
Versatzstückflickwerk mit Schockerbrochenem, dass es einem hochkommt. Stets darum bemüht, den Zuschauer quasi im Takt zu erschrecken, kandidelt der wenigstens handwerklich solide-splattrige Horrorstreifen sämtliche Klischees über, dass die Schwarte kracht. Alleine die Opening Sequence schreit nur so nach "Scream", ohne dabei parodistisch rüberzukommen. Dann etwas Clownshorror, Krankenhaus- und "Fremde-Stockwerke"-Grusel, ein bisschen Körperhorror, Wackelgestalten, Asiaeinflüsse und All American-Teens, schön luftdicht zu einem Würfel komprimiert, den es dem Konsumenten mit einem Haps im Hals zu versenken gilt. Funktioniert ja auch - aber nicht, ohne dass es dem Sehnervvergewaltigten anschließend wieder den Rachen hochkrabbelt. Nächstes Mal am besten weniger Stileinflüsse verarbeiten. Danke.
Running on Karma

Ein sich allen Genresparten bedingungslos verweigerndes Spektakel. Der absolute Wahnsinn, was da aus allen Richtungen verbraten wird. Alleine schon Andy Lau im Muscle Suit (der so geschmeidig aussieht, dass er künstlich wirkt, was seine Wirkung aber nur verstärkt) ist es wert. "Running on Karma" ist besonders in der ersten Hälfte formell gesehen eine absolute Offenbarung, bei der man sich die ganze Zeit fragt: gucke ich da jetzt ne Komödie, nen Thriller, nen Actionfilm, ein Drama, Fantasy, Horror oder hab ich einfach nur nen Fiebertraum?
Die sich merkwürdig gut vereinenden Einzelteile halten sich leider nicht über den kompletten Film, später wird's beliebiger, was auch damit zusammenhängt, dass der Inhalt zunehmend in den Vordergrund drängt. Der hängt zwar logisch mit der Form zusammen, möchte aber nicht ganz so sehr begeistern, und irgendwie fühlt es sich an, wie wenn ein Künstler seinen Zaubertrick verrät: man wird ein Stück weit desillusioniert.
Trotzdem ein Gebrate, wie man es eigentlich auch nur aus Hongkong erwarten kann. Empfehlenswert der schieren Kuriosität wegen.










