13 (Tzameti) gute
Recht spannende Geschichte, relativ straff erzählt, die sich nicht mit unnötigen Nebenschauplätzen aufhält. Man erfährt nur etwas über den Hauptdarsteller (Immigrant, arm, hält sich und Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser). Als er das Dach eines offensichtlich älteren, drogenabhängigen Mannes repariert, bekommt er mit, dass dieser sehr viel Geld verdienen kann und täglich auf einen Brief wartet, der dies in Aussicht stellt. Als dieser eintrifft, stirbt der Mann jedoch an einer Überdosis und Sebastien nutzt die Chance um an dessen Stelle an das große Geld zu kommen. Er folgt den Instruktionen in dem Brief und ist plötzlich mittendrin in einem tödlichen Spiel um russisches Roulette und viel Geld...
Interessanterweise werden die Beziehungen der einzelnen Personen nicht mal im Ansatz näher erläutert. Frau, Kind und Mann mit denen Sebastien zusammenlebt sind zwar klar als Familie zu verorten, aber in welchem Verwandschaftsverhältnis sie stehen, wird nicht näher erwähnt (Schwester, Bruder, Mann, Ehefrau?). Ebenso verhält es sich mit der Frau, die mit dem älteren Herrn zusammenlebt: ist sie seine Frau oder seine Tochter oder gar nur eine Haushälterin? Einzig durch die rüde Ansprache, weiss man zumindest recht schnell was sie von ihm hält. Beim Spiel selbst verhält es sich genauso, jeglicher Background der Personen bleibt im Unklaren und fast alle definieren sich nur durch ihre Verhaltensweise, nicht einmal Namen spielen eine Rolle. Einzige Ausnahmen bilden bei den Teilnehmern zwei Männer, die ausdrücklich als Brüder vorgestellt werden und einen deutschen Teilnehmer und dessen Kandidaten, die sich in ihrer Muttersprache unterhalten.
Da sich der Film wie beschrieben nicht mit viel Nebenschauplätzen aufhält, ist der Großteil des Filmes dem Spiel an sich gewidmet, dass eine unheimliche Dynamik entwickelt. Jeder der ausscheidet, wird einfach weggetragen, wie gebrauchte Ware einfach entsorgt und die nächste Runde beginnt mit leicht veränderten Spielregeln. Zwischen den Runden wird einem kaum Zeit gelassen um Luft zu holen. Leider lässt der Schluss dann etwas vermissen, er bewegt sich dann doch wieder auf zu konventionellen Bahnen und dadurch verliert der Film etwas von dem Bonus den er sich bis dahin erarbeitet hat. Was bleibt ist ein durchgängig spannender, kleiner Film, dem leider der Schluss etwas von seinem Flair nimmt.