The Wild Boys

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The Wild Boys

Beitrag von Vince » 20.10.2019, 13:57

The Wild Boys

Bild

Originaltitel: Les Garçons Sauvages
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Bertrand Mandico
Darsteller: Christophe Bier, Pauline Lorillard, Sam Louwyck, Elina Löwensohn, Vimala Pons, Nathalie Richard, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Mathilde Warnier u.a.

Kurzfilm-Regisseur Bertrand Mandico ist besessen vom Organischen, von der Verwandlung und Verschmelzung von Körpern und Geschlechtern. Für seinen ersten vollwertigen Spielfilm "The Wild Boys" schickt er die wilde Männlichkeit auf eine Insel des Femininen - und verschmelzt dazu die Klänge, Farben und Formen aus allen Dekaden der Filmgeschichte.

Zur Kritik von "The Wild Boys"

:liquid8:

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Re: The Wild Boys

Beitrag von freeman » 24.10.2019, 20:32

Ein Film übers LL-Forum! Also von dessen Geschichte. Bevor wir alle rosa Pussys wurden.

In diesem Sinne:
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Re: The Wild Boys

Beitrag von Vince » 25.10.2019, 18:57

Eine isolierte Insel, auf der kleine aufmüpfige Jungs stranden, wo sie eingekuschelt zwischen Phallussymbolen zusammen alt werden und sich langsam in Weiber verwandeln... jetzt wo du es sagst... der ganze verdammte Film ist eine einzoge große Liquid-Love-Metapher!

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Re: The Wild Boys

Beitrag von SFI » 26.10.2019, 06:43

Hier scheint ein Autor, getarnt als User, jahrelang versteckt eine Feldforschung betrieben zu haben. :lol:
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Re: The Wild Boys

Beitrag von StS » 26.10.2019, 12:59

:lol:

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Actionfilmfan » 23.04.2021, 17:46

Spoiler
Show
@Vince wie war es als du herausfandet das es wirklich Frauen waren welche die Jungs gespielt haben.
Geht mal auf IMDb und schaut den Cast an das waren alles echte Frauen. Die waren auch teilweise schon nicht mehr jung. Vimala Pons die war zu Drehzeit 31 Jahre alt.
Kann man aktuell in der Arte Mediathek sehen. Sollte man sich einmal anschauen. Deutsche Sub sind fest weil es keine deutsche Synchro gibt.

:liquid8: Punkte.

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Vince » 23.04.2021, 20:23

Da bemüh ich mich, den Twist in der Kritik möglichst elegant zu umschreiben und unser Actionfan kommt daher und schnoddert einfach mal so den Spoiler raus. :lol:
Ich habs mal als Spoiler markiert, kann ja sein, dass sich noch jemand überraschen lassen will. ;)

Ich weiß gar nicht mehr, ob ich es bei der Sichtung schon wusste oder nicht, es war auf jeden Fall sehr interessant gemacht.

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Sir Jay » 03.05.2021, 08:39

habe den Film bereits durch Kino+ ins Radar genommen - dein Fazit fand ich (mal wieder) höchst elegant und souverän formuliert. Ich bin gespannt auf den Film.

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Sir Jay » 10.05.2021, 08:27

Spoiler
Show
ist das wirklich so ein "spoiler" mit der Enthüllung, dass es sich um Frauen handelte?

Bei Kino+ wurde Film gerade damit "beworben", dass das die Prämisse des Filmes ist - Frauen spielen Kerle...aufgrund dessen habe ich ihn mir dann auch überhaupt angeguckt :00000694

Ansonsten sieht man es dann aber auch im Film doch recht schnell an den Gesichtszügen. Will jetzt aber nicht behaupten, dass ich das auf jeden Fall auch vorher gerafft hätte, wenn mir das nicht vorher "gespoilert" worden wäre.
Jedenfalls visuell sehr interessant, voller Referenzen an ältere Filme und solch offensichtlicher Zweideutigkeiten, dass man gar nicht mehr von solchen sprechen möchte.

Aber abgesehen davon, habe ich irgendwie nicht verstanden, was mir der Film eigentlich sagen wollte :lol:

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Vince » 13.05.2021, 07:43

Spoiler
Show
Nur weil irgendwelche Klatschblätter den Spoiler rausposaunen, heißt es ja nicht, dass es keiner mehr ist. ;)
Wahrscheinlich wird man es zumindest ahnen, wenn man es vorher nicht wusste, andererseits, Actionfilmfan schien ja überrascht gewesen zu sein.
Ich habe ja nie so richtig diese doch recht beliebte Anmerkung "Ich weiß nicht, was der Film mir sagen wollte" verstanden. Eigentlich ist das dann immer eher eine Störung beim Empfänger als beim Sender, denn der Film vermittelt letztlich nur Bilder und Töne, die man dann auf der eigenen Seite zusammensetzen muss. Gerade in diesem Fall finde ich das Thema eigentlich sogar überaus klar formuliert (Flucht aus den Fesseln der Bourgeoisie und Identitätsfindung auf einer Insel, die nicht mehr dem gesellschaftlichen Diktat unterliegt). Wenn dir da die Aussage fehlt, kann das eigentlich nur daran liegen, dass du mit dem Thema nicht viel anfangen kannst.

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Sir Jay » 17.05.2021, 17:55

Vince hat geschrieben:
13.05.2021, 07:43
Ich habe ja nie so richtig diese doch recht beliebte Anmerkung "Ich weiß nicht, was der Film mir sagen wollte" verstanden. Eigentlich ist das dann immer eher eine Störung beim Empfänger als beim Sender, denn der Film vermittelt letztlich nur Bilder und Töne, die man dann auf der eigenen Seite zusammensetzen muss. Gerade in diesem Fall finde ich das Thema eigentlich sogar überaus klar formuliert (Flucht aus den Fesseln der Bourgeoisie und Identitätsfindung auf einer Insel, die nicht mehr dem gesellschaftlichen Diktat unterliegt). Wenn dir da die Aussage fehlt, kann das eigentlich nur daran liegen, dass du mit dem Thema nicht viel anfangen kannst.
Gut also die "Selbstfindung" und "sexuelle Erfüllung" habe ich unterbewusst auch in dem Film als Leitmotivation wahrgenommen, in der Tat ist das aber kein Thema, das mich persönlich groß bewegt.

Dennoch war mir das etwas zu wenig, da es mir um die Konklusion geht, die ich aus dem Film nicht herausfiltern konnte.

Wenn ich das mal mit "Das große Fressen" von Marco Ferreri vergleiche, finde ich diesen alten Schinken doch etwas klarer.
Zwar findet hier nicht mehr als "Fressen und Ficken" in einem alten Herrenhaus statt, doch die Essenz daraus war, wie sich der Mensch durch das Ausleben dieser Gelüste, also der Todsünden Wollust und Völlerei eben zum eigenen Verderben führt.

Bei The Wild Boys habe ich jetzt da eben keinen Punkt ausgemacht.

Ich verstehe aber schon, wenn man sagt, dass das auch nicht notwendig ist.

In anderen Fällen (ich weiß der Vergleich ist nicht optimal, aber es fällt mir halt spontan dazu ein) wie etwa Richard Linklaters "DAzed and confused" ist mir ein Fazit gar nicht wichtig, hier genieße ich dann wirklich die Momentaufnahme.

Das kann man bei The Wild Boys sicher so auch machen, aber er gibt mir halt das Gefühl, dass er eben doch mehr sein will, als eine Momentaufnahme und wenn am Ende die Moral von der Geschicht ist "lebt euch aus", dann ist das mir persönlich etwas zu wenig...aber wie gesagt - ist wohl nicht mein Thema - bin wohl zu prüde :lol: :oops:

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Vince » 17.05.2021, 18:35

Daher auch der erste Satz meines Fazits. ;)
Ich kann das aber absolut verstehen, es ist auch nicht direkt mein Thema, aber es hat halt seine Berechtigung und ich würde mal behaupten, dass die größere Klarheit von "Das Große Fressen" ausschließlich mit dem subjektiven Blickwinkel zu tun hat (zumindest soweit ich mich erinnere, war da nichts klarer oder weniger klar ausgearbeitet als in diesem Fall hier).
Und die Optik bzw. die visuellen Stilmittel, die hier zu Anwendung kommen, ganz unabhängig von ihrer Funktion als symbolischer Bedeutungsträger, die sind einfach extrem ideenreich in Konzeption und Umsetzung. Diese Farben und das Schwarzweiß, die Rückprojektionen und dimensionalen Asymmetrien, es ist einfach ein verdammt gut aussehender Film.

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Re: The Wild Boys

Beitrag von Sir Jay » 18.05.2021, 09:23

Vince hat geschrieben:
17.05.2021, 18:35
Daher auch der erste Satz meines Fazits. ;)
Diese Farben und das Schwarzweiß, die Rückprojektionen und dimensionalen Asymmetrien, es ist einfach ein verdammt gut aussehender Film.
Jap, zumal er tatsächlich hier und da die Illusion eines Filmes aus der Schwarz/Weiß Ära erzeugt.

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