Man merkt, dass die Serie im gleichen Umfeld wie "The Shield", gewissermaßen auch als Quasi-Nachfolger, gezüchtet wurde, aber das sind ja nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Statt korrupter Cops also kriminelle Biker mit quasifamiliärer Struktur, wo sich tatsächliche und Wahlverwandschaften mischen, Freundschaft, Loyalität und Bruderschaft Raum für reichlich male melodrama bieten. In Season 1 wird vor allem der Cast mit reichlich Bekannten aus Hollywoods zweiter Reihe (u.a. Ron Perlman und Kim Coates) vorgestellt, daher fehlt ein wenig der rote Faden, auch wenn der Konflikt Sons vs. ATF und der Konflikt Präsi Clay vs. Vizepräsi Jax in der zweiten Hälfte der Season für mehr Drive sorgt. Ausbaufähig, aber gelungen.

Sons of Anarchy - Season 2
Sons vs. White Supremacy Heinis, noch dazu rivalisierende Gangs, die Freunde von den Behörden und irische Waffenhändler - hier wurde tatstächlich an der Serie gearbeitet, der Machtkampf um das Städtchen Charming bildet eine wesentlich geschlossenere Storyline, auch wenn die eine oder andere Entwicklung etwas forciert wirkt (z.B. der vertiefte Streit von Clay und Jax, der irgendwann groteske Züge annimmt). Dafür mit reichlich neuen Gaststars (Alan Arkin, Henry Rollins und Tom Arnold), noch stärkerer Musikauswahl (sofern man auf Rock steht) und temporeichem Finale, an das leider noch ein etwas dämlicher Nachklapp gehängt wurde, der Season 3 einleiten soll, aber Ungutes für die Folgestaffel befürchten lässt.

