Midnight Hero

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Midnight Hero

Beitrag von freeman » 23.01.2008, 21:25

Midnight Hero

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Originaltitel: Sunset Heat
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1991
Regie: John Nicolella
Darsteller: Michael Paré, Adam Ant, Dennis Hopper, Daphne Ashbrook, Charlie Schlatter, Tracy Tweed, Little Richard, Luca Bercovici, Tony Todd, Joe Lara u.a.

Eric arbeitet als freier Fotojournalist in New York. Da erhält er von seinem Kumpel Danny eine Einladung nach Los Angeles. Da er seinen Kumpel seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat, macht sich Eric gleich auf den Weg. In L.A. angekommen, wird erst mal eine rothaarige Silikonische gepoppt. Sextourismus rockt halt. Da steht auf einmal eine handvoll Kameraden in seinem Zimmer und fragt seine Sexgespielin nach dem Verbleib von Danny. Wenig heldenhaft türmt Eric, nur um bei seiner Rückkehr ins Liebesnest festzustellen, dass seine rothaarige Luftmatratze verschieden ist. Erics Neugier ist nun geweckt und so erfährt er recht schnell, dass sein Kumpel Danny einen Drogendeal unterbrochen und beide Parteien beklaut hat. Diese sind nun freilich hinter "ihrem" Besitz her und werden durch Karl, einem ehemaligen Geschäftspartner von Eric, zu immer neuen Missetaten angetrieben. So muss zum Beispiel Danny ziemlich bald dran glauben! Und auch Eric steht auf der Abschussliste, kann er das Geld der Bäddies nicht schnellstmöglich auftreiben ...

Midnight Hero ist einer dieser Filme, bei dem dem Zuschauer von Anfang an klar ist, wie der Storyhase läuft und was er zu erwarten hat. Leider weiß der Film selber dies anscheinend nicht so recht und treibt eine ganze Weile recht ziellos umher. Michael Pare turnt alle paar Minuten durch irgendwelche Laken, irgendwelche nichtssagenden Gesichter halten selbige in die Kamera und mittendrin fuchtelt Dennis Hopper mal wild mit den Armen herum. Wirklich Zug bzw. Tempo entwickelt der Film eigentlich erst recht spät, fast schon zu spät. Was den Film über die Runden rettet, ist seine teils sehr entspannte Erzählweise und die mit sichtlichem Spaß aufspielenden Darsteller. So ist ein Michael Pare durchaus einmal mit mehr als einem Gesichtsausdruck anzutreffen. Was Wunder, darf er hier doch halb L.A. begatten. Da würde ich wohl auch permanent lächeln. Doch auch abseits der Action in der Horizontalen macht Pare eine durchaus gute und vor allem schön entspannte Figur. Dennis Hopper findet erst recht spät in den Film, laviert dann aber gekonnt zwischen kumpelhaft und wahnsinnig aufbrausend hin und her. Ok, dabei rollen die Augen teils gar heftig, es passt aber zu dem von ihm verkörperten Charakter. In weiteren Rollen erlebt man einen recht jungen Tony Todd als Handlanger von Hopper, Joe Lando in einer peinlichen Hasenfußperformance und Sänger Adam Ant in einem seiner wenigen Filmauftritte, bei dem er allerdings nicht sonderlich viel zu tun bekommt. Der Rest vom Cast muss entweder Hoppers Weisungen befolgen oder eben blank ziehen, was den meisten gut von der Hand geht ;-). Einen großen Anteil am entspannten Stil des Filmes hat Scorelieferant Jan Hammer, der - wie nicht anders gewohnt - ein untrügliches Gespür für immer treffende elektronische und rockige Klänge beweist. Optisch gibt sich Midnight Hero sonnig und freundlich, kann aber abseits des eingefangenen Lokalkolorits nicht viel reißen, wirkt im Gegenteil eher recht TV-mäßig. Eher misslungen ist der Actionanteil des Filmes. Insbesondere der grauenerregend schlecht kolportierte und konstruierte Showdown erzeugt beim Betrachter maximal ein müdes Lächeln, wird er doch mit saft- und kraftlosen, dilettantisch choreographierten Ballereinlagen eher gelangweilt denn amüsiert. Das lustlose Geplantsche am Ende des Showdowns von Hopper und Pare setzt dann dem wenig inspirierten Actiontreiben die Loserkrone auf.

Was bleibt ist ein Film, der scheinbar nicht nur mittels des Scores von Jan Hammer an den entspannten Stil der Krimiserie Miami Vice anzuschließen versucht. Entspannte Figuren latschen entspannt mit weit offenen Hawaiihemden über den blütenweißen Unterhemden in stylischen Slippern durch eine wenig innovative Story mit wirklich traurigem Finale. Dafür wird wenigstens alle fünf Minuten gepoppt und sieht man insbesondere Pare an, dass er bei den Dreharbeiten seinen Spaß hatte. Ansonsten wirklich ein Film der Marke: Gesehen - vergessen ...
:liquid4:

Die deutsche DVD von Planet Media Home Entertainment kommt mit einer FSK 16 Freigabe full uncut.

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von StS » 24.01.2008, 06:35

Den hab ich schon 1-2x im TV gesehen, ist aber jeweils schon etwas her. Würde wohl auch die 4/10 zücken. :wink:

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