Britische Historienserie über die Rosenkriege des 15. Jahrhunderts, die wie eine Schmalspurversion von GAME OF THRONES rüberkommt. Visuell bewegt man sich zwischen großen Bildern und Trash pur, wobei Banalität überwiegt. Inhaltlich ist, bedingt durch die Materie, schon mehr los, doch die holprige Erzählweise, bei der zwischen zwei Einstellungen unkommentiert schon mal einige Jahre vergehen können, ist dem Spannungsfluss durchaus abträglich. Erstaunlich durchwachsen müssen auch die Darstellerleistungen bezeichnet werden, wobei nicht immer klar gesagt werden kann, ob das theatralische Gebaren nun den Schauspielern oder der Regie geschuldet ist. Durch das Overacting und ein mäßiges Drehbuch noch dazu verkommen jedoch vielschichtige historische Figuren zu Karikaturen, die sich meist sehr schnell in ein Gut-Böse-Schema einordnen lassen. Es ist selten ein gutes Zeichen, wenn in einer sich ernstnehmenden Serie ein Charakter nach dem Aushecken eines Planes höhnisch grinst.
Tiefpunkt der Serie sind jedoch die Schlachtszenen. In den ersten vier Episoden spart man sie sich gleich ganz, später werden sie dann mit winzigen Scharmützeln dargestellt, bei der Close-ups, Zeitlupen und Kunstnebel die Kümmerlichkeit des Nichtspektakels übertünchen sollen. Wirklich ganz furchtbar. Besonders schlimm, wenn man kurz zuvor die neunte Episode der sechsten GAME OF THRONES-Staffel gesehen hat.
Alles in allem kann man THE WHITE QUEEN nur sehr eingeschränkt empfehlen. Ich würde auf alle Fälle VIKINGS und THE LAST KINGDOM deutlich bevorzugen, dem nicht unerfreulichen Anblick der hier gelegentlich hüllenlos auftretenden MISSION IMPOSSIBLE 5-Asskickerin Rebecca Ferguson zum Trotz.
Knappe








,5





