Les Misérables

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kami
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Les Misérables

Beitrag von kami » 18.03.2013, 12:50

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Originaltitel: Les Misérables
Herstellungsland: Großbritannien - USA
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Tom Hooper
Darsteller: Hugh Jackman, Anne Hathaway, Russell Crowe, Helena Bonham Carter, Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen, Eddie Redmayne, Aaron Tveit, Samantha Barks, ...

Große Emotionen, prächtige Bilder, hochklassige Schauspieler und eine Menge klangvoller Gesang sind nur einige der lobenswerten Eigenschaften, mit denen Tom Hooper´s preisgekrönte Musical-Verfilmung "Les Misérables" (2012) aufzuwarten vermag...

Zur vollständigen Kritik geht es*hier*

:liquid9:

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StS
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Beitrag von StS » 18.03.2013, 13:37

Freu mich sehr auf den Film - aber erst daheim, nicht im Kino. Bin z.B. gespannt darauf zu sehen, wie es wirkt, dass die Songs direkt beim Dreh eingesungen wurden - und nicht in einem Tonstudio entstanden. Ob der Gesang auf Dauer positiv oder negativ zu Buche schlägt, bleibt natürlich abzuwarten. Die Geschichte ist an sich ja schon prima - weswegen mir auch die vorherige Verfilmung von Bille August bereits gut zugesagt hat.

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Beitrag von SFI » 18.03.2013, 18:00

Ich bin ja wirklich hochrosa, aber der verschreckt mich so, dass ich mich bisweilen nicht mal an einen Trailer herantraute. :lol:
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Beitrag von gelini71 » 18.03.2013, 18:24

Habe das Ding mal im Theater gesehen und das reicht mir bis heute :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von kami » 18.03.2013, 18:49

SFI hat geschrieben:Ich bin ja wirklich hochrosa, aber der verschreckt mich so, dass ich mich bisweilen nicht mal an einen Trailer herantraute. :lol:
Du schaust Dir STEP UP an, dieser Film aber, in dem immerhin "echte" Männer und keine Bubis mitspielen und in dem auch geschossen wird, verschreckt dich? Strange!

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Beitrag von Wallnuss » 18.03.2013, 21:01

Les Misérables

Ja, ich gebe es zu, ich schaue schon mal gerne den ein oder anderen Musical-Film, vor allem wenn die gesungenen Songs mich ansprechen. Da dies bei "Les Miserables" der Fall war ging ich rein und freute mich auf passable Unterhaltung. Doch Tom Hoopers (The Kings Speech) preisgekröntes Werk will viel mehr als das sein und zieht den Zuschauer von der ersten Einstellung an tief in den Bann der damaligen Zeit. Die sich entwickelnde Geschichte zwischen Jackman und Crowe begeistert - nicht nur aufgrund der starken mimischen Leistungen der beiden, sondern auch wegen ihren tollen und interessanten Stimmen - von der ersten Sekunde an, und diese beiden Charaktere und ihre Aufeinandertreffen sind es auch, denen das Publikum entgegenfiebert. So empfinde ich auch vor allem die erste Hälfte bis zur Flucht mit der kleinen Tochter als nahezu perfektes Kino: Groß, spannend, witzig und durch die Rolle von Anne Hathaway (die einmal mehr brilliert) sehr persönlich und emotional. Der Oscar geht jedenfalls völlig in Ordnung, auch wenn sie sich natürlich zu schnell aus dem Film verabschiedet. Sobald dann jedoch der Zeitsprung ins Jahr 1832 folgt, entgleitet die Handlung für meinen Geschmack zu sehr von dem vorher aufgebauten. Die Liebesgeschichte kommt zu schnell, wirkt eher gewollt als gekonnt, Jackman gerät zur Nebenrolle, und auch wenn der Juniaufstand sicherlich seine Berechtigung innerhalb der Story hat, ist man dann doch enttäuscht, dass es hier allzu kitschig, patriotistisch und aufgeblasen vor sich geht. Hier hätte man kürzen MÜSSEN und sich mehr auf das Duell zwischen Protagonist und Antagonist fokussieren sollen. Dennoch ist das ganze von Hooper so kunstvoll und bildgewaltig inszeniert, dass es keinesfalls langweilig wird, trotz der vielen Schwächen. Und wenn dann am Ende Russel Crowe an sich selbst und seiner Ideologie zweifelt und in einer höchst dramatischen Szene der Protagonist gemeinsam mit seinen "Kindern" sein Leben ein letztes Mal "Revue" passieren lässt und seinen Frieden findet, merkt der Zuschauer, dass er doch voll in die Handlung eingetaucht ist und mit den Charakteren bangt.
Abschließend noch ein Wort zu den Songs - Diese sind wirklich alle sehr schön und einige echte Ohrwürmer, ebenso ist es toll wie sie eigentlich die Geschichte erzählen und dennoch nie deplatziert oder kitschig wirken. Auch (fast) alle Darsteller zeigen, dass sie wirklich schöne Stimmen haben, schade nur, dass nicht alle genug Screentime haben um es zu zeigen.
Fazit: Episch und fantastisch in Szene gesetztes Musical, dass durch hervorragende Darsteller, ein Duell zweier einsamer verbitterten Seelen und nachvollziehbare Charaktere brilliert. Einzig die aufgesetzte Liebesgeschichte und die zu langen und zu kitschigen Nebenhandlungen im Mittelteil ziehen den guten Gesamteindruck ein wenig runter, auch wenn man sich so gut wie nie wirklich langweilt und die erste Hälfte wirklich ein Brett ist. Kleiner Höhepunkt: Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter als schrulliges und spaßiges "Liebespaar".

:liquid8: ,5

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Beitrag von SFI » 19.03.2013, 09:06

kami hat geschrieben:
SFI hat geschrieben:Ich bin ja wirklich hochrosa, aber der verschreckt mich so, dass ich mich bisweilen nicht mal an einen Trailer herantraute. :lol:
Du schaust Dir STEP UP an, dieser Film aber, in dem immerhin "echte" Männer und keine Bubis mitspielen und in dem auch geschossen wird, verschreckt dich? Strange!
Naja tanzende Teens verschrecken mich nicht so wie singende Männer in Filmen. Ich habe schon Sweeney Todd vorzeitig beendet... :lol:
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Beitrag von C4rter » 19.03.2013, 19:44

Obwohl er seine langjährige Haftstrafe verbüßt hat, wird Jean Valjean (Hugh Jackman) über Jahrzehnte vom gnadenlosen Polizeibeamten Javert (Russell Crowe) verfolgt und in den Untergrund getrieben. Nachdem Valjean das Mädchen Cosette (Amanda Seyfried), Tochter der verstorbenen Arbeiterin Fantine (Anne Hathaway), in seine Obhut nimmt, ändert sich deren Leben dramatisch.

Kaum eine Oscar-Verleihung vergeht ohne, dass nicht mindestens eine Musical-Verfilmung unter den Nominierten ist. Dieses, fast ähnlich oft wie der Western schon totgesagte Genre, lebt ebenfalls immer noch munter weiter. Dieses Jahr versucht sich „The Kings Speech“ Regisseur Tom Hooper an „Les Misérables“, dem erfolgreichen Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil.

Hooper, spätestens seit dem erwähnten „The Kings Speech“ in der obersten Garde der Filmemacher angelangt, kann sich quasi aussuchen wen er in seinen Filmen haben will. Da wundert es nicht, dass er für sein Musical nur Schauspieler mit Rang und Namen bekommen konnte. Hugh Jackman, der bereits als Host bei den Oscars sein Gesangstalent beweisen konnte, mimt hier Jean Valjean und spielt somit die Hauptrolle. Dazu gesellen sich Russel Crowe als Antagonist, Anne Hathaway als schwer gepeinigte Arbeiterin und Nebendarsteller wie Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter, die beide durch „Sweeney Todd“ ja bereits Muscial-Erfahrung vorweisen können. Auch Eddie Redmayne, bekannt aus dem letztjährigen „My Week with Marilyn“ als Marius ist erwähnenswert.
Doch können die Geschichte und das Drum-Herum bei all diesen Namen auch mithalten?

Kurze Antwort: Ja. Das mit etwas mehr als 150 Minuten noch recht kurz daher kommende Muscial (geplante waren mal 4 Stunden, letztlich wurden nur knapp 15 Minuten herausgeschnitten) besteht fast gänzlich aus Songs (lediglich wenige Sätze werden ohne Melodie gesprochen), weswegen sich irgendwann ein schöner Rhythmus einstellt, der dafür sorgt das der Zuschauer förmlich vom Film mitgerissen wird. Längen in der Erzählung gibt es trotz der nicht immer ganz astreinen Geschichte, die Naturgemäß einige Klischees und Stereotypen enthält, somit fast nie, einzige einige dramaturgische Schwächen umschifft das Drehbuch nicht sondern hält voll drauf zu. Dazu gehören zuweilen recht abrupte Szenenwechsel und Stimmungsbrüche und einige Rivalitäten werden nicht allzu lange erörtert sondern müssen als gegeben hingenommen werden.

Ein Teil der dramaturgischen Schwächen kanalisiert sich zu Beginn zudem in der zuweilen groß und breit gelobten Anne Hathaway, die mit ihrer Darstellung der Fantine, die zunächst ihren Job verliert und später ihren Körper verkaufen muss, nicht wirklich den Nerv der Rolle trifft. Störendes Overacting, das den Geist und die Seele der Figur zugunsten einer zu gewollt kraftvollen Performance unter den Teppich kehrt, wird der Dramatik des Charakters zu keiner Zeit gerecht und man ist regelrecht erleichtert wenn die Figur recht früh im Film nicht mehr dabei ist. Die Nominierung ist nicht unverständlich, jedoch trotzdem nicht wirklich verdient.

Das restliche Ensemble hebt sich ebenfalls weit von dieser unpassenden Darstellung ab. Hugh Jackman überzeugt als geläuterter Dieb, Russel Crowe geht, entgegen anderslautender Meinungen die ihm die Figur nicht immer abnahmen, auch voll in seiner Rolle auf und seine Songs gehören mit zu den stärksten Auftritten im Film. Für den Comedy-Anteil hingegen sorgen Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen, die beide herrlich aufspielen und immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, trotz des zuweilen arg düsteren Settings. Vor allem die Szene in der Cohens Figur sich den Namen von Cosette nicht merken kann und ihr diverse andere Namen verpasst ist herrlich.

Für die quasi fast durchweg guten bis sehr guten Leistungen der Darsteller zeigt sich vor allem Regisseur Hooper selbst verantwortlich, der sich dazu entschied die Gesangsnummern während des Drehs einzufangen. Damit ist er nicht der erste Regisseur der dies für seine Musical verlangt, gemessen an der Größe des Projekts aber dann doch sowas wie ein Pionier, schließlich werden die Stücke sonst bereits Wochen vorher eingesungen und am Set nur noch die Lippen bewegt. Doch durch den Umstand des Live-Gesangs (der Kunststücke wie Knöpfe im Ohr und paralleles Klavierspielen im Hintergrund bedeutete) sind die Darsteller beim Singen ihre Nummern aber voll und ganz in ihren Rollen, was der emotionalen Kraft und der Wucht der Stücke sehr gut zu Gesicht steht.

Das Frankreich zu Beginn des 18 Jahrhunderts wurde zumeist ebenfalls recht gut getroffen, wenn auch die eine oder andere Aufnahme leider etwas Kahl und nach CGI aussieht, besonders wenn es in die Breite geht. In den kleineren Szenen sieht es dann schnell etwas zu sehr nach Set anstatt nach einer richtigen Location aus. Das gelang Hooper beim Dreh zu „The Kings Speech“ noch besser, wenngleich es durch die ca. 100 Jahre Unterschied der Epochen auch ungleich einfacher war.

„Les Misérables“ schafft es den Geist des Musicals auf die Kinoleinwand zu holen. Besetzt mit einem hervorragenden Cast und dem tollen Live-Gesang schafft Regisseur Hooper es die nicht immer astreine Geschichte und die ein oder andere Unstimmigkeit im Setdesign vergessen zu machen und den Zuschauer 150 Minuten lang sehr gut zu unterhalten.

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Beitrag von kami » 20.03.2013, 13:33

C4rter hat geschrieben: Ein Teil der dramaturgischen Schwächen kanalisiert sich zu Beginn zudem in der zuweilen groß und breit gelobten Anne Hathaway, die mit ihrer Darstellung der Fantine, die zunächst ihren Job verliert und später ihren Körper verkaufen muss, nicht wirklich den Nerv der Rolle trifft. Störendes Overacting, das den Geist und die Seele der Figur zugunsten einer zu gewollt kraftvollen Performance unter den Teppich kehrt, wird der Dramatik des Charakters zu keiner Zeit gerecht und man ist regelrecht erleichtert wenn die Figur recht früh im Film nicht mehr dabei ist.
Das ist doch Unsinn. Ersetze mal bitte "man" durch "ich", dann geht dieses schwer nachzuvollziehende Statement zumindest als Meinung und nicht als Fakt durch.

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Vince
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Beitrag von Vince » 20.03.2013, 16:25

Dass Carter seinen Namen unter seine Kritik setzt, sollte doch eigentlich genug Ausdruck von Subjektivität sein.

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Beitrag von kami » 20.03.2013, 16:51

Vince hat geschrieben:Dass Carter seinen Namen unter seine Kritik setzt, sollte doch eigentlich genug Ausdruck von Subjektivität sein.
Nö, nicht bei einer so skandalösen Behauptung!

:wink:

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