
Technische Daten:
Label: Massacre Records
Laufzeit: 55:03
Tracks: 11
Extra: Erstauflage im Digipack mit zusätzlicher MCD
Verpackung: Digipack
Tracklist:
01. Auftakt: Eine kleine Schlachtmusik
02. Eisenkreuzkrieger
03. Im Dornenwall
04. Ein Hauch von Räude
05. 17 Kerzen am Dom
06. Blutbahnen
07. Alphawolf
08. Frischtot
09. Schlachthaus-Blues
10. Zurück in die Kolonie
11. Schneuz den Kasper!
Kritik:
Seit 1994 treiben die Mannen, bis vor kurzem auch Frauen, um Frontrotzer Michael Roth nun schon ihr Unwesen in den deutschen Musiklandschaften und „Blutbahnen“ stellt ihr inzwischen sechstes reguläres Studiorelease dar. Auch wenn ich bis heute oft deswegen belächelt werde, so bekomme ich beim hören von Eisregen doch immer nostalgische Gefühle, da sie wohl in meiner Jugend mit die ersten Berührungen zu härteren Musikgefilden darstellten. Es ist schon interessant zu beobachten, wie sich über die Jahre die Hörgewohnheiten eines Menschen ändern können und welche musikalische Reise man doch durchlebt.
Ein Hauptgrund für meine einstige „Liebe“ zu der Band, sind wohl die ironischen bis zynischen, immer morbid schwarzhumorigen, teils Gesellschaftskritischen Lyrics Michael Roths, welche schon immer das Haupttrademark ihrer Musik sind. Leider ist der deutsche Normalbürger nicht gerade für seinen ausgeprägten Sinn für Humor bekannt und so hat Eisregen einen ganz besonderen Freund in der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gefunden. Über die Jahre hinweg landeten somit, aufgrund angeblicher schwer menschenverachtender Tendenzen, fast alle Alben Eisregens auf dem Index. Ihr zweites Album wurde sogar mit einem allgemeinen Aufführungsverbot belegt, welches jegliche Liveaufführung, selbst vor volljährigem Publikum, strafbar macht.
Musikalisch hat sich auf „Blutbahnen“ wenig bis gar nichts geändert, ihr Sound ist immer noch eine Mischung aus Gothic, Death und Black Metal verfeinert mit Piano und Geigenklängen, die leider seit Geigerin T2 die Band verlassen hat stark in den Hintergrund getreten sind. Über diesen Klangteppich intoniert dann Micheal Roth mal grunzend, mal klar gesungen seine Lyrics. Das mag zwar wenig Innovativ sein, aber trotzdem haben Eisregen einen eignen und unverwechselbaren Sound, den man sofort wieder erkennt. Auffällig ist, dass sie im Gegensatz zum direkten Vorgänger etwas sperriger und weniger eingängig zu Werke gehen, so dass es doch einige Durchläufe braucht bis die Songs sich in den Gehörgängen fest setzen, dann aber entwickeln sie zum Teil sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter.
Eingeleitet wird der dunkle Reigen, durch ein orchestrales Intro, welches eine angenehme düstere Atmosphäre erzeugt und somit Lust auf das nach ihm folgende macht. Ohne große Umschweife, von Piano klängen unterstützt, dröhnt dann auch schon „Eisenkreuzkrieger“ durch die Boxen, welches aufgrund seines morbiden, tiefschwarzen Humors gleich am Anfang klar macht, dass auch lyrisch alles beim alten geblieben ist. Auch die beiden nächsten Songs wissen zu gefallen, erreichen aber nicht die Qualität des Openers. Mit „17 Kerzen Am Dom“ folgt dann der thematisch kontroverseste Song des Albums, in dem sich Roth kritisch mit dem Amoklauf in Erfurt auseinander setzt. Leider muss man sagen, dass ihm andere sozialkritische Lieder, wie das gegen den Nationalsozialismus gerichtete „Heer der Ratten“, textlich doch besser gelungen sind. Mit dem Titelsong folgt im Anschluss nun auch die obligatorische Ballade, die sich natürlich wie immer mit einem Mord auseinandersetzt, ansonsten aber belanglos ist. In „Alphawolf“ scheint der Familienvater Roth wohl zu versuchen, dass erwachsen werden seiner Töchter zu verarbeiten, spätestens dann wenn der junge Wolf „mit seinem Fleisch, so hart wie Stahl“ sie zur Frau macht und danach „satt sich rasch von dannen schleicht“, kann man ein grinsen kaum verbergen. Mit „Frischtod“ und „Schlachthaus Blues“, die Definitiv zu den Highlights gehören, kommen dann die beiden Lieder, welche wohl früher oder später zur Indizierung des Albums führen werden. Das anschließende „Zurück in die Kolonie“ ist eine Reminiszenz an ein Stück vom zweiten Album, das selbst aus heutiger Sicht noch ein großartiges Stück Schwermetall ist, wie zu erwarten kann sein Nachfolger nicht mal annähernd, daran anschließen. Den Abschluss des Albums bildet, dann ein schön schräger, balladesk angehauchter Song inklusive dazu passender Lyrics.
Fazit:
Mit 16 wäre „Blutbahnen“ wohl eine Platte gewesen, die ich bis zum Erbrechen gehört hätte, aus heutiger Sicht gesehen bieten Eisregen aber nur solide bis gute Musik. Zweifellos haben Eisregen einen eigenen selbständigen Sound, den sie auch von Album zu Album technisch perfektionierter umsetzen. Aber es folgt trotzdem immer ein und demselben Konzept, ohne jegliche Variation oder Veränderung. Dasselbe gilt leider auch für die Texte, da sich Roth einfach zu stark eingrenzt und sich somit thematisch einfach zwangsläufig wiederholen muss. Spaß macht das musikalische Gemetzel zumindest für kurze Zeit trotzdem und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kann auch wieder panisch die Wände hochgehen. Somit gibt es


