Falling Fire

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Falling Fire

Beitrag von freeman » 10.06.2007, 01:58

Falling Fire

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Originaltitel: Falling Fire
Herstellungsland: Kanada / USA
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Daniel D'Or
Darsteller: Michael Paré, Heidi von Palleske, Mackenzie Gray, Zehra Leverman, Cedric Turner, Christian Vidosa, Morris Durante, Jacklyn Francis u.a.

Irgendwann in der guten alten Zukunft. 26 Milliarden Menschen bevölkern inzwischen unseren vollkommen ausgebeuteten, kleinen, süßen Planeten. Armut, Arbeitslosigkeit, Überbevölkerung und Umweltschäden katastrophalen Ausmaßes lassen unsere Gesellschaftsordnung fast kollabieren. Also beschließt eine Firma namens IRS einen Asteroiden in die Umlaufbahn unserer Erde zu transportieren und ihn dann bergwerkstechnisch auszuschlachten, hat man doch Gold- und andere Bodenschätze auf dem Asteroiden entdeckt. Das Raumschiff Spirit of 49 wird beauftragt, den Asteroiden mittels Nuklearsprengungen in die Umlaufbahn der Erde zu bringen und kommt auch gut voran. Doch kurz vor dem Ziel häufen sich die Sabotageakte an Bord und der Erfolg der Mission scheint massiv gefährdet! Hat etwa die Terrorgruppe Kinder von Gaja damit zu tun, deren oberstes Ziel es ist, die Menschheit komplett auszurotten?

Klingt interessant? Das versucht man sich als Zuschauer des Streifens Falling Fire auch permanent einzureden, scheitert irgendwann aber grandios, denn Falling Fire ist ein exemplarisches Musterbeispiel für schlimmste Zeitverschwendung. Alles beginnt mit der gar nicht mal so schlechten Geschichte. Diese wird so inspirationslos und gelangweilt abgespult, dass man sich fragt, wie die Drehbuchautoren auf eine so recht gelungene Ausgangsidee gekommen sind, wenn es dann nicht einmal ansatzweise klappt, den Zuschauer länger als fünf Minuten für den fertigen Film zu interessieren. Denn anstelle sich auf die komplett kaputte Geschichte zu stürzen und sie ordentlich auszuschlachten, wird in Falling Fire endlos lange gelabert ... und gelabert ... und gelabert ... einfach weil man sich selbst viel zu ernst nimmt. Mittendrin wird eine Substory um die Ehefrau des Hauptcharakters initiiert, die die Sekte der Kinder von Gaja verfolgt und wohl so etwas wie weitere Spannung in das müde Treiben bringen sollte. Der Versuch kann getrost als gescheitert betrachtet werden. Dies gilt unisono für die schauspielerischen Ambitionen ALLER "Darsteller". Ihre Leistungen als Sprechpuppentheater zu bezeichnen, wäre noch geprahlt. Die Darsteller bewegen sich wie Roboter durch die Kulissen und rasseln ihre Texte bar jeder Emotion herunter und erwecken so mehr als einmal den Eindruck, selber nicht zu wissen, was sie da eigentlich faseln. Selbst Michael Paré, der als "Star" des Streifens firmiert, lässt sich zu keinem Augenblick beim Schauspielern oder Verkörpern eines Charakters erwischen. Dass es obendrein eine Qual ist, seinem Charakter beim doch recht langsamen Denken zuzuschauen, sei hier nur einmal als Randnotiz erwähnt. Optisch bewegt sich der Streifen auf unterstem Niveau. Insbesondere bei den Szenen im Weltall regierte wohl der von Vielproduzent Roger Corman aufgezwungene Sparstrumpf, denn sowohl Raumschiffinterieur als auch die Darstellung der Raumfahrzeuge sind einfach nur lächerlich. Die wenigen Effekte haben einen mehr als käsigen Anstrich und Bewegungsunschärfen bei dem Einkopieren von Darstellern, die vor Blue Screens an Fäden herumwackelten und dann in der Postproduktion vor Asteroiden platziert wurden, sind heutzutage einfach nur noch peinlich! Dass der Asteroid lachhaft mies animiert wurde und an einer grandiosen Detailarmut leidet, setzt dem Ganzen nur die Krone auf. Die Szenen um die Kinder von Gaja werden mit einigen Braunfiltern verfeinert, wirken aber dennoch nur billig. Mit dieser Mängelliste könnte man problemlos ewig weitermachen. Darum hier einmal die wenigen Punkte, die positiv ins Auge stechen: Der Score ist an einigen Stellen wirklich ganz ordentlich gelungen. Des weiteren bleiben zwei Szenen in Erinnerung: Die erste dreht sich um Fickie Fickie in der Schwerelosigkeit ;-) und die andere präsentiert zwei Astronauten auf einem Ausflug auf den Asteroiden, was sie nutzen, um eine Runde zu Golfen und dabei ihr eigenes Raumschiff quasi als Loch zu benutzen. Das war es dann aber auch wirklich schon.

Falling Fire ist einer dieser genialen Stinker, die mit einer netten Storyidee aufwarten können, selbige aber dank extremer Budgetknappheit komplett in den Sand setzen. Hier endet alles in grandioser, megamies gespielter und spannungsfreier Langeweile, an deren Ende ein Happy End steht, das dem ganzen Storyansatz komplett zuwider läuft und im Handumdrehen den ganzen Film komplett aushebelt. "Tolle" Unterhaltung aus dem Hause Corman ...
:liquid2:

Die deutsche DVD wurde unter dem Titel 3 Minutes to Impact von VCL veröffentlicht und ist mit einer FSK 16 uncut ...

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von Vince » 10.06.2007, 15:18

Es wird ja endlich mal wieder richtig Gülle gepostet hier. Amüsantes Teil!

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