Es ist nicht so, dass Air Force One ein schlechter Film ist. Leider aber auch kein guter. Die traurige Wahrheit ist, dass es sich bei diesem Film um ein furchtbar durchschnittliches Werk handelt, welches in keinster Weise neue Wege geht. Schon der Story fehlt jegliche Innovation: Böse Russen entführen Flugzeug und drohen mit Erschießung der Geisel, wenn Forderungen nicht erfüllt werden. Zu allem Überfluss kommt noch hinzu, dass es sich bei dem Flugzeug um die Präsidentenmaschine handelt. Die im Film immer wieder als sicherstes Flugzeug der Welt beschriebene Air Force One ist jedoch scheinbar leichter einzunehmen als ein Bahnhofskiosk bei Nacht. Hier verliert der Film zum ersten Mal seine Glaubwürdigkeit. Danach geht es weiter in der Reihe der gängigen Erpressungs-Film Klischees. Die Entführer sind natürlich Russen, die sich wieder ein starkes Heimatland wünschen und andauernd von Mütterchen Russland faseln. Natürlich wollen sie einen russischen General freipressen, der sie bei ihren Plänen unterstützen wird. Natürlich ist der Anführer der "Bösen" ein knallharter Typ, der die Geisel so ganz nebenbei im Ein-Minuten-Takt tötet. Trotzdem ist er zur Tochter des Präsidenten - ooh ist die süüüß - ganz nett und erklärt ihr seine Überzeugung. Da der Stab des Präsidenten den Forderungen der gemeinen Russen, die zudem immer wieder ihre Muttersprache an Bord sprechen - wie gemein - nicht nachkommen, werden diese erst recht böse und drohen mit der Ermordung der "wichtigeren" Geiseln. In dieser unerträglich spannenden Situation kann nur noch einer helfen:
Bruce Willis? - Falsch!
Der tapfere Präsident Harrison Ford, gespielt von Indiana Jones. Dieser hat das Flugzeug nämlich nicht wie befohlen per Rettungskapsel verlassen, sondern versucht als Ein-Mann-Armee seine Familie zu retten. Gehört sich ja auch so als Amerikaner! Natürlich hat der gute Mann genügend Erfahrung als Guerilla Kämpfer, so dass sich die Sache als nicht weiter schwierig herausstellt. Schon eine halbe Stunde vor Ende des Films erledigt er den Feind.





