
Bales beste Leistung seit "The Machinist" in einem sehr starken Beitrag zu einem sehr überlaufenen Themenfeld, dem Vietnamkrieg. Obwohl gerade im Ansatz kurios viel unfreiwillige Komik einfließt und ich nicht mal sagen könnte, woher die stammt, schöpft Werner Herzog gerade aus dieser (scheinbaren) Kontrollosigkeit über seine Figuren später unheimlich viel Authentizität und einen sehr eigenen Blickwinkel. Die Vietcong werden null personifiziert und verdichten sich zu einer Hürde, die gleichbedeutend ist mit den Fesseln in der Nacht und dem Dschungel um das Gefangenenlager herum. Neben Bale glänzt Jeremy Davies mit einer physischen Leistung, die derjenigen von Bale in "The Machinist" Konkurrenz macht (Stichwort Skelett). Steve Zahn stört nicht. ;)
Ankreiden kann man, dass man bei Bales Figur - trotz der starken Leistung - nicht nachvollziehen kann, weshalb sie psychisch so wenig belastet anmutet. Irgendwie ist der Mann immer Herr der Situation. Trotzdem ein beeindruckendes Kriegsdrama, zumindest im Mittelteil. Die Anfangs- und Endsequenz sind irgendwie trashy.
Sieben Leben

Ein Film, dem man die Gier nach einem Oscar am Gesicht ablesen kann. Dabei ist das Skript ziemlich doof. Der Film selbst ist aber gar nicht mal langweilig, wie hier im Forum oft behauptet wurde. Denn Will Smith spielt wieder ziemlich gut in dem Sinne, dass man manchmal wirklich glaubt, das da auf dem Bildschirm sei eine andere Person als der Schauspieler Will Smith. Aber über allem hängt der Mief des Forcierten, des Gewollten, des Geforderten. "Sieben Leben" ist "A Beautiful Mind" in merkwürdig.


















