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Madame Web
Verfasst: 31.03.2025, 09:50
von McClane
Madame Web
Originaltitel: Madame Web
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2024
Regie: S.J. Clarkson
Darsteller: Dakota Johnson, Sydney Sweeney, Isabela Merced, Celeste O’Connor, Tahar Rahim, Mike Epps, Emma Roberts, Adam Scott, Kerry Bishé, Zosia Mamet, Jill Hennessy u.a.
In dem „Spider-Man“-Spin-Off „Madame Web“ gibt Dakota Johnson die Titelfigur, deren hellseherische Kräfte nach einem Nahtoderfahrung erwachen. Mit ihren Fähigkeiten sieht sie den Mord an drei Teenagermädchen durch einen Schurken vorher und verhindert die Tat, woraufhin das Quartett den Lumpen an den Hacken hat.
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Re: Madame Web
Verfasst: 31.03.2025, 10:20
von StS
So… es war nun an der Zeit, sich eine eigene Meinung zum 2024er „Sony/Marvel“-Flop „
Madame Web“ zu verschaffen: Bloß ein Opfer von „Comic-Movie-Fatigue“ – oder grundsätzlich ein schlechter Film? Die Antwort: Letzteres – allerdings im Sinne von
schwach und lahm, aber keine Katastrophe. An sich von TV-Regisseurin S.J. Clarkson solide (wenn auch frei einer „individuellen Handschrift“) in Szene gesetzt, vermochte mich der Streifen (trotz eines furchtbaren Auftritts eines „Amazonas-Einwohners“ gleich zu Beginn) in seinem ersten Drittel durchaus passabel zu unterhalten – bis unsere (von Dakota Johnson sarkastisch und ordentlich verkörperte) Hauptfigur mit ihren drei künftigen Schützlingen zusammenkommt und die Unglaubwürdigkeiten und Logikschwächen einfach Überhand nehmen (Stichworte: Taxi, Table-Dance, Abstecher nach Peru usw.)…
Letztere werden von Celeste O'Connor, Isabela Merced und Sydney Sweeney brauchbar gespielt – obgleich es unfreiwillig komisch ist, wie man Sydney´s Part von der Kleidung und Frisur her angelegt hat. Unterdessen wurde Tahar Rahim als schwach gestalteter, ungenügend tragischer und/oder bedrohlicher Baddie übel verschwendet – worüber hinaus auch noch Adam Scott und Emma Roberts mit von der Partie sind. Generell sind die Dialoge übel – wobei viele jener selbst im O-Ton auffällig nachvertont daherkommen. Inhaltlich haben die verschiedenen Drehbuch-Autoren einfach keine gute Arbeit abgeliefert – weder von den Erklärungen her noch im Bereich origineller Setpieces und Entwicklungen. Der Streifen hat kein „Herz“, keine „Seele“ – nicht einmal das Zusammenwachsen bzw. Bilden des Teams von Frau Webb und den drei Mädels geschieht vernünftig nachempfindbar…
Ungünstig/problematisch zudem: Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine „Origin Story“ – quasi um die Vorgeschichte des Streifens, den man stattdessen eigentlich gern gesehen hätte. So haben die Girls nämlich bloß in einer „Vision“ ihre Kräfte und wird unsere Lead-Protagonistin erst zum Schluss wahrhaft zu „Madame Web“ – nur um einen dann allerdings stracks unvorteilhaft stark an Professor X zu erinnern. Mit nicht mehr als bestenfalls mittelprächtigen CGI-Effekten aufwarten könnend, wird einem leider auch nicht genügend „Spektakel“ geboten, um von den ganzen Schwächen abzulenken (obgleich es an sich angenehm war, dass mal nicht gleich „das Schicksal der Welt“ auf dem Spiel stand) – während einen das Product-Placement einfach nur zum Augenrollen animiert; beim Showdown aber immerhin geradezu beeindruckend ungeniert „auf die Spitze getrieben“ wurde…

Re: Madame Web
Verfasst: 31.03.2025, 19:02
von Vince
Für mich vielleicht sogar die schlechteste Comicverfilmung, seit Marvel das alles ins Rollen gebracht hat.
Re: Madame Web
Verfasst: 01.04.2025, 10:00
von McClane
Ist auf jeden Fall ein Contender für den Titel. Wobei ich persönlich "Venom 3" noch ärgerlicher fand, weil der sein Publikum ganz offensichtlich verarscht, indem er lang und breit Regeln aufstellt, um diese fünf Szenen später zu brechen. Mag aber auch mit der Erwartungshaltung zu tun gehabt haben: Bei "Venom 3" hatte ich in der Pressevorführung noch ein paar Hoffnungen, "Madame Web" hab ich jetzt aus Komplettismus bei Netflix gesehen, nachdem eh schon kübelweise Gülle drüber ausgekippt wurde.
Re: Madame Web
Verfasst: 01.04.2025, 17:15
von freeman
Ich habs damals in meinem Filmtagebuch rund gemacht. Also die Bewertung
Definitiv DIE Antithese zu Comicverfilmungen schlechthin. Toppenöde, schlecht erzählt, mies gespielt und bar jedweder überraschenden, brauchbaren, unterhaltenden, interessanten, okayen, nicht gänzlich misslungenen oder eher schlechten Szenen. Alles an Madame Web stinkt nach Unvermögen: Der Score, die Kamera, die Action,... Aber Hauptsache die ganze Zeit schön ernst tun und irgendwie Relevanz heucheln. Sollten die ganzen Spiderman-Charaktere wirklich mal zu einem Film zusammenfinden, sollte man Frau Web unbedingt vernachlässigen. Es kann nur helfen.
In diesem Sinne:
freeman