Bin überrascht über die niedrige Bewertung. Der Film gehört auf jeden Fall zu den Top 10 von Jackie.
Auch der Vergleich zu Indiana Jones der immer getätigt wird (nicht nur beim Podcast) hat meiner Ansicht nach nie gepasst. Vom Flair her, eher eine opulentere Version von "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten", welcher aber ja bei euch auch genannt wird.
Ich finde, dass "Mission Adler" in vielerlei Hinsicht besser gealtert ist, als die Indy-Trilogie.
Vergessen wir nicht, dass "Mission Adler" die AbenteuerKOMÖDIE ist und die Indy Filme, Abenteuerfilme mit einigen lustigen Momenten sind.
Und trotzdem ist die Suche nach einem Nazi-Goldschatz in Afrika realitätsbezogener als die Suche nach der Bundeslade, den flammenden Sankara-Steinen, oder dem heiligen Gral. Im Podcast wird ja sogar gesagt, dass es in der Realität irgendeine Begebenheit mit einem Nazischatz gab, wenn ich mich richtig erinnere. Die Geschichte in Mission Adler ist also nicht völlig realitätsfremd, schließlich gab es eine Afrikakampagne unter Erwin Rommel.
Die Storys in den Indy-Filmen sind rückblickend betrachtet, schon irgendwie naiv, auch wenn sie natürlich mit der übernatürlichen Komponente spielen.
Schaut man sich nur mal das Ende vom "Letzen Kreuzzug" an, erfährt man, dass der Heilige Gral in Jordanien/Petra ist (also dort wo Touristen jedes Jahr hinreisen). In diesem Tempel sind drei Fallen aufgestellt. Einer der Rätsel besteht darin, dass Wort Iehova (Ja ihr habt richtig gelesen, mit einem "i"

) zu bilden, indem Indy auf Felsblöcke auf dem Boden laufen muss, die jeweils einen Buchstaben haben. Als er den mehrere-hundertjahre alten Ritter trifft unterhält Indy sich mit ihm auf Englisch, uneingeschränkt vom sprachlichen Wandel im Verlauf der Jahre und muss dann im Stile einer Gameshow zwischen mehreren Kelchen(die der Ritter alle gesammelt und schön aufgestellt hat?), den Richtigen herausfinden.
Auf Tempel des Todes, will ich gar nicht erst eingehen. Der Film war zum Zeitpunkt des Erscheinens in Indien verboten, da er als Beleidigung aufgefasst wurde (u.A. Dinner-Szene).
Das schlechte Altern sieht man den Filmen an seiner Schwarz/Weiß-Zeichnung an. Indy, der gute Ami, besiegt die bösen Nazis und nur aufgrund des Zufalls, dass Indy in dem indischen Dorf gelandet ist, haben die Bewohner einen Funken Hoffnung, dass die Kinder und die Steine wiedergefunden werden.
Bei Mission Adler haben wir es bei Jackies Begleiterinnen mit einer bunten Truppe zu tun: Dodo aus HK, Eva aus Spanien und Shoko aus Japan. Dazu kommt, dass die Schwarz/Weiss-Malerei aus den Indy-Filmen hier nicht betrieben wird: Klar ist Jackie der Gute, aber selbst die Bösen bekriegen sich untereinander und die Söldner (die verschiedene Herkünfte haben) verraten für das Gold selbst ihren Boss, wodurch es nochmal zu einer spannenden Dynamik kommt. Das steht alles im Kontrast zu Marions hochnässigem "Das könnt ihr mit mir nicht machen! Ich bin Amerikanerin!" aus "Jäger des verlorenen Schatzes". Der Multikulti-Cast in Mission Adler ist erfrischend und wie im Podcast genannt, werden Ureinwohner gezeigt, aber nicht näher benannt und nicht beleidigt, wie es rückwirkend vielleicht für den Einen oder Anderen heutzutage bei "Tempel des Todes" herüberkommen könnte.
Das vielleicht Wichtigste in den Filmen: Die Action.
Diese ist bei "Mission Adler" um einiges rasanter. Allein an die Motorrad-Auto-Jagd, kommt nichts aus Indy heran. Hut Ab alleine davor, wie Jackie, knapp vor den Autos, auf gestapelte Kisten springt und natürlich der finale Sprung vom Motorrad auf die hängende Kiste im Netz. Super gefilmt vom Autostunt-Choreographen Bruce Law. Schaut man sich nochmal mit Verstand die Action in den Indy-Filmen an, fällt auf, dass Viel passiert, aber alles halt sehr langsam. Dies fällt besonders beim Kampf auf dem Basar in "Jäger des verlorenen Schatzes" auf. Die Schläge die Indy verteilt sind typische "Hollywood-Hau-Ruck-Ausholschläge", die natürlich nicht gegen Jackies dynamische Kampf-Choreographie ankommt.
Die Musik in "Mission Adler" ist gut und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Kommt von der gesamten Produktion aber natürlich nicht an John Williams Score für die Indy-Filme heran.
Es gab noch einige nette Anekdoten die man hätte erzählen können, wie dass der Produktionsmanager, 3 Monate in den Knast musste.
Zum Titel noch etwas: Witzigerweise ist der deutsche Titel "Mission Adler" die richtige Übersetzung und näher dran am chinesischen Originaltitel, als der englische Originaltitel "Armour of God 2: Operation Condor".