D'accord:
Manche mag es enttäuschen, andere erleichtern: „Worldbreaker“ ist nicht die erwartete Milla-Jovovich-Show in einer weiteren, billig abgekurbelten, mit Greenscreen-Hintergründen tapezierten und fragwürdigen CGI möblierten Monster-Apokalypse, die man beim Blick auf das Poster erwarten würde. Es scheitert überhaupt schon daran, dass Milla Jovovich ausnahmsweise gar nicht erst als Lead am Start ist.
Anstatt der Action-Epen eines Paul W.S. Anderson bietet sich eher das stille Survival-Drama „Arcadian – Sie kommen in der Nacht“ mit Nicolas Cage zum Vergleich an. Den charakterbetonten Aufbau samt Beschützer-Konstellation, das langsame Tempo und die Konzentration auf ein minimalistisch eingesetztes, aber möglichst eigentümliches Creature Design haben beide Filme jedenfalls gemeinsam. „Worldbreaker“ zeigt sich durch den militärischen Rahmen mit Antikriegsfilmanleihen zwar insgesamt etwas aggressiver und verortet genau dort auch Jovovichs Leinwand-Persona, die unverändert auf martialische Konfrontation ausgelegt ist; die Hauptrollen jedoch haben Luke Evans und Billie Boullet als Vater-Tochter-Gespann inne, das sich in einer veränderten Welt eher durch psychische denn physische Willenskraft auszeichnen muss.
Es besteht nie ein Zweifel daran, dass die hier bereits durchscheinende Umkehr traditioneller Rollenmuster das oberste Anliegen der vorliegenden Produktion ist. Die entworfene Welt, in der Mutationen hauptsächlich bei männlichen Personen über das Y-Chromosom stattfinden, bietet zwar zunächst eine neutrale Grundprämisse an, die Potenzial für ein interessantes SciFi-Szenario birgt, sie wird in den Händen der Macher durch einseitige Anwendung dann aber doch wieder zur primitiven Waffe, um das eine Geschlecht gegen das andere auszuspielen. Science Fiction als ganzheitlicher gesellschaftlicher Spiegel, wie sie die großen Meisterwerke der Gattung zu liefern wussten („Children of Men“), scheint in weiter Ferne zu liegen.
Das Design der Monster, so spärlich sie auch eingesetzt werden, ist immerhin recht originell geraten, was ausschließlich auch das keckernde Sounddesign einbezieht, das fast verächtlich klänge, würde es nicht zugleich so insektenhaft wirken. Was da gezeigt wird, sättigt vermutlich nicht die Jovovich-Fangemeinde, nimmt sich aber wohlweislich zurück, wo das Geld nicht reicht. Stattdessen lässt man in einigen Szenen geschickt die natürliche Herbheit der nordirischen Strände für sich arbeiten.
Nur hält der Inhalt eben mit den optischen Vorzügen nicht mit. Dass das Ende so unvermittelt den schwerfälligen Rhythmus unterbricht, als habe es ein spontan zugedrehter Geldhahn besiegelt, überrascht dann auch nicht mehr weiter.
