Mich hat "Blood & Sinners" nicht vollends erreicht. Was ich dem Film zugute halte, ist seine in den Musiknummern geradezu rauschhafte Inszenierung. Hier gab es ein paar absolut großartige Momente, etwa jenen, in dem - mit einer arg plakativen Wiederholung der Einstiegsworte für den "dummen Mainstreamer"? - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmolzen. Zudem mag ich Michael B. Jordan in seiner Doppelrolle sehr, in der er den beiden Charakteren wirklich gelungen verschiedene Charaktere verpasst.
Ansonsten leidet der Film an seinem From Dusk till Dawn Aufbau. Auch und vor allem, weil in den ersten 90 Minuten so gut wie nichts passiert und ich wirklich befürchte, dass sich die Vorbereitung der Endparty bei wiederholten Sichtungen extrem ziehen könnte. Coogler wirft ja nichtmal Happen hin, die andeuten, wohin der Film will. Das Horrorelement findet so gut wie keinen Einzug in die Dramaturgie. Hier mutet der Film mit seinen extrem vielen musikalischen Elementen und der Rassismuskritik ein wenig überladen an.
Und dafür, was Coogler dann am Ende zu zeigen bereit ist, ist der langsame Aufbau echt nicht ideal. Denn so wirklich startet "Blood & Sinners" selbst in seinem Horrorpart absolut nicht durch. Ich kann keine einzige memorable Szene benennen. Auch hier punkten die Inszenierung und die unfassbar intensive musikalische Untermalung, die mit amtlicher Lautstärke durch den Kinosaal dröhnte und einen in den Sessel drückte. Von diesem audiovisuellen Prunk abgesehen ließ mich aber gerade das Finale erstaunlich kalt. Und es kamen gar trashige Momente auf. Erwähnt seien die fidelnden weißen Vampire. Jedenfalls sollte man den Film bis zu Ende schauen, denn Coogler hat von einer Mid-Abspann- bis zur Postabspannszene noch viel zu präsentieren.
In diesem Sinne:
freeman