
Originaltitel: Cargo
Produktionsland: Schweiz
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: 111 Minuten
Regie: Ivan Engler
HOMEPAGE
Cast:
Anna-Katharina Schwabroh: Laura Portmann
Martin Rapold: Samuel Decker
Michael Finger: Claudio Vespucci
Claude-Oliver Rudolph: Igor Prokoff
Yangzom Brauen: Miyuki Yoshida
Pierre Semmler: Pierre Lacroix
Regula Grauwiller: Anna Lindbergh
Gilles Tschudi: Klaus Bruckner
Maria Boettner: Arianne Portmann
Noa Strupler: Kleines Mädchen
Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2267 … unendliche Weiten … dies sind die Abenteuer des Raumfrachters Kassandra. Die Erde ist nach dem Öko-Kollaps unbewohnbar und die Menschen leben mehr schlecht als recht auf einer riesigen Raumstation. Besserung verspricht eine neu gegründete Kolonie auf dem Planeten Rhea, doch das Ticket ist teuer und so heuert die Ärztin Laura Portmann auf dem Frachtschiff Kassandra an, welches insgesamt 4 Jahre unterwegs zur Raumstation 42 ist. Doch was hat die Kassandra wirklich geladen?

Kritik:
Lange 9 Jahre dauerte die Produktion an Cargo, wodurch der Streifen fast als Lebenswerk von Regisseur Ivan Engler durchgeht. Dazu gesellt sich ein fast schon aberwitzig geringes Budget von gerade mal 3,5 Mio. €. Herausgekommen ist ein SciFi Streifen der auf den ersten Blick locker als Hollywood A-Produktion durchgeht. Gleich zu Beginn wird man mit einer visuellen Bombe konfrontiert, die wirklich atemberaubend ist. Die Weltraumanimationen sehen wirklich klasse aus, die Idee mit der Stadt im All mag zwar nicht neu sein, das Design ist es aber allemal und sieht extrem geil aus. Hier werden dann aber auch die ersten Schwächen sichtbar, denn die CGI Shots werden beim Zoom sehr schnell als Animation entlarvt und erinnern an den Vorspann eines Computerspiels. Auf Grund des Budgets kann man über diese bei einem Hollywoodstreifen sicher ärgerliche Angelegenheit aber locker hinwegsehen.

Generell wirkt nämlich das Produktionsdesign sehr hochwertig und auch die Kulissen müssen sich keineswegs verstecken, vor allem die obligatorischen Kälteschlafkammern sind interessant gestaltet. Auch wenn überall Minimalismus vorherrscht, welcher sicher dem Budget geschuldet ist, verdankt Cargo genau diesem seine dichte Atmosphäre und seine Authentizität, denn zig bunte blinkende Konsolen und JJ Abrams Brückendesigns mögen bei Star Trek funktionieren, hier wäre es für den realistisch wirkenden Hintergrund doch eher störend gewesen.

Wirklich störend sind da eher die durchschnittlichen Schauspielkünste, vor allem Hauptdarstellerin Schwabroh wirkt doch recht blass und das nicht nur wegen ihrer Gesichtsfarbe. Die üblichen Klischeetypen dürfen natürlich auch nicht fehlen und dann macht Cargo auch noch den 2. Fehler und verliert sich in mysteriösen Todesfällen und gegenseitigem Misstrauen. Das hat man schon zu oft gesehen, wirklich spannend ist das Ganze zudem auch nicht und dank der eher mauen Schauspielkünste auch nicht sonderlich glaubhaft. Erst mit einer Wendung im Plot nimmt der Streifen wieder Fahrt auf, auch wenn man sich da an einem großen SciFi Vorbild heftig bedient hat. Visuell wird es dann ebenfalls richtig beeindruckend, Station 42 ist genauso klasse animiert wie der planetare Hintergrund, der Raumspaziergang vorbei an den mächtigen Kulissen eindrucksvoll. Langsame Kamerafahrten voller Stille mit toller musikalischer Untermalung zeugen vom handwerklichen Können.
Zusammenfassend ist Cargo ein interessanter SciFi Streifen geworden, der sich zwar an vielen Vorbildern bedient, dies aber zu einem spannenden Ganzen variiert. In Anbetracht der produktionstechnischen Hintergründe kann man Cargo seine Fehler nicht wirklich ankreiden. Trotzdem schade, dass man nach dem starken Opening inhaltlich etwas einsackt, hier wäre sicher mehr möglich gewesen. In Erinnerung bleiben auf jeden Fall die tollen visuellen Eindrücke sowie der fabelhafte Soundtrack. Das so etwas aus der kleinen Schweiz kommt, macht Cargo eigentlich umso sehenswerter, eine Umweltmessage inklusive.

Eine deutsche DVD/BD ist seit dem 15.04.2010 erhältlich. Die BD ist dabei sehr empfehlenswert -> sehr gutes Bild und viele Extras inkl. etlichen Deleted Scenes etc.








