Blood & Sinners

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McClane
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Blood & Sinners

Beitrag von McClane » 16.04.2025, 20:52

Blood & Sinners

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Originaltitel: Sinners
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2025
Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Michael B. Jordan, Miles Caton, Hailee Steinfeld, Wunmi Mosaku, Delroy Lindo, Jack O’Connell, Jayme Lawson, Li Jun Li, Yao, Omar Benson Miller, Saul Williams, David Maldonado u.a.

Ryan Cooglers „Blood & Sinners“ spielt in den Südstaaten in den 1930ern. Zwillingsbrüder, von Michael B. Jordan in einer Doppelrolle verkörpert, wollen ihren eigenen Nachtclub in einer alten Scheune aufmachen. Am Abend der Eröffnung wird das Gebäude jedoch von Vampiren belagert. In dem History-Horror-Mix trifft der reale Horror von Rassismuserfahrungen auf den phantastischen Horror des Bedrohung durch Vampire.

:liquid8:

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von StS » 17.04.2025, 08:17

Freu mich drauf. Gestern leider die O-Ton-Preview verpasst... und weitere O-Ton-Screenings in meiner Nähe liegen unpassend. Auf Deutsch will ich mir den nicht ansehen. Spätestens daheim wird der auf jeden Fall geschaut. Deine und andere Einschätzungen halten die Vorfreude nach den Trailern aufrecht.

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von freeman » 23.04.2025, 17:46

Mich hat "Blood & Sinners" nicht vollends erreicht. Was ich dem Film zugute halte, ist seine in den Musiknummern geradezu rauschhafte Inszenierung. Hier gab es ein paar absolut großartige Momente, etwa jenen, in dem - mit einer arg plakativen Wiederholung der Einstiegsworte für den "dummen Mainstreamer"? - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmolzen. Zudem mag ich Michael B. Jordan in seiner Doppelrolle sehr, in der er den beiden Charakteren wirklich gelungen verschiedene Charaktere verpasst.

Ansonsten leidet der Film an seinem From Dusk till Dawn Aufbau. Auch und vor allem, weil in den ersten 90 Minuten so gut wie nichts passiert und ich wirklich befürchte, dass sich die Vorbereitung der Endparty bei wiederholten Sichtungen extrem ziehen könnte. Coogler wirft ja nichtmal Happen hin, die andeuten, wohin der Film will. Das Horrorelement findet so gut wie keinen Einzug in die Dramaturgie. Hier mutet der Film mit seinen extrem vielen musikalischen Elementen und der Rassismuskritik ein wenig überladen an.

Und dafür, was Coogler dann am Ende zu zeigen bereit ist, ist der langsame Aufbau echt nicht ideal. Denn so wirklich startet "Blood & Sinners" selbst in seinem Horrorpart absolut nicht durch. Ich kann keine einzige memorable Szene benennen. Auch hier punkten die Inszenierung und die unfassbar intensive musikalische Untermalung, die mit amtlicher Lautstärke durch den Kinosaal dröhnte und einen in den Sessel drückte. Von diesem audiovisuellen Prunk abgesehen ließ mich aber gerade das Finale erstaunlich kalt. Und es kamen gar trashige Momente auf. Erwähnt seien die fidelnden weißen Vampire. Jedenfalls sollte man den Film bis zu Ende schauen, denn Coogler hat von einer Mid-Abspann- bis zur Postabspannszene noch viel zu präsentieren.
:liquid5:

In diesem Sinne:
freeman

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von John_Clark » 27.04.2025, 03:32

Hätten die Filme CROSSROADS und FROM DUSK TILL DAWN ein Kind, es würde SINNERS heissen. Das Duo Coogler/Jordan haut nach Fruitvale Station, Creed und Black Panther einen weiteren Kracher auf die Leinwände. Ein Film, der relativ gemütlich startet und ab der Mitte unerbittlich auf sein Finale zusteuert, stets untermalt von wunderbarer Blues-Gitarrenklängen und fantastischen Darstellern. Mögen Coogler und Jordan noch viele weitere Male zusammenarbeiten.

:liquid8:

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von SFI » 27.08.2025, 16:20

Für meinen Geschmack kaum funktionierender Genre-Mix, der zwar hier und da hübsch bebildert ist, aber ansonsten nichts Memorables zu bieten hat. Anscheinend schwingen bei Coogler Filmen für das Gros immer faszinierende Subtexte mit, die sich mir nicht erschließen. Highlight ist daher die Abspannszene.

:liquid4:
DER MÜNTZER

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von StS » 02.09.2025, 08:09

„Sinners“ ist eher ein Film für ein Publikum, das nicht unbedingt durch ein Voranklaschen des Titel-Zusatzes „Blood &“ zum Ansehen gelockt werden muss: Ein gut durchdachter Genre-Mix mit ordentlich Subtext und feinen Details (man achte nur mal auf die Anordnung der Geschäfte entlang der Hauptstraße im Örtchen) sowie mit einer dichten Atmosphäre aufwartend, die seitens der tollen Bebilderung und (vor allem) der großartigen Musikuntermalung erzeugt bzw. vermittelt wird…

Darstellerisch sowie von den Figuren her prima – auch wenn ich nicht gerade eineiige Zwillinge als Brüder gebraucht hätte – liegen die Stärken des Werks eher im Bereich „Period Piece mit Musik-Nummern“ – inklusive einer absolut grandiosen, Raum und Zeit aufhebenden in der Mitte, die sich so von der Art her gewiss kaum ein „Mainstreamer“ sonst einzubauen getraut hätte – während der dargebotene Horror-Anteil gar der schwächste, weil konventionellste ist. Dazu noch ein wenig Grindhouse und eine Schüppe Blaxploitation – speziell am Ende – plus einen tollen Epilog im Abspann: Ergibt alles in allem ein ambitioniertes, gekonnt inszeniertes Werk, das sich wohlig von der Masse ähnlich budgetierter Hollywood-Kost abhebt und einen dabei überzeugend zu unterhalten weiß…

starke :liquid7:

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Re: Blood & Sinners

Beitrag von Vince » 03.01.2026, 14:09

Es stottert ein wenig im Anlauf. Trotz des eleganten Produktionsdesigns verhält sich der erste Akt wie die Handkurbel eines bockigen Oldtimers und besteht auf die Idylle des Stillstands, während sie die Bewegung ablehnt. Ryan Coogler möchte offensichtlich jene Art Film drehen, die sich als etwas tarnt, das sie nicht ist, um in einem radikalen Schlussakkord die Katze aus dem Sack zu lassen. Das gelingt ihm nicht ganz mit der gleichen Stilsicherheit, die Rodriguez und Tarantino im offensichtlichen Vergleichsobjekt „From Dusk Till Dawn“ an den Tag legten.

Wenn der Motor aber einmal läuft, dann läuft er so richtig. Coogler lässt in der Abenddämmerung die Pupillen funkeln, mit einer Maske der Freundlichkeit den Horror walten. Der selbst beschworene Rassismus wird mit einer furiosen Tanzsequenz gekontert, die Dekaden afroamerikanischer Kultur miteinander verschmelzt. Der Spieß ist gedreht; nun ist es der Stillstand, der nicht willkommen ist. Dem Zuschauer soll es recht sein, er wird Zeuge eines gewaltigen Infernos, mit gewissen Anklängen an die HBO-Serie „Lovecraft Country“ und auch an das diesjährige Serien-Event „IT – Welcome to Derry“.

Michael B. Jordan reibt sich derweil in einer Doppelrolle auf, die die innere Zerrissenheit des Films und des Regisseurs auf den Punkt bringt. Die vollständige Kontrolle über das Genre-Handwerk gilt es noch zu erlernen, aber das dazu nötige Feuer lodert in ihm.
:liquid7: ,5

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