Leider tappe ich weiterhin einmal pro Jahr in die Marvel-Falle.
The Undercover Man
BD / Regie: Joseph H Lewis
(Noirvember 22-16) Joseph H Lewis hat sich mit dem Film Noir «The Undercover Man» den Ermittlern zugewandt, die selten im Rampenlicht stehen. Glenn Ford durchkämmt Buchhaltungstabellen, suchte Personen in den Strassen der Stadt und bangt um die Sicherheit seiner Frau.
Das ist angenehm anders, benötigt selten viel Aciton und weiss dank dem Schnitt und den gelungenen Dialogen eine durchgängige Spannung aufzubauen.
Heidi und Peter
Kino / Regie: Franz Schnyder
Der Alp-Öhi ist ein guter Typ, das zeigt sich nicht nur dann, wenn er als Samichlaus die Schule besucht oder den Rollstuhl von Klara am liebsten zerschmettern würde. Zum Glück, denn in «Heidi und Peter» gibt es keinen Spannungsbogen oder klare Geschichte, sondern der Alltag der Figuren, denen man zusieht.
Der Film von Franz Schnyder ist gut inszeniert, voller unfreiwillig komischer Dialogzeilen, und einer Heidi, die gar nicht so wichtig ist. Dafür gibt es geschäftige Geologen, verkohlte Cervelats, Unwetter und einen schwadronierenden Buttler.
Mad Heidi
Kino / Regie: Johannes Hartmann
Der Crowdfunding-Erfolg, das Swissploitation-Fest, die Verballhornung des Heidi-Mythos. Sehr gespannt war ich auf «Mad Heidi» von Johannes Hartmann, der Trailer sah nicht schlecht aus. Doch leider überzeugt an diesem Trash-Film wenig, nicht einmal die blutigen Momente.
Wie bereits «Iron Sky» lebt die Geschichte um das kämpferische Heidi davon, dass gewalttätige Ideen mit einer unschönen, glattpolierten Optik, einem unendlichen und ermüdenden Zitatereigen, Kampfszenen und treibenden Sounds kombiniert werden. Könnte funktionieren, ist aber erstaunlich schleppend und langweilig, mit unlustigen Witzen und einer Herangehensweise an den Trash, die keine Freude macht.
Dass der Film existiert, ist zwar ein beachtliches Ereignis, leider aber spürt man wenig von der Leidenschaft und dem Anspruch in «Mad Heidi». Nie nimmt sich der Film ernst, schlägt dir lachend ins Gesicht und schreit dazu: «Schau mal, wie lustig diese Idee ist! Wie doof! Und wir haben es durchgezogen! Haha!» Immerhin zeigt sich bei Casper Van Dien der Spass am Projekt auf der Leinwand.
Drive A Crooked Road
BD / Regie: Richard Quine
(Noirvember 22-17) Mickey Rooney möchte als Eddie in «Drive A Crooked Road» doch bloss ein ruhiges Leben führen, sich den Autos widmen und später in Europa Rennen fahren. Dank einer verführerischen Frau wird das Dasein aber rasch kompliziert. Bis zum bitteren Ende, ist die Produktion von Richard Quine schliesslich ein Film Noir.
Dank dem guten Drehbuch, dem ruhigen Aufbau und den vielschichtigen Figuren macht es viel Freude, der Geschichte beizuwohnen. Die Action-Momente sind packend, die Hoffnungen und Träume der Hauptfigur nachfühlbar.
