So, hier mal meine ersten Gedanken nach der Sichtung von John Rambo auf DVD, ist aber jetzt wieder erstaunlich viel geworden für nen Kurzkommentar, naja, egal, nen richtiges Review schreibe ich eh demnächst mal, zu dem Knaller!
John Rambo
Ich bin geplättet! Was für ein Film, nämlich genau das, was ich mir von dem neuen Rambo erwartet habe! Sly beginnt mit realen Bildern aus Birma um damit gleich mal zu zeigen was Sache ist, da unten in Birma, auch im weiteren Film geht er sehr detailliert auf die Grausamkeiten des burmesischen Militärs ein, das eine Mal um die Welt darauf hinzuweisen, was in Birma für Menschenrechtsverletzungen stattfinden, das andere Mal aber auch um das abschließende Gemetzel zu rechtfertigen. Die Soldaten sind natürlich abgrundtief böse, rauchen, sind pädophil usw.. Doch das ist alles Meckerei auf hohem Niveau, zudem stört die Schwarzweißmalerei nicht wirklich, wenn man Actionfilme aus den 80ern gewöhnt ist, die Bösen sind nunmal Böse und müssen böses tun um abgemetzelt werden zu können, was ja dann auch umfangreich geschieht. Ob diese brandheiße Thematik zu einem Actionfilm passt sei aber dahin gestellt, immerhin konnte Sly mit seinem Film sicher etwas auf die Situation in Birma aufmerksam machen.
Sly selber gibt sich hier noch extrem fit, Aufputschmittel hin oder her, ich bin mir sicher, er braucht sie nicht, er kann sich auch ohne fit halten. So macht er hier noch eine extrem gute Figur und wirkt nie lächerlich. Auch seine Regieführung ist grandios, daraus resultiert eine grandiose Optik, voll schöner Landschaftsaufnahmen und einer ruhigen Inszenierung außerhalb der Actionszenen zudem gibt's sehr gelungene Kamerafahrten zu bestaunen. Sly hat als Regisseur wirklich so einiges drauf, er ist schön langsam einer der wenigen, der weiß, wie ein "richtiger" Actioner aussehen muss.
Die Action ist natürlich über alle Zweifel erhaben, extrem blutig geraten, so bietet der Film für Actioner untypische heftige Splattereffekte, dazu viel Geballere, was extrem gut inszeniert ist. Klar, ohne CGI kommt auch er nicht aus, so sind so manche Blutspritzer aus dem PC, ebenso die Bombenexplosion, welche aber übrigens die erste CGI-Actionszene ist, die mich wirklich begeistern konnte, man sieht zwar ihren Ursprung aus dem PC, sie ist aber gut inszeniert. Zum Glück gibt es im Gegensatz auch viele echte F/X-Effekte und die Pyrotechniker haben auch nicht wenig zu tun. Einige Knaller warfen dem Film ja "Gewaltpornographie" vor, finde ich absolut lächerlich, den was ist den jetzt gewaltverherrlichender bzw. gewaltabschwächender, das kleine Blutpäckchen, das in Teil 2 und 3 bei einem Mensch zu sehen war, der ein ganzes Magazin abbekommen hat, oder eine halbwegs realistische Gewaltdarstellung wie in Teil 4, wo ein Mensch nunmal zerfetzt wird, wenn er so ein Magazin abbekommt? Ich finde es besser, Gewalt realistisch zu zeigen wie in Teil 4, als sie abzuschwächen wie in Teil 2 und 3!
Bliebe noch die vieldiskutierte Frage, ob Sly es übertreibt, wenn er zeigt, wie Kinder aufgespießt werden und ins Feuer geschmissen werden. Ich sage nein, denn wenn man schon kompromisslose Gewalt zeigen will, dann bitteschön auch alles, nicht nur das, was für das Mainstreampuplikum geeignet ist, alles andere wäre Heuchlerei!
Die Länge des Filmes passt meiner Meinung nach auch, klar sind 77 Minuten Nettolaufzeit sehr wenig, aber mehr gibt die Story auch nicht her, da sie doch sehr dünn geraten ist oder besser gesagt genau richtig für so eine Art Film. Die Länge passt schon, hätte man ihn auf 90 Minuten gestreckt wäre der Drive verloren gegangen!
John Rambo gefällt in Teil 4 mit seiner "Fuck the World"-Mentalität sehr gut, wie immer ist er verschwiegen und unbesiegbar. Rambo hinter dem M2 Kaliber 50-Geschütz 10 Minuten am Stück ballernd hatte schon was.
Sylvester Stallone hat mit Teil 4 den perfekten Abschluss gefunden, Teil 4 schließt den Kreis, ist hiermit beendet, jetzt noch einen fünften Teil zu machen wäre falsch, die Reihe ist zu Ende, wir hatten vier grandiose Filme und einen würdigen Abschluss, das sollte man mit einem womöglich misslungenen 5. Teil nicht auf's Spiel setzen. Dennoch, sollte Sly weiter Actionfilme machen, er hat's einfach drauf, wie kein anderer zur Zeit, würde mich über ein paar old-school-Actioner von ihm sehr freuen!
Die anderen Darsteller zu erwähnen wäre völlig zwecklos, da sie eh kaum stattfinden, Sly zieht hier eine gnadenlose One-Man-Show ab, wo alle anderen Darsteller entweder eh nur Kanonenfutter sind oder deren Verbleib im Film keinen interessiert, die Missionarin zum Beispiel. Sly zieht hier die ganze Aufmerksamkeit auf sich - zu recht - den restlichen Cast hätte man auch mit Pappfiguren ausfüllen können, hätte auch keinen interessiert, solange Sly dabei ist.
Fazit: "John Rambo" beendet die Reihe perfekt, bietet einen extrem coolen Sylvester Stallone, der auch hinter der Kamera eine beachtliche Leistung abliefert und so eine fantastische Optik hinbekommt. "John Rambo" bietet allerlei gelungener old-school-Action mit brachialer Inszenierung, einfach top, ich bin hin und weg von dem Film, mein Nummer 1-Film für 2008 und der beste Actioner seit Jahren! Und vor allem der beste Männerfilm seit Jahren.

, trotz dem bisschen Gemecker, das hat der Film alle mal verdient!