Filmtagebuch: deBohli

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 30.11.2020, 09:09

Als Egomaniker findet man beim Film auf jeden Fall Anknüpfpunkte. :lol:
Marriage Story fand ich fantastisch, bin allerdings weder im Bund der Ehe noch geschieden. ^^
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 01.12.2020, 08:49

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The Lighthouse
BD / Regie: Robert Eggers
Die Erstsichtung im Kino war ein erschütterndes Erlebnis für Körper und Geist, die Zweitsichtung in der heimischen Stube zwar etwas weniger verstörend, aber besonders dank der zweiten Hälfte des Filmes weiterhin ein brachiales Vergnügen. Das Schauspiel, das Design, die Aufnahmen – für mich bleibt der Film ein Meisterwerk voller Rätsel, Mythen und Fallen.
:liquid10:

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Stormy Monday
BD / Regie: Mike Figgis
Nach einer Stunde realisierte ich plötzlich, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, um was es bei diesem Film eigentlich ging. Das blieb bis zum Schluss etwa so, erstaunlicherweise störte dies aber nicht. Darsteller*innen wie Melanie Griffith, Tommy Lee Jones Sting und der sexy Sean Bean zuzuschauen war unterhaltsam, der jazzige Soundtrack transportierte das Achtzigergefühl perfekt, die Bilder von Roger Deakins ohne Makel. Trotzdem: Was zur Hölle?
:liquid5:

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Zoology
BD / Regie: Ivan I. Tverdovsky
Metaphern, Deutungsweisen, Gesellschaftskritiken – schön und gut, trotzdem will das Sinnbild des Schwanzes, welcher Natasha in diesem Film gewachsen ist, nicht so richtig funktionieren. Kritik gegenüber dem Gesundheitssystem, der Position der Frau und dem Ehekonstrukt ist vorhanden, gutes Spiel ebenfalls, eine gewisse Leere blieb.
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The Ghoul
BD / Regie: Gareth Tunley
Da beisst sich die Schlange in den Schwanz: Dieser kleine Thriller aus England behandelt das Thema der geografischen Alchemie und lässt eine Detektivgeschichte zu einem psychologischen Schlund werden. Obwohl die Zeichen und Elemente des Möbiusband etwas zu offensichtlich angewandt werden, blieb für mich die Spannung immer hoch.
:liquid7:

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Cat People
BD / Regie : Jacques Tourneur
Dank Produzent Val Lewton entstanden in den Vierziger- und Fünfzigerjahre Horrorfilme, die bis heute beeindrucken. Natürlich erschreckt die Erzählung um serbische Katzenmenschen, welche ihre Partner töten, nicht mehr so stark. Trotzdem sind die schattenreichen Bilder, der zurückhaltende Umgang mit dem «Monster» und die verpackte Kritik am moralischen Code von Hollywood weiterhin grossartig. Und Simone Simon bezirzte auch mich.
:liquid8:

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Yi Yi
BD / Regie: Edward Yang
Wow, mit seinem letzten Film hatte Yang ein Koloss geschaffen, der in warmen Farben, ruhigen und übersichtlichen Aufnahmen und sanfter Weise von den Stolpersteinen des Lebens erzählt. Während drei Stunden begleitet man die Familie Jian durch ihr Leben in Taipeh, wird verzaubert, emotional berührt und zum Nachdenken angeregt. Die genialen Bild- und Tonschnitte sind unübertrefflich, der entstehende Sog riesig. Ein stilles Epos und eine Flamme in der Dunkelheit.
:liquid10:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von gelini71 » 01.12.2020, 10:26

Bei "Stormy Monday" ging es um...ähm....ja...keine Ahnung :lol:
:arrow: Hier meine Meinung dazu
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 01.12.2020, 10:28

Da treffen sich unsere Aussagen ja ziemlich genau. :cool:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von gelini71 » 01.12.2020, 10:30

Damals in den 80igern zu seeligen VHS Zeiten hätte ich den viel besser bewertet - da war das wirklich was anderes, aber heute..... :sad:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von Vince » 02.12.2020, 19:37

Der Ghoul hat mir leider weniger gefallen als ich gehofft hatte... bin da nur auf ne 5 gekommen. Argumentativ geh ich da aber mit. Der Stormy Monday wartet noch in der gleichen Edition auf seine Sichtung.

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 03.12.2020, 07:49

Ich kann eine tiefere Wertung sehr wohl nachvollziehen. Allerdings hat mich der Film auf einer bestimmten Ebene gepackt. Den Regisseur halte ich auf jeden Fall im Auge.
Viel Vergnügen mit dem stürmischen Montag. Eventuell findest du mehr Story-Elemente als ich. :lol:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 07.12.2020, 14:35

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Corpus Christi
Streaming, Filmingo / Regie: Jan Komasa
Vom Jugendknast zum Pfarreramt: Durch eine kleine Lüge lehrt ein junger Erwachsener einem Dorf, wie man das Zusammenleben angehen kann. Mit schönen Bildern und einem sehr stark agierenden Hauptdarsteller wird der Film von Komasa dabei nie zu moralisch oder unglaubwürdig, sondern zeigt, wie viele Leute sich hinter dem Vorwand der Religion verstecken, um ihre Ungerechtigkeiten auszuleben.
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Iniciales S.G.
Streaming, Filmingo / Regie: Rania Attieh, Daniel Garcia
Eine merkwürdige Mischung aus Charakterstudie, Krimi und surrealer Märchengeschichte, inmitten des Fussballwahns und Pornogeschäfts. Blutegel in der Nase sind da noch harmlos, drogenberauschte Nächte und ungewollter Mord gehören schliesslich ebenfalls dazu. Vor allem dank Hauptakteur Diego Peretti sehr unterhaltsam.
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Human Rights Film Festival Zurich
Dieses Wochenende haben meine Freundin und ich das HRFF besucht, hier unsere Eindrücke.

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Otac / Father
Kino, HRFF / Regie: Srdan Golubovic
Wie weit geht eine Person in einem korrupten System für Gerechtigkeit? Was kann als einzelne Stimme alles erreicht werden? Der Film „Otac“ zeigt schwermütig und traurig den teils desolaten Zustand, in der sich (nicht nur) die serbische Gesellschaft befindet. Der Spielfilm von Srdan Golubovic ist ein direkter Blick auf das Stadt-Land-Gefälle des Balkanstaates und die korrumpierte Politik. Ein Vater kämpft allein gegen die Mächte, um wieder für seine Kinder sorgen zu dürfen.
Man wird als Zuschauer*in mit Migration, Flucht, Zukunftslosigkeit, Glauben und Verwilderung konfrontiert. Mit dem realistischen Ende und den körnigen Aufnahmen werden die von Armut geplagten Gegenden dafür niemals beschönigt. Eine Geschichte, die viele Fragen stellt und die eigene Persönlichkeit herausfordert.
:liquid8:

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Cat In The Wall
Kino, HRFF / Regie: Vesela Kazakova, Mina Mileva
Mina Mileva und Vesela Kazakova haben mit „Cat In The Wall“ vom Dokumentar- zum Spielfilm gewechselt, die Form aber nicht komplett transformiert. Man folgt den bulgarischen Geschwistern Irina und Vladimir auf Schritt und Tritt durch das sorgengeprägte Leben in einem Hausblock in London – in digitalen Aufnahmen, ohne Hochglanz oder Weichzeichner. Gentrifizierung, Prekariat, Fremdenhass, Migration und gar der Brexit werden als Themen ins Spiel gebracht –durch die kurze Laufzeit des Filmes oft nur angeschnitten denn intensiv behandelt. Das ist etwas schade, dient aber der Form der Produktion: Milieustudie, Momentaufnahme, Realismus.
In den besten Momenten (wie die Gruppendiskussion der Wohnungsbesitzer) ist der Film eindringlich wie eine Doku und schafftes, den Alltag solcher Wohn- und Lebenssituationen perfekt auf die Leinwand zu transformieren. Die Situationskomik lockert die Aussichtslosigkeit auf, die Schauspieler*innen agieren fantastisch. Ein Film, den man sehr wohl neben „Push – Für das Grundrecht auf Wohnen“ (Fredrik Gertten) oder „Sorry We Missed You“ (Ken Loach) einreihen darf.
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A Thousand Cuts
Kino, HRFF / Regie: Ramona S. Diaz
Tausend kleine Messerstiche, bis das Opfer ausblutet – so ergeht es in den letzten Jahren der Demokratie auf den Philippinen. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „A Thousand Cuts“ steht die Journalistin Maria Ressa. Schonungslos benennt und kritisiert sie die Regierung Rodrigo Dutertes, der mit seinem Drogenkrieg eine blutige Realität im Land schafft: Tag für Tag werden junge Menschen ermordet und auf der Strasse liegen gelassen, um der Bevölkerung das Gefühl einer schützenden Staatsmacht zu vermitteln – während die Drogenbosse selbst, aus Angst vor Vergeltungsaktionen, meist verschont bleiben.
Ein Film, der zwar nur eine bestimmte Person und ihre Arbeit in den Fokus stellt, damit aber sehr gut aufzeigt, wie prekär die Lage im gesamten Land geworden ist. Und wie viel Mut man braucht, um gegen solche Widrigkeiten vorzugehen.
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Exil
Kino, HRFF / Regie: Visar Morina
Ist es die Missgunst gegenüber zugewanderten Menschen oder verfällt man als eingebürgerte Person in Deutschland selbst der Paranoia? Visar Morina untersucht diese Spaltungsfrage in seinem zweiten Spielfilm „Exil“ auf bedrückende Weise, mit einer Erzählung, die unter die Haut geht. Pharmaingenieur Xhafer muss sich am Arbeitsplatz nicht nur mit Mobbing auseinandersetzen, sondern mit Hass im Alltag und der scheinbaren Entfernung seiner Frau.
In schattenreichen Aufnahmen mit viel orangem Licht, mit Nahaufnahmen ohne mögliche Distanz, ist der Film mit seiner langsamen Erzählweise kein einfacher. Die Hitze und der Schweiss sind stets präsent, die Figuren wirken schmutzig und gemein. Immer stärker vermischen sich die Positionen von Opfer und Täter, zusammen mit Xhafer driftet man in den Wahn ab. Grossartig gespielt von Mišel Maticevic und Sandra Hüller, mit geschicktem Umkehrschluss am Ende durch die Kamera. „Wir müssen warten, bis das Licht angeht.“ Fragt sich nur, was dann noch übriggeblieben ist.
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The Cave
Kino, HRFF / Regie: Feras Fayyad
Mit jedem weiteren Dokumentarfilm über den Konflikt und seit Jahren andauernden Krieg in Syrien denkt man: Wann endet dies? Weder die beteiligten Parteien noch die weltweiten Organisationen sehen dringlichen Handlungsbedarf für den Frieden. Nur einzelne Personen sorgen unermüdlich für Humanität und Hilfe, wie die Kinderärztin Dr. Amani, welche für mehrere Jahre in Ost-Ghuta das unterirdische Krankenhaus „The Cave“ geleitet hat.
Feras Fayyad hat ihr mit dem gleichnamigen Film ein Portrait gezeichnet, das in loser Reihenfolge den Alltag im Spital zeigt. Die tägliche Angst vor Angriffen, die ewige Überforderung, der zusätzliche Kampf der Frauen gegen das weiterhin herrschende Patriarchat und die verbohrte Auslegung der Religion. Vergleiche mit „For Sama“ (Waad al-Kateab, Edward Watts) drängen sich auf, allerdings hat sich Fayyad an gewissen Stellen zu manipulativen Schnittfolgen und emotionalen Extremen hinreissen lassen. Bleibt trotzdem die Frage: Darf man solche Filme überhaupt werten?
:liquid7:

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Days Of Cannibalism
Kino, HRFF / Regie: Teboho Edkins
Meine liebste Art der Dokumentarfilme ist die offene Erzählweise. Teboho Edkins ist sehr geschickt im Umgang damit und verhilft seinem neuen Film „Days Of Cannibalism“ zu einer losen Form. Ohne Interviews oder Texteinblendungen wird man langsam in den Alltag von Lesotho eingeführt, lernt das dortige Leben kennen und erfährt, wie sich die Gesellschaft durch die Migranten aus China zu verändern begonnen hat. Ein Kampf zwischen Tradition und Globalisierung, zwischen Wirtschaft und Kultur.
Vieles bleibt beim Film offen, Fragen werden gestellt aber nicht zwingend beantwortet. Das ist keinesfalls ein negativer Punkt, regt die Produktion Diskussionen an und unterwandert durch die hybride Form aus Inszenierung und Dokumentation immer wieder die Realität. Ein sehr interessanter Einblick in eine eher unbekannte Weltregion, wenn in gewissen Teilen auch etwas einseitig in der Positionierung.
:liquid8:

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Lovemobil
Kino, HRFF / Regie: Elke Margarete Lehrenkrauss
Sex am Waldrand, gekauft in einem hingestellten Wohnmobil. Der neue Film von Elke Lehrenkrauss führt den Blick in eine sehr spezifische Örtlichkeit der Prostitution und begleitet nicht nur Zuhälterin Uschi, sondern die Sexarbeiterinnen Rita und Milena. Dabei gelingt es dem Film, die typischen Plattheiten und Fallen der Thematik zu umschiffen und alle Personen als reale Menschen darzustellen. Probleme, Hoffnungen und Erlebtes vermengt sich zu den aufgezeigten Lebensweisen und Entscheidungen, einfach ist nichts.
Trotz der Härte und stellenweisen Brutalität gelingt es dem Film, immer wieder lockere Situationen und amüsante Gespräche auf die Leinwand zu bringen. Etwas irritierend empfand ich allerdings die arrangierten Szenen mit den Freiern. Diese durchbrachen die ehrliche Emotionalität der sonstigen Momente für mein Empfinden etwas zu stark, was auch bei den Szenen im Nachtclub und Milenas Reise nach Berlin für einen Nachgeschmack sorgte. Menschlich und berührend ist dieser Einblick in das Sexgewerbe auf jeden Fall.
:liquid6:

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iHuman
Kino, HRFF / Regie: Tonje Hessen Schei
Sie wirken gleichzeitig verheissungsvoll und bedrohlich: Die Versprechen der Künstlichen Intelligenz. Auf der einen Seite kann sie das Leben der Menschen erleichtern; auf der anderen Seite wird sie schon heute missbraucht – nicht nur für Werbezwecke oder die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, sondern auch für Massenüberwachung und Kriegsführung. Im Dokumentarfilm „iHUMAN“ fragt Tonje Hessen Schei verschiedene Experten nach den Konsequenzen einer nicht mehr zu stoppender Revolution.
Leider gelingt es dem Film nicht, etwas wirklich Neues auf die Leinwand zu bringen. Wenn man sich ein wenig für technische Entwicklungen interessiert, hat man die meisten Statements schon früher gelesen, gehört oder gesehen. Dazwischen wird die Zeit mit völlig übertriebenen 3D-Visuals gefüllt, um ein Gefühl der Bedrohung zu wecken. So wirkt der Film einseitig und wenig investigativ.
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von Nachtwaechter » 08.12.2020, 13:58

deBohli hat geschrieben:
30.11.2020, 09:09
Als Egomaniker findet man beim Film auf jeden Fall Anknüpfpunkte. :lol:
Marriage Story fand ich fantastisch, bin allerdings weder im Bund der Ehe noch geschieden. ^^
Kommt noch :wink:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 08.12.2020, 14:34

Ich denke eher nicht, da sind meine Freundin und ich bei allen Themen gleicher Meinung. Falls sich doch etwas ändern sollte, gebe ich dann aber kleinlaut Bescheid. :lol:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 11.12.2020, 16:08

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Silent Night, Deadly Night
BD / Regie: Charles E. Sellier Jr.
Eigentlich habe ich mir diesen Film nur angeschaut, um bei der Fortsetzung den glorreichen Eric Freeman erleben zu dürfen. Kein Verlust, denn diese Geschichte um den mordenden Weihnachtsmann ist genügend schräg und blutig (besonders in der Unrated-Fassung), um den Dezember rot zu färben. Da spielt es keine Rolle, macht vieles nicht wirklich Sinn und fügt sich nur halbherzig zusammen.

:liquid6:

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House
BD / Regie: Nobuhiko Obayashi
Von der Werbung zum branchenrettenden Kinofilm. Die Geschichte hinter "Hausu" ist abenteuerlich, das Resultat hingegen schlichtweg komplett durchgeknallt. Sieben Mädchen werden von einem Landhaus und deren vampirartigen Bewohnerin verfolgt und gefressen, verfilmt in trickreichen und hyperaktiven Sequenzen. Fliegende Köpfe, ein mampfender Flügel und die diabolische Katze – rasant geschnitten, immer voller grossartiger Musik und Stilmitteln, die in diesem Umfeld eigentlich nicht funktionieren sollten. Das muss man erlebt haben, um es zu glauben.

:liquid8:

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The Midnight Sky
Kino / Regie: George Clooney
Nachdem er mit Suburbicon den Coen-Stil schlachtete, versenkt Clooney als Regisseur das Science-Fiction-Genre. Der Film lässt sich gut mit aktuellen Produktionen wie Ad Astra und Life vergleichen, wirkt aber noch unbeholfener. Nicht auf der technischen Seite, denn da erstrahlen die Raumschiffe und Gestirne in detaillierten Bildern. Sehr wohl aber versagt der Film im Bereich der Geschichte, was an dem unrunden Schnitt und den unausgearbeiteten Charakteren liegt. Alleine Clooney in der Hauptrolle erhält Tiefe, alle anderen bleiben flacher als eine Drehbuchseite.
Wirklich zäh ist der Film besonders im mittleren Drittel, danach wird die Handlungsebene im Weltall bevorzugt und es macht mehr Freude. Trotzdem reicht dies nicht aus und alle positiven Aspekte werden durch das unglaublich platte Klischeeende dann zunichte gemacht. Schön: Endlich wieder einmal Raumschiffe und das Hollywoodgefühl im Kino erleben zu können.

:liquid5:

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Baby Blood
BD / Regie: Alain Robak
Zu Beginn der Zirkus, danach das Theater des männlichen Geschlechts und am Schluss die grosse Blutfeier. Mit diesem intelligenten Splatter hat Robak dem französischen Kino einen vergessenen Meilenstein versehen. Der Film überrascht mit viel rotem Saft, lockender Nacktheit und direkten Kommentaren zu Patriarchat und Unterdrückung. Vieles kann mehrdeutig betrachtet werden, die andersartige Perspektive auf Sex und Schwangerschaft überzeugt.

:liquid7:

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Prom Night
BD / Regie: Paul Lynch
Ein Slasher-Film an der High School, ein dunkles Geheimnis, das gerächt wird. Alles schon zu oft erlebt, damals war es allerdings noch fast originell. Doof nur, ist der Film langsam, langweilig und sogar bei den Kills zu zahm. Und wieso dauert diese Tanzszene voller Disco-Musik denn bitte so lange? Das war fast Folter. Jamie Lee Curtis schien am Dreh aber Spass zu haben.

:liquid4:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von SFI » 12.12.2020, 07:01

deBohli hat geschrieben:
11.12.2020, 16:08

The Midnight Sky
Kino / Regie: George Clooney

:liquid5:
Noch schlechter als Ad Astra und das noch mit Kinobonus, der mir fehlen wird. :mad:
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 12.12.2020, 11:37

Leider hat Clooney die Charakterzeichnungen und eigentliche Geschichte völlig zerstört - und in meinen Augen sich selbst zu viel Raum gegeben. Würde der Film mehr im Weltall spielen, dann wäre die Wertung höher ausgefallen.
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von SFI » 12.12.2020, 14:27

Der imdb Schnitt geht aktuell mit deiner Wertung konform, sehr schade. :roll:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von Vince » 13.12.2020, 12:15

Ich stimme dann mal bei allen anderen genannten Filmen zu, gebe lediglich "Stille Nacht" einen Punkt mehr und "Prom Night" einen weniger.

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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 13.12.2020, 20:48

Na, dann könnten wir ja schon fast ein gemeinsames Tagebuch führen. :wink:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 16.12.2020, 16:23

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eXistenZ
BD / Regie: David Cronenberg
Das Farbschema und die Knarre blieben am stärksten in meinen Gedanken haften, sonst wollte sich nicht alles nahtlos zusammenfügen. Die Thematik mit der scheinbaren Realität hat Cronenberg bei Videodrome besser umgesetzt. Trotzdem mag ich diesen Film sehr, was vor allem an den Darsteller*innen liegt.
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Citizen Kane
BD / Regie: Orson Welles
Ganz so falsch war es nicht, Mank zuerst zu sehen. Dadurch erhielten die Charaktere und Szenarien einen Anker in der Realität, das Drehbuch erschien noch genialer. Es zeigte sich, dass dieser Film bis heute zu Recht als grosses Meisterwerk gilt, als ob ich daran gezweifelt hätte. Die Aufnahmen sind genial, das Spiel mit Licht und Schatten sagenhaft, die kritischen Aussagen an Gesellschaft und Bürgertum treffend. Wow.
:liquid10:

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The Straight Story
BD / Regie: David Lynch
Er kann human, gefühlvoll und ruhig – das vergisst man zu schnell. Mit dieser wahren Geschichte bewies Lynch, dass ihm eine geradlinige Geschichte (ein Teil des dreifachen Wortspieles im originalen Titel) sehr wohl liegt. Berührend, schöne Musik, wunderbare Aufnahmen, trockener Humor – was will man mehr.
:liquid8:

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The Creeping Garden
BD / Regie: Tim Grabham, Jasper Sharp
Meine Freundin und ich waren uns zuerst nicht sicher, ob wir eine echte Dokumentation schauten. Schleimpilze, die sich bewegen, die scheinbar intelligente Verhalten an den Tag legen? Noch nie hatten wir von diesen "Pflanzen" gehört und erfuhren dank diesem Film nicht nur einiges über das Thema, sondern erhielten spannende Reflektionen zur Art, wie sich der Mensch in der Welt sieht und positioniert.
:liquid7:

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Rollercoaster
BD / Regie: James Goldstone
Alte weisse Männer stehen in grauen Anzügen herum und versuchen rauchend die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Hach ja, Katastrophenfilme der Siebzigerjahre, wie gleichförmig die sind, trotzdem mit eigenem Reiz. Die Thematik des Vergnügungsparks ist in diesem Beispiel positiv anders, die letzte halbe Stunde rettet den eher trägen Rest.
:liquid6:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 20.12.2020, 19:28

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The Uninvited
BD / Regie: Lewis Allen
Als Gruselgeschichte über ein Haus mit Geisterbesetzung angedacht, ist dieser erstaunlich ruhige und witzige Film ein Familienportrait. Dreiecksbeziehung, Familienerbe, Probleme zwischen zwei Geschwistern – viel zum Erschrecken gibt es nicht. Dafür stimmt handwerklich alles und Gail Russell gefällt in ihrer Rolle.
:liquid7:

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Upgrade
BD / Regie: Leigh Whannell
Klar, der Plot ist sehr generisch, Whannell legt mit dem Film trotzdem ein rasantes Stück vor, das mit hübschen Bildern aus der Zukunft glänzt. Gutes Tempo, dreckige Action und ein Logan Marshall-Green, der sich körperlich fast verausgabt. Restart and reboot yourself.
:liquid7:

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Hereditary
BD / Regie: Ari Aster
Mit Freunden schon lange angedacht, jetzt endlich ausgeführt; die Ari-Aster-Nacht. Und siehe da, das Erstlingswerk des Regisseurs empfand ich in der Zweitsichtung dichter und besser strukturiert als damals im Kino. Jetzt fallen die genialen Details auf, jetzt ist das Ende passend und nicht übertrieben. Das Schauspiel dringt in die Knochen, die Bilder und Klänge wurden perfekt ausgeführt.
:liquid10:

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Midsommar – Director’s Cut
BD / Regie: Ari Aster
Der Abend dauerte an, die fast drei Stunden lange Fassung von Midsommar wurde eingelegt. Nein, gegenüber den Kino-Cut boten die zusätzlichen Szenen für mich keinen Mehrwert. Bereits etablierte Punkte wurde unnötig wiederholt, gewisse Längen taten sich auf. Weiterhin ein sehr starker Film, der sich weit vom Horror-Genre entfernt – der kürzeren Version würde ich einen Punkt mehr vergeben.
:liquid8:

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The Beguiled
Streaming, Netflix / Regie: Sofia Coppola
Neben Kirsten Dunst begeisterte mich in dem Film vor allem die Kameraarbeit. Tolle Ausleuchtung, wundervolle Naturaufnahmen, der lauernde Krieg durch bedrückende Stimmung und Nebel fühlbar gemacht. Sonst aber bleibt Coppola mit diesem historischen Kammerspiel dem Slowcore treu, geniesst das Nichts und berührt mit dieser Neuverfilmung der Buchvorlage selten.
:liquid7:

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Silent Night, Deadly Night Part 2
BD / Regie: Lee Harry
Natürlich, die ersten 40 Minuten sind zusammengeschnittene Szene vom ersten Teil – trotzdem entwickelt sich diese hanebüchene Fortsetzung zu einer Trash-Granate. Eric Freeman schreit "Garbage Day!", lässt dazu seine Augenbrauen tanzen und streift am Ende das Weihnachtsmannkostüm über. Etwas Blut, viel Schauspiel zum Fremdschämen, herrlich miserable Unterhaltung für die Weihnachtszeit.
:liquid2:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 23.12.2020, 09:00

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Beastie Boys Story
Streaming, Apple TV+ / Regie: Spike Jonze
Die Musik des verrückten Trios habe ich selten gehört, einzelne Hits kenne ich natürlich seit Jahren. Die Hybridform aus Dokumentation und Bühnenshow fesselte mich trotzdem, erzählen Mike Diamond und Adam Horovitz die Bandgeschichte nicht nur humorvoll und bunt, sondern ehrlich und an den richtigen Stellen kritisch.
:liquid7:

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Boys State
Streaming, Apple TV+ / Regie: Amanda McBaine, Jesse Moss
Amerika macht mir teilweise Angst, diese Dokumentation über das Politik-Camp in Texas zeigt sehr gut auf wieso. Eine polarisierte Gesellschaft, eine gefährliche Vermischung von neoliberalen und erzkonservativen Gedanken, die Religion als Zentrum der Kultur, das lustvolle Auskosten des Patriarchats. Als Teenager werden die Jungs (nein, Frauen dürfen bei diesem Camp nicht mitmachen, schliesslich sollen nur Männer über Themen wie Abtreibung diskutieren dürfen) bereits in die Bahnen gelenkt und lernen, wie man das Land regieren soll. Etwas mehr Reflektion hätte dem Film aber gut getan.
:liquid7:

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The Mandalorian – Season 2
Streaming, Disney+ / Regie: Diverse
Es war für mich eine Art Erlösung, als der Mauskonzert mit der ersten Staffel bewies, dass sehr wohl interessante (und ansprechend geschriebene) Geschichte aus dem Star-Wars-Universum erzählt werden können. Leider gelingt dies bei der zweiten Staffel weniger gut, auch wenn alle Elemente am richtigen Platz liegen. Die Serie um den maskierten Mann und sein merkwürdiges Kind verliert sich in redundanten Strukturen und Abläufen, Action ohne emotionale Bindung und nervigem Fanservice.
Tja, ich fand die letzte Episode und deren Auflösung zum Kotzen. Wo blieb das Versprechen, endlich eine Geschichte zu erzählen, die losgelöst von den bisherigen Filmen passiert? Die Macher nutzen die acht Episode lieber, bekannte Schauplätze, Figuren und Gegenstände einzubringen, vergessen dabei die subtile Erzählkunst und gelungenen Drehbücher. Schwankungen in Stil und Stimmung, billige Wow-Effekte, der Fingerzeit auf Aspekte, die Marken-Nerds einen Ständer hinzaubern.
Was bleibt: Eine wunderschön gemachte Show im SW-Kosmos, die zwar besser ist als alle Filme, welche Disney im Franchise veröffentlicht hat, sich aber immer stärker in der Konzernwelt verlor und jegliche Eigenständigkeit über Bord geworfen hat.
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von SFI » 23.12.2020, 15:23

Den Mando unterschreibe ich dir!
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von LivingDead » 27.12.2020, 13:40

Bei Mando sehe ich den Unterhaltungsfaktor deutlich höher. In meinem Bekanntenkreis tummeln sich einige SW-fans (selbst bin ich allerdings keiner :oops: ), die sich beim Sichten der Serie gar 40 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt fühlten. Also irgendwo scheint sie jedenfalls schon zu triggern.

Das Storytelling sehe ich ebenfalls besser, orientiert es sich doch eher am anachronistischen Prinzip der abgeschlossenen Folge (ähnlich eines Stargate) wie in klassischen 90er-Serien. Dass der rote Faden dann keine großartige Offenbarung darstellt, kann ich im Blockbuster-Sujet (vor allem im SW-Blockbuster-Sujet ;) ) verschmerzen.
Mit freundlichem Gruß
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von SFI » 27.12.2020, 15:13

Bekäme ich als Trekkie solch eine Hommage geboten, würde ich ähnlich jauchzen. Dramaturgisch ist da aber objektiv nicht viel zu holen. Mando erinnert dahingehend am ehesten an die Hercules Serie mit besseren VFX. :lol:
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von LivingDead » 27.12.2020, 16:45

Ja, dass die Serie ein ordentlicher Blender ist, bleibt unbestritten. Aber eben ein ordentlicher... :lol:
Mit freundlichem Gruß
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 29.12.2020, 10:14

LivingDead hat geschrieben:
27.12.2020, 13:40
Das Storytelling sehe ich ebenfalls besser, orientiert es sich doch eher am anachronistischen Prinzip der abgeschlossenen Folge (ähnlich eines Stargate) wie in klassischen 90er-Serien. Dass der rote Faden dann keine großartige Offenbarung darstellt, kann ich im Blockbuster-Sujet (vor allem im SW-Blockbuster-Sujet ;) ) verschmerzen.
Das stimmt, ich habe nichts gegen das "Monster-Of-The-Week"-Prinzip. Bei einer Serie, die nur aus 8 Folgen pro Staffel besteht, sollte diese Methode allerdings spärlich angewandt werden und nicht bei mehr als der Hälfte der Folgen.
Geblendet wird man bei der Serie wirklich. Nur leider wird die Sicht halt zu schnell wieder klar und man sieht die Wüste unter der Sonne.
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Re: Filmtagebuch: deBohli

Beitrag von deBohli » 05.01.2021, 13:06

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His House
Streaming, Netflix / Regie: Remi Weekes
Horror ist im Film dann am besten, wenn er als Metapher angewandt wird. Und das gelingt bei diesem Debütwerk sehr gut. Die Fragen nach Heimat, Integration und Migration werden interessant dargestellt, schon früh wird man gehörig erschreckt. Trotzdem verkommt kein Schock zu einem Selbstzweck und das Ende ist ein Schrei nach mehr Menschlichkeit.
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What Did Jack Do?
Streaming, Netflix / Regie: David Lynch
Lynch verhört ein Affe, der scheinbar an einem Huhn ein Mord begangen haben soll. Statisch in Schwarzweiss gefilmt, voller Phrasen und Sprichwörter, absurd, kurz und verwirrend. Typisch für den Regisseur, irgendwie zu schräg für mich.
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The Lego Star Wars Holiday Special
Streaming, Disney+ / Regie: Ken Cunningham
Was man sich an den Weihnachtstagen nicht alles anschaut, obwohl mich vor Star Wars ja eher graut. Trotzdem, dieses animierte Special bot einige Lacher. Vor allem dann, wenn die Seitenhiebe auf die profitgierigen Entscheidungen von Disney abzielen. Sonst: Clip-Show, Kalauer, eher an Kinder gerichtet. Und zum Glück Lichtjahre vom damaligen Holiday Special entfernt.
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Network
BD / Regie: Sidney Lumet
“I'm mad as hell and I'm not gonna take it anymore!" Ja, so etwas sollte heute wieder passieren. Zwar gilt das Fernsehen im Gegensatz zu den neuen Medien (wie Streaming, Social Media) noch eher als verlässlich, die Wahrheit wird aber immer mehr vergraben. Darum ist dieser Film weiterhin sehr aktuell und zeigt gut auf, wie manipulativ überall vorgegangen wird.
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Dead End Drive-In
BD / Regie: Brian Trenchard-Smith
Man landet im Autokino, wird von der Polizei bestohlen, kann nicht mehr weg und muss in einem Miniabbild der australischen Gesellschaft überleben. Verrückt, in diesem Film scheinbar die dystopische Realität. Fremdenhass, Gewalt, sozialpolitische Versäumnisse und Mad-Max-Action: Das geht nicht ganz rund zusammen und hätte überdrehter sein dürfen, trotz Achtzigerüberfluss.
:liquid5:

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Tokyo Drifter
BD / Regie: Seijun Suzuki
Das ist kein Gangster-Film, das ist ein Kunstprojekt. Hier werden Inneneinrichtung und die farbliche Gestaltung der Sechzigerjahre als Hintergründe für stillvolle Figuren und wilde Kameraeinstellungen genutzt. So kapiert man inhaltlich wenig, wird dafür von der Machart und Ästhetik mehr als abgeholt.
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Room 237
BD / Regie: Rodney Ascher
Von The Shining handelt diese Dokumentation nicht, sondern von dem obsessiven Verhalten der Menschen. In der eigenen Verlorenheit findet man überall Zeichen, scheint als einzige Person die Wahrheit entdeckt zu haben und steigert sich immer weiter in den Wahn. Kubricks Film ist ein Beweis für die Fälschung der Mondlandung, steht für den Genozid an indigenen Völker oder sonstige Theorien. Den Sprecher*innen zuzuhören macht zuerst Spass, dann Angst, diese Doku reisst Abgründe auf. Und ist sehr gut geschnitten.
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Daisies
BD / Regie: Věra Chytilová
Feminismus, Surrealismus, Lust an der Zerstörung, Krieg und Chaos. Der experimentelle Film aus der Tschechoslowakei ist bis heute überraschend, unterhaltsam und voller interessanter Ideen. Die beiden Hauptdarstellerinnen tragen den Reigen ohne Mühe, Musik und kunstvoller Schnitt vollenden das Werk.
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Ikarie XB 1
BD / Regie: Jindřich Polák
Noch vor 2001 brachte dieser Film in schwarzweissen Bildern das Mysterium des Alls auf die Kinoleinwand. Mit tollen und den Sechzigerjahren entsprechenden Sets, gelungenen Rätseln in der Geschichte und packender Stimmung. Wie schön elegant so ein Tanz in der Rakete doch sein kann.
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Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau
Streaming, Filmingo / Regie: Ansgar Niebuhr
Meine Freundin Conny wollte diesen Film gucken, da habe ich gerne mitgemacht. Nur leider war die Conni weniger taff als erwartet, die Geschichte ohne Tiefe oder Moral und die Animationen lieblos. Davon habe ich mir, besonders wegen dem süssen Kater und dem frechen Waschbären, mehr erhofft.
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Wildland
Streaming, Filmingo / Regie: Jeanette Nordahl
Familie ist wichtig, Blut dicker als Wasser? Ja, eigentlich schon. Doch wie lange verteidigt man seine Verwandten? Wieso sucht eine 17-Jährige weiterhin bei der Gangster-Tante Zuflucht, wenn alles um sie herum zerbricht? Und wieso entschied man sich, am Ende des Filmes die erzählerische Perspektive komplett zu kippen? Trotz den guten Bildern unausgegoren.
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Raw
DVD / Regie: Julia Ducournau
Ich werde niemals in Frankreich Veterinärwesen studieren, das geht ja übel zu und her auf dieser Universität. Und dann beginnt eine Erstklässlerin plötzlich ihre Mitmenschen anzuknabbern, aufzuessen. Blutig, dreckig und roh wird die Geschichte erzählt. Mitreissend gespielt und als wunderbare Metapher für sexuelles Erwachen und Leistungsdruck von aussen.
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Jacob’s Ladder
DVD / Regie: Adrian Lyne
Ein Kuriosum zwischen Verschwörungsthriller, Traumabewältigung und Umgang mit dem Tod. Die geschichtete Erzählweise macht den Film aufregend, die Bilder gehen unter die Haut. Und Tim Robbins in der Hauptrolle gefällt sehr. Ich mag solche undurchsichtigen Erzählungen.
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Spider
DVD / Regie: David Cronenberg
Wie verarbeitet man ein schlimmes Trauma, das man in der Kindheit erleben musste? Nur schwerlich, wie dieser Film aufzuzeigen versucht. Leider aber wollte mich der Inhalt nie packen, die langsame Erzählweise und kammerartigen Settings halfen ebenso wenig. Ralph Fiennes gibt alles, Cronenberg erreicht seine Meisterklasse leider nicht. Alles bleibt so braun.
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Sightseers
DVD / Regie: Ben Wheatley
Mit seinem dritten Film hat Ben Wheatley ein rabenschwarzes Spiel um Liebe, Komik und Aggression geschaffen. Der Kontrast zwischen biederer Landumgebung und der aufkeimenden Mordeslust der Hauptpersonen ist herrlich schräg, die Totschläge erstaunlich blutig. Dazu ein kleiner Spritzer Surrealismus und englische Eigenheiten.
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