
Originaltitel: Gwang Tin Wong Ga Cheung/ Angel Terminators
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Wai Lit
Darsteller: Sharon Yeung Pan Pan, Kenneth Tsang Kong, Carrie Ng Kar Lai, Michiko Nishiwaki, Lee Ching Saan, Alan Chui Chung San, Kara Hui Ying Hung, Cheng Yuen Man, Wai Lung, Dick Wei
So langsam werden sie rar, die Neuentdeckungen in einem der Lieblingssubgenres des HK-Kinos der späten Achtziger und frühen Neunziger, dem gemeinen Girl´n Guns-Flick. Jedoch, manchmal kommt der eine oder andere Film zum Vorschein, den man auf Video mangels englischer Untertitel hat liegen lassen, und der jetzt untertitelt das Tageslicht erblickt.
Ein solcher Kandidat ist ANGEL TERMINATORS, einer jener unzähligen preiswerten Nachzieher der ja auch schon eher dem Actiongüllebereich zuzuordnenden ANGELS-Reihe , mit der die ehemalige Tänzerin Moon Lee (The Protector, Killer Angels) sich zumindest in Fankreisen einen guten Ruf erwarb.
Inhaltlich ist ANGEL TERMINATORS auf Heroic Bloodshed-Pfaden unterwegs, der mächtige Gangsterboss Ken Tsang (gespielt vom gleichnamigen Schauspieler, den man u.a. aus DIE ANOTHER DAY, REPLACEMENT KILLERS oder THE KILLER kennt) muss vor seiner Verhaftung nach Thailand fliehen, kommt sieben Jahre später wieder zurück, und will seine Macht ebenso zurück wie seine von Carrie Ng (NAKED KILLER, DRAGON FROM RUSSIA) dargestellte ehemalige Freundin, die mittlerweile mit einem Polizeileutnant verbandelt ist. Zudem heften sich die zwei Polizistinnen (die Easternstars Kara Hui und Sharon Yeung Pan Pan), die vor sieben Jahren schon für seine Beinahe-Verhaftung verantwortlich waren, an seine Fersen. Für noch mehr Konfliktpotential sorgen die Spielschulden des Polizisten, die diesen in Abhängigkeit von Tsang bringen. Klar, dass diese Prämisse von Regisseur Wai Lit (Club Girls) nicht für Verhandlungen und Diskussionen verschwendet wird, stattdessen gibt´s schon in den ersten fünf Minuten ordentlich was auf die Mütze. Blutige Schusswechsel und einige spektakuläre Martial Arts-Moves lassen auf einen von diesen Ingredienzien bestimmten Film hoffen, und glücklicherweise trügt diese Hoffnung nicht. Positiv muss dazu noch erwähnt werden, dass selbst die Geschichte ein gewisses Maß an Spannung und inhaltlicher Involvierung erlaubt, aber erst die Action macht aus diesem Film einen kleinen Geheimtip. Wie im Genre üblich liefert der Film eine rasante Mischung aus Shootouts der härteren Sorte, einigen todesverachtenden Stunts und diversen Kampfsporteinlagen, diese wissen zu gefallen, können aber dank etwas hektischer Montage nicht an Highlights wie YES MADAM oder IN THE LINE OF DUTY 4 anschließen, was den Ballereien durchaus gelingt. Die Hauptlast der Kämpfe liegt auf den Schultern der beiden in dieser Hinsicht erfahrenen Leading Ladies Sharon Yeung (Angel Enforcers, Princess Madam) und Kara Hui (My Young Auntie, The Lady Is The Boss), dementsprechend machen sie auch eine gute Figur. Weniger gut ist es um ihre schauspielerischen Fähigkeiten bestellt, was im Kontext dieses Genres aber nicht übermäßig stört.
Formal ist ANGEL TERMINATORS ein typisches Kind seiner Zeit, hässliche Klamotten und extrascharfe Frisuren bestimmen die spröde eingefangenen Bilder, der Soundtrack wartet mit treibenden Synthieklängen der passenden Art auf.
Im Gegensatz zu manch anderem Achtziger-Actioner steigert sich die Action im Showdown leider nicht ins Unermessliche, kurz und knackig werden die Übeltäter zur Rechenschaft gezogen, wobei gerade die Anwesenheit von Dick Wei (DRAGONS FOREVER, PROJECT A) als oberstem Büttel des Bösewichts einen längeren Kampf wünschenswert gemacht hätte.
Trotzdem weiß ANGEL TERMINATORS zu gefallen, Fans rasanter HK-Actionkost dürfen unbesorgt zugreifen.
Gute
Die einzige DVD mit engl.UT kommt aus den USA von Tai Seng, sie bietet den Film uncut, leider aber nur in etwas schwammigen Vollbild.




