Angiralus - Es reisst dich in Stücke!

Horrorfilme, die Monster, Tiere oder Mutationen thematisieren.
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Seemi
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Angiralus - Es reisst dich in Stücke!

Beitrag von Seemi » 17.09.2009, 12:15

ANGIRALUS
Es reisst dich in Stücke!

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Originaltitel: Razortooth
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Patricia Harrington
Darsteller: Kathleen LaGue, Doug Swander

Im Bereich Horror wird ja vor keiner Kreatur halt gemacht. Schafe, Clowns und Raketenwürmer, alles schonmal dagewesen. So wundert es nicht, dass nun auch Aale mutieren, um den Menschen Angst und Schrecken einzujagen.

Inhalt:
Zwei Sträflinge sind aus eine Haftanstalt geflohen und suchen nun in den Sümpfen Floridas Schutz. Auf ominöse Weise werden ihre Verfolger außer Gefecht gesetzt. Sheriff Ruth Coates (Kathleen LaGue) bekommt bald alle Hände voll zu tun als immer mehr zerfetzte Körper auftauchen und eine Kanugruppe verschwindet. Zu dieser Zeit ist auch Dr. Abramson, ein Spezialist für Aale, auf Exkursion in den Sümpfen und bekommt Unterstützung von ein paar ahnungslosen Studenten, die ein paar extra Credits sammeln wollen. Zusammen mit den ortsansässigen Schießwütigen, dem Tierfänger Delmar (Doug Swander), der auch Ruths Ex-Mann ist, und der Forschertruppe nimmt Sheriff Coates die Verfolgung des Übeltäters auf. Dies ist, wie sich durch einen sensationellen Twist herausstellt, ein mutierter Aal, der aus einem Geheimlabor entflohen ist.

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"*burps* Chicken and beer. That's my normal routine."

In der ersten Hälfte des Filmes kann sich der Killeraal noch nach Lust und Laune über seine Opfer hermachen. Das ist dem Zuschauer aber herzlich egal, da keiner der absolut stereotypen Charaktere einem ans Herz wachsen kann und auch nie Spannung aufkommt. Es reihen sich relativ blutige, wenn auch nur selten überzeugende, Kills aneinander. Der Aal kann sich nämlich auch aufbäumen und sogar springen. Einzig die Szene in der der Redneck rektAal Bekanntschaft mit dem Monster macht, hat man noch nicht hundertmal in anderen Filmen gesehen. In der zweiten Hälfte muss das Monster dann etwas aufpassen, dass es nicht von den eher selten intelligent wirkenden Verfolgern entdeckt wird, während es munter weiter Leute in zwei Hälften zerlegt.

Wie erwähnt sind die Charaktere äußerst simpel gestrickt. Der Tierfreak Delmar, der durchgeknallte britische Professor Abramson, ein verbitterter Ex-Marine, die Studentin, die ihre Schönheit hinter ihrer Streberfassade versteckt usw.. Das ganze gipfelt darin, dass man vielen Typen anscheinend deren Bezeichnung im Skript auf das Shirt gedruckt hat. Die banalen zwischenmenschlichen Handlungsstränge verleihen dem Film auch keine Tiefe, z.B. wenn Ruth und Delmar wieder zueinander finden und dann die obligatorische Frage, warum sie während ihrer Ehe nie solchen Sex hatten, aufkommt. Am überzeugendsten der Darsteller fand ich die beiden Typen, die die entflohenen Sträflinge spielen, der Rest gibt sich oft dem Overacting und dem zu dünnen Drehbuch hin.

Beim Schreiben des Drehbuchs wollte man, laut Text auf dem Cover, eine "Hommage an Filme wie TREMORS, SLITHER oder auch THE HOST" erschaffen. Tatsächlich handelt es sich aber nur um 08/15-B-Creaturehorror Stoff, der vor Banalitäten nur so strotzt. Von Anfang an ist klar, wie sich die Storyelemente zusammenfügen werden und die Wendungen sind arg weit hergeholt und schlecht eingefügt. Auch inszenatorisch bewegt man sich klar auf B-Niveau. Nur wenige Einstellungen wirken wirklich gelungen, es gibt zahlreiche Logik- und Anschlussfehler und warum die Regisseurin nicht eingegriffen hat, als man den sabbernden Marine mit schiefsitzender Sonnenbrille seinen Text aufsagen ließ, ist unbegreiflich.

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"Come to Papa"

Die Effekte wurden zum größten Teil am PC erstellt, was man auch sofort sieht. Der Aal wirkt dadurch zwar glitschig, passt aber selten in seine Umgebung. Zudem wurden auch die Kadaver oft mit CGI-Effekten entstellt anstatt auf Handgemachtes zu setzen. Nur der rote Lebenssaft ist größtenteils Kunstblut und wird aber stellenweise auch zu exorbitant vergossen. Den Tiefpunkt bildet hier ein sich asynchron bewegendes Aalteil, dass an einem Topfdeckel festhängt.

Unterm Strich bleibt ein typischer B-Streifen, der zwar einige (meist unfreiwillige) Momente zum Lachen bietet, aber sein Ziel mehr als verfehlt und viel besser als purer Trashfilm funktioniert hätte. Höchstens für Horrorfans interessant, die wirklich jedes Monster in ihrer Sammlung haben wollen.

:liquid2:

Die DVD von Anolis ist ab 18 und uncut, bietet aber nur Minimalausstattung die Bildqualität ist gerade befriedigend.
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"Bevor ich mein Kaffee nicht hab, lass ich mich nicht foltern!" (Jackson)

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