
Ende der 90er, als mein Hifi Geist erwachte, wurde ich auch das erste Mal auf Marantz aufmerksam, dessen wohlklingender Name samt Klangmythus eine gewisse Faszination versprühte. Die damals neue 17er Serie genießt auch heutzutage einen exzellenten Ruf, war aber mit Preisen von rund 2.500 DM für einen Schüler mit 40 DM Taschengeld unerschwinglich. Selbst die 63er/67er Serie lag mit 900 DM etwa für den CD Player in sehr weiter Ferne, aber durchaus realisierbar. Mit Beginn des neuen Jahrtausends und einem damals noch modernen Ebay Account, machte ich mich auf und erwarb meine erste kleine aber feine Marantz Kette in Form des CD 63 und PM 80. Fortan war ich Marantz Fanm, strebte nach mehr und wurde fündig. Mit der KI Signature Reihe adelt sich Marantz Entwicker Ken Ishiwata faktisch selbst, indem er bestimmten Marantz Produkten seinen Stempel in Form von Tuningmaßnahem aufdrückt, sich diese aber mit einem nicht gerade geringen Aufpreis zum Standardmodell vergolden lässt. So verlangt Marantz etwa für das KI Signature Modell des PM 7200 satte 300 EUR Aufpreis im Vergleich zum Basismodell. Neben optimierten Bauteilen gibt es dafür noch einen Ringkerntrafo und ein kupferbeschichtetes Chassis. Ob sich der Mehrpreis klanglich lohnt muss jeder selbst für sich entscheiden, zumindest aber sieht die Rückseite deutlich schicker als das Basismodell aus.
Technische Daten:
2 x 95 W oder 2 x 25 W Class-A
Source Direct-Schaltkreis
LDPS-Netzteil (Linear Drive Power Supply)
HDAM (Hyper Dynamic Amplifier Modules)
Handerlesene und optimierte Bauteile
Ringkerntrafo und kupferbeschichtetes Chassis
Abmessungen: 440x159x474,5 mm (BxHxT)
Gewicht: 12,3 kg
Farbe: schwarz/gold
Preis ca.: 800 Euro
Ausstattung:
Hier lässt sich Marantz nicht lumpen und bietet neben zahlreichen Hochpegeleingängen auch einen Phono Eingang (MM) sowie einen Source Direct Schaltkreis. Seltenheitswert hat sicher der mögliche Betrieb im Class-A Modus -> KLICK – Was fehlt ist ein Vorverstärkereingang sowie eine auftrennbare Endstufe.
Verarbeitung:
Hier gibt es eigentlich nichts zu beanstanden, das Vollmetallgehäuse ist wertig und das Design gefällt durchaus, auch wenn der Verstärker recht mächtig im Hifi Rack thront, aber man will sich ja (manchmal) auch etwas abheben. Ein Kritikpunkt wäre das fest integrierte Netzkabel sowie die typischen Plastikanschlüsse für die Lautsprecherkabel, die beim Basismodell sicher in Ordnung gehen, hier aber vor allem in Anbetracht der sehr wertigen Rückwand optisch und haptisch fehl am Platz sind.

Klang:
Vorweg muss man sagen, dass sich Marantz hier eine anscheinende Sparmaßnahme erlaubt hat, die so manchen Besitzer in den Wahnsinn treiben, die Händler Hotline zum Glühen bringen dürfte und zudem noch einmal Mehrkosten von rund 50 EUR in Aussicht stellt. Die Rede ist vom Ringkerntrafo, der beim Einschalten des Gerätes ordentlich Strom zieht und dem man wohl keinen internen Einschaltstromegrenzer gönnen wollte. Ist die hauseigene Elektrik dann mit einer zu flinken Sicherung bestückt, fliegt diese jedes Mal beim Einschalten des Gerätes heraus, so mehrmals geschehen. Da hilft also nur das Wechseln der Sicherung, zumindest wenn man auf dem Gebiet bewandert ist oder das Vorschalten eines käuflich zu erwerbenden externen Einschaltstrombegrenzers. Klanglich bleibt der Aha Effekt in Anbetracht des doch recht hohen Preises aus, im Vergleich zum Basisvorgängermodell in Form des PM 7000, konnte ich keinen wirklichen Unterschied ausmachen, was vielleicht auch meinen Holzohren geschuldet sein kann.
Fazit:
Wertiger und solider Verstärker der gehobenen Preisklasse, bei dem jeder selbst entscheiden darf ob sich der Mehrpreis klanglich auszahlt. Mit Sicherheit kann man mit dem Basismodell ebenfalls glücklich werden.
Wertung:

