So… es war nun an der Zeit, sich eine eigene Meinung zum 2024er „Sony/Marvel“-Flop „
Madame Web“ zu verschaffen: Bloß ein Opfer von „Comic-Movie-Fatigue“ – oder grundsätzlich ein schlechter Film? Die Antwort: Letzteres – allerdings im Sinne von
schwach und lahm, aber keine Katastrophe. An sich von TV-Regisseurin S.J. Clarkson solide (wenn auch frei einer „individuellen Handschrift“) in Szene gesetzt, vermochte mich der Streifen (trotz eines furchtbaren Auftritts eines „Amazonas-Einwohners“ gleich zu Beginn) in seinem ersten Drittel durchaus passabel zu unterhalten – bis unsere (von Dakota Johnson sarkastisch und ordentlich verkörperte) Hauptfigur mit ihren drei künftigen Schützlingen zusammenkommt und die Unglaubwürdigkeiten und Logikschwächen einfach Überhand nehmen (Stichworte: Taxi, Table-Dance, Abstecher nach Peru usw.)…
Letztere werden von Celeste O'Connor, Isabela Merced und Sydney Sweeney brauchbar gespielt – obgleich es unfreiwillig komisch ist, wie man Sydney´s Part von der Kleidung und Frisur her angelegt hat. Unterdessen wurde Tahar Rahim als schwach gestalteter, ungenügend tragischer und/oder bedrohlicher Baddie übel verschwendet – worüber hinaus auch noch Adam Scott und Emma Roberts mit von der Partie sind. Generell sind die Dialoge übel – wobei viele jener selbst im O-Ton auffällig nachvertont daherkommen. Inhaltlich haben die verschiedenen Drehbuch-Autoren einfach keine gute Arbeit abgeliefert – weder von den Erklärungen her noch im Bereich origineller Setpieces und Entwicklungen. Der Streifen hat kein „Herz“, keine „Seele“ – nicht einmal das Zusammenwachsen bzw. Bilden des Teams von Frau Webb und den drei Mädels geschieht vernünftig nachempfindbar…
Ungünstig/problematisch zudem: Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine „Origin Story“ – quasi um die Vorgeschichte des Streifens, den man stattdessen eigentlich gern gesehen hätte. So haben die Girls nämlich bloß in einer „Vision“ ihre Kräfte und wird unsere Lead-Protagonistin erst zum Schluss wahrhaft zu „Madame Web“ – nur um einen dann allerdings stracks unvorteilhaft stark an Professor X zu erinnern. Mit nicht mehr als bestenfalls mittelprächtigen CGI-Effekten aufwarten könnend, wird einem leider auch nicht genügend „Spektakel“ geboten, um von den ganzen Schwächen abzulenken (obgleich es an sich angenehm war, dass mal nicht gleich „das Schicksal der Welt“ auf dem Spiel stand) – während einen das Product-Placement einfach nur zum Augenrollen animiert; beim Showdown aber immerhin geradezu beeindruckend ungeniert „auf die Spitze getrieben“ wurde…
