Teuflischer Irrtum

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Teuflischer Irrtum

Beitrag von freeman » 13.12.2007, 23:37

Teuflischer Irrtum

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Originaltitel: Double Take
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Mark L. Lester
Darsteller: Craig Sheffer, Brigitte Bako, Costas Mandylor, Dan Lett, Maurice Godin, Peter Keleghan, Heidi von Palleske, Torri Higginson, Silvio Oliviero u.a.

Connor McEwen ist Schriftsteller und hat gleich mit seinem Debüt einen Volltreffer gelandet. Dummerweise sieht es mit dem Nachfolgeroman richtig mau aus, denn Connor wird von einer Schreibblockade vom Feinsten gebeutelt. Als er für die Geburtstagsfeier eines Freundes ein spezielles Geschenk versorgen will, wird er in einen Überfall verwickelt. Dabei wird er Zeuge, wie ein Mann den Ladenbesitzer über den Haufen ballert und sich dann anschickt, Connor aus dem Weg zu räumen. Glücklicherweise ist sein Magazin leer und Connor kann ihn in ein Handgemenge verwickeln. Der Mörder ergreift daraufhin irgendwann die Flucht und Connor macht bei der Polizei seine Aussage. Wenige Tage später wird er zu einer Gegenüberstellung geladen, kann den Mörder einwandfrei identifizieren und schickt sich an, sein Leben einfach weiter zu leben. Da steht auf einmal Nikki vor ihm und erklärt ihm, der eingebuchtete Mann sei ihr Ehemann. Ein liebender, treusorgender Vater und auch sonst ein Engel vorm Herrn. Niemals fähig einen Mord zu begehen. So streut sie erste Zweifel in Connor, der kurz darauf auch noch auf offener Straße einem Typ begegnet, der dem eingebuchteten Hector bis aufs Haar gleicht. Umgehend verlangt er eine Neuaufnahme des Verfahrens gegen Hector. Seltsamerweise ist die Polizei nicht daran interessiert, den Fall neu aufzurollen. Also nimmt Connnor die Sache selbst in die Hand und beginnt mit Sexbombe Nikki einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Mark L. Lester präsentiert mit Double Take einen astreinen Thrillerversuch, der all seine zum Markenzeichen gewordenen Insignien ziemlich konsequent außen vor lässt. Es gibt keine harte Action, keine dicken Einschusslöcher und auch die Handlung geriet deutlich weniger krude, als man es von ihm gewohnt ist. Ganz im Gegenteil ... ist Double Take doch sogar ein äußerst solider Thriller, der zwar ein wenig braucht, um in Schwung zu kommen, dann aber ab der Hälfte der Laufzeit Wendung auf Wendung türmt und zum lustigen Miträtseln einlädt. Die Wendungen bleiben dabei immer nachvollziehbar und verzichten auf aus dem Zauberhut gezogene Erklärungen. Damit gelingt es ihm durchaus ein ordentliches Maß an Spannung aufzubauen. Action spielt in diesem Filmkonstrukt eine absolut untergeordnete Rolle. Es gibt eine kleine Ballerei zu Beginn und zum Schluss, von echten Actioneinlagen kann man aber wahrlich nicht sprechen. Das Augenmerk liegt eben absolut auf dem Who done it Aspekt und das reicht vollkommen aus. Darstellerisch ist der Film ganz in Ordnung, ohne dass irgendeiner der Darsteller glänzen könnte oder aus dem Ensemble herausragt. Craig Sheffer (Roadflower) gibt Connor und fällt vor allem durch eine grauslige und potthässliche Frisur auf. Hier und da gelingt es ihm am Anfang einige Manierismen eines erfolgreichen Schriftstellers zu lancieren (Eitelkeit, etwas Arroganz), zum Ende hin geht es bei seiner Rolle aber vor allem darum, erstaunt zu gucken und das geht ihm ganz gut von der Hand. Als Hector agiert Costas Mandylor, der zudem noch einen weiteren Charakter entwerfen muss. Der eine soll eher ruhig und zurückhaltend erscheinend, der andere eher forsch und gnadenlos. Wirklich trennen kann man zwischen den Charakteren aber nicht. Als verheißungsvolle Versuchung Nikki sext sich Brigitte Bako (Strange Days) durch den Film. Sie soll den Hauptcharakter willenlos machen und eben puren Sex versprühen. Und ja, dass mit dem willenlos überträgt sich 1:1 auf den Zuschauer. Alleine die engen Hosen und kurzen Röckchen sind ein Traum ;-). Optisch mutet Double Take leider nur wie ein TV Film an. Dabei stellt sich der Einstieg mit schönen Stadtpanoramen sehr verheißungsvoll dar, danach geht es aber permanent bergab, haben die eigentlichen Schauplätze doch wenig Flair und besondere Stilmittel in der Inszenierung kann man mit der Lupe suchen. Der Score erinnerte mich immerzu an die Titelmelodien von Falcon Crest oder Dallas und hat eben echtes Seifenopernniveau, was den Film hier und da ordentlich mit Kitsch zukleistert.

Das Ergebnis ist ein solides Thrillerchen, das seine TV Herkunft nicht verleugnen kann, aber mit wirklich ordentlichen Wendungen und einer netten Spannungskurve zu punkten versteht. Da gibt es weitaus Schlimmeres ... auch von Mark L. Lester ...
:liquid5:

In Deutschland erschien von dem Label VPS eine uncut VHS (FSK 16). Für eine DVD sollte man gen Schweiz schauen, wo Double Take von dem Label Cooldis / VPS veröffentlicht wurde.

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 14.12.2007, 16:48

Es kommen ja wieder richtig Reviews... keine Zeit mehr pour l'amour?
Dann kannste ja jetzt auch mal bald nen Black Sheepview nachreichen. :wink:

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Beitrag von freeman » 14.12.2007, 23:52

Das is ein uraltreview, dass auf der Platte rumflog und endlich gepostet werden wollte ... hihihi ;-). Die Schafe müssen erstmal noch warten, aber ich denke, ich mach da bald mal was ...

In diesem Sinne:
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