Flug 93 (TV-Verfilmung)
Im Gegensatz zum beinahe perfekten Kino-Bruder von Paul Greengrass, agiert die TV-Verfilmung des dramatischen Stoffes weitaus dokumentarischer. Immer wieder werden Interviews mit den Hinterbliebenen und Zeugen zwischengeschaltet, denen dann wieder nachgestellte Filmausschnitte folgen. Größtenteils schafft dies eine äußerst wissenschaftliche und korrekte Atmosphäre. Man geht größtenteils recht akribisch auf die wenigen Beweise ein, die man von den Ereignissen von Flug 93 hat und erreicht so eine besonders hohe Authenzität. Die Schauspieler spielen daher eine eher untergeordnete Rolle und dienen nur als Verbildlichung dessen, was einem der Erzähler im Off-Text gerade erzählt. Getrübt wird der Eindruck von einigen absolut hirnrissigen und regelrecht lächerlichen Interview-Passagen, in denen die Hinterbliebenen Sprüche wie "Ich kann mir gut vorstellen, dass mein Mann einen der Terroristen ausgeschaltet hat." reißen, was dann vom nächsten Interviewpartner nochmal getoppt wird a la "Mein Sohn konnte Karate, er hat sicher versucht die Cockpit-Tür einzutreten.".....sowas in der Art halt, sind jetzt nicht die exakten Wortlaute. Das zerstört einiges von der sonst so akribisch recherchierten Geschichte. Hier und da fallen auch einige äußerst schwach animierte Flugsequenzen auf. Anstatt den Absturz mit FLight Simulator-Grafik zu bebildern, hätte man besser wie die Kino-Verfilmung auf "Weniger ist mehr" gesetzt. So bleibt eine ordentliche Herangehensweise, die aber zwischendurch einige gehörige Störfaktoren auffährt, welche einen Großteil der Pluspunkte wieder aufheben...
Some Kind of Monster
Mit jedem Jahr liebe ich die Band mehr und umso beeindruckender wird der Film. Neben der beinahe perfekten Struktur, was bei so komplexen Zusammenhängen inkl. zahlreichen Rückblenden alles andere als einfach ist, überzeugt der Film dann zumindest die Fans, die sich damit abgefunden haben, dass die abgefuckt bösen Metal-Freaks jetzt Papas sind und Frauen haben. Herrlich den Studioalltag mitzuerleben, die Entstehung eines Songs verfolgen zu können, den Jungs bei den Aufnahmen zuzuschauen.....pure Magie und mit jeder Filmsichtung wird klarer: St. Anger ist ein richtig gutes Album!
Babel
Toller Film, sehr schön erzählt, hervorragend gespielt (wie zu erwarten) und grandios bebildert. Eine derart starke Inszenierung hätte ich gar nicht erwartet, genausowenig wie die durchweg interessanten Handlungsstränge. Das ganze hat mich ein wenig an "L.A. Crash" erinnert, nur in diesem Fall war es noch einen Zacken besser. Zur Höchstnote hat mir am Ende die nötige Konsequenz gefehlt bzw. nochmal eine Klimax.
