“At least Jesus didn’t write Battlefield Earth!”
Der oben zitierte Bumper-Sticker markiert den wohl besten Gag der schrägen 2013er Episodenfilm-Südstaaten-Crime-Comedy „
Pawn Shop Chronicles”– gefolgt von einem köstlichen Dialog zwischen zwei (von Paul Walker und Kevin Rankin gemimten) „Tweekern“ über die Hintergründe und Motive ihrer „Mitgliedschaft“ bei einer Neonazi-Gruppierung (inklusive ihrer damit verbundenen persönlichen Ansichten). Der Streifen Wayne Kramers („the Cooler“) wartet mit unzähligen schrägen Typen, einer „verspielten“ Kamera- und Editingarbeit sowie einer erstaunlich namhaften Besetzung auf – zu der u.a. noch Matt Dillon, Brendan Fraser, Vincent D'Onofrio, Norman Reedus, Chi McBride, Elijah Wood, DJ Qualls, Pell James, Lukas Haas, Ashlee Simpson, Thomas Jane, Matt O'Leary und Rachelle Lefevre zählen – offeriert dem geneigten Betrachter (fernerdrein) diverse abgedrehte Ideen sowie zeitweise prima amüsant geartetes Entertainment, wird dabei jedoch nur selten den Eindruck los, einen Zacken zu „pseudo-cool“ daherzukommen und zugleich auch (berechnend) einen gewissen „Kult-Status“ anzustreben…
Das größte Problem des Werks stellt die Gegebenheit dar, dass die Qualität der erzählten Geschichten insgesamt nicht wirklich überzeugend genug ausgefallen ist: Während die erste Story von der überdrehten Präsentation gängiger Redneck-Klischees lebt und die zweite wohlige Erinnerungen an die „düsteren Abgründe“ von Kramer´s „Running Scared“ (2006) erweckt – einen eigentlich aber erst in ihrem Schlussakt „wahrhaft packen“ kann – entpuppt sich die dritte dagegen einfach nur als weitestgehend belanglos und mau, einer überraschend feinen Performance Frasers (als Elvis-Imitator) zum Trotz. Zusammengehalten wird das alles seitens einer gediegenen, sich um die beiden Besitzer des Titel-gebenden Pfandhauses rankenden Rahmenhandlung – worüber hinaus es verschiedene nette „Überschneidungen“ der einzelnen Plot-Stränge gibt und sich so einige (fern von subtil eingebundene) „religiöse Motive“ innerhalb des Verlaufs entdecken lassen. Man kann ihn sich also durchaus mal ansehen, den Streifen – das möglichst jedoch mit entsprechend angepassten bzw. heruntergeschraubten Erwartungen…
„
Gone Girl“: Gillian Flynn hat ihren eigenen (sehr lesenswerten) Roman höchstpersönlich „für die große Leinwand“ adaptiert und daraus ein kompaktes Drehbuch gestrickt, welches Meisterregisseur David Fincher anschließend in etwas unter 150 Minuten (von denen keine einzige irgendwie „vergeudet“ wurde) ganz vortrefflich umgesetzt hat. Gesegnet mit einer kompetenten Besetzung – aus deren Reihen im Grunde nur Neil Patrick Harris die einzige „Semi-Schwachstelle“ markiert – unterlegt mit einem klangvollen Score von Trent Reznor und Atticus Ross sowie handwerklich vorzüglich in Szene gesetzt, hat es der Zuschauer mit einer düsteren, schwarzhumorigen, cleveren Kombination aus einem ebenso vertrackten wie spannenden Beziehungsdrama und Crime-Thriller zutun. Kurzum: Feines, reizvolles Entertainment – von der ersten bis zur allerletzten Einstellung…
starke
An der Spitze einer kompetenten, u.a. mit James Earl Jones, Rosario Dawson, Stephanie Szostak, Emily Meade, Ann Dowd und Brendan Fraser aufwartenden Besetzung stehend, liefert die vielseitige Vanessa Hudgens in dem 2013er Indie-Melodram „
Gimme Shelter“ erneut eine überzeugende (rohe, uneiltle) Performance ab, die sich absolut sehen lassen kann. Basierend auf einer wahren Geschichte, geht es in dem Film von Ronald Krauss um solche Dinge wie Selbstfindung, das Erkennen von Optionen bzw. Ergreifen von offerierten Chancen, Fürsorge, Liebe, Armut sowie die Auswirkungen eines Aufwachsens „in schlechten Verhältnissen“ – inklusive der Bewältigung von Teenager-Schwangerschaften (samt der damit geradezu unweigerlich verknüpfen „Abtreibungsdebatte“) und dem Engagement der Kirche in dem betreffenden Milieu. Trotz zahlreicher bewegender Momente – bei denen einem unweigerlich bewusst wird, dass man sich überaus glücklich schätzen kann, eine stabile, angenehme Kindheit und Jugend verlebt zu haben – einiger reizvoller Ansätze (wie die aufgezeigten Schwachpunkte des staatlichen Sozial-Systems sowie die Rolle privater Einrichtungen in diesem Gefüge) und der fraglos „guten Absicht“ hinter dem Präsentierten, wirken diverse Inhalte aber dennoch wie altbekannte, vordergründig dargebotene Klischees: Schade. Des Weiteren hören sich einige Dialogzeilen eher nach Statements an, empfand ich die erste Verlaufshälfte als deutlich „packender“ als die zweite und hat mich obendrein die Beschaffenheit des Endes enttäuscht, einfach da bei diesem schlichtweg „zu dick aufgetragen“ wurde. Kurzum: Ein emotionaler Film mit überzeugenden Darstellern und einer lobenswerten Botschaft, der oft allerdings eher wie ein stereotypes „Lifetime“-Made-for-TV-Movie anmutet…
