
RoboCop: Prime Directives - Dark Justice

Originaltitel: RoboCop: Prime Directives - Dark Justice
Herstellungsland: Kanada
Produktionsjahr: 2000
Regie: Julian Grant
Darsteller: Page Fletcher, Maurice Dean Wint, Maria del Mar, Geraint Wyn Davies, Leslie Hope, Anthony Lemke, Rebeka Coles-Budrys, Kevin Jubinville, David Fraser, Meg Hogarth, Eugene Clark, Marni Thompson
Inhalt :
Robocop ist in die Jahre gekommen, tut aber immer noch seinen Dienst in den Straßen von Delta City, dem ehemaligen Detroit. Sein Sohn, der zuerst nichts von seinem noch lebenden Vater ahnt, ist ein aufstrebendes Nachwuchstalent des OCP-Konzerns.
Doch OCP ist zerfressen von Korruption und Intrigen, Verschwörungen und Machgeilheit. Und so muss sich Robocop in der Serie mit allerlei bösem Gesindel herumschlagen, z.B. mit Bone-Machine oder seinem eigenen Doppelgänger. Diese bösen Gesellen versuchen unter dem Einfluss noch böserer OCP-Intriganten, Robocop von der Erfüllung seiner Pflichten, den Prime Directives, abzuhalten.
Kritik :
Als Paul Verhoeven 1987 einen Metallpolizisten durch eine ultrabrutale, mit gesellschafts-und medienkritischen Ansätzen versehene Racheorgie stapfen liess, erfand er eine absolute Kultfigur und schuf einen Meilenstein des futuristisch angehauchten Actiongenres.


Diese Waffe zaubert eben auch dem fiesesten Terroristen ein Lächeln aufs Gesicht
Obschon eher aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellung als wegen seiner teilweise durchaus hintergründigen mediensatirischen Sequenzen oft diskutiert, etablierte sich Robocop schnell als eine absolute Kultfigur. Was dann aus heutiger Sicht allerdings eher negative Folgen hatte, betrachtet man die mässigen Nachfolgeproduktionen, von welchen nur noch Robocop 2 einigermassen tolerierbar war.


Laaadys and Geeentlemen, I giiive youuu : The Bone Machine
Einige massiv schlechtere Serien und Filme später hatte die Kultfigur Robocop tiefe Schrammen und Dellen in den zuvor makellosen (Image)Schutzpanzer abbekommen. Erst im Jahre 2000 gelang es einer 4teilige Miniserie unter der Regie von Julian Grant, dem eingerosteten Robocop-Szenario eine neue Lackierung zu verpassen.


Tja, die Leiter von OCP wissen eben noch, wie wahre Kenner die Marktwirtschaft charakterisieren.
Die Miniserie, welche sich aus 4 je ca. 90 min Spielfilmen zusammensetzt, platziert ihre Storyline geschickt 10 Jahre nach dem ersten „richtigen“ Robocop, und ignoriert glücklicherweise die Ereignisse aus Teil 2 und 3.


Meinungschwankungen der etwas anderen Art zu ungunsten des Herrn Cables
Der Einstieg in die Miniserie gestaltet sich allerdings etwas zäh, da der in einem dunklen Keller vor sich hinsinnierende Robocop seines Amtes müde geworden ist und von der Öffentlichkeit fast vergessen seine mittlerweile nutzlos gewordenen Existenz bedauert. Mittels zahlreicher Flashbacks erinnert sich Robocop an sein früheres Leben zurück, und stellt dem Zuschauer so nebenbei die wichtigsten Hauptcharaktere der Serie vor.


Die gute alte "Schiess endlich!" - "Ich kann nicht!" Situation
Ebenso erhält der Zuschauer nun einen genaueren Blick hinter die Fassade des anscheinend von Intrigen nur so durchzogenen Konzerns OCP. Und genau hier liegt auch die grösste Stärke der Serie : Die spannenden Machtkämpfe innerhalb OCPs, bei welchen durchaus schon mal liebgewonnene Charaktere (inkl. Robocop) zum Spielball der Intriganten werden, und diesen Sachverhalt stellenweise sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen. Und hier offenbart sich auch die zweite grosse Stärke der Serie : Hingegen zum Original setzt die Serie deutlich mehr auf emotionale Charakterisierungen, und präsentiert uns einen von Zweifel zerfressenen Robocop, dessen grösster Kampf der mit sich selbst zu sein scheint.


Gefolgt von der guten alten „Selbstjustiz“ Situation
Aufgrund der ausführlichen Einleitung kommt die erste Prime Directives Folge „Dark Justice“ erst spät richtig in Fahrt, präsentiert aber durchgehend geschickt eingesetzte Actionszenen, die sowohl punkto Blutgehalt als auch Inszenierung fast mit dem Original mithalten können. Blutige Shootouts und gezielte Special Effekte wissen zu gefallen, ebenso die spannenden Gegner Robocops. So bekommt es Robocop in „Dark Justice“ beispielweise mit einem mit 2 Miniguns bestückten Selbstjustizer zu tun, der ihm ganz schön zu schaffen macht und seltsamerweise auch mit OCP in Verbindung zu stehen scheint. Gelungen vermischen sich hier alte und neue Figuren des Robocopuniversums, ohne den Zuschauer dadurch zu irritieren.


Der kurze Blick des Neides oder : Auch bei OCP werden die wichtigsten Entscheidungen nach wie vor beim Pissen getroffen.
Fazit : Der erste Teil der Prime Directives Reihe „Dark Justice“ startet durch seine ausführlichen Charakterisierungen etwas zäh, setzt dafür aber geschickt den emotionalen Grundstein für die folgenden 3 Teile. Die sparsam eingesetzte Action weiss absolut zu überzeugen, und ist für eine TV – Serie erstaunlich hochwertig und blutig ausgefallen. Wer von der Kultfigur Robocop nach wie vor fasziniert ist, sollte dieser mutigen Miniserie definitiv eine Chance geben !


Die Medien der Zukunft. Wie sagte doch einst Biermann so schön : "Mit neuen Phrasen der alte Scheiss"

