Spinnen des Todes
Verfasst: 24.12.2005, 00:03
Spinnen des Todes
Originaltitel: Earth Vs. the Spider
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Scott Ziehl
Darsteller: Dan Aykroyd, Devon Gummersall, Amelia Heinle, Theresa Russell, Christopher Cousins, Mario Roccuzzo u.a.
The Arachnid Avenger ist ein Comicsuperheld, der einiges mit Spiderman gemein zu haben scheint. In einer schönen Bilderfolge bekommen wir im Vorspann zu rasanter Jazzmucke einige Ausschnitte aus seinen Abenteuern in Comicform dargeboten. Auftritt Quentin. Quentin ist Wachmann und führt ein mehr als ereignisloses Leben. Obendrein ist er durch und durch ein Loser, der sich schon mal von einer Frau in Schutz nehmen lassen muss, die er gerade versucht anzuflirten. Er ist ein armer Wicht. Seine Realitätsflucht heißt Arachnid Avenger! Ein Hero, wie er im Comicbuche steht! Und freilich wäre Quentin gerne wie er ... In dem Labor, das Quentin bewacht, wurde unterdessen ein neuer Apparat installiert, der einer besonders resistenten und kraftvollen Spinne Blut entnimmt und dieses anderen Spinnen einimpft, um sie genauso robust zu machen. Des Nächtens wird das Labor überfallen und Quentin muss untätig dabei zusehen, wie sein väterlicher Partner getötet wird. Im Zustand des Schockes hört Quentin plötzlich die Stimme seines Partners, die ihm nahe legt, sich das Serum zu spritzen, dass man der robusten Spinne entnommen hat. Und Quentin macht es wirklich! Kurz darauf gehen seltsame Dinge mit ihm vor ... Er kleidet sich plötzlich von ganz alleine ultralässig, ist cool und beschleunigt schon mal Vergewaltiger derart, dass sie 20 Meter weit weg fliegen. Ein neuer Superhero ist geboren ... !
Jetzt beginnt ein Abschnitt, der eher einer Superheldenfarce, denn einem Creature Feature entspricht. Mit seinen neu gewonnen Eigenschaften versohlt Quentin den Bad Asses nämlich ordentlich den Hintern. Das alles geschieht zu eben jener herrlichen Jazzmucke, die schon den Vorspann versüßte und die deutlich macht, dass man sich selber nicht allzu ernst nimmt. Auch die Bebilderung rutscht jetzt in einen comicesken Stil, bildet schräge Perspektiven und schnell geschnittene Sequenzen ab und auch die Handlung wird ein wenig over the top. Doch der Schritt in Richtung Creature Feature kommt selbstverständlich, denn die einmal einsetzende Veränderung in Quentin hört nicht etwa auf, sondern er verändert sich immer weiter ...
Die Creature Features Reihe war eine relativ kurzlebige Schöpfung von Effektmaster Stan Winston, die er gemeinsam mit Lou Arkoff und Colleen Camp fürs US amerikanische Pay TV stemmte, um dem Monster B-Movies der 60er und 70er Jahre zu huldigen. Und in dieser Tradition ist der Film inszeniert. Er atmet den wundervoll trashigen Charme der alten B-Movies (hier wäre die Fliege wohl eine Art passendes Pendant), bietet gleichzeitig eine Art Spiderman inspirierte Superheldenstory und garniert all dies mit den Effekten der heutigen Zeit, bei denen Winston vor allem im Make Up Bereich der Konkurrenz zeigt, wo der Hammer hängt. Es gibt auch ein zwei sparsam eingesetzte CGI Shots, insgesamt überwiegt aber die Handarbeit. Leider fällt das voll entwickelte, cool designte Monster einem unglaublich schnellen Ende zum Opfer. Hier hätte man den Showdown ruhig noch etwas ausbauen können. Auch optisch überzeugt der Film, sowohl in den comicartigen Abschnitten als auch allgemein. Es gibt rasante Flashbacks, coole Steadycameinlagen, die die Verwirrung des Protagonisten gut wiedergeben und die Action ist schnell geschnitten. Über allem liegt ein leicht gelblicher Filter, der dem Film gemeinsam mit den Settings und der Ausstattung einen seltsam entrückten Charakter gibt, denn auch wenn hier alles nach 60s aussieht, so kennt man doch Lara Croft und ist das Labor zu modern eingerichtet ...
Die Darsteller agieren allesamt durchaus ansehnlich, besonders hervorheben sollte man den ungemein zurückhaltenden Auftritt von Dan Ackroyd, der den ermittelnden Verfolger von Quentin gibt. Warum man Theresa Russel für den Part besetzt hat, den sie nun inne hat, erschließt sich leider gar nicht, so blass und nichtssagend ist ihre Figur. Hier wurde einiges an Potential verschenkt. Und Potential wurde auch bei der Monstershow an sich verschenkt, denn der Film ist enttäuschend blutarm und ein zwei saftigere Einlagen hätten den Film vor allem zum Ende hin deutlich aufwerten können.
Es bleibt ein in der ersten Hälfte amüsanter Superheldenverschnitt, der zunehmend zu einem Monstermovie mutiert und dabei gelungene Maskeneffekte auffahren kann. Die Darsteller agieren solide, der Soundtrack macht Spaß, einzig es fehlt die letzte Konsequenz und etwas mehr Stringenz und Spannung im Mittelteil, der etwas durchhängt.
Die erhältliche deutsche DVD von Columbia ist uncut.
In diesem Sinne:
freeman
Originaltitel: Earth Vs. the Spider
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Scott Ziehl
Darsteller: Dan Aykroyd, Devon Gummersall, Amelia Heinle, Theresa Russell, Christopher Cousins, Mario Roccuzzo u.a.
The Arachnid Avenger ist ein Comicsuperheld, der einiges mit Spiderman gemein zu haben scheint. In einer schönen Bilderfolge bekommen wir im Vorspann zu rasanter Jazzmucke einige Ausschnitte aus seinen Abenteuern in Comicform dargeboten. Auftritt Quentin. Quentin ist Wachmann und führt ein mehr als ereignisloses Leben. Obendrein ist er durch und durch ein Loser, der sich schon mal von einer Frau in Schutz nehmen lassen muss, die er gerade versucht anzuflirten. Er ist ein armer Wicht. Seine Realitätsflucht heißt Arachnid Avenger! Ein Hero, wie er im Comicbuche steht! Und freilich wäre Quentin gerne wie er ... In dem Labor, das Quentin bewacht, wurde unterdessen ein neuer Apparat installiert, der einer besonders resistenten und kraftvollen Spinne Blut entnimmt und dieses anderen Spinnen einimpft, um sie genauso robust zu machen. Des Nächtens wird das Labor überfallen und Quentin muss untätig dabei zusehen, wie sein väterlicher Partner getötet wird. Im Zustand des Schockes hört Quentin plötzlich die Stimme seines Partners, die ihm nahe legt, sich das Serum zu spritzen, dass man der robusten Spinne entnommen hat. Und Quentin macht es wirklich! Kurz darauf gehen seltsame Dinge mit ihm vor ... Er kleidet sich plötzlich von ganz alleine ultralässig, ist cool und beschleunigt schon mal Vergewaltiger derart, dass sie 20 Meter weit weg fliegen. Ein neuer Superhero ist geboren ... !
Jetzt beginnt ein Abschnitt, der eher einer Superheldenfarce, denn einem Creature Feature entspricht. Mit seinen neu gewonnen Eigenschaften versohlt Quentin den Bad Asses nämlich ordentlich den Hintern. Das alles geschieht zu eben jener herrlichen Jazzmucke, die schon den Vorspann versüßte und die deutlich macht, dass man sich selber nicht allzu ernst nimmt. Auch die Bebilderung rutscht jetzt in einen comicesken Stil, bildet schräge Perspektiven und schnell geschnittene Sequenzen ab und auch die Handlung wird ein wenig over the top. Doch der Schritt in Richtung Creature Feature kommt selbstverständlich, denn die einmal einsetzende Veränderung in Quentin hört nicht etwa auf, sondern er verändert sich immer weiter ...
Die Creature Features Reihe war eine relativ kurzlebige Schöpfung von Effektmaster Stan Winston, die er gemeinsam mit Lou Arkoff und Colleen Camp fürs US amerikanische Pay TV stemmte, um dem Monster B-Movies der 60er und 70er Jahre zu huldigen. Und in dieser Tradition ist der Film inszeniert. Er atmet den wundervoll trashigen Charme der alten B-Movies (hier wäre die Fliege wohl eine Art passendes Pendant), bietet gleichzeitig eine Art Spiderman inspirierte Superheldenstory und garniert all dies mit den Effekten der heutigen Zeit, bei denen Winston vor allem im Make Up Bereich der Konkurrenz zeigt, wo der Hammer hängt. Es gibt auch ein zwei sparsam eingesetzte CGI Shots, insgesamt überwiegt aber die Handarbeit. Leider fällt das voll entwickelte, cool designte Monster einem unglaublich schnellen Ende zum Opfer. Hier hätte man den Showdown ruhig noch etwas ausbauen können. Auch optisch überzeugt der Film, sowohl in den comicartigen Abschnitten als auch allgemein. Es gibt rasante Flashbacks, coole Steadycameinlagen, die die Verwirrung des Protagonisten gut wiedergeben und die Action ist schnell geschnitten. Über allem liegt ein leicht gelblicher Filter, der dem Film gemeinsam mit den Settings und der Ausstattung einen seltsam entrückten Charakter gibt, denn auch wenn hier alles nach 60s aussieht, so kennt man doch Lara Croft und ist das Labor zu modern eingerichtet ...
Die Darsteller agieren allesamt durchaus ansehnlich, besonders hervorheben sollte man den ungemein zurückhaltenden Auftritt von Dan Ackroyd, der den ermittelnden Verfolger von Quentin gibt. Warum man Theresa Russel für den Part besetzt hat, den sie nun inne hat, erschließt sich leider gar nicht, so blass und nichtssagend ist ihre Figur. Hier wurde einiges an Potential verschenkt. Und Potential wurde auch bei der Monstershow an sich verschenkt, denn der Film ist enttäuschend blutarm und ein zwei saftigere Einlagen hätten den Film vor allem zum Ende hin deutlich aufwerten können.
Es bleibt ein in der ersten Hälfte amüsanter Superheldenverschnitt, der zunehmend zu einem Monstermovie mutiert und dabei gelungene Maskeneffekte auffahren kann. Die Darsteller agieren solide, der Soundtrack macht Spaß, einzig es fehlt die letzte Konsequenz und etwas mehr Stringenz und Spannung im Mittelteil, der etwas durchhängt.
Die erhältliche deutsche DVD von Columbia ist uncut.
In diesem Sinne:
freeman