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Civil War

Verfasst: 13.04.2024, 18:07
von McClane
Civil War

Bild

Originaltitel: Civil War
Herstellungsland: USA/Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2024
Regie: Alex Garland
Darsteller: Kirsten Dunst, Wagner Moura, Cailee Spaeny, Stephen McKinley Henderson, Nick Offerman, Jesse Plemons, Nelson Lee, Evan Lai, Greg Hill, Edmund Donovan, Jefferson White u.a.

Ein Film über Kriegsberichterstatter – angesiedelt in den USA in der nahen Zukunft. Regisseur und Drehbuchautor Alex Garland imaginiert in „Civil War“ ein Bürgerkriegsszenario, in dem Kirsten Dunst, Wagner Moura, Cailee Spaeny und Stephen McKinley Henderson als Journalisten durchs Land reisen, über die Ereignisse berichten wollen und dabei Zeuge der Kämpfe und Gräueltaten werden.

:liquid8:

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Re: Civil War

Verfasst: 13.04.2024, 18:19
von StS
Mit etwas Glück bekomme ich es hin, mir den in einem IMAX anzusehen.
So oder so freue ich mich drauf. :D

Re: Civil War

Verfasst: 17.04.2024, 07:53
von deBohli
Ich gehe mit der Wertung mit:

Alex Garland hält sich bei «Civil War» nicht lange mit Erklärungen auf und wirft uns direkt in den Krieg, der sich sehr real anfühlt und durch die Augen der Journalist:innen erlebt wird. Das ist erschütternd, dicht inszeniert und der Cast top (Kirsten Dunst, Wagner Moura, Cailee Spaeny, Stephen McKinley Henderson).
Da der Ton im BFI IMAX in London laut aufgedreht war, wirkte das Geschehen im Verbund mit dem riesigen Bild sehr immersiv. Jedes Knallen der Waffen sorgte für Adrenalin, das Kriegstreiben wurde körperlich spürbar. Eine filmische Vision, die Angst macht und auf eine Zukunft mit mehr Verständnis und Toleranz hoffen lässt.
:liquid8:

Re: Civil War

Verfasst: 27.04.2024, 19:16
von StS
Mit A24´s „Civil War“ (2024) hat der Brite Alex Garland („Ex Machina“, „Annihilation“ und „Men“) einen Film geschaffen, der leicht höchst kontrovers und „aufstachelnd“ hatte sein können, hätte er ihm eine klare (sozio-)politische Note verliehen. Stattdessen ging er die Thematik eines in der Gegenwart angesiedelten/wütenden amerikanischen Bürgerkriegs jedoch weitestgehend neutral an – so wie Journalisten ja eigentlich per se über Konflikte berichten sollten (wobei es eine vollständige Neutralität in beiden Fällen aber nicht gibt). Garland ging dabei sogar noch einen Schritt weiter: Nicht einmal der betreffende Titel-liefernde Krieg steht wirklich im Fokus – sondern vielmehr eine Handvoll Journalisten mit unterschiedlichen Backgrounds und Beweggründen, die inmitten der sich entfaltenden Geschichte ihrem Job nachgehen; allerdings ohne dass das Ganze je zu einer „Ode an den Beruf“ verkommt…

Herausgekommen ist ein packendes, zynisches sowie punktuell verstörendes Drama-Thriller-Action-Roadmovie mit guten Darstellern (fraglos hat Cailee Spaeny noch eine fruchtbare Karriere vor sich), einem brachialen Sounddesign, einzelnen grandiosen Needle-Drops und einer Inszenierung, an der es nichts zu beanstanden gibt (u.a. haben Garland und sein Team eine Menge aus dem Budget herausgeholt). Auch über den Faktor der Nähe zur Gegenwart (die polarisiert-aufgeheizte aktuelle politische Lage in den USA) hinaus wird man keineswegs kalt gelassen: Das Gebotene überzeugt sowohl als Film an sich als auch als beängstigend realistisch anmutendes Was-wäre-wenn?-Gedankenspiel. Dass man als Zuschauer keine klare „Richtung/Botschaft“ (außer Krieg ist furchtbar) vorgegeben bekommt, mag nicht jedem recht sein. Ein Stück weit schade und unbefriedigend ist es in gewisser Weise auch – schließlich wird nie wirklich in die Tiefe von irgendetwas vorgedrungen. Absolut sehenswert ist „Civil War“ nichtsdestotrotz…

:liquid8:

Re: Civil War

Verfasst: 05.06.2024, 16:31
von SFI

Re: Civil War

Verfasst: 10.10.2024, 15:30
von SFI
Civil War

Mir war trotz des imposanten Trailers gewiss, dass Civil War eher den Weg der subjektiven Perspektive einschlägt, doch in Anbetracht der zeitgenössischen Brisanz ist der Film einfach ein feiges Stückwerk. Garland meidet alle relevanten und gesellschaftlichen Zusammenhänge und lässt die brisante Prämisse gänzlich verhallen. Um Kriegsreporter bei ihrer Arbeit zu begleiten, hätte es jedweder Konflikt getan. So thematisiert der Streifen ein paar Gräueltaten in der menschenleeren Pampa, während die gezeigte Kriegsmaschinerie selbst im Finale aus lediglich ein paar Soldaten besteht. Obendrein fragt man sich schon, wo das 75 Mio. $ Budget hinflossen ist, wenn es nur für c/p Hubschrauber, offenkundige Puppenleichen oder Brände mit unnatürlichem Compositing reichte. Was der Film aber schafft: Angst zu transportieren.

:liquid6:

Re: Civil War

Verfasst: 15.10.2024, 21:54
von John_Clark
Ein spannender Trip in eine Welt, die uns leider näher zu stehen scheint als alles, was aus der Feder Gene Roddenberrys stammt. Absolut bedrückend und beeindruckend zugleich.

:liquid8:

Re: Civil War

Verfasst: 02.01.2025, 16:49
von Vince
Aus der Jahresabschluss-Übersicht:

Love it or Hate it. Der Tunnelblick, mit dem Alex Garland seine Nahzukunfts-Dystopie aufzieht, kann in Rage versetzen oder in den Bann ziehen. Ich habe in Sachen World Building nicht das Geringste vermisst; die Episoden am Wegesrand vermitteln genug von der Welt, während die klare Linie des Drehbuchs ein Momentum aufbaut wie beim Absprung von einer Sprungschanze. Unangenehm nah an kriegsdokumentarischer Realität ist der Beginn, merkwürdig surreal das Ende der Reise. Eine meisterhafte Simulation der subjektiven Perspektive im Angesicht eines Ausnahmezustands.
Gute
:liquid8:

Re: Civil War

Verfasst: 03.01.2025, 22:19
von freeman
Ich gehe mit den Achtern im Fred mit.
Unangenehm nah an kriegsdokumentarischer Realität ist der Beginn, merkwürdig surreal das Ende der Reise.
Hier war der Film für mich eine moderne Version von Apokalypse Now. Musste wiederholt an den Klassiker denken, weil wirklich eine Menge daran erinnerte. Der startet ja auch in der Realität des Vietnamkrieges als Road Movie aufm Fluss und driftet dann immer weiter ins Surreale ab (Besuch auf der Plantage, das Finale um Kurtz). Fand ich reizvoll und gut und es hatte dank des Kriegsreporteransatzes ein paar interessante Nebenaspekte.

In diesem Sinne:
freeman

Re: Civil War

Verfasst: 06.01.2025, 11:22
von kami
Fand den seltsam, auf eine enttäuschende und frustrierende Weise. Das provokante Szenario bleibt völlig ungenutzt. Um einen Roadtrip von Kriegsberichterstattern zu erzählen, braucht es nun keine Dystopie von einem modernen amerikanischen Bürgerkrieg. Alles, was interessant an diesem Setting wäre, interessiert Garland offenbar gar nicht, stattdessen erzählt er eine generische Geschichte, die in jedem anderen Konflikt besser angesiedelt gewesen wäre. Bin auch entsetzt, wie sehr sich intelligente Menschen offenbar von dieser Scharlatanerei haben einlullen lassen. Letztlich ein Film, der feige ist, wo es Mut zur Realität, zu realen Problemen und zum realen Schmerz gebraucht hätte. So passt er aber prima zu 2024.