Stirb langsam 4.0
(so muss das aussehen)
Eine massiv bis zum Stammhirn in der Nase bohrende und telefonierende „Schweinebacke“ bekam ich schon im Vorfeld des Films als Sitznachbar geboten. Als wäre das nicht schon genug gesellte sich auch noch ein Huhn dazu, welches bei jeder Anekdote schallend los lachte und mein Ohr zum bluten brachte. Diverse Kommentare während der Trailershow bestätigten zudem meine Vision zukünftig einen Kinoführerschein einzuführen. Wie dem auch sein, wieder einmal wurde mir die Notwendigkeit einer eigenen Leinwand bewusst.
Stirb langsam 4.0 rockt die Bude, zumindest wollte mir der Trailer das unterjubeln. Leider ist das einzige was stirbt der Franchise, leider nicht langsam sondern in Rekordzeit von 128 min. Unglaublich wie man nach den 3 genialen Vorgängern diesen Film fast an die Wand fahren kann, schon der McClane Opener ist erbärmlich, aufgesetzt und unlustig zugleich. Die Grundidee der Story ist zwar recht interessant und nach dem 11.09.01 eine weitere Steigerung des "worst case" Szenarios, allerdings in doppelter Hinsicht einfach nur mies umgesetzt. Hier haben wir ein Land welches komplett lahmgelegt wird, so wirklich zu interessieren scheint das dort aber niemand, ja nicht einmal dem Zuschauer wird die Bedrohung so richtig bewusst, vielmehr verliert man sich in kindischen Allüren. Alle Geheimdienste, alle sonstigen Dienste und auch die Army, nein niemand ist in der Lage den Lump aufzuhalten, ansatzweise in seine Nähe zu kommen oder überhaupt zu wissen was eigentlich vor sich geht. Dies kann nur nur ein normaler Cop und es ist mir egal, ob er McClane heißt, denn er ist eigentlich nicht wie sonst auf engem Raum auf sich alleine gestellt, was bestimmte Qualitäten erklären würde. Hier versagt ein ganzes Land, einfach alles und nur er kann es richten. Es ist nämlich eine Sache, ob man einen Wolkenkratzer oder einen Flughafen von ein paar B-Terroristen befreit und dabei selbst ordentlich auf die Schnauze bekommt oder als Superman die Welt rettet, ja trotz zig Druckwellen, Sprünge aus großer Höhe, Jumps auf Flugzeuge nur paar Kratzer davon trägt. Wenn ich so etwas sehen will, dann schaue ich mir einen Ethan Hunt oder vielleicht Batman an, aber der Charakter McClane stand imo nie Pate für übermenschliche Fähigkeiten oder Unverwundbarkeit, nein er war der normale Mensch von nebenan, der zur falschen Zeit, meistens besoffen, am falschen Ort war. Genauso abgedroschen ist das Klischee des Lumpen „Good Guy“ wird gefeuert und rächt sich an seinem Arbeitgeber. Wie oft hat man dies schon gesehen? Vor allem wer will sowas noch sehen? Warum der Typ dann auch noch solch einen großen Aufwand betreibt nur um an Geld zu kommen ist mir genauso schleierhaft. So leicht wir er z.B. McClanes Rentenkonto gelöscht hat, so einfach hätte er sich auch deutlich Kohle auf sein Konto überweisen lassen können. Das wäre beträchtlich unauffälliger gewesen als so eine Show abzuziehen, die in ihrer Wirkung dank der Muschi einfach nur verpufft.
Generell ist der Lump nur ein Witz, bei jedem Gespräch zwischen ihm und McClane merkte man seine Angst, selten so ein Weichei gesehen. Dazu gesellt sich dann noch die „ Ein Satz“ Kickerfrau Maggie Q die außer Moppen eigentlich alles vermissen lässt, warum war die eigentlich nochmal im Film? Ja stimmt, wegen den Moppen. Wo wir gerade bei nervigen Typen sind, McClanes Schuljunge ist mindestens genauso nervig zudem erinnerte er stark an DJ Bobo.
Kommen wir zur Action, die man bis auf die tolle Kraftwerk Explosion schon im Trailer bewundern konnte. Der Fake im Film, der im Trailer als echt rüber kam, wäre wohl zu teuer für den Film gewesen und hätte im Nachhinein auch nicht zum Weichei Hitman gepasst. Die Flugzeugszene ist einfach nur ein Witz und dämlich übertrieben. Hier ballert ein Kampfjetpilot einfach seine Raketen mitten in eine Brückenunterführung rein, die dann auch noch einstürzt. GENAU! SAUDÄMLICH. Was bleibt sind die guten alten Schießereien samt McClanes mieser Laune.
