„Tulsa King“ erzählt die Geschichte des Mafiosos Dwight 'The General' Manfredi (Sylvester Stallone), der 25 Jahre lang im Knast saß, ohne jemanden aus seinem Umfeld zugunsten einer Strafminderung zu verpfeifen. Nach seiner Entlassung erhält er allerdings keine erhoffte/erwartete „angemessene Kompensation“ von seinem damaligen wie heutigen Boss – sondern wird von ihm stattdessen von New York City nach Tulsa (Oklahoma) „abgeschoben“, wo er sich schon bald ein eigenes „illegales Business“ aufbaut, während es zu Spannungen mit seinen alten Weggefährten, neuen Verstrickungen sowie zu Bemühungen seinerseits kommt, wieder mit seiner Familie (vor allem mit seiner Tochter) in Verbindung zu treten, zu welcher er vor längerer Zeit den Kontakt abgebrochen hatte…
So gut wie hier war Sly schon ewig nicht mehr. Selbstironisch und prächtig aufgelegt verkörpert er die Hauptrolle sympathisch (obgleich er ja ein Krimineller ist) sowie rundum überzeugend. Dwight ist gewieft und charmant – aber auch knallhart und einschüchternd, wenn nötig. Generell wissen die Charakterzeichnungen und gecasteten Akteure (unter ihnen Jay Will, Martin Starr, Garrett Hedlund, Andrea Savage und Dana Delany) zu gefallen. Es gibt etwas Gewalt, ein wenig Action, eine angenehme Portion Humor und werden Plot-Elemente wie das angespannte Verhältnis zwischen Dwight und seiner Tochter oder die Tatsache, dass er aufgrund seines Gefängnis-Aufenthalts bestimmte technische Fortschritte nicht mitbekommen hat, nie irgendwie „überstrapaziert“…
Unter der Fuchtel von Showrunner Taylor Sheridan entfalten sich die 9 Folgen von
Season 1 schön kurzweilig – zumal jede von ihnen auch nur etwa 35 Minuten läuft. Inhaltlich kommt die Serie nicht gerade komplex oder originell geartet daher – doch wird mit den vorhandenen Klischees ordentlich umgegangen (des Öfteren unaufdringlich augenzwinkernd) und weist das Ganze einfach einen netten „klassischen Old-School-Vibe“ auf. „Tulsa King“ lebt von Stallone und ist eine wahre Freunde für seine Fans, die in den vergangenen Jahren ja so einiges an Schrott (á la „Backtrace“, „Escape Plan 2&3“ sowie die „Expendfourbles“) ertragen mussten – allerdings nicht bloß nur für die, denn generell weiß die Serie, welche eigentlich ein feiner Karriere-Abschluss für Sly sein könnte, prima zu unterhalten…
gute
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Einer seiner besten schauspielerischen Momente hatte Sylvester Stallone (zum Klang von Bruce Springsteen) im Rahmen eines Gesprächs mit Annabella Sciorra in „Cop Land“ (1997) – und es ist nicht nur wegen der Erinnerung daran echt nett, dass die beiden hier erneut gemeinsam zu sehen sind: Dieses Mal als Geschwister. Ich freue mich durchaus für Sly, dass er in dieser Phase seiner Karriere noch einmal eine Rolle (Dwight 'The General' Manfredi) zugeschrieben bekam, die so klasse zu ihm passt und einen den ganzen Schrott geradezu vergessen (bzw. zumindest verzeihen) lässt, in dem er (von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen) in den letzten Jahren so mitgespielt hat (und scheinbar auch weiterhin noch tut, wenn man „Armor“, „Alarum“ und so einige seiner Projekte in Pre-Production so betrachtet)…
Season 2 von „Tulsa King“ liefert einem zwar nichts Neues – führt das Geschätzte der ersten Staffel aber anständig fort: Wartet mit sympathischen Figuren, einem angenehmen Humor sowie klassischen Crime-Elementen auf, nimmt sich nicht so ernst wie die anderen Taylor Sherdian Serien und bietet einem einfach einen unterhaltsamen Zeitvertreib. Neu mit von der Partie sind dieses Mal u.a. Frank Grillo und Neal McDonough – während alle bereits vertrauten Charaktere zurückgekehrt sind. Gibt es Schwächen und nicht ausgeschöpftes Potenzial? Definitiv – aber damit konnte ich leben (nur auf den Cameo-Auftritt von Jelly Roll hätte ich locker verzichten können). Und ja, Season 1 war besser. Mal sehen, wie sich die Handlung nach dem Cliffhanger am Ende dieser 10 Folgen so weiterentwickelt. Man kann es sich zwar schon denken – anschauen werde ich es mir aber nichtsdestotrotz; und das sehr gern…
gute 