Filmtagebuch: Vince

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Vince
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Beitrag von Vince » 16.03.2009, 22:19

Sindbads 7. Reise
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Aaaaah... Kindheitsklassiker! Wunderschöner Abenteuerfilm, dabei kein bisschen zäh wie viele andere anspruchslose Nostalgieschinken, sondern immer noch unverschämt unterhaltsam - selbst in den Momenten, wo Harryhausen nicht am Werke ist und "nur" die Magie des Abendlandes verströmt wird. Highlights sind natürlich trotzdem Harryhausens immer noch attraktive Spezialeffekte: der Zyklop, die Vögel mit zwei Köpfen, der Drachen, das kämpfende Skelett.
Jetzt hab ich auch wieder unheimlich große Lust auf Michael Bays kommende "Prince of Persia"-Verfilmung...
:liquid7: - :liquid8:

Herr der 3 Welten
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Mit der Gulliver-Verfilmung versucht sich Harryhausen in erster Linie an optischen Tricks und Größenverhältnissen, die an "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" erinnern, ohne an dessen Abwechslungsreichtum anknüpfen zu können (überwiegend sieht man halt große Menschen vor kleinen Menschen). Die Szenen im Schloss erinnern ungemein an die Tricks, die in "Frankensteins Braut" Anwendung fanden (die Zwergenmenschen in den Gläsern).
Wiederum ist der Unterhaltungswert erstaunlich hoch, wie man es im Vorfeld nie erwarten würde.
:liquid7:

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Beitrag von Vince » 20.03.2009, 11:48

Hass - La Haine
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Schwer zu sagen, aber irgendwas hat mich gestört. Vielleicht die Semi-Konstruiertheit? Dieses unnatürliche Gemisch aus realen Ghetto-Einblicken und esoterischem, metaphorischem Geschwafel, das vorne und hinten nicht zusammenpasst? Ja, das mag es gewesen sein...
Trotzdem, und obgleich dieselbe Geschichte zum tausendsten Mal aus einem anderen Blickwinkel erzählt wird: "La Haine" hebt sich dadurch hervor, dass die Probleme erst manifestiert werden, wenn etwas Schreckliches geschehen ist. Die von Vincent Cassel, Hubert Kounde und Sato Taghmaoui gespielten Jugendlichen realisieren die Abwärtsspirale nicht, Taghmaouis Figur erahnt sie allenfalls (ohne sie dann weiter ernst zu nehmen) und wenn die Gewalt dann auftaucht, kommt sie plötzlich und abrupt. Die Plötzlichkeit wird hervorragend dargestellt und das macht so manchen Mangel wieder wett.
:liquid6:

Jason und die Argonauten
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Gilt als einer DER großen Filme mit Beteiligung Harryhausens, was ich so nicht nachvollziehen kann, reiht er sich doch nahtlos in die Gruppe der anderen ein, ohne sonderlich besser oder schlechter zu sein. Stilistisch gefallen mir die "Sindbad"-Filme noch mehr, aber das ist Geschmackssache. Die Tricks, diesmal u.a. ein mehrköpfiges Ungeheuer, ein Bronzekrieger und ein riesiger Neptun in einer Wasserschleuse, sind mal wieder vom Feinsten.
:liquid7:

Die geheimnisvolle Insel
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Harryhausens Tricks wirken auf den ersten Blick diesmal etwas Bodenständiger, weil sie überwiegend normale Tiere (eine Biene, eine Krabbe) in überdimensionalen Ausmaßen zeigen; allerdings befinden sie sich technisch auf allerhöchstem Niveau, was man vor allem an der Interaktion mit den realen Akteuren sieht, für die auch mal zu Zwecken von Nahaufnahmen Kulissen zum Einsatz kamen.
Das Rahmengerüst ist simpel, hat jenseits der Tricksequenzen aber soviel Dynamik zu bieten wie die allerwenigsten anderen Filme seiner Art.
:liquid7:

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Beitrag von Elkjaer-Larsen » 20.03.2009, 12:34

Vince hat geschrieben:Sindbads 7. Reise
Bild
Aaaaah... Kindheitsklassiker! Wunderschöner Abenteuerfilm, dabei kein bisschen zäh wie viele andere anspruchslose Nostalgieschinken, sondern immer noch unverschämt unterhaltsam - selbst in den Momenten, wo Harryhausen nicht am Werke ist und "nur" die Magie des Abendlandes verströmt wird. Highlights sind natürlich trotzdem Harryhausens immer noch attraktive Spezialeffekte: der Zyklop, die Vögel mit zwei Köpfen, der Drachen, das kämpfende Skelett.
Jetzt hab ich auch wieder unheimlich große Lust auf Michael Bays kommende "Prince of Persia"-Verfilmung...
:liquid7: - :liquid8:
Was liebe ich diese Filme. Auch die beiden Sindbad-Filme aus den 70gern
sind Knaller.

Hass - La Haine hat mich ebenfalls nicht komplett überzeugt. Hab den allerdings auch erst einmal gesehen.

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Fäb
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Beitrag von Fäb » 20.03.2009, 12:50

"Jason und die Argonauten" ist von den Harryhausen-Filmen die ich kenne (naja sind nur Sindbad und der von den Sandalenfilmen und Mr. C und Tarantula aus dem Horror-Bereich) der geilste und verdient noch 1-2 Punkte mehr 8-) allein schon der Kampf mit den Skeletten am Ende ist EPIC!!! :D Im Berliner Filmmuseum ist der Setaufbau (kA ob das die Originalfiguren sind) samt Erklärung zur Rückprojektionstechnik ausgestellt, sehr geil!

Und "La Haine" strafst du auch etwas zu sehr ab, der Film ist von 1995, also gleich alt wie "Kids", und davor gabs glaub ich noch nicht so ne Flut an solchen Ghettogangsterjugenddramafilmen, also zumindest zeitgemäße Werke - komm mir jetzt nicht mit Sachen wie "...denn sie wissen nicht was sie tun" :lol: Kann auch sein, dass der bei mir 'n Stein im Brett hat weil ich den mit 16-17 das erste mal gesehen hab und er damals einen tieferen Eindruck gemacht hat da diese Filme dann irgendwie Kult waren. Hab die DVD seit einigen Monaten hier rumfliegen und wird demnächst endlich mal wiederholt der Film, mal sehen ob er meinen gewachsenen Ansprüchen gerecht werden und dem alten Bild in meinem Kopf standhalten kann ;)

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Beitrag von Sir Jay » 20.03.2009, 15:38

der sindbad film ist echt geil, absoluter Kult...genauso wie derJason film...ich erinnere mich noch genau an die Szene, wo er der riesen Statue den Stöpsel aus der Ferse zog, bis das Blut herausgeflutet is...das war entertainment :lol:

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Beitrag von Vince » 20.03.2009, 17:36

Fäb hat geschrieben:"Jason und die Argonauten" ist von den Harryhausen-Filmen die ich kenne (naja sind nur Sindbad und der von den Sandalenfilmen und Mr. C und Tarantula aus dem Horror-Bereich) der geilste und verdient noch 1-2 Punkte mehr 8-) allein schon der Kampf mit den Skeletten am Ende ist EPIC!!! :D
Schon, wobei ich ja sagen muss, der Kampf mit dem einen Skelett in dem ersten Sindbad-Film gefiel mir viel mehr. Wahrscheinlich, weil die vielen Viecher in "und die Argonauten" einfach nur sinnlos druffkloppen, bei dem Einzelskelett gibbet wenigstens ne Choreografie.
D! würde mir zustimmen. :lol:

Und "La Haine" strafst du auch etwas zu sehr ab, der Film ist von 1995, also gleich alt wie "Kids", und davor gabs glaub ich noch nicht so ne Flut an solchen Ghettogangsterjugenddramafilmen, also zumindest zeitgemäße Werke - komm mir jetzt nicht mit Sachen wie "...denn sie wissen nicht was sie tun" :lol:
Ok kann sein dass mir die Art Film inzwischen zum Teil nur noch aufn Sack geht. ;) Hauptsächlich aber hab ich ja eher Kritik daran geübt, dass das Halbphilosophische (zB die inneren Monologe mit dem zentralen Leitsatz - auch wenn der recht gut passt - oder diese Kackgeschichte von dem alten Mann auf dem Klo) sich mit dem Authentizitätsanspruch beißt. Das verleiht dem Film so was... ja, im ofdb-Forum würde man sagen, Prätentiöses. :lol:

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Beitrag von Fäb » 20.03.2009, 19:59

Vince hat geschrieben:
Und "La Haine" strafst du auch etwas zu sehr ab, der Film ist von 1995, also gleich alt wie "Kids", und davor gabs glaub ich noch nicht so ne Flut an solchen Ghettogangsterjugenddramafilmen, also zumindest zeitgemäße Werke - komm mir jetzt nicht mit Sachen wie "...denn sie wissen nicht was sie tun" :lol:
Ok kann sein dass mir die Art Film inzwischen zum Teil nur noch aufn Sack geht. ;) Hauptsächlich aber hab ich ja eher Kritik daran geübt, dass das Halbphilosophische (zB die inneren Monologe mit dem zentralen Leitsatz - auch wenn der recht gut passt - oder diese Kackgeschichte von dem alten Mann auf dem Klo) sich mit dem Authentizitätsanspruch beißt. Das verleiht dem Film so was... ja, im ofdb-Forum würde man sagen, Prätentiöses. :lol:
soso, du fändest es also besser wenn man die Figuren komplett stumpfsinning anlegen würde - oder aber eine komplett verkopfte Sichtweise das Ganze deckelnd würde?! Aber halbphilosophisch ist nur möchtegern und prätentiös? Aber wie gesagt, ich muss den Film nochmal sehen, kann mich nicht mehr im Detail an alles erinnern. ;)
Und geh mir bloß wech mit dem ofdb-Forum, lese da mittlerweile schon kaum noch mit, geschweige dass ich mich da in Diskussionen beteilige :twisted:

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Beitrag von Vince » 20.03.2009, 21:48

Fäb hat geschrieben: soso, du fändest es also besser wenn man die Figuren komplett stumpfsinning anlegen würde
Die Figuren ja! Nicht aber die Perspektive auf die Figuren. Ist ein Unterschied.
- oder aber eine komplett verkopfte Sichtweise das Ganze deckelnd würde?!

Wäre mal ein interessanter Ansatz. :lol:
Aber halbphilosophisch ist nur möchtegern und prätentiös?

Na nu mach mal halblang, so hab ich das gar nicht gesagt. ;)
Und geh mir bloß wech mit dem ofdb-Forum, lese da mittlerweile schon kaum noch mit, geschweige dass ich mich da in Diskussionen beteilige :twisted:
Meine Beteiligung ist da auch massiv zurückgegangen und plötzlich war ich Stammuser. :lol: Hab denen auch gesagt, dass ich jetzt nicht großartig da mitmachen kann und werde, aber es geht da wohl anscheinend auch um Verdienste in der ofdb-Datenbank...
Die Userschaft ist aber wirklich zum Teil vollkommen panne geworden da... manchmal hab ich das Gefühl, wir Liquidianer sind die letzte Bastion der Intelligenz.

:lol:

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Beitrag von Fäb » 20.03.2009, 23:05

Vince hat geschrieben:
Und geh mir bloß wech mit dem ofdb-Forum, lese da mittlerweile schon kaum noch mit, geschweige dass ich mich da in Diskussionen beteilige :twisted:
Meine Beteiligung ist da auch massiv zurückgegangen und plötzlich war ich Stammuser. :lol: Hab denen auch gesagt, dass ich jetzt nicht großartig da mitmachen kann und werde, aber es geht da wohl anscheinend auch um Verdienste in der ofdb-Datenbank...
Die Userschaft ist aber wirklich zum Teil vollkommen panne geworden da... manchmal hab ich das Gefühl, wir Liquidianer sind die letzte Bastion der Intelligenz.

:lol:
:00000694 Yeah, baby! So schauts doch aus :lol:

PS: Da wir mir diesbzgl. etwas unheimlich sind, geh ich mal schnell noch ein paar Zellen abtöten, ich hab ja als Liquidianer zuviel davon! :drunk:

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Beitrag von DocVirus » 22.03.2009, 10:27

Vince hat geschrieben:***7***
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WIESO SEHE ICH JETZT ERST DAS DEIN REVIEW FERTIG IST ????
Asche auf mein Haupt. Die ersten grob überflogenen Sätze lassen mal wieder auf ein gelungenes Puzzleteil zu deinem Meisterwerk schließen.
Habe mir erst Mal alles ausgedruckt und werde es nun in Ruhe lesen.
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Beitrag von Vince » 22.03.2009, 18:55

DocVirus hat geschrieben: WIESO SEHE ICH JETZT ERST DAS DEIN REVIEW FERTIG IST ????
Weiß ich auch net, du Blindfisch! :lol:
Aber danke fürs ausführliche Lesen mit Ausdrucken und so, das dürften wohl die wenigsten machen. Da lohnt es sich dann doch, solche Romane zu schreiben!


Sindbads gefährliche Abenteuer
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Wie ein Remake von "Sindbads 7. Reise", das die gleiche Geschichte im gleichen Handlungsverlauf nochmals erzählt, bis hin zum Endkampf zweier Fabelwesen, dabei aber die vielleicht überwältigendeste Märchenwelt und die coolsten Kreaturen aus der Harryhausen-Schmiede überhaupt zu bieten hat. Schon jenseits der Stop Motion-Effekte hat kein Film der Reihe besser funktioniert, alleine schon wegen der schelmischen Ausstrahlung von Sindbad-Darsteller John Phillip Law im Matthew McConaughey / Hugh Jackman-Stil und der wohlbemoppten Caroline Munro, die einfach nur geil aussieht. Bei den Fabeltieren ragt vor allem der pottenhässliche Zentaurenzyklop heraus sowie die sechsarmige Kali, deren Auftritt wohl DAS Meisterwerk Harryhausens ist.
:liquid8: , weil hier nicht Originalität zählt, sondern Schauwerte und Märchenfeeling.

Gridlock'd
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Netter Film über den Wahnsinn der US-Bürokratie, erzählt aus der Perspektive zweier Gestalten aus der Ghetto-Unterschicht der Gesellschaft. Wegen Tupac Shakurs Mitwirken besteht die Gefahr, dass der Film überidealisiert ist, denn so temporeich und kurzweilig er ist, so wenig steckt letztendlich dahinter.
:liquid6:

Bild

Das Bild zweier Erdnüsse in einer verschrumpelten Hülse beschwört sich nicht erst dann als Metapher, wenn die zweite Urne der ersten in einem kleinen Kasten beigesetzt wird. Zwei Todkranke, die auf ihre letzten Tage nochmal ein Abenteuer erleben und all das tun wollen, was sie nie geschafft haben, das hört sich auf dem Papier nach einem astreinen "Knockin' on Heavens' Door"-Klon an. Der Vergleich stellt sich aber nur bedingt, findet Rob Reiner doch einen ganz anderen Ansatz, mit dem Thema umzugehen. Die Gemeinsamkeiten vereinen sich in genreüblichen Moralklischees nach dem "Carpe Diem"-Prinzip, dem leider einige stereotype Charaktere (Morgan Freemans Frau, Jack Nicholsons Privatsekretär) dienen, die den erfrischenden Dialogansätzen zwischen den sehr gut aufgelegten Hauptdarstellern immer wieder ein Bein stellen. Wäre nicht das sorglose Fügen dieser dummen, dummen Charaktere in die Schablonie der dramatischen Komödie, "Das Beste kommt zum Schluss" hätte eine wahrlich wundervolle Komödie dramatischen Schlags werden können. Das Ende des Films, eine romantische Variante der "Sieben"-Schlusspointe, gibt Zeugnis davon ab.
:liquid5:

Brügge sehen... und sterben?
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Obwohl von der Werbung in die wohlbevölkerte Ecke der "Pulp Fiction"- und "Snatch"-Epigone verbannt, und obwohl Bestandteile der designierten Gangsterkomödie sich vorfinden lassen, ist "Brügge sehen... und sterben?" von erfrischender Andersartigkeit. Ein belgischer Kulturort mit bürgerlich-mittelalterlichem Flair und ein urbaner Profikiller, der negativ darauf reagiert. Wenn diese prickelnde Ausgangssituation nun doch wieder mit "wer-erschießt-wen"-Konstellationen, mit skurrilen Zufällen, mit Gangsterprinzipien und gar mit Kleinwüchsigen aufgefüllt wird, so möchte man meinen, da ist jemand wieder bemüht cool gewesen. Denkste! Der Brügge-Urlaub läuft so natürlich, wenngleich sicherlich kauzig ab, wie Wasser aus dem Hahn in den Ausguss. Am Ende ist es beinahe noch eine Hommage an "Wenn die Gondeln Trauer tragen - nein, das wäre zuviel gesagt, eine VERBEUGUNG - als inmitten dieser fast schon Simon Pegg'schen Zeichnung des eigentümlich-vorörtlichen Schreckens (der, wann immer es nötig wird, auch vor Guts 'n Gore nicht Halt macht) die surreale Jagd über den Kopfsteinpflastermarkt der handlung ein jähes Ende bereitet wird.
Wären da nicht die Ungereimtheiten im Skript, unerklärliche Handlungsverläufe, könnte man auf etwas mehr Sorgfalt in der Herleitung der Situationen zurückgreifen, dieser Ausflug nach Belgien hätte etwas gewaltig Großes werden können, nicht nur ein Rührstück über die unentdeckten Flecken dieser Erde, auch jene Flecken im menschlichen gewissen, deren Wahrwerdung wir dem klassischen Stoff der Schuld und Sühne zu verdanken haben.
:liquid7:

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Beitrag von DocVirus » 23.03.2009, 21:22

Vince hat geschrieben:Weiß ich auch net, du Blindfisch! :lol:
Aber danke fürs ausführliche Lesen mit Ausdrucken und so, das dürften wohl die wenigsten machen. Da lohnt es sich dann doch, solche Romane zu schreiben!

Ich bin kein Blindfisch. Zumindest ist mir aufgefallen das sich Homer in Episode 3 - Bei den Simpsons stimmt was nicht - nicht zwischen das Weihwasser und seine Tochter sondern zwischen das Weihwasser und seinen Sohn wirft ;-)

Wenn ich alles am Bildschirm lesen würde, würden mir nach der fünften Episode die Augen ausfallen. Außerdem ist es angenehmer sich das alles auf dem Sofa durchzulesen als in einem Drehstuhl.
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Beitrag von Vince » 24.03.2009, 11:39

DocVirus hat geschrieben: Ich bin kein Blindfisch. Zumindest ist mir aufgefallen das sich Homer in Episode 3 - Bei den Simpsons stimmt was nicht - nicht zwischen das Weihwasser und seine Tochter sondern zwischen das Weihwasser und seinen Sohn wirft ;-)
Da hab ich mit meinem Screenshot ja sogar noch den besten Beweis geliefert. Danke dir für den Hinweis! Wenn ich meine Editierfaulheit überwunden hab, korrigier ich das mal. ;)

I'm Not There
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Oft habe ich dagegen gewettert, dass Biopics, insbesondere jene über Musiker, immer nach dem gleichen Schema verfahren: Aufstieg, Fall, Läuterung. Jetzt macht es ein Biopic mal anders, wirft einen frischen, neuen Ansatz rein, indem in Godard-Optik und Analytik gleich mehrere Schauspieler dazu auserkoren sind, Bob Dylan zu spielen, darunter eine Frau und ein schwarzer Junge. Und trotzdem bin ich nicht zufrieden.
Vielleicht, weil die Person Dylan derart kryptisch aufgearbeitet wird, dass ich als Dylan-Unkundiger wie Ochs am Berg stehe und mich zum Beispiel frage, warum keine der Dylan-Figuren "Bob Dylan" genannt wird, sondern sie alle einen anderen Namen tragen. Wie die einzelnen Charaktere, die wohl unterschiedliche Lebensphasen und / oder unterschiedliche Seiten des Musikers verkörpern, miteinander in Zusammenhang stehen. Oder warum Dylan eigentlich "nicht da" ist. "I'm not there" ist in jedem Falle ein ausklammernder Film, der nicht jeden mit offenen Armen empfängt. Das muss er auch nicht, eine nachvollziehbare innere Logik sollte aber auch er bieten können. Wenn die Rädchen, die zum Ineinandergreifen und Funktionieren des Ganzen zum Teil in den Köpfen der Dylan-Experten verankert sind, ist "I'm not there" zumindest kein vollständiger Film.
:liquid5:

Mr. Socrates
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Kinder, geht zur Schule und lernt fleißig! Auf diesem altmütterlichen Ratschlag baut der Spagat eines Mannes zwischen Recht und Kriminalität auf und hat dabei ein paar gewaltige Humorspitzen zu verbuchen. Wenn die Nähe des Gesetzes zum Unrecht beleuchtet wird, wird die Ironie der Zweiklassengesellschaft im südkoreanischen Rechtssystem mit bitterem Zynismus überhäuft. Das ist mitunter erschreckend und manchmal auch brutal, aber urkomisch. Obwohl stilistisch bloß wieder in die altbekannte Overstyle-Kerbe geschlagen wird.
:liquid7:

Horton hört ein Hu!
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Toll animierter Animationsfilm mit herrlich schrägen Figuren und unheimlich bizarren Situationen (das gelbe Fellvieh!), dessen Witz in der ersten Stunde oft unglaublich abrupt und respektlos daher kommt. Köstlich! Dazu mit der Welt-in-der-Welt noch philosophische Aspekte sowie zwei moralische Ebenen: 1. Rücksichtnahme auf kleine Menschen (womit neben der Körpergröße auch die soziale Position etc. gemeint sein kann), 2. Kritik an blindem Glauben in konservative Werte und Offenheit für jene Dinge, die man nicht mit den Sinnen erfassen kann.
Am Ende wird's dann leider allzu pathetisch, als die Hu-Bewohner sich aufrüsten, um endlich gehört zu werden.
:liquid7:

Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy
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Da hat mir mal wieder ein Film unerwartet den Boden unter den Füßen weggezogen. Viele empfanden es langweilig, wie Emilio Estevez geschlagene 80 - 90 Minuten nichts von politischen Ereignissen zeigte, sondern die letzten Stunden jener Menschen nachzeichnen sollte, die am Ende während des Attentats auf Senator Robert F. Kennedy zusammentreffen sollten. Ich fand es dagegen unglaublich faszinierend. Die Beiläufigkeit und die Konzentration auf die Vorlieben und Hobbies und Lebenssituationen der Menschen, in denen sich latent dennoch die politische Ausnahmesituation wiederspiegelte. Hopkins' Träumereien inmitten seiner Schachspiele und seiner Hotelempfangstätigkeit; Freddy Rodriguez' Liebe für sein Baseballteam und der miese Job, der ihm alles versaut; Sharon Stones Hadern mit der SItuation als hintergangene Ehefrau, die ihren Mann dennoch bewundert; Elijah Woods geschobene Scheinehe als Drückerei vor dem Militärdienst; Demi Moores Selbstzweifel als alternde, trinkende Diva. Und als das Attentat schließlich geschieht, wird gezeigt, wie die Schicksale all dieser Menschen in einem kosmischen Kontext zueinander stehen und ein für allemal verändert werden.
:liquid9:

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Beitrag von StS » 24.03.2009, 14:05

Jip, "Bobby" ist echt gut! :26

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Beitrag von Hannibal » 24.03.2009, 14:10

Jetzt bin ich noch gespannter auf den "Bobby", als ich es eh schon war...wenn Amazon nur endlich mal liefern würde....grmpf...

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Beitrag von Vince » 24.03.2009, 14:47

Hannibal hat geschrieben:Jetzt bin ich noch gespannter auf den "Bobby", als ich es eh schon war...wenn Amazon nur endlich mal liefern würde....grmpf...
Und dazu noch ne megaedle Verpackung... superfetter, ultrastabiler Pappschuber um das Digipak herum und dann noch ein dickes Booklet dazu. Fein fein. :D

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Beitrag von Vince » 26.03.2009, 13:24

Planet der Affen
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Zum ersten Mal ganz bewusst und mit dem Blick eines Filminteressierten gesehen und begeistert gewesen. Bei der Bildsprache habe ich mich sehr, sehr oft an "2001" erinnert gefühlt, inhaltlich bleibt natürlich die legendäre Parabel auf die menschliche Gegenwartsgesellschaft und das überaus effektive Umdrehen der evolutionären Leiter. Und dann die Pointe. Die Coverartworks zeigen allerdings, dass Handlungsspoiler - und damit der primitive "was passiert dann eigentlich"-Effekt - mit der Zeitgeschichte immer bedeutungsloser werden und das Kulturhistorische in den Vordergrund tritt. Das "was" tritt in den Hintergrund und macht Platz für das "wie".
:liquid9:

Reign over Me - Die Liebe in mir
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Ein für sich gesehen recht gut funktionierendes Drama über Menschlichkeit und Zusammenhalt, das sich allerdings am 9/11-Hintergrund aufhängt, ohne wirklich effektiv gesellschaftliche Folgeerscheinungen aufzeigen zu können. Das gehört zwar zum Ziel des Films, der aber letztlich in Gefahr läuft, sich in den individuellen Tiefen der Figur von Adam Sandler zu verlieren.
Moment... Adam Sandler und Tiefen? Jawoll. Leider. Eigentlich ist Sandler wieder hervorragend besetzt, sollte man doch nicht meinen, dass er als Schauspieler genug Emotionen hervorrufen kann, damit man sich mehr mit ihm als mit dem Komplex "Verlust der Familie durch 9/11" auseinandersetzt. Anfangs funktioniert das auch noch ganz gut, da verschließt sich Sandlers Figur der Welt und dem Zuschauer. Als man dann aber in ihn hineinzublicken beginnt, bröckelt die Fassade und freigelegt wird ein individuelles Drama, vergessen der gesellschaftspolitische Hintergrund. Zumindest manchmal.
:liquid6:

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Beitrag von Sir Jay » 26.03.2009, 17:53

jetzt hätte ich bei deinem kurzkommentar gerne noch etwas über shadow of the colossus gelesen :lol:

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Beitrag von Vince » 26.03.2009, 17:55

Adam Sandler spielt die ganze Zeit Shadow of the Colossus. Alleine, mitm Don Cheadle, mit seiner potenziellen Love Interest... und man sieht immer wieder Spielszenen.
So, wat willste noch wissen? :lol:

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Beitrag von Sir Jay » 26.03.2009, 18:57

Vince hat geschrieben: So, wat willste noch wissen? :lol:
Ist der Außerirdische der Weihnachtsmann? :lol:

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Beitrag von Vince » 28.03.2009, 12:54

Rückkehr zum Planet der Affen
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Immerhin, es werden viele neue Handlungsbögen eingestreut, und statt einer Wiederholung des Zirkelprinzips von Teil 1 bemüht man sich um neue Wege, überraschende Einfälle, den Aufbau eines dystopischen Szenarios mit ungeahnten Ausmaßen.
Der Einstieg gehorcht aber schon den klassischen Prinzipien einer schlechten Fortsetzung (der Film setzt wenige Minuten vor dem Ende des Vorgängers ein) und kriegt anschließend inszenatorisch nicht den Arsch hoch, kann allenfalls mit ein paar Kulissen Punkten (die Rohrgänge und das anschließende Geheimversteck sind cool), nicht aber mit der Regie, die sich mit der 2001-esken Originalregie nicht ansatzweise messen kann.
Langweilig wird er halt nicht, weil immer wieder neue überraschende Wendungen geschehen. Dabei ist er aber nur halb so gewitzt wie er gerne wäre.
:liquid5:

Feed
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Die erste Prüfung steht dem Zuschauer schon bevor, indem er die DVD kauft oder einlegt oder ggf. den Fernseher einschaltet, sollte diese massenuntaugliche, ja verpönte Abart von Film jemals ausgestrahlt werden. Denn es ist schon Überwindung, sich überhaupt darauf einzulassen. Der Fetischthriller will mit Ekelbildern von 600-Pfund-Frauen, die gemästet werden (u.a. mit dem Fett ihrer verstorbenen Vorgängerinnen), punkten, weidet sich dabei aber größtenteils einfach nur an den widerlichen Bildern und will damit einen Schockeffekt à la "Sieben" erzeugen. Das mag gelingen (obwohl der Film durch seinen Ruf und das Hörensagen beinahe mehr Ekel erzeugt als durch das, was man letztendlich sieht), aber den Anspruch, die Abgründe der Seelen von "Feedern" (Fütterer) oder "Feedies" (Gefütterte) zu durchleuchten, gelingt nur sehr bedingt. Der Realismusaspekt rettet einiges, denn ansonsten wäre das wirklich bloß ein gehaltloser Exploitationer der übelsten Sorte.
Vom MTV-Schnitt und dem Farbfiltergewichse fange ich mal gar nicht erst an.
:liquid4:

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Joker6686
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Beitrag von Joker6686 » 28.03.2009, 14:02

Kann dir zu Feed nur vollkommen zustimmen, die einzig wirklich gelungene Szene finde ich, ist das "Finale" und der kleine aber feine "Schlussgag".

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Beitrag von Vince » 30.03.2009, 19:39

Jo, der Schlussgag ist echt dufte...

Net Rocky, sondern Sindbad und das Auge des Tigers
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Review

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Beitrag von Vince » 02.04.2009, 22:49

21
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Schon wieder ein Spielerfilm, der nicht funktioniert. Diesmal, weil er so unglaublich formelhaft ist, dass man kotzen möchte. Und dann auch noch so glattpoliert dazu... ein Bübchen, das aussieht wie Sebastian Deisler, in der Hauptrolle (den Nerd nimmt man ihm grad noch so ab, nicht aber den Zocker), eine grottenschlechte Kate Bosworth als Love Interest, ein Kevin Spacey auf Sparflamme, dazu leichtfüßige MTV-Optik mit Kamerafahrten über den Black Jack-Tisch und dumme Plottwists, die man schneller vorhersagen kann als die Autoren selbst. Kann unterhaltsam sein, wenn man das alles ausblendet, aber das ist schon ein schweres Stück Arbeit.
:liquid4:

Flucht vom Planet der Affen
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Der Clou an "Planet der Affen" war ja gerade, dass die Hierarchie von Mensch und Affe umgedreht wurde. Der dritte Teil nun dreht sie wieder um 180 Grad und ist wieder bei 0 angelangt, als das aus den ersten beiden Teilen bekannte Affenpärchen in unsere Welt versetzt wird. Wie das geschieht, ist hanebüchen hoch drei, und gesellschaftskritisch betrachtet hat der Film nicht viel zu bieten. Seinen Reiz bezieht er einzig daraus zu zeigen, wie die liebgewonnenen Schimpansen in unserer Welt reagieren; einen Mehrwert für die Franchise bietet der Film aber nicht wirklich, so herzlich er das auch versucht.
:liquid4:

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freeman
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Beitrag von freeman » 03.04.2009, 08:20

eine grottenschlechte Kate Bosworth
Hab die Gute noch nie anders erlebt :lol:

In diesem Sinne:
freeman
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