiner Franchise in einem derartigen Facettenreichtum beleuchtet worden. Ein wenig dreckig, roh und kraftvoll bleibt es dabei diesmal, eben so wie sein Hauptdarsteller. Die bunte Gadget-Ära der Brosnan-Filme scheint ein für allemal vorbei, und fern des Glamours um das Glücksspielambiente von Nr. 21 erinnert Nr. 22 nur noch mehr an die Zeit des Timothy Dalton.
Die Modernisierung steht und fällt mit dem Protagonisten - und der hat sich schon jetzt etabliert. Das ist beinahe langweilig. Aber nur beinahe. Noch fasziniert der Verbund von Verletzlichkeit und Härte. Judi Dench treibt den inneren Gewissenskonflikt des Agenten inhaltlich immer wieder an, als sie das Schicksal der Vesper Lynd geradezu provokant ständig zum Thema macht. Tatsächlich erfährt man über Craigs Bond aber viel mehr in den Momenten, als sein Adrenalin in die Höhe schnellt. Als er beim (ganz ausgezeichnet choreografierten) Fall die Kirchturmspitze herab nach seiner Waffe greift und in einem Spiel von Sekunden gerade noch seinen Gegner erwischt, bevor es ihn selbst erwischt, muss man nur in das blaue Stahl seiner Augen blicken, um alles über die neue Reinkarnation des britischen Geheimagenten zu erfahren. Der Überraschungseffekt von 2006 ist dahin, das Spiel durchschaut, aber es ist noch interessant.

Nur so ganz möchte das Narrative, Kontinuierliche der modernen Ausrichtung nicht mit dem Traditionalismus der Franchise kooperieren. Was im Vorgänger zu großen Teilen noch funktionierte, ist nun dahin: Ist das noch James Bond? Oder besser: Wenn das kein James Bond mehr ist, was ist es dann? Bourne? Stilistisch, ja, möglicherweise... aber auch nur dort. “A Quantum of Solace” fühlt sich im Grunde keiner der beiden Richtungen verschrieben, was den Geist, die Idee betrifft, und ist deswegen herrenlos. Nicht nur Bond selbst trägt diesmal bestimmte Züge eines Ronin, der Film selbst tut’s auch - nur um am Ende mit Nachdruck zu betonen “Zurückkehren? Ich war nie weg.”

Na klar, die Lippenbekenntnisse zur Agentenserie sind da, die Frage ist nur, für wie voll man sie nehmen kann. “A Quantum of Solace” ist alles und nichts; alles im Grunde, was man hatte erwarten können, nämlich zeitgemäße, schnellschnittige Action, ein ambivalenter, kalter Hund, der die Süffisanz seiner Vorgänger in bitteren Zynismus umwandelt und viele Autos, Sehenswürdigkeiten und Waffen ohne das übertriebene Overtopping von Q. Es ist aber auch nichts, nämlich keine Eigenständigkeit (als erster Film der Reihe überhaupt), keine Identität, keine Neuorientierung, kein Nichts. “A Quantum of Solace” ist bei all seinen schönen Momenten seltsam leer, und als am Ende der Lauf der Pistole auftaucht, Craig in seinem Fokus erscheint und die Leinwand rot färbt, schreckt man auf und murmelt verwirrt: “Ach, Bond? Ich bin überrascht.”
:liquid5:

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John Clark geht mit:

QUANTUM OF SOLACE

Die lange ersehnte Fortsetzung zu "Casino Royale" wurde nach nur 2 Jahren Realität. Ein vielversprechender Trailer und eine wie immer riesige Werbekampagne halfen zudem mit, die Vorfreude auf "Quantum of Solace" auf das Maximum zu steigern.

Inhalt:
Mr. White flieht, nachdem er brav über eine Geheimorganisation ausgesagt hat, welche diverse Geheimdienste schon unterwandert hat, mithilfe eines Komplizen aus dem Verhör vor Bond und M. Bond macht sich natürlich umgehend auf die Jagd. Er stösst debei auf Dominic Green, Boss einer Umweltschutzorganisation, welche jedoch andere Ziele verfolgt. Von Siena nach Haiti, über Österreich, nach Bolivien jagt Bond der Organisation Quantum nach - vom MI6 mehr oder weniger im Stich gelassen.

Marc Forster ist ja nicht gerade bekannt für die Regie an harten Actionfilmen. Er ist ein mehr als ordentlicher Independent-Regisseur, dessen Werke stets etwas verzaubernd-verstörendes ausstrahlen. War er der richtige für dieses Big Budget-Unternehmen namens "Quantum of Solace"?

Die Story setzt gleich nach dem Ende von "Casino Royale" ein. Bond, unterwegs in seinem Aston Martin, wird durch die Pampa gejagt. Geböller, Explosionen, Unfälle, leider total verwackelt und verhackt gedreht, erkennt der Zuschauer teilweise nur spärlich, was da gerade passiert. Und in diesem Sinne gehts eigentlich auch weiter. Fast jede anständige bondesque Szene wird plötzlich von einem Anfall von Action abgelöst. War die Parkour-Idee anfangs von Casino Royale noch eine geniale Idee, welche auch exzellent umgesetzt wurde, wird hier jedes Actiongetümmel ganz grässlich dargstellt. Klar inspiriert durch die Jason Bourne-Filme (die ich ja eigentlich mag), ist der Zuschauer ein Opfer der Wackelkamera. Diese Szenen wurden zudem extrem schlecht zusammengebastelt. Und die Idee, in welcher Bond sich zu Beginn des MI6-Angreifers an den Seilen entledigt, wurde sogar in "Half Past Dead" zumindest Epileptikerfreundlicher dargestellt. Die baldige Bootsjagd in Haiti war ein wenig besser umgesetzt. Jedoch auch hier kann das Bild nicht genossen werden - es wackelt noch und nöcher. Passen solche Stilmittel perfekt zur Jason Bourne-Franchise, finde ich diese bei einem Bondfilm sehr unangebracht. Bond will genossen werden. Die Flugzeugjagd im Mittelteil war jedoch einiges besser.

Überzeugend und bondgerecht war die Szene in Bregenz. Die ganze Szene rund um die Aufführung war perfekt gelungen - da kam Bondfeeling auf. Ein seltenes Gefühl für mich in diesem Film. Denn, ansonsten wirkt Bond nur gestresst, hetzt von Szene zu Szene. Früher liess sich Bond auch mal Zeit, genoss einen Wodka Martini, ein Hotelzimmer und eine Frau. Heute gibts fast keine Zeit mehr für solche "Nebensächlichkeiten", welche hier im Kurzdurchlauf abgespult werden. Bond ist im Jason Bourne-Modus. Schade, denn ich mag mich erinnern, dass vorallem Bonds extravaganter Lebensstil immer ein grosser Grund war, die Bondfilme zu mögen. Bond hatte stets immer alles im Griff, Hauptsache der Anzug sitzt und der Aston Martin steht vor der Hütte. Schade, ist man von den Werten der Serie mittlerweile so weit entfernt wie Pluto von der Sonne.

Was jedoch gut harmonierte waren Daniel Craig und Judi Dench. Judi Dench, seit 13 Jahren als "M" im Amt, passte schon zu Brosnan wie die Faust aufs Auge. Auch Craig ergänzt sie als MI6-Boss sehr gut. Schön, haben die beiden hier ein wenig mehr Szenen miteinander. Daniel Craig als Bond muss man nicht in Frage stellen. Sein explosiv-bedrohliches Wesen passt perfekt auf die Roman-Vorlage des James Bond und sein Engagement für diese Rolle scheint keine Grenzen zu kennen. Hut ab. Die beiden Bondgirls Olga Kurylenko und Gemma Arterton kann man als gelungen Bezeichnen. Hier muss die wirklich gelungene Goldfinger-Hommage noch erwähnt werden. Netter Einfall. Schön auch, dass Jeffrey Wright als Felix Leiter wieder seinen Auftritt hat, ebenso Giancarlo Giannini als Mathis. Grosses Minus bekommt Dominic Green-Darsteller Mathieu Amalric. Durften früher Bondgegner noch extravagante Gentleman in fetten Villen sein, haben wir mit Green einen Typen, der mehr den durchgeknallten Informatiker darstellt, als den richtig bösen Bad Guy. Dementsprechend unspektakulär entledigt sich Bond dieser Person (die Idee mit dem Motor-Öl hatte aber was). Und sein Helfershelfer Elvis, gespielt von Anatole Taubmann, hätte auch Averell Dalton heissen können. Kein Vergleich zu anderen Helfershelfern der Bondgeschichte - auch nicht der jüngeren Bondgeschichte. "Ja Mami, s isch heiss da..." Super.... Ich mag ich noch erinnern, wie die Schweizer Presse Taubmann als neuen Bond-Bösewicht hochgejubelt hat. Nichts gegen Taubmann. Aber das war ja wohl mehr eine kleine nette Nebenrolle mit etwa 6 Sätzen, welche absolut nichtssagend waren. Eine der überflüssigsten aller Bond-Figuren.

Fazit: Die Enttäuschung sitzt tief. Stets habe ich die neuen Bond-Filme trotz der steigernden Anzahl an Action, als Bond-Filme akzeptieren können - doch alles hat ein Ende. "Quantum of Solace" hätte auch der vierte Teil der Jason Bourne-Reihe sein können. Und als Action-Film mag das ganze Geschehen ja sogar sehr gut funktionieren. Jedoch ist dies hier definitiv kein Bond-Film. Und spätestens, nachdem Bond die Leiche seines Kollegen und engsten Vertrauten auf den Müll geworfen hat, fragt man sich, warum man ein herrliches Gerne so brutal in den Dreck fahren darf. Die Enttäuschung sitzt wirklich tief.

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LivingDead ist nicht annähernd so emotional wie Bond:

Fotsetzung folgt…

Nicht einmal fünf Minuten nach den Ereignissen aus „Casino Royale“: Ein Aston Martin, verfolgt von einigen Alfa Romeos, flitzt an der Küste entlang, haarscharf am steilen Abgrund. Schüsse, und schon folgt der erste Crash. Nach nicht einmal weiteren fünf Minuten sind schon mehrere Sportwagen geschrottet, ein halbes Dutzend Menschenleben ausgelöscht und der Vorspann über die Leinwand geflimmert. Straight On heißt es für den gebürtigen Deutschen Marc Forster (,Monster’s Ball“; „Wenn Träume fliegen lernen“) welcher sich üblicherweise im Erzählkino heimisch fühlt, hier aber einmal einen puren Entertainer abliefert – und zwar ohne Kompromisse. Orson Welles habe es bereut, nie einen kommerziellen Film gedreht zu haben, selbigen Fehler wollte Forster in seiner Filmografie nicht begehen und nahm nach kurzem Zögern das Angebot, einen Bond-Film zu drehen, an. Und der Film wird kommerziell erfolgreich sein – so viel steht fest.

Mehr Action, ist mehr Action, ist mehr Action

Auffallend in den ersten Minuten ist die recht unübersichtliche Kameraführung und der schnelle Schnitt; damit nimmt sich Actionneuling Forster den gängigen Paradigmen des Actionkinos an und erinnert bisweilen mehr denn je an die „Bourne“-Filme, welche einmal mehr für das Actionkino der Gegenwart stehen. Überhaupt ist „Quantum“ geradezu zerberstend angereichert mit Aktion. Problem ist dabei, dass sich schon recht schnell kleine Ermüdungserscheinungen seitens des Zuschauers einstellen. War in „Casino Royale“ der Actionanteil noch verhältnismäßig gering und nur in der Anfangsphase (die auch die schwächere Hälfte darstellte) konstant vorhanden, so löst Forster hier die Handbremse und lässt den Wagen unaufhörlich den steilen Abgrund hinunterjagen; bis zur finalen Explosion.

Der Mensch Bond

Doch Forster fühlt sich in diesen Gefilden nicht heimisch. Dies ließ er auch in diversen Interviews verlauten. Man erkennt ihn kaum wieder, wenn Explosionen, Blut und zerstörte Autos die Sicht versperren. Nur selten blitzt der Geschichtenerzähler Forster durch, wenn er James Bond als eiskalten Killer darstellt, ihn dann aber plötzlich bricht, sich verlieben, leiden und wüten lässt. Bonds Charakterstudie wird zwar nicht auf die Spitze getrieben, doch mit feinen Gesten lässt Forster weitere Einblicke in das Seelenleben Bonds zu. Craig ist dabei mehr denn je der Bond, welcher nötig war, um die Figur Bond adäquat in die Neuzeit zu befördern. Daniel Craig zeigt die perfekte Mischung aus Unsympath und einem desillusionierten, verbitterten Mann, welcher tötet, weil er es kann.
Und dennoch ist er zerbrechlich, leidet, wenn ein Freund stirbt, schaltet aber genau so schnell die Gefühle wieder ab, um seine Arbeit zu beenden.

Der Bösewicht mit der Maskierung

Neben der Idee „Quantum“ direkt mit „Casino Royale“ zu verknüpfen, gibt es ein weiteres – wenn auch wesentlich subtileres – Novum im Bond-Universum: Der Bösewicht wird diesmal nicht von einem vernarbten, offensichtlich bösen Buben verkörpert, sondern von Mathieu Amalric, welcher mit seinen wenig markanten Gesichtszügen kaum als der typische Bond-Bösewicht bezeichnet werden kann. Seine Motive sind deutlich an die wirtschaftlich-politischen Interessen der Neuzeit angepasst. Öl, Wasser, Geld und Macht sind klassische, wie auch aktuelle Themen. Und danach orientierten sich auch die Drehbuchautoren Paul Haggis und Neal Purvis, welche versuchten, das klassische Muster der Bond-Filme in die Gegenwart zu transferieren. So werden die Damen nicht mehr „Goldfinger“-alike mit Gold überzogen, sondern mit dem Gold der Gegenwart: Öl. Bezahlt wird auch nicht mehr mit dem schwachen Dollar, sondern der Euro ist die Währung, mit dem Geschäfte getätigt werden.

Auftrag

Forster wird vielleicht nie wieder einen Actioner drehen. Und vielleicht ist das auch ganz gut so – denn mehr als eine reine Auftragsarbeit ist „Quantum“ nicht geworden. Zu wenig Eigenständigkeit, zu wenig Innovationen und zu wenig von dem, was wir uns nach „Casino Royale“ und dem Namen Marc Forster versprochen hatten, dafür aber massenhaft Action wird geboten. Sicherlich blitzt immer wieder durch, dass die Franchise noch viel mehr bieten kann, doch „Quantum“ zeigt davon nur einen Bruchteil, und das ist für einen wirklich guten Film zu wenig.
:liquid6:

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Story:

Nachdem er von Vesper, der Frau, die er geliebt hat, betrogen wurde, kämpft 007 gegen das Verlangen an, seine nächste Mission zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, verhören Bond und M Mr White, der enthüllt, dass die Organisation, die Vesper erpresst hat, viel komplexer und gefährlicher ist als zunächst angenommen.

Die forensische Abteilung des Geheimdienstes kann einen Mi6-Verräter mit einem Bankkonto in Haiti in Verbindung bringen. Aufgrund einer Verwechslung macht Bond dort die Bekanntschaft der schönen aber resoluten Camille, eine Frau, die ihre eigene Vendetta führt. Camille bringt Bond direkt zu Dominic Greene, einem rücksichtslosen Geschäftsmann und der treibenden Kraft innerhalb der mysteriösen Organisation.

Auf einer Mission, die ihn nach Österreich, Italien und Südamerika führt, findet Bond heraus, dass Greene ein Komplott schmiedet und versucht, die totale Kontrolle über eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen der Welt zu gewinnen. Um das zu erreichen, drängt er auf einen Deal mit dem im Exil lebenden General Medrano . Indem Greene seine Partner in der Organisation benutzt und seine einflussreichen Kontakte bei der CIA und in der Britischen Regierung manipuliert, verspricht er, das gegenwärtige Regime eines lateinamerikanischen Staates zu stürzen und dem General die Macht zu übertragen – als Gegenleistung für ein scheinbar wertloses Stück Land.

Inmitten eines Minenfeldes aus Betrug, Mord und Täuschung, verbündet sich Bond mit alten Freunden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auf der Suche nach dem Mann, der für den Verrat an Vesper verantwortlich ist, muss 007 der CIA, den Terroristen und sogar M immer einen Schritt voraus sein, um Greenes dunkle Machenschaften aufzudecken und seine Organisation zu stoppen.

Ein Quantum Trost bitte für Daniel

Zunächst einiges vorab:
Ich habe Casino Royale (CR) geliebt und der damit eingeleitete Neubeginn der Serie war richtig und konsequent. Daniel Craig ist ein großartiger Bond der schlicht alle Bond-Merkmale perfekt in sich vereinigt:

- Männer wollen sein wie er
- Frauen wollen ihn
- er ist cool er ist charmant, er hat Witz und Härte je nach Situation

Auch schafft er es (im Gegensatz zu Connery) in beiden Filmen den gleichen Charakter zu spielen. Er bleibt sich treu und man hat nach Ein Quantum Trost (QOS) wirklich das Gefühl, dass man "diesen Bond" nun kennt, man weiß was ihn zu dem gemacht hat, was er nun ist. In diesem Zusammenhang ein schönes Motiv seiner beiden Filme: Bond wird zu 007 indem er zwei Leute eiskalt ermordet. 007 wird aber erst zu dem coolen, souveränen Agenten den wir lieben, als er zwei Bösewichte eben nicht tötet. Eine schöner Rahmen um seine beiden Bondfilme.

Mit Marc Foster hat man einen Regisseur gewählt, der ohne jede Action-Erfahrung eine komische Wahl zu sein schien. Foster ist aber weiß Gott nicht der "arthouse Regisseur" als der er dargestellt wird. Er ist ein Mann, der kommerzielle Filme dreht, die auch mal Anspruch haben dürfen, und der sich manchmal auch schwere Stoffe aussucht.

Zum Film selbst:
Meine Überzeugung ist es, dass die PTS eines Bondfilms den Ton und die Stimmung vorgibt. Und hier ist auch gleich der Schlüssel zu einem der Probleme, die viele scheinbar mit dem Filme haben. Die Autoverfolgung ist so ziemlich alles - sie ist spannend, sie ist atemberaubend, sie ist aufwendig, sie ist schnell und heftig. Aber sie ist eines nicht und zwar witzig. Bondfilme sind aber dadurch berühmt geworden, dass der Zuschauer inmitten harter Action Luft zum Durchatmen hat und die Härte und Ernsthaftigkeit immer durch Witz unterbrochen werden. Dies fehlt in QOS vollständig und darunter leidet der Film! Da schon die PTS so ernst ist und einem das Lachen auch beim versuchten Lacher am Ende der PTS eher im Halse stecken bleibt, ist einem auch im restlichen Film nicht mehr so leicht zu Lachen zu Mute (man achte mal darauf, wie stark die frühen Szenen den Rest eines Films bestimmen), obwohl der Film sarkastisch-ironischen Bond-Humor en masse bietet.

Um eines gleich vorweg zu sagen: Ich hasse die den Bourne Filmen nachempfundene Kameraführung und Schnitttechnik. Sie ist zu schnell als das man auf der großen Leinwand eine Möglichkeit hätte, Details zu erkennen, dem Gehirn fehlen wichtige Fixpunkte, man verliert die Orientierung. Das mag Absicht sein aber warum? Hier liegt der Hase begraben: Ein solcher Stil kann Sinn machen, wenn er die Hektik der Story widerspiegelt (Bournes permanente hektische Flucht-Situation!). Dies ist aber hier gar nicht gegeben! Bonds Mission ist ja keineswegs durch Zeitdruck bestimmt und somit ist der Stil vollkommen unnötig (hingegen hätte Feuerball oder Der Morgen stirbt nie einen solchen Stil vertragen, da in beiden Filmen Bond ja unter Zeitdruck handelt). Ich denke Foster hatte nicht genug Zeit und Erfahrung und hat daher auf Teile des Bourne Teams bei der Second Unit vertraut. Dennoch ist schön zu sehen, wie im Laufe des Films die Action übersichtlicher wird. Je klarer Bond sieht, je mehr er weiß und je weniger er durch Emotionen getrieben wird, desto strukturierter erscheint auch die Action. Wunderbar statisch inszeniert sind dann die beiden Schlussszenen (Konfrontation mit Vespers Ex-Freund und Dialog mit M). Bond hat sein Gleichgewicht wieder gefunden. Seine Welt ist wieder geordnet, seine Emotionen hat er unter Kontrolle. Nicht umsonst erinnert das statische Warten Bonds auf den Ex-Freund an das Warten zu Beginn von CR, als noch vor der Begegnung mit Vesper seine emotionale Welt in ihren Fugen war.

Wir gehen chronologisch durch den Film. Dieser hat wie ich finde große Pacing Probleme im ersten Drittel! Ein großer Fehler ist für mich die Position des Vorspanns (also des Titelsongs). Man hätte es machen sollen wie bei Die Welt ist nicht genug: Autoverfolgung, das viel zu kurze Verhör Mr. White`s und die anschließende Sienna Action wären zusammengenommen eine hervorragende, wenn auch lange PTS gewesen, die in sich auch schlüssig gewesen wäre. Mitchells Tod am Ende wäre die perfekte Einleitung des Songs gewesen.

Nach dieser PTS und dem Vorspann hätte es mit einem echten Location- und Stimmungswechsel wunderbar mit den London Szenen weitergehen können. Letztlich ist die gesamte "Exposition" des Films ja mit Mitchells Tod beendet, nicht mit Bonds Ankunft im Safehouse! So hätte es Sinn gemacht. Auch wäre das anschließende wiederholte Reisen Bonds nicht so aufgefallen, eben da der Vorspann einem die nötige Zeit zum Durchatmen an der richtigen Stelle gegeben hätte. Darüber hinaus halte ich die Parallelmontage beim Palio Rennen für Effekthascherei. Sie macht keinen Sinn und zeigt nur um so deutlicher, dass man eben NICHT vor Ort war und die Action während des Palios drehen durfte. Gleichzeitig zeigt sich beim Palio eine der Stärken des Films, nämlich Arnolds Soundtrack. An Stellen hält dieser den Film zusammen.

Man mag die schnell inszenierten Actionszenen lieben oder nicht, ich finde es aber schade, dass dadurch in einigen Momenten Spannung verschenkt wird (etwa wenn Bond vom Dach zu rutschen droht). Wenn man keine Gelegenheit hat, das Geschehen zu verstehen, dann kann man auch nicht mitfiebern. Es fehlen oft ruhige Einstellungen, die einem die nötige Orientierung geben. Ich muss gestehen, QOS war für mich der erste Bondfilm, bei dem ich auf den Ausgang einer Actionszene mehr gewartet habe, als auf die Action selbst.

In gewisser Weise ist QOS der erste „impressionistische Film“ der Reihe. Wie ein solches Gemälde, ergibt sich der Gesamteindruck zwar durch die Summe der Details, geht man aber näher ran, verliert man eher an Durchblick als das man gewinnt. Jedes einzelne Bild und jeder Schnitt in QOS ist wie ein Pinselstrich gesetzt.

Nun ja, Bond landet in Haiti - die Bondmelodie wird angedeutet - und es geht spannend weiter. Nach dem hervorragend inszenierten, knallharten Kampf gegen Mr. Slate (gute Action braucht keine Musik!) kommt die wohl schwächste Actionszene des Films, die Bootsszene. Hier gilt wie immer, dass eine Actionszene dann gut ist, wenn sie Bond weiterbringt und der Aufwand im Verhältnis zum Ausgang steht. Hier bringt die Szene Bond gar nicht weiter, und man weiß nicht mal, warum er Camille erst rettet, um Sie dann zurückzulassen. Auf diese Actionsequenz trifft als einzige der Vorwurf zu, der dem Film oft gemacht wird – nämlich, dass es eher ein „RamBond“ sei. (Dass der Ausgang der Szene nicht mal in SlowMo zu erkennen ist, soll hier nicht näher besprochen werden).

Was im ganzen Film auffällt, ist die unglaublich "effiziente" Inszenierung Fosters. Wäre der Film "gewöhnlich" inszeniert worden, er wäre leicht 20-30 Minuten länger – und hiermit meine ich nicht mal die schnellen Actionszenen. Foster deutet unzählige Dinge nur an, und schneidet dann Bewegungen, die in anderen Filmen in Gänze gezeigt würden (Beispiel: Dialog mit M und Bond später im Hotel; Bond schaut zum Schlafzimmer, CUT, er öffnet die Tür; der Weg dorthin wird gar nicht gezeigt). Oft kann man wichtige Details verpassen, die nur in einer Blitzeinstellung gezeigt werden, andere Zusammenhänge muss man sich gleich ganz denken. Foster zeigt oft nur Ergebnisse oder den Ausgang einer Aktion, ohne jedes Detail zu zeigen (man denke an die Opernszene, wo nicht gezeigt wird, wie Bond den Quantum Mann auf der Toilette überwältigt).

Nach 30 Minuten hat Foster nun 4 Actionszenen gezeigt, und dennoch beginnt für mich der Film erst danach. Der Vergleich ist übertrieben, aber das erste Drittel wirkt im Vergleich zum starken Rest fast wie das letzte Drittel von Stirb an einem anderen Tag im Vergleich zu dessen Anfang. Am Ende der Bootsszene nimmt sich Foster erstmals Zeit für Atmosphäre. Endlich gibt es mal einen ruhigen Moment. Endlich kann auch Bond mal durchatmen. Erstmals nehmen wir auch die Umgebung richtig wahr (Foster zeigt erstmals nach der ersten Einstellung des Films wieder eine weite Landschaftsaufnahme).

Von nun ja geht es ruhiger weiter. Dies gilt für die Inszenierung, nicht aber für das permanente Reisen Bonds. Es folgt die Opernszene, die leider unter verschenktem Potenzial leidet. Während Bonds Beobachtung der Situation noch toll inszeniert ist, macht die anschließende Action keinen Sinn, sie ist nicht zu erkennen, und die Parallelmontage ist abermals stumpfsinnig und effekthaschend. Auch Bonds kurze Konfrontation mit Greene auf der Treppe ist eher traurig als spannend. Immerhin folgt die schöne kleine Bond-Szene am Schalter der Fluggesellschaft (typisch Bond!) und es geht weiter nach Italien und damit zur wunderschönen Mathis Einführung. Einer der wenigen ruhigen Dialoge im Film, eine Szene, die vor Atmosphäre nur so strotzt und in deren Dialog und Inszenierung wirklich mal Präzision steckt. Langsam hat sich der Humor auch seinen Platz im Film zurückerkämpft, der durch die ernste Exposition fast auf hoffnungslosem Posten schien.

Foster legt nach mit einer der für mich schönsten Bondszenen überhaupt, im Flugzeug unter erkennbarem Einfluss diverser Vesper-Cocktails. Wunderschöne Metapher: "What’s keeping you awake?" fragt Mathis - Natürlich Vesper! Ja, der Cocktail aber eben auch die Erinnerung an sie! Welcher Bonddarsteller hätte diese Szene bitte besser spielen können als Craig?

Angekommen in Bolivien wird es nun immer spaßiger. Fields ist ein perfektes Bondgirl der alten Schule, die Dialoge sind auf den Punkt gebracht. Bond pur!

Leider ist die Konfrontation zwischen Bond und Greene bei dessen Party abermals etwas verschenkt, und damit wird auch ein weiterer Schwachpunkt des Scripts klar insbesondere wenn man mit Goldfinger (oder eben CR) vergleicht, der vor starken Bond-Bösewicht-Konfrontationen profitiert. Nächster emotionaler Höhepunkt ist Mathis Tod. Wieder wird Bond weiterentwickelt und wächst als Charakter. Mathis letzte Worte bringen Bond letztlich dazu, im Showdown auf bloße Rache zu verzichten.

Parallel entwickelt Foster eine Nebenstory, die leider nicht würdig ausgestaltet wird: Bond steht immer mehr unter Verdacht, M zweifelt immer mehr an ihm. Alles letztlich geschickt eingefädelt von Greene und seinen CIA Kontakten (auch hier verstecktes Potenzial bei der Oper, da der Leibwächter vom Dach ja von Greenes Männern unbewusst erschossen wird, ohne dass dieser Mord gezielt auf Bonds Konto gehen soll, was er dann aber doch tut). Die Machenschaften Greenes und die Art wie er alle ausspielt sind genial und passen in unsere Zeit. Auch hat der Zuschauer M’s Dilemma noch gar nicht verstanden als es sich auch schon wieder auflöst. Dennoch schön zu sehen, wie sie letztlich erkennt, dass sie eben nur Bond vertrauen kann.

Die Flugzeugaction ist nett und ehrlich inszeniert. Der Abschluss ist aber schwach und wirkt aufgesetzt. Der Zufall bringt Bond weiter und erst nun erkennt man, worum es im Film eigentlich geht - bzw. worum es Greene geht. Eine oft gehörte Kritik, ist die dass die Story schwach oder nicht existent sei. Das ist Quatsch! Die Story ist relevant, aktuell und sehr präzise entwickelt. Doch es ist Fosters "effizienter" Erzählstil, der es schwierig macht, alles mitzukriegen. Fragwürdiger „Höhepunkt“ dieses Stils ist die Taxi-Szene, in der man in den sich doppelt überschneidenden Untertiteln der Unterhaltung mitbekommen kann, dass die Dürre in Bolivien ein Problem für die Menschen darstellt. Hier wird nicht in alter Bondtradition alles doppelt erzählt so, dass auch wirklich jeder versteht, worum es geht. Der Grund ist klar: Es soll um Charakterentwicklung im Film gehen, nicht um eine typische Weltbedrohungs-Story. Greenes Plan, so schön und raffiniert er auch ist, stellt nur den Background dar und steht nicht im Vordergrund der Erzählung. Doch CR zeigt wie man diese Balance besser gestalten kann. Schön hingegen sind die Parallelen zu CR, so etwa gleicht die Szene mit Bond und Camille im „Sinkhole“ der Duschszene in CR, und Bonds Dialoge mit M führen deren Gespräche über Vertrauen und Misstrauen aus CR weiter. Überhaupt halte ich die Szene im Hotel bei M für eine der besten im Film.

Der Film endet mit einem schönen, aber überraschend kurzen Showdown. Fast wie bei Dr. No ist Bond fernab von der Zivilisation und jeder Unterstützung auf sich allein gestellt (schön, wie plötzlich die sonst omnipräsenten Kommunikationsmittel keine Rolle mehr spielen). Wie er im richtigen Moment Camille hilft anstatt Greene zu töten, auch schön. Seine finale Konfrontation mit Greene in der Wüste ist brillant. Er hat seine Lektion gelernt und lässt Greene in dessen Wüste von seinen Leuten töten (während seine Vesper ertrunken war!).

Die Russland Sequenz am Ende bringt alles zu einem würdigen Abschluss. Bonds Vesper-Komplex ist aufgearbeitet, seine Reputation hergestellt, M vertraut ihm, wir haben "unseren" Bond zurück. Sorry, he "never left".

Fazit:
QOS ist ein schwieriger Film. Ein Film der unter zu viel Hektik in der Entstehung leidet, der sehr viel Potenzial hatte, was leider hier und da verschenkt wurde. Letztlich wird der Film aber wachsen, da er auch aufgrund seiner Kürze auf kleinerem Fernsehformat immer wieder begeistern kann. Mich erinnert er in seiner Gradlinigkeit, Bodenständigkeit und Kürze an Dr. No. Was fehlt ist ein übergreifendes Motiv, eine wiederkehrende Metapher, eine gewisse Bedeutung, die man von einem Foster und vor allem nach CR hätte erwarten können. Ansätze dafür gibt es genug, zwei potenzielle Motive möchte ich herausgreifen:

1. Das Ende des Showdowns im Wüstenhotel (Bond mit Camille im brennenden Zimmer) hätte mehr Sinn gemacht, wenn im Film zuvor andeutet worden wäre, dass Bond bereit ist, sich selbst zu opfern, wenn er dadurch seine Rache bekommt. Viele Szenen würden dadurch gewinnen, etwa die Parallelen zu Camille, vor allem aber der gute letzte Rat von Mathis „Forgive yourself!“. Auf diese Weise hätte es im Showdown viel mehr Spannung gegeben, das Bond ja wirklich kurz davor ist, sich und Camille aufzugeben.
2. Der Film bietet darüber hinaus viel Potenzial für ein „Überwachungs- & Kontroll-Motiv“. Sinnbildlich dafür wäre die Tosca Oper mit dem riesigen Auge als Kulisse. Hier überwacht Bond die Machenschaften Quantums, gleichzeitig hätte man aber zeigen können, wie Bond selbst von Mr. White beobachtet wird, der dann seine Leute auf Bond hetzt. Auch an vielen anderen Stellen hätte dieses Motiv Sinn gemacht, etwa wie M durch den Außenminister überwacht wird, der wiederum durch den CIA kontrolliert wird, dieser wiederum durch Greene, der selbst wieder durch höhere Instanzen Quantums beobachtet wird und letztlich durch diese liquidiert wird. Letztlich wird jeder von einer höheren Instanz beobachtet und kontrolliert und man weiß nicht, wer wirklich das Sagen hat und hinter allem steckt. Dieses Motiv wurde ja schon in CR angedeutet, wo Mr. White unbeteiligt, die ganze Venedig Szene beobachtet.

:liquid7: ,5

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Beitrag von Vince » 10.03.2006, 19:28

Casino Royale (1967)

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Beitrag von Vince » 10.03.2006, 19:34

Sag niemals nie
Bild

Originaltitel: Never Say Never Again
Herstellungsland: Großbritannien / USA
Erscheinungsjahr: 1983
Regie: Irvin Kershner
Cast: Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Max von Sydow, Alec McCowen, Edward Fox, Kim Basinger

Story:

Da die Fitnesswerte von Agent James Bond nicht mehr stimmen, wird er in eine Klinik knapp außerhalb Londons geschickt. Er stößt dabei auf die schöne Fatima und findet heraus, dass sie den amerikanischen Piloten Petacci eingeschüchtert hat um diesen für einen geheimen Auftrag vorzubereiten. Der Spectre-Anhänger Max Largo schafft es mit Hilfe von Petacci zwei Cruise Missiles zu entführen. Blofeld und seine Verbrecherorganisation fordern deshalb 10 Millionen Dollar Lösegeld, andernfalls werden 2 Hauptstädte der Welt vernichtet. Bond wird auf Largo angesetzt und es beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit…

Sag niemals nie - oder doch - oder doch nicht...fragt mal Daniel

Sag niemals nie (NSNA) ist natürlich das Remake vom 65er Feuerball (TB), dem bis heute mit Abstand erfolgreichstem Film der Serie, der - wie ich aber in meiner Kritik festgestellt habe - alles andere als ein perfekter Film war. Was kann also NSNA besser? Was macht der Film anders? Oder ist gar alles schlechter?

1964 war die Bond Manie auf ihrem Höhepunkt und Connery genoss die Dreharbeiten grade noch, was ein Film später umschwenken sollte. Es sollte bis 1983 dauern, bis sich Connery erholte und reif genug erschien, der von ihm gehassten Rolle etwas Neues abgewinnen zu können. Connery war bei NSNA eine treibende Kraft auch hinter den Kulissen, und unter dieser Prämisse ist ein Film entstanden, der zwar durch und durch Bond ist, aber doch vom Flair und vom Tempo her - manche werden das Wort "Feeling" bemühen - sehr eigenständig wirkt. Während Connery in den 60ern der Getriebene war, so sehr war er hier in voller Kontrolle dessen was er aus der Rolle machen wollte und diese Lässigkeit und Selbstironie sieht man dem Film voll an. Und so ist es dann auch vor allem die Ironie die den Film auszeichnet und ein Connery in Höchstform, der nicht nur schlanker sondern auch charismatischer ist als zuletzt in Diamantenfieber. Einige wunderbare Beispiele für den selbstironischen Blick auf die Serie:

- der Dialog bei Bonds Ankunft im Sanatorium. Man redet scheinbar über seinen Wagen, in Wahrheit geht es aber um Connery selbst ("Ist wirklich noch in einem guten Zustand")
- selbst Bonds Urin ist noch als Waffe gut genug
- eine Wache kommt in Bonds Gefängnis auf der Insel und schaut als erstes - in Anspielung an GF - nach oben
- Gadgets funktionieren entweder nicht, oder Bond setzt einfach sein Zigaretten-Etui als Pseudo-Gadget ein und zeigt damit, wie lächerlich doch all die Gadgets der Moore-Ära waren.

Es gibt zwei Aspekte, die in NSNA gelungener sind als im Original:

1. Die Charakterkonstellation ist eindeutiger. Dies gilt insofern, als dass der in TB unnötig eingeführte Count Lippe und der echte Nato-Kapitän hier einfach entfallen. In NSNA gibt es insgesamt weniger Charaktere und diese kommen dann besser zur Geltung, vor allem Fatima Blush als Vorwegnahme von Xenia Onatopp und Brandauer als Largo. Noch ein Wort zu den Charakteren. Es ist bemerkenswert, dass der eine wirklich ernste Charakter der "normalen" Filmreihe, nämlich M, hier zur Karikatur wird, wie auch Q. Dem gegenüber ist die eigentliche Lachnummer Blofeld, hier fast glaubwürdig. In jedem Fall erhalten alle wichtigen Figuren viel Platz und das ist schön.
2. Das Tempo von NSNA im zweiten und letzten Drittel ist deutlich besser. Vor allem die sich im Original wiederholenden Unterwasser-Such Szenen sowie die unübersichtlichen Massen-Unterwasser Szenen sind praktisch vollkommen raus.

Dennoch ist auch hier das Tempo eher eines der Probleme des Films. Zumindest wäre es das, wenn man nicht merken würde, dass es sowieso mehr um Connery und um den Spaß geht als um Dramaturgie. So hält sich Bond über 20 Minuten im Sanatorium auf und die gesamte Exposition bis zum Entwenden der Raketen dauert gleich eine halbe Stunde. Sorry, das ist zu viel, wenn auch nicht langweilig bis dahin. NSNA ist praktisch der Gegenentwurf zu Ein Quantum Trost. Hier ist praktisch jede Szene zu lang, zu ausführlich, nichts ist gekürzt, alles wird unendlich ineffizient erzählt. Jede Bewegung wird gezeigt, selten wird eine Bewegung geschnitten. Aber so soll es hier sein! Was ich an NSNA hingegen wirklich schätze, ist die Abwechslung - übrigens im Gegenteil zu TB. Keine Actionszene gleicht der anderen, nichts wiederholt sich, vor allem im Mittelteil passiert ständig neues. Auffallend gut sind folgende Szenen:

- Bonds Kampf im Sanatorium (vier Minuten lang ohne Musik und herrlich selbstironisch)
- Die Motorrad Verfolgung sowie die Pferde-Action, beides Neuland für Bond
- Das finale Aufeinandertreffen mit Fatima. Sie ist ein Freak, und wie Largo und Blofeld von Macht besessen (in gewisser Weise das Thema des Films, es geht um Macht und Besitztum)
- Die Sexszene ist vielleicht die schönste, stilisierteste Szene dieser Art in der Serie

Auch an anderen Stellen beweist die Regie Kreativität, etwa wenn Bond nach einer gefährlichen Hai-Szene von einem Girl "geangelt" wird, wenn sein Hotelzimmer gesprengt wird während er parallel im Bett des Girls liegt, wenn er Domino beim Tanz den Tod ihres Bruders mitteilt, die Szenen hinter dem Spiegel des Tanzraums oder wenn nach der langen Kasino-Szene auch der von Bond kaltgestellte Mann im Abstellraum nicht vergessen wird. Eine weitere Stärke des Films neben der Selbstironie sind zweifellos die Drehorte und Kulissen. Alles wirkt echt und aufwendig, ohne verschwenderisch zu erscheinen wie in TB.

Schade ist, wenn es an einigen Stellen albern wird, etwa wenn Bond den Turbo Boost des Motorrads zündet. Das war gar nicht nötig, wo doch Bond an vielen Stellen eben auf Intelligenz und Intuition setzt anstatt auf Gadgets. Klar bleibt auch die Logik und Glaubwürdigkeit hier und da auf der Strecke, denn wie schon beim Original, scheint Largo viel zu großzügig mit Bonds Leben umzugehen allerdings im Gegensatz zu TB kann man es bei Brandauers Largo auch nachvollziehen.

Als Schwachpunkt empfinde ich die - aufgrund der Auslegung des Films fast zwangsläufig fehlende Dramatik. Der Film ist trotz der guten Story und eigentlich vorhandenen Bedrohung, kaum spannend. Weil Bond zu viel Spaß hat, weil Largo zumindest Bond gegenüber nie bedrohlich wirkt. Fast wirkt es, als habe sowieso jeder zu viel Respekt vor der Legende Connery, als das man ihm ernsthaft etwas anhaben will.

Die schwache Musik lassen wir nun mal Großzügig bei Seite, nur so viel: Im Vergleich zeigt sich bei Casino Royale und Ein Quantum Trost, wie gut ein Soundtrack auch ohne Bondthema sein kann.

Fazit:
NSNA ist ein schöner Film, mit viel Abwechslung, viel Selbstironie, der dadurch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hat. Connery in Topform zu sehen, ist spannender als der Film an sich.

:liquid7: ,5

Review by Danielcc

Hintergrundinfos:

1. Den Titel “Sag niemals nie” verdankt man Connerys Frau Micheline, denn jedes mal, wenn man Connery fragte, ob er noch einmal in einem Bondfilm mitspielen würde, antwortete er mit “nie wieder”. “Sag niemals nie” ist KEIN offizieller Bondfilm, da der Film nicht von EON produziert wurde.

2. Warum Sag niemals nie kein offizieler Bond-Film ist?
Als der Amerikaner (gebürtige Ire) Kevin McClory seinen Freund Ian Fleming davon überzeugte, dass seine Romane nicht gut genug für die Kinoleinwände seien, schrieb McClory gemeinsam mit Jack Whittingham das Drehbruch zu Feuerball und begann bereits Anfang der 60ern, noch lange bevor Albert R. Broccolis und Harry Saltzmans ersten Bondfilm “Dr. No”, mit den Vorbereitungen. Jedoch scheiterte das Projekt und die Verfilmung wurde auf Eis gelegt. In der Zwischenzeit schrieb Bond-Erfinder Ian Fleming an seinem “Feuerball”-Roman, es folgte ein 3-jähriger Rechtsstreit zwischen Fleming und McClory, welchen Letzterer gewann und somit die Erlaubnis hatte, diesen einen Bondfilm zu drehen, was er vorerst jedoch nicht tat (McClory gewann ebenfalls die Verfilmungsrechte an 10 weiteren Bond-Geschichten, wie er angab, die er mit Fleming und anderen Autoren geschrieben hatte. Es stellte sich jedoch später heraus, dass es sich bei diesen 10 Geschichten nur um Skript-Entwürfe zu „Feuerball“ handelte).
Als Broccoli und Saltzman die ersten 3 Bondfilme gedreht hatten, diese so enorm erfolgreich waren und den perfekten Hauptdarsteller hatten, entschloss sich McClory auch an dem Megaerfolg zu beteiligen, es folgte nun endlich “Feuerball”, Bond Nr. 3, mit der Bedingung, dass McClory ab 1965 für 10 Jahre keinen Bondfilm produzieren darf.
Pünktlich, fast genau 1 Jahrzehnt später, tauchte McClory 1975 wieder auf und kündigte einen neuen Bondfilm, James Bond Of The Secret Service, an. Dies gefiel EON selbstverständlich überhaupt nicht und es folgte wieder eine Reihe von Prozessen. McClory gewann einige von ihnen und so verlautbarte Paramount Pictures schlussendlich im Sommer 1978, dass im nächsten Jahr die Dreharbeiten zu „James Bond Of The Secret Service“ beginnen werden. Die offiziellen Bonds wehrten sich jedoch mit einstweiligen Verfügungen gegen McClory – es folgte eine Gegenklage seinerseits wegen Copyright-Verletzungen. Danach wurde es still um das „Feuerball“-Remake. Erst als 1979 ein neuer Titel von Paramount auftauchte, nämlich „Warhead“, diese aber dann plötzlich aus dem Projekt ausstiegen, verkaufte McClory 1981 die Rechte an Jack Schwartzman (dieser brachte, nachdem Connery als 007 fix war, den Film bei Warner Brothers an), es wurden aber immer noch keine Details über den Film verraten und es dauerte eine Weile bis endlich im September 1982 Sean Connery, nach sehr langen Verhandlungen, als Gegen-Bond zu Roger Moore im offiziellen 13. Bondfilm „Octopussy“, vorgestellt wurde. Wieder versuchten die offiziellen Bonds gerichtliche Schritte gegen Kevin McClory, blieben aber erfolglos, noch vor Connery, konnte McClory den österreichischen Schauspieler Klaus Maria Brandauer verpflichten (dieser gelte übrigens für Connery zu den besten Schauspielern der Welt).
Schließlich, am 20. September 1982, gab man Titel, Besetzung, Crew und Drehorte bekannt, über die Handlung sagte man jedoch noch immer nichts, denn sollte sich McClory nicht an die „Feuerball“-Vorlage halten, drohte wieder das Gericht. Danach verriet man auch immer mehr vom Inhalt und die nicht gerade leichten Dreharbeiten zu “Sag niemals nie” konnten endlich beginnen…

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Skyfall

Beitrag von Vince » 10.03.2006, 19:36

John_Clark fällt vom Himmel

Bild

Originaltitel: Skyfall
Herstellungsland: UK/Turkey
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Bérénice Marlohe, Helen McCrory, Naomie Harris, Ben Whishaw

Was war "Quantum of Solace" doch enttäuschend für mich. Ein höchstens durchschnittlicher Actionfilm präsentierte uns damals Regisseur Marc Forster, mit allen Zutaten, welche ansonsten eher in die Jason Bourne-Reihe passen würden, als in einen klassischen Bond-Film. Es dauerte ganze vier Jahre, bis Daniel Craig sich wieder in den Anzug warf. Doch, nach dem Quantum-Disaster, was konnte man von Bond noch erwarten?

Inhalt:
James Bond (Daniel Craig) ist tot. Offiziell zumindest. Inoffiziell fristet er sein Dasein auf einer Insel in der Karibik, säuft Schnaps und hurt herum. Doch als Terroristen einen Anschlag auf das Hauptquartier des MI6 verüben, kehrt Bond in sein Heimatland zurück...

Ist Daniel Craig nun wirklich ein guter Bond oder nicht? Immer wieder bekomme ich zu hören, wie sehr Pierce Brosnan doch vermisst wird. Brosnans Bond war wesentlich charmanter und unterhalsamer als Craig, der Mann mit den Segelohren, der eher wie ein prügelnder Türsteher mit MMA-Einschlag zu Werke geht, verglichem mit seinem eleganten Vorgänger. Andererseits ist der Hauch Realismus, welcher in Craigs Filmen vorherrscht, vielleicht doch nicht so fehl am Platz.

Die Verpflichtung von Regisseur Sam Mendes, bekannt für eher stillere Werke wie "American Beauty" oder "Revolutionary Road", war doch eher eine Überraschung. "Skyfall" ist die grösste Produktion, an welcher der Brite bisher beteiligt war. Zudem ist "Skyfall" mal wieder ein sogenannter Jubiläums-Bond (50 Jahre James Bond). Schon "Die Another Day" (40 Jahre James Bond) war ein solcher und war voller Anspielungen auf die ersten Abenteuer des britischen Agenten. Hat Mendes sich vielleicht zuviel zugetraut, als er sich auf den Regiestuhl gesetzt hatte?

Nach einer bestens zu Craig-Bonds passenden Eröffnungssequenz und nach dem sehr 60ies angehauchten Skyfall-Intro, gesungen von Adele, zeigt Mendes, wofür er wohl verpflichtet wurde. Er verhalf den Figuren des Bond-Universums zu extremer Tiefe. Selten sah man Bond nachdenklicher, verletzlicher oder eben einfach menschlicher wie in "Skyfall". Craig gab abermals seinen Bond in absoluter Perfektion. Aber eben, wer mit ihm als Bond nicht warm wird, dem wird seine Darstellung auch hier nicht gefallen. Geschmacksache. Javier Bardem wird wohl als einer der besten Bond-Bösewichter Filmgeschichte schreiben. Die Szenen mit Bond und Dench dominierte er, was aber natürlich auch an der Charakterzeichnung lag. Seine Figur des Raoul Silva erinnerte mich zudem in gewissen Szenen an Heath Ledgers Joker. Aber das ist wohl nur meine Ansicht. Judi Dench wurde diesmal wesentlich mehr Screentime eingeräumt als noch in ihren Auftritten davor. Ralph Fiennes hatte etwas weniger Arbeit, aber wirkte in seiner Rolle total souverän. Anderes ist man von ihm sowieso nicht gewohnt. Die beiden Bondgirls sind, wie schon in "Casino Royale" und "Quantum of Solace" nur Beilage. Stören nicht, sind aber auch nicht relevant für den Film. Und mit dem jungen Ben Whishaw wurde der passende neue Q verpflichtet. Besetzung: Top

Wer sich noch daran gestört hat, dass "Quantum of Solace" zu neumodisch daherkam, mit Wackelkamera und schnellen unübersichtlichen Cuts, der wird an "Skyfall" sicherlich seine helle Freude haben. Der Film wirkt herrlich altmodisch inszeniert und modern zugleich und gibt dem Zuschauer das Feeling, das dies auch gerne ein älterer Bond-Film sein könnte. Das Finale ist für Bond-Verhältnisse total untypisch und hinterlässt den Zuschauer mit dem Eindruck, dass 007 wieder da ist - und dass Skyfall wohl einer der stärksten Filme der gesamten Reihe darstellen könnte.

Fazit: Bond is back!

:liquid9: ,5

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Spectre

Beitrag von freeman » 11.03.2006, 01:04

Spectre

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Originaltitel: Spectre
Herstellungsland: Großbritannien, USA
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Naomie Harris, Léa Seydoux, Monica Bellucci, Stephanie Sigman, Ralph Fiennes, Christoph Waltz, Dave Bautista, Ben Whishaw, Andrew Scott u.a.

007 heftet sich aufgrund eines geheimnisvollen Tipps an die Fersen einer Organisation namens “Spectre”. Die wilde Jagd, die ihn auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, führt ihn von Mexiko City über Rom und London bis nach Tanger. Selbstredend lässt es der Doppelnullagent an allen Orten so richtig krachen… wirklich mitreißen kann er diesmal allerdings nicht.
:liquid6:

Zur gesamten "Spectre"-Kritik

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von Vince » 11.03.2006, 15:23

Vince hat geschrieben:Der bisherige Diskussionsverlauf (musste zur Neuordnung des Threads leider alle Postings löschen):
StS hat geschrieben:Ich bin noch immer am überlegen, ob die Bond-Dinger unter "Action" richtig aufgehoben sind... :?
Vince hat geschrieben:Ja... wollten wir die nicht auch eigentlich rauslassen? Die Diskussion hatten wir doch nach dem Chris Walken-Bond (der natürlich durch die Nebenrolle hier ganz richtig ist).

Generell kann ich nur wieder betonen, bei Zweifelsfällen erstmal nachzufragen - wir haben ja nen Extra-Thread dafür.

Wir könnten natürlich auch freemans Fred zum Bond-Fred umfunktionieren (und dann eben seinen Bond ganz oben stehen lassen), dann würden weitere Bond-Reviews ja auch nicht stören.
John Woo hat geschrieben:Es wär mir neu, dass Bondfilme hier verboten sind. :shock:
Vince hat geschrieben:Ach nein, was heißt verboten, aber das wurde halt mal von uns diskutiert, dass wir die eigentlich nicht einstellen wollten, solange keine Actionstars mitspielten, die eine Aufnahme in diesen Bereich legitimieren würden... Bond ist halt eher "Abenteuer", die Action ist nur ein, aber nicht zwingend der wesentliche Bestandteil.
freeman hat geschrieben:Das Review ist fein ... Vorschlag zur Güte ... Wenn jemand die Bonds machen will, packen wir die eben in einen Sammelfred im Blockbusterbereich. Da sind die sicher am besten aufgehoben ... Nur die Bonds mit unseren Stars lagern wir dann in den Actionbereich hier aus oder eben sonstiges ... Aber die bekommen halt nen eigenen Fred. Meinungen?

In diesem Sinne:
freeman
Vince hat geschrieben:Jau, so ist das gut... stimmt, Blockbuster san's ja eigentlich alle gewesen, oder?
freeman hat geschrieben:Na ich denke mal ... Oder? Hätt ja sonst net so viele gegeben ...

Am besten dann so wie die Spencer Hill Reviews, denke ich. Also wenn mal wer Zeit und Lust hat ...

In diesem Sinne:
freeman
Vince hat geschrieben:Ich jedenfalls net - ich hab nen Anti-Bond-Review-Schwur abgelegt, denn wenn ich einmal anfange, hör ich net mehr auf... und Jackie UND Bond pack ich net, da geh ich kaputt dran. :lol:

Vielleicht beglückt uns John ja noch mit ein paar Reviews.
freeman hat geschrieben:LOL, ich meinte damit nur die Einrichtung eines solchen Freds ... net die Reviews :lol:
Keine Ahnung, ich reviewe da auchnix, maximal den mit Michelle Yeoh ... in Bond mag ich mich net reindenken, den guck ich nur

In diesem Sinne:
freeman
Vince hat geschrieben:
freeman hat geschrieben:LOL, ich meinte damit nur die Einrichtung eines solchen Freds ... net die Reviews ;-)
Aso ja... Mist, hört sich nach nem Mod-Job an. :wink:
Keine Ahnung, ich reviewe da auchnix, maximal den mit Michelle Yeoh ... in Bond mag ich mich net reindenken, den guck ich nur ;-)
Klito... ääh, dito. :wink:
freeman hat geschrieben:Genau, für einen Admin ist das keine Arbeit ... So nen Würmchenjob ;-)

Oh, muss noch Screenshots lösen ... Ein Streß ...

In diesem Sinne:
freeman
John Woo hat geschrieben:Also ich als totaler Bondfreak bin durchaus dazu bereit, noch mehr Bond-Reviews abzugeben, immerhin hab ich wohl ein ziemlich grosses Wissen über die Filme und könnte immer wieder einiges erzählen. Von dem her...
StS hat geschrieben:
John Woo hat geschrieben:Also ich als totaler Bondfreak bin durchaus dazu bereit, noch mehr Bond-Reviews abzugeben, immerhin hab ich wohl ein ziemlich grosses Wissen über die Filme und könnte immer wieder einiges erzählen. Von dem her...
Also dann: Nur zu! :wink:
Vince hat geschrieben:Ich frage mich nur, ob wir den Thread nicht irgendwie ordnen sollen?
Mal so gefragt: Welche Filme fallen aus dem Thread raus, weil sie mit Actionhelden von uns sind? Die, die übrigbleiben, könnten wir ja chronologisch hier auflisten, und die freien Postings könnten dann nach Belieben aufgefüllt werden.
Also: Ich hab jetzt ALLE Bond-Filme (inkl. die außer der Reihe und dem neuen) aufgelistet. Trotzdem würde ich sagen, die mit Actionstars verfrachten wir dann in nen Extra-Thread so wie schon bei freemans Im Angesicht des Todes-Review geschehen... und in diesen Thread setzen wir dann an der jeweiligen Stelle nen Link zum Review.

Alle zufrieden mit der Lösung?
freeman hat geschrieben:Saugeil!!!

Du bist echt the Master of Sammelfreds ...

In diesem Sinne:
Danke!
freeman
Yeah, I know! 8-)

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Beitrag von Vince » 27.03.2006, 19:35

So, Wiesi hat uns jetzt ein Review zu "Goldeneye" spendiert.
@Wiesi: Ich musste das Review leicht modifizieren, sprich den DVD-Teil aus dem Fazit entfernen. Guck einfach mal, ob das so okay ist.

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Beitrag von freeman » 28.03.2006, 00:24

Da hammer jetzt schon ... 3! ;-)

Hammer jetzt die 400 endlich voll? Will nen paar Nivealose Review einbauen ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von WIESI » 28.03.2006, 12:02

Vince hat geschrieben:So, Wiesi hat uns jetzt ein Review zu "Goldeneye" spendiert.
@Wiesi: Ich musste das Review leicht modifizieren, sprich den DVD-Teil aus dem Fazit entfernen. Guck einfach mal, ob das so okay ist.
Jo, ist so ok :)

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 12:15

Zum Review: Kann mich nur anschliessen, mag den Film auch gerne, Martin Campbell ist für mich ein guter Regisseur und deshalb habe ich -zumindest was die Inszenierung angeht- Grund zur Freude mal wieder einen guten Bondfilm zu sehen. (DAD war scheisse)

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Beitrag von WIESI » 28.03.2006, 13:29

John Woo hat geschrieben:Zum Review: Kann mich nur anschliessen, mag den Film auch gerne, Martin Campbell ist für mich ein guter Regisseur und deshalb habe ich -zumindest was die Inszenierung angeht- Grund zur Freude mal wieder einen guten Bondfilm zu sehen. (DAD war scheisse)
Dankeschön :) ...... freut mich übrigens, dass wir hinsichtlich DAD miteinander übereinstimmen :wink: ...... dein Review zu "In tödlicher Mission" werde ich mir auch noch durchlesen, der Film zählt zu meinen absoluten Lieblingen und fehlt mir auch noch in meiner persönlichen Sammlung. Wenn ich richtig gelesen habe, werden von dir auch noch Reviews zu einigen Bondfilmen folgen. Ich freu mich jedenfalls drauf, ich werd vllt. auch noch das eine oder andere verfassen :o

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 13:33

Ok, aber klau mir nicht meine Lieblingsfilme der Reihe vor der Nase weg! :wink:

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Beitrag von WIESI » 28.03.2006, 13:34

John Woo hat geschrieben:Ok, aber klau mir nicht meine Lieblingsfilme der Reihe vor der Nase weg! :wink:
Dann sag mir doch am besten, von welchen ich im Falle eines Reviews die Finger lassen soll :wink:

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 13:36

"Der Spion, der mich liebte" auf jeden Fall. :wink:

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Beitrag von WIESI » 28.03.2006, 13:37

John Woo hat geschrieben:"Der Spion, der mich liebte" auf jeden Fall. :wink:
Du scheinst ein Fan von Roger Moore in der Rolle von Bond zu sein? Solange ich bei Gelegenheit "Leben und Sterben lassen" haben darf :wink:

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 13:40

Ja, stimmt, mag Roger Moore am liebsten. Leben und sterben lassen ist zwar auch einer meiner Lieblinge, ich glaub den hab ich sogar am meisten gesehen, aber wenn du willst, kannst du ihn "haben". :wink:

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Beitrag von Vince » 28.03.2006, 14:25

Ihr dürft auch gerne beide zum gleichen Film ein Review verfassen, das ist nicht verboten. :wink:

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 15:20

Ah, wenn der Gesetzgeber das erlaubt, dann ist das Problem ja gelöst. :wink:

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Beitrag von deBohli » 28.03.2006, 16:06

John Woo hat geschrieben:Ah, wenn der Gesetzgeber das erlaubt, dann ist das Problem ja gelöst. :wink:
Ist doch schon lange erlaubt..
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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 16:11

Ich weiss. :wink:

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Beitrag von deBohli » 28.03.2006, 16:24

Sehr gut ;)

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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 16:27

Du nervst aber auch mal wieder mit deiner Klugscheisserei. :twisted: :wink:

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Beitrag von deBohli » 28.03.2006, 16:28

Muss so sein, sonst fühlst du dich noch wohl hier ;)
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Beitrag von John Woo » 28.03.2006, 16:31

Solange hier Bollywood-Propaganda betrieben wird, kann man sich gar nicht wohlfühlen. :wink:

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Beitrag von Samir » 28.03.2006, 20:37

....dhoom,dhoom....... ;)

review von wiesi ist klasse.

@ John Woo. ich persönlich hielr nicht viel von Roger Moore als Bond, keine ahnung warum, da waren mir die anderen 4 doch irgendwo lieber, selbst Dalton (seine beiden mag ich eigentlich ganz gerne) und Lazenbys einer waren mir lieber.

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Beitrag von WIESI » 29.03.2006, 10:11

Zuerst: Danke :)
Zum Thema Bond: Mir haben eigentlich alle James Bond Darsteller gefallen. Connery war einfach der "elegant" auftretende Bond, bei Moore hat mir gefallen das er meiner Meinung nach den besten Humor hatte. Dalton fand ich wie Lazenby selbstsicher (zum positiven) ..... find es sogar schade, dass Lazenby nur einen Film gedreht hat, der dafür aber zu einen der besten Bondfilme für immer wurde. Und zu Brosnan .... siehe Review :wink: ..... und ja, ich freue mich und bin auch ziemlich gespannt auf Daniel Craig als 007 Agent.

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