Cargo - Da Draussen Bist Du Allein

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Cargo - Da Draussen Bist Du Allein

Beitrag von SFI » 11.05.2010, 08:48

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Originaltitel: Cargo
Produktionsland: Schweiz
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 111 Minuten
Regie: Ivan Engler
HOMEPAGE

Cast:
Anna-Katharina Schwabroh: Laura Portmann
Martin Rapold: Samuel Decker
Michael Finger: Claudio Vespucci
Claude-Oliver Rudolph: Igor Prokoff
Yangzom Brauen: Miyuki Yoshida
Pierre Semmler: Pierre Lacroix
Regula Grauwiller: Anna Lindbergh
Gilles Tschudi: Klaus Bruckner
Maria Boettner: Arianne Portmann
Noa Strupler: Kleines Mädchen


Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2267 … unendliche Weiten … dies sind die Abenteuer des Raumfrachters Kassandra. Die Erde ist nach dem Öko-Kollaps unbewohnbar und die Menschen leben mehr schlecht als recht auf einer riesigen Raumstation. Besserung verspricht eine neu gegründete Kolonie auf dem Planeten Rhea, doch das Ticket ist teuer und so heuert die Ärztin Laura Portmann auf dem Frachtschiff Kassandra an, welches insgesamt 4 Jahre unterwegs zur Raumstation 42 ist. Doch was hat die Kassandra wirklich geladen?

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Kritik:
Lange 9 Jahre dauerte die Produktion an Cargo, wodurch der Streifen fast als Lebenswerk von Regisseur Ivan Engler durchgeht. Dazu gesellt sich ein fast schon aberwitzig geringes Budget von gerade mal 3,5 Mio. €. Herausgekommen ist ein SciFi Streifen der auf den ersten Blick locker als Hollywood A-Produktion durchgeht. Gleich zu Beginn wird man mit einer visuellen Bombe konfrontiert, die wirklich atemberaubend ist. Die Weltraumanimationen sehen wirklich klasse aus, die Idee mit der Stadt im All mag zwar nicht neu sein, das Design ist es aber allemal und sieht extrem geil aus. Hier werden dann aber auch die ersten Schwächen sichtbar, denn die CGI Shots werden beim Zoom sehr schnell als Animation entlarvt und erinnern an den Vorspann eines Computerspiels. Auf Grund des Budgets kann man über diese bei einem Hollywoodstreifen sicher ärgerliche Angelegenheit aber locker hinwegsehen.

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Generell wirkt nämlich das Produktionsdesign sehr hochwertig und auch die Kulissen müssen sich keineswegs verstecken, vor allem die obligatorischen Kälteschlafkammern sind interessant gestaltet. Auch wenn überall Minimalismus vorherrscht, welcher sicher dem Budget geschuldet ist, verdankt Cargo genau diesem seine dichte Atmosphäre und seine Authentizität, denn zig bunte blinkende Konsolen und JJ Abrams Brückendesigns mögen bei Star Trek funktionieren, hier wäre es für den realistisch wirkenden Hintergrund doch eher störend gewesen.

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Wirklich störend sind da eher die durchschnittlichen Schauspielkünste, vor allem Hauptdarstellerin Schwabroh wirkt doch recht blass und das nicht nur wegen ihrer Gesichtsfarbe. Die üblichen Klischeetypen dürfen natürlich auch nicht fehlen und dann macht Cargo auch noch den 2. Fehler und verliert sich in mysteriösen Todesfällen und gegenseitigem Misstrauen. Das hat man schon zu oft gesehen, wirklich spannend ist das Ganze zudem auch nicht und dank der eher mauen Schauspielkünste auch nicht sonderlich glaubhaft. Erst mit einer Wendung im Plot nimmt der Streifen wieder Fahrt auf, auch wenn man sich da an einem großen SciFi Vorbild heftig bedient hat. Visuell wird es dann ebenfalls richtig beeindruckend, Station 42 ist genauso klasse animiert wie der planetare Hintergrund, der Raumspaziergang vorbei an den mächtigen Kulissen eindrucksvoll. Langsame Kamerafahrten voller Stille mit toller musikalischer Untermalung zeugen vom handwerklichen Können.

Zusammenfassend ist Cargo ein interessanter SciFi Streifen geworden, der sich zwar an vielen Vorbildern bedient, dies aber zu einem spannenden Ganzen variiert. In Anbetracht der produktionstechnischen Hintergründe kann man Cargo seine Fehler nicht wirklich ankreiden. Trotzdem schade, dass man nach dem starken Opening inhaltlich etwas einsackt, hier wäre sicher mehr möglich gewesen. In Erinnerung bleiben auf jeden Fall die tollen visuellen Eindrücke sowie der fabelhafte Soundtrack. Das so etwas aus der kleinen Schweiz kommt, macht Cargo eigentlich umso sehenswerter, eine Umweltmessage inklusive.

:liquid7:

Eine deutsche DVD/BD ist seit dem 15.04.2010 erhältlich. Die BD ist dabei sehr empfehlenswert -> sehr gutes Bild und viele Extras inkl. etlichen Deleted Scenes etc.
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Beitrag von freeman » 11.05.2010, 08:53

Klingt ganz gut, ist mir aber zu heikel fürn "Blindkauf" ... Ich hab da irgendwie dennoch Vorbehalte. Zumal das eigentlich dicke 3D Hologrammdesign des Schubers ein wenig nach außen hui, innen pfui stinkert ;-). Aber im TV kriegter seine Chance und dann kann man ja immer noch nachsteuern ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 11.05.2010, 09:36

Hab ja nicht so gute Sachen über den Streifen gehört (u.a. dass Claude-Oliver Rudolph der beste Darsteller hier sein soll = aua!), weshalb ich ihn wohl auslassen werde. Und Timo mag halt Raumschiffe... :wink:

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Beitrag von C4rter » 11.05.2010, 09:55

Im Sci-Fi-Horror-Thriller Genre muss man als Fan das nehmen was man bekommt...in den letzten Jahren leider nicht viel. War der Markt in den 90er Jahren mit Hits wie "Event Horizon" oder "Alien 3" noch etwas besser bestückt und in den 80er Jahren in seiner Blütezeit, hat sich das Genre in den letzten Jahren leider rar gemacht. Zuletzt kam mit "Pandorum" eine Genre-Hoffnung ins Kino, die leider den geneigten Fan etwas enttäuschte, doch immerhin solide war.
Umso überraschender, dass die nächste Genre-Hoffnung ausgerechnet aus der Schweiz kommt. Mit einem Mini-Budget von gerade mal etwas um die 3 Millionen Euro kommt der kleine Film "Cargo" daher.
Die Story ist eine Mischung aus "Alien", "Event Horizon" und dem aktuellen "Moon", bedient sich aber auch außerhalb des Space-Sci-Fi Genres ein wenig("The Matrix").
Zum einen ist es wirklich beachtlich was hier mit den paar Kröten auf die Beine gestellt wurde. Die CGI-Effekte sind nicht immer erstklassig, aber stehen in den meisten Szenen aktuellen Produktionen in kaum was nach. Der Look orientiert sich hier vor allem an "Moon", also eine Mischung aus Düsternis und Sterilität, was mir sehr gut gefiel und die Leere und Einsamkeit sehr gut zu übertragen weiß.
Die Story an sich ist zweckmäßig. Im Grunde passiert die meiste Zeit nicht all zu viel. Man lässt die Atmosphäre auf sich wirken, erfreut sich an den schönen Sets und der beklemmenden Stimmung und ist gespannt wie sich alles weiter entwickelt, eben der typische Sci-Fi-Thriller Aufbau. Dies reicht auch in "Cargo" völlig aus und funktioniert recht gut.
Schauspielerisch siehts leider nicht ganz so gut aus. Die Hauptdarstellerin wirkt oft etwas aufgesetzt und planlos, zum einen passt dies zur Figur, in anderen Szenen ist es aber auch ungewollt. Der Rest der Crew ist soweit brauchbar, keiner sticht besonders hervor oder fällt besonders zurück. Was allerdings Claude-Oliver Rudolph hier hinein verschlagen hat weiß wohl nur er selbst.
Insgesamt fällt der Film gegen Ende etwas zurück. Die Auflösung des Ganzen kommt zu früh, alles was danach passiert fesselt den Zuschauer nicht mehr so sehr wie zuvor. Bis zu diesem Zeitpunkt weiß der Film aber aus wenig effizient sehr viel zu machen, baut gekonnt Spannung auf und spielt mit den schönen Sets und den gelungenen Computereffekten. Für Genre-Fans definitiv Pflichtprogramm!

:liquid7:

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Beitrag von SFI » 11.05.2010, 14:33

Ja Stefan, legt man seine Wertung ausschließlich auf die Story und das Schauspiel, dann geht der Film sicher baden, bei mir spielen halt die Raumschiffe die Hauptcharaktere, da haste schon Recht. :lol: Wie dem auch sei, C4rter sieht das ja ganz ähnlich und ich will nicht wissen wie mies ein SciFi Streifen aus Hollywood bei dem Budget ausgesehen hätte. :lol: Wer aber SciFi Horror erwartet wird sicher enttäuscht werden, auch wenn das der Trailer etwas vermittelt.
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Beitrag von kami » 26.05.2010, 11:42

Ich sehe den Film als enorme Enttäuschung, CARGO hat so viel Potential, gerade in technischer Hinsicht, dass das Scheitern schon ein herber Schlag ist.
Wie Timo auch war ich von Ausstattung, Effekten, Kameraführung und Musik sehr angetan. Leider steht diesen Qualitäten aber ein lausiges, zusammengeklautes und vorhersehbares Drehbuch gegenüber, welches vom Regisseur in der wichtigtuerischen Behäbigkeit eines 2001 erzählt wird, wodurch sich ordentlich Langeweile und Frust einstellt. Zudem werden die Darsteller vom mittelprächtigen Hauptdarstellerduo an abwärts immer schlechter bis hin zu den prolligen Handlangern.
Ich hatte mir dank einiger sehr positiver Kommentare doch einiges vom Film erhofft, ganz schlecht ist er auch nicht geworden, gut leider aber auch nicht.
Knappe :liquid5:

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Beitrag von The Punisher » 24.07.2010, 16:48

Fand den auch nicht so gut, :liquid5: von mir, hier mein Fazit aus dem Filmtagebuch

Nach dem dritten Anlauf zu ende gesehen (die ersten beiden male bin ich nach wenigen Minuten eingepennt :lol: ). Nette Kulissen, Storytechnich unterster Durchschnitt und die Schauspieler blieben auch alle blass.
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"And shepherds we shall be, for Thee, my Lord, for Thee. Power hath descended forth from
Thy hand.That our feet may swiftly carry out Thy command. So we shall flow a river forth
to Thee, and teeming with souls shall it ever be. In nomine Patri Et Filii.Spiritus Sancti"

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Beitrag von Seemi » 12.02.2012, 23:00

Cargo erfindet das Rad nicht neu, liefert aber einen soliden Beitrag mit überzeugender Atmosphäre und passablen Effekten. Und Rudolph geht einem mal nicht auf den Zeiger! :lol:
:liquid6:
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