SAW I - V + VII-VIII

Serienkiller- und Slasher-Flicks
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SAW I - V + VII-VIII

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 21:13

Ed Hunter sägt:

Saw

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Originaltitel: Saw
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: James Wan
Darsteller: Cary Elwes, Leigh Whannell, Danny Glover, Monica Potter, Michael Emerson, Tobin Bell, Ken Leung, Makenzie Vega, Shawnee Smith, Dina Meyer, Benito Martinez u.a.

Nach Jahren des durch Wes Cravens 90er-Hit „Scream“ losgetretenen Teenieslasherbooms hat sich in den internationalen Lichtspielhäusern mittlerweile ein neues Horrorsubgenre als Goldesel etabliert: Sadistische Survivalschocker, die mit immer brutaleren Splatter-Exzessen Tabus zu brechen und die Gorehoundfraktion unter den Horrorfreaks zu unterhalten versuchen. Als prominentestes Beispiel lässt sich hier sicherlich Eli Roths 2006 in Deutschland gestarteter Folterreißer „Hostel“ anführen. Der Film, der diese Welle lostrat beziehungsweise dem durch die Renaissance härterer Splattergangart im Horrorgenre begünstigten Trend den entscheidenden Schub verpasste, ist der fiese Psychothriller „Saw“ aus dem Jahr 2004, den man aber gar nicht unbedingt auf eine Stufe mit der Filmflut stellen sollte, die er hinter sich herzog. Viel weniger als Gore und Gewalt regieren im Hitthriller von James Wan nämlich Spannung, Atmosphäre und ein kreatives Angstszenario.

„Saw“ basiert auf einem gleichnamigen Kurzfilm, den Regisseur Wan und Drehbuchautor und Hauptdarsteller Leigh Whannell 2003 drehten, um Geldgeber für ihr Wunschprojekt zu finden. Das gemeine, einfallsreiche Szenario des gelungenen, bereits äußerst professionell inszenierten Short Movies barg genug Potential für einen erfolgreichen Kinohit und so dauerte es nicht lange, bis das Duo seinen Stoff in Spielfilmlänge noch einmal verfilmen durfte. Die Rollenverteilung ist die gleiche geblieben: Wan saß auf dem Regiestuhl, Whannell schrieb das Drehbuch und agierte als Haupdtarsteller. Das Konzept ging auf: „Saw“ avancierte zum stilbildenden Megahit, zog in zwei Jahren zwei Sequels nach sich und ist drauf und dran, sich zu einer Endlosreihe in der Tradition von Horrorfranchises wie „Halloween“ und „Friday the 13th“ auszuwachsen. Während die Gewaltschraube in den Fortsetzungen freilich immer höher gedreht wurde, funktioniert „Saw 1“ haupsächlich als raffiniert konzipierter, spannender Psychothriller, der in Rückblenden ein wendungsreiches Krimipuzzle präsentiert und mit einer intelligenten Story sowie kreativen Schreckensszenarien überzeugt.

Arzt Dr. Gordon (Cary Elwes) und Adam (Leigh Whannell), zwei Männer, die sich noch nie im Leben gesehen haben, erwachen angekettet in gegenüberliegenden Ecken eines schmutzigen Waschraums, in dessen Mitte eine blutüberströmte Leiche liegt, die einen Revolver und einen Pocket-Kassettenabspieler in den Händen hält. Die beiden können sich weder erinnern wie sie hierhergekommen sind noch haben sie eine Idee, warum. Durch zwei Audiokassetten, die sie in ihren Hosentaschen finden, müssen Adam und Gordon bald herausfinden, dass sie dem irren „Jigsaw-Killer“ in die Hände gefallen sind. Seine Forderung: Dr. Gordon muss seinen Schicksalsgenossen bis 6 Uhr töten, sonst ermordet Jigsaw die entführte Familie des Chirurgen…

Mehr soll an dieser Stelle auch schon gar nicht mehr verraten werden, denn seine Story ist das, wovon „Saw“ zu großen Teilen lebt. Die Drehbuchautoren Wan und Whannell erzählen ihre perfide Handlung raffiniert auf drei Ebenen: Zum einen wäre da das Kammerspiel von Adam und Gordon, die gemeinsam versuchen, einen Weg aus der Misere zu finden und von Jigsaw auf immer neue möglicherweise hilfreiche, versteckte Utensilien gestoßen werden: Sägen, die nicht stark genug sind, um die Ketten durchzuschneiden, wohl aber den eigenen Fuß, Photos, Zigaretten und Botschaften… Der minimalistische, perfekte Psychothriller wird nun immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die einerseits Familienleben und Vorgeschichte der beiden Protagonisten schildern und andererseits die Jagd der Polizei auf den nicht zum ersten Mal agierenden Jigsaw-Killer portraitieren. Als Detective Roger Murtaugh, äh, David Tapp feiert hier ein nach dem letzten „Lethal Weapon“-Abenteuer „Zwei Profis räumen auf“ etwas in der Versenkung verschwundener Danny Glover („Predator 2“, „Shooter“) sein Comeback und überzeugt als verbissener Cop, der fast schon obsessiv Dr. Gordon hinterherspioniert, den er verdächtigt, der Killer zu sein. Der Cop-Handlungsstrang sorgt auch immer wieder für eine gehörige Portion Action und bezieht seinen Reiz aus der spektakulären und teils bleihaltigen Hatz und Auseinandersetzung mit dem mysteriösen Täter. Wie Wan und Whannell nun nach und nach ihr wendungsreiches, zeitlich verschacheltes Krimipuzzle auflösen und so einige Falsche Fährten legen, geht diebisch unterhaltsam vonstatten und lädt zum Mitraten ein. Teilweise könnte man „Saw“ freilich den Vorwurf der Überkonstruiertheit machen, angesichts der packenden Geschichte kann man das aber vernachlässigen.

Wovon „Saw“ nun zum zweiten elementar lebt, sind die perfiden Szenarien, die sich der Jigsaw-Killer bzw. das Autorenduo für seine Opfer ausdachte: Um zu überleben, müssen sie stets andere Menschen töten oder den eigenen Körper verstümmeln, beispielsweise muss ein nackter Mann innerhalb einer bestimmten Zeitspanne durch ein Stacheldrahtlabyrinth zu einer Luke, die sich bald schließen wird oder eine andere Gefangene muss einen rettenden Schlüssel aus dem Magen eines lebenden Menschen herausholen. Letztgenannte Episode ist auch die Story des originalen Kurzfilms (der komplett ohne grafische Gewalt auskommt) und wurde nur minimal abgeändert für die Kinovariante übernommen. Ähnlich wie bei den Autoren der populären „Final Destination“-Reihe gebührt auch Wan und Whannell Anerkennung für ihre äußerst kreative, aber offenbar auch etwas kranke Fantasie, sich möglichst vielfältige sadistische Survival-Szenarien auszudenken.

Damit verbunden ist nun freilich ein gewisser Grad grafischer Gewalt, doch weder splattert „Saw“ im Übermaß noch zelebriert er Gore (zumindest im ersten Teil) zum reinen Selbstzweck und lässt auch vieles im Off und auf psychischer Ebene geschehen. Höchst interessant ist die Motivation des Jigsaw-Killers, warum er welche Opfer durch seine sadistischen Fallenparcours hetzt. Er wählt nach einer Art Schuld-und-Sühne-Prinzip Menschen aus, die ihr eigenes glückliches Leben – beispielsweise durch Suizid – zu zerstören versuchen, da er unfreiwillig vom Krebs befallen ist, um den Opfern, wenn sie seine „Spiele“ überleben, wieder ein Gespür für den Wer des Lebens zu vermitteln, das stets als so selbstverständlich hingenommen wird.

Optisch verpackt Wan seinen raffinierten Thrillerhit in rasante MTV-Ästhetik und kreiert mit Fastmotion, Farbfiltern und irren Kamerafahrten und –perspektiven einen hippen Look, der auch der ohnehin starken, packenden Atmosphäre zugute kommt. Dazu gibt es schnell geschnittene, stylishe Flashbacks und einen treibenden Industrial / Heavy Metal – Score, komponiert von Nine Inch Nails – Member Charlie Clouser.

Mit einer wahrlich genialen Schlusspointe wissen Wan und Whannell am Ende ihres Schockers aufzuwarten, schließen grandios böse und machen Lust auf die Fortsetzung (zumindest auf die erste von den wer-weiß-wie-vielen, die uns in den nächsten Jahren noch ins Haus stehen werden).

Der fiese Schocker „Saw“ avancierte nicht umsonst zu einem der erfolgreichsten Horrorhits der letzten Jahre. Das Machergespann Jame Wan / Leigh Whannell adaptierte seinen eigenen, potentialbehafteten Kurzfilm als spannenden, atmosphärischen und ultragemeinen Psychothriller, der seinen Reiz aus dem wendungsreichen, auf verschiedenen Zeitebenen erzählten Krimipuzzle und kreativ-sadistischen Bestrafungsszenarien des mit interessanter Motivation ausgestatteten Jigsaw-Killers bezieht und mit einer wahrhaft grandiosen Schlusspointe schließt.

:liquid8:

"Saw" liegt von Kinowelt als FSK-16-Schnippelfassung, KJ-Version und ebenfalls KJ-geprüfter Director's Cut auf DVD vor.
Zuletzt geändert von freeman am 28.02.2018, 17:27, insgesamt 5-mal geändert.
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Saw II

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 21:14

Saw II

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Originaltitel: Saw II
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Darren Lynn Bousman
Darsteller: Donnie Wahlberg, Shawnee Smith, Tobin Bell, Franky G, Glenn Plummer, Dina Meyer, Emmanuelle Vaugier, Beverley Mitchell, Erik Knudsen, Tim Burd, Lyriq Bent u.a.

Die überraschend Pointe oder auch Knalleffektende ist ein Stilmittel, dass Leute wie M. Night Shyamalan oder David Fincher ziemlich verfluchen werden, immerhin erwartet man von beiden mit jedem neuen Film einen ähnlichen Effekt. Wenn ich aber vor der Wahl stünde, einen Schreiberling zu finden, der mein Leben in ein Drehbuch umsetzen müsste und dabei ein überraschendes Ende lancieren soll, würde ich dies von Leigh Whannell schreiben lassen, da dieser mit Saw I wohl eines DER Knallerenden überhaupt lancieren konnte. Allerdings möchte ich bezweifeln, dass er für mein Liebesleben einen ähnlichen Knaller in petto hätte, denn worauf sonst sollte sich denn bei mir eine Biografie konzentrieren ...? Aber er hatte ja Glück und musste "nur" die Fortsetzung zu seinem Vorgängerdrehbuch schreiben ... herausgekommen ist dabei Saw II

Ein Mann wacht in einem kleinen Raum auf. Vor ihm ein winziger Spiegel und eine seltsame Apparatur, befestigt an seinem Oberkörper, die einer eisernen Jungfrau für den Kopf gleicht, ragen ihm doch aus einer Gesichtsmaskenhälfte große Nägel entgegen. Ein Videoband startet und die Puppe von Jigsaw verkündet ihm, dass sich die Apparatur bald schließen werde und für viele neue Sauerstoffzufuhren in seinem Gesicht sorgen wird. Die Lösung für die Misere habe Alex schon ins Auge gefasst ...

Kurze Zeit später betritt Eric Matthews den Tatort. Am Boden der tote Mann vom Einstieg, der sich als einer von Erics Informanten herausstellt. Außerdem findet Eric Hinweise, in denen Jigsaw direkt zu ihm redet! Eric kann recht schnell eins und eins zusammenzählen und findet so den Aufenthaltsort von Jigsaw heraus. Mit einem Polizeiaufgebot stürmt man ein altes Gemäuer und findet Jigsaw: Gebeugt, todkrank, einen Tropf als ständigen Begleiter seines Rollstuhles. Ist der Fall gelöst? Mitnichten, denn Jigsaw möchte mit Eric ein Spiel spielen! Dazu hat er 8 Menschen in ein hermetisch abgeriegeltes Gebäude gesperrt. Dieses ist angefüllt mit einem tödlichen Nervengas. Die Probanten haben nun 2 Stunden Zeit ein Gegengift zu finden. Das Pikante: Einer der Eingesperrten ist Erics Sohn. Ohnmächtig muss Eric zusehen, wie die ersten Probanten das Zeitliche segnen und ihm wird nichts anderes bleiben, als Jigsaws Spiel zu spielen oder etwa doch?

Oh ja, es wird Blut fließen ...

Diese Versprechung von Jigsaw darf der geneigte Zuschauer ruhig ernst nehmen, denn Jigsaw ist back ... größer, böser, gemeiner ... besser? Nun, das ist schwer zu sagen. Zunächst einmal fühlt man sich ungewohnt heimisch, läuft doch der Einstiegskill nach den wunderbaren Mechanismen des grandiosen Saw I ab. Man wurde kurz ins Szenario eingeführt, man weiß was zu tun ist und man fragt sich, ob der - mit einem Bein im Jenseits Stehende - den Mut haben wird, sich selbst zu verstümmeln und so sein Leben zu retten. Doch dann geht der Film sofort andere Wege. Jigsaw wird gestellt und es entwickelt sich zunächst ein Psychospiel, dessen Fäden ausschließlich Jigsaw in der Hand hat. Parallel hat er freilich auch die Fäden in der Hand bei dem "Spiel" der Eingesperrten um ihr Leben. Dieses ist hier aber NICHT Dreh- und Angelpunkt wie bei der I. Oh nein und hier gibt er die Fäden auch nicht aus der Hand, in dem Psychoduell schon ... scheinbar! Kurzum, Saw II geht andere Wege als die I ohne den Vorgänger aus dem Augen zu verlieren. Es gibt wunderbare Anspielungen auf den ersten Teil, ein Wiedersehen mit so gut wie allen, die in der eins überlebt haben und alle offenen Fragen der 1 werden ziemlich rigoros geklärt. Auch von Jigsaw und seinen Beweggründen erfährt man mehr und wenn die 2 endet, wo die 1 einst begann, schließt sich der Kreis auf geniale Weise und man meint eine Art Kill Bill I+II gesehen zu haben, so rund wirkt das Endergebnis. All das trägt absolut zum Gelingen der Unternehmung Saw II bei, kann aber das ein oder andere Problem nicht überspielen.

Eines der größten Probleme heißt: schauspielerische Leistungen. Donnie Wahlberg und Tobin Bell als Psychoduellgegner überzeugen beide auf ganzer Linie, wobei vor allem Tobin Bell mit sichtlichem Spaß seiner Figur neue Facetten verleiht und mit einem unglaublichen Verve aufspielt. Donnie Wahlberg kann da als komplett kaputter Cop (erinnert etwas an Danny Glover aus der I) zwar nicht ganz mithalten, bleibt aber immer überzeugend. Das Problem sind die Opfer in dem mit Fallen gespickten Haus. Hier reicht das schauspielerische Vermögen von katastrophal bis unglaublich schlecht. Einzig die Amanda Darstellerin Shawnee Smith, die ja schon in der 1 eine prägnante Rolle inne hatte, kann so etwas wie Sympathie für ihre Figur aufbauen. Der Rest ist einem absolut egal und nur als Kanonenfutter vorgesehen. Das Problem ist nun aber, dass die Eins gerade deshalb so schockierte (Todesfallen, Pointe als auch die Sägeszene), weil einem die Figuren trotz ihrer Fehler ans Herz gewachsen waren und man hoffte, sie mögen ihrem Schicksal entkommen. Dies stellt sich hier zu keiner Minute ein, weshalb der Film vor allem in der ersten Hälfte arge Probleme hat zu packen und in die Handlung hineinzuziehen. Im Gegenteil zur Eins vergeht wirklich fast eine Dreiviertelstunde bis der Hebel auf einmal umgelegt wird und der Film eine sogartige Kraft und ein Tempo entwickeln kann, wie es der Vorgänger einst über die gesamte Laufzeit spielend vermochte. Dafür gerät dann eben hier die zweite Hälfte auch unglaublich hochklassig und extrem schnell gepaced. Hier haben die Macher den Zuschauer dann endgültig im Spannungsschraubstock. Die Schlusspointe bleibt auch hier nicht aus und sie ist wunderbar schlüssig, dabei allerdings bei weitem nicht so ein Knaller wie in der Eins.

Optisch blieb man nah am Vorgänger. Ein düsterer dreckiger Look dominiert den Film, wobei das Filmmaterial diesmal nicht ganz so grobkörnig wirkt wie in der Eins. Insbesondere in den Fallenszenen und bei einigen Erklärungsszenen entfesselt man dann wieder diese Schnittkaskaden, die schon der Eins teilweise echt atemlose Momente bescherten. Highlight ist diesmal die (ich nenne sie mal) "Nackenschabszene" die so unglaublich genial und schnell geschnitten ist, dass man an ihrem Ende befreit aufatmend in den Sessel zurücksinkt. Was etwas angezogen hat, ist der Härtegrad. Es gibt einige nicht ganz koschere Szenen und das oben zitierte Sprüchlein von Jigsaw ist fast schon eine kleine Untertreibung. Die Intensität der Sägeszene in der Eins erreicht aber keine der Einlagen ... wobei die Nadelfalle in der Zwei auch nicht wirklich ohne ist. Aber wie bereits erwähnt: Das Hauptproblem ist hier ganz einfach, dass die Figuren einem zu egal bleiben, um wirklich mit ihnen mitzufiebern und sich in sie hineinzuversetzen. Optisch ist man somit der Eins ebenbürtig. Das trifft auch auf den genialen Soundtrack zu, der hier fast permanent beängstigend im Hintergrund wummert und wie bei Saw I von Charlie Clouser, ein Produzent hinter den Nine Inch Nails, stammt und für ordentliche Beklemmungsschübe zu sorgen vermag.

Es bleibt ein - vor allem in der zweiten Hälfte - packender und hochspannender Thriller mit grandiosem Soundtrack, düsterer Optik und tollen Bezugnahmen zur I, was aber die teils katastrophalen schauspielerischen Leistungen, einige Abstriche in der beklemmenden Atmosphäre im Vergleich zum Vorgänger und einen etwas lahmen Einstieg nicht komplett kaschieren kann. Die I sehe ich etwas besser, die II ist aber erfreulicherweise kein dummer Abklatsch sondern ein - wie ich finde - erfreulicher Start in ein sehr ergiebiges Franchise. Hier können ruhig noch ein paar Fortsetzungen folgen.
:liquid8:

Ein uncut DVD erschien von Kinowelt und ist mit einer FSK 18 freigegeben.

In diesem Sinne:
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Saw III

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 21:16

Saw III

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Originaltitel: Saw III
Produktionsjahr: 2006
Herstellungsland: USA
Regie: Darren Lynn Bousman
Darsteller: Tobin Bell, Shawnee Smith, Angus Macfadyen, Bahar Soomekh, Donnie Wahlberg, Dina Meyer, Leigh Whannell u.a.

Ich möchte ein Spiel spielen ...
Eric Matthews, am Ende von SAW II angekettet am Schauplatz von SAW I zurückgelassen, weiß, dass er etwas unternehmen muss, will er seinen Sohn wiedersehen. Er schaut sich in seinem Gefängnis um und sieht eine Säge. Er lässt den Blick weiter schweifen und erspäht einen abgetrennten, noch immer angeketteten Fuß und eine Blutspur, die sich davon entfernt. Eric weiß, was zu tun ist. Er nimmt die Säge, setzt an und ... zögert. Er sucht nach Alternativen und findet sie in einer zerbrochenen, schweren Emailleplatte. Er hebt sie über den Kopf und lässt sie auf seinen angeketteten Fuß niederkrachen. Und wieder ... und wieder ... dann greift er beherzt den blutigen Klumpen aus Fleisch und Knochen, der einst sein Fuß war, und bricht ihn so, dass er mit dem Rest seines Beines eine Linie bildet. Die Kette streift Eric nun mühelos ab und stolpert zum Ausgang des Raumes ...

Ich möchte ein Spiel spielen ...
Ein junger Mann erwacht in einem Raum. An seinem ganzen Körper wurden Ketten in sein Fleisch eingebracht und neben ihm beginnt eine perfide Sprengfalle zu ticken. Er solle sich von seinen Ketten befreien, dann würde er überleben. Eine Minute später ist der Mann tot ...

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Ich möchte ein Spiel spielen ...
Kerry, Partnerin von Eric Matthews und von Beginn an auf Jigsaws Spuren, erwacht in einer grotesken Maschinerie, deren Enden in ihren Oberkörper eingebracht sind. Vor ihrem Gesicht hängt ein Glas voll Säure mit dem rettenden Schlüssel am Grund. Kerry erreicht den Schlüssel und öffnet das Schloss, das sie an die Vorrichtung kettet. Da betritt eine Gestalt den Raum. Kerry zögert daraufhin in ihren Befreiungsbemühungen und ... stirbt.

So beginnt SAW III und dem geneigten Fan beschleicht ob dieses rasanten Einstieges eine schlimme Befürchtung: Wird SAW III eine einzige Aneinanderreihung von Todesszenen, die in keinem echten Zusammenhang stehen und deren Nutzen für eine eventuelle Geschichte sich nicht wirklich erschließen will, weil es ganz einfach noch gar keine Story gibt? Glücklicherweise erweisen sich diese Befürchtungen als absolut unbegründet, denn SAW III legt nach diesem Einstand mit viel Getöse und Gekröse erst einmal einen ruhigeren Gang ein und entwickelt seine Geschichte. Diese ist nicht wirklich neu oder innovativ, schafft aber etwas, was vor allem in letzter Zeit nur wenigen "letzten" Teilen einer Trilogie gelang: Er wertet im Nachhinein seine beiden Vorgänger auf! Ein unglaublicher Kraftakt, der obendrein absolut hervorragend funktioniert und vor allem den Kritikern von Teil II eiskalt lächelnd ins Gesicht zu sagen scheint: Ihr habt bemängelt, dass wir Jigsaw aufgebrochen und zugänglicher gemacht haben und ihm Antriebe verpassten? Wir hoffen, ihr wisst jetzt warum? Wirklich ganz großes Terrorkino zum Mitdenken und damit ein würdiger Abschluss für die SAW Trilogie, die nun durch weitere Teile (wie es ja angekündigt wurde) nur noch verlieren kann. Doch Stop, kommen wir erst einmal zur Geschichte von SAW III.

Ich möchte ein letztes Spiel spielen ...

In dessen Mittelpunkt stehen die Ärztin Lynn und der alleinerziehende Vater Jeff. Lynn soll in Jigsaws neuestem Spiel dafür sorgen, dass der todkranke Killer zumindest bis zum Ende seines neuesten Spieles überlebt. Schafft sie das nicht, ist auch ihr Schicksal besiegelt. Weitaus perfider gerät Jeffs "Spiel". Der vollkommen gebrochene Mann hat seit Ewigkeiten an dem Unfalltod seines Sohnes zu knabbern und es gelingt ihm einfach nicht loszulassen. Obendrein hegt er gegen den "Mörder" seines Sohnes intensive Rachegedanken. Beides soll Jeff in seinem "Spiel" ablegen. Schafft er das, wird er am Ende dem "Mörder" seines Sohnes gegenüberstehen, wo er dann beweisen soll, ob er sich wirklich geändert hat oder nicht. Der Preis für ein eventuelles Versagen ist hoch, doch davon ahnt Jeff nichts. Und mehr noch, ist dieses "Spiel" wirklich Jigsaws letztes Spiel? Oder hat der gerissene Killer noch mehr vor?

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Wie bereits erwähnt ist die Story nicht neu. Ein Mann erwacht in einer ihm fremden Umgebung, findet Diktiergeräte, die ihm auftragen, was er zu tun hat und er muss daraufhin verschiedenste Prüfungen bestehen. Dass es dabei immer um das Leben anderer Menschen geht, ist auch nicht wirklich neu. Neu sind dagegen die in Teil II bereits angedeuteten, nun extrem verstärkten Subtexte der Reihe. Wollte Jigsaw in Teil I und II im Wesentlichen nur testen, ob jemand es wert ist, weiter zu leben und was derjenige bereit wäre, dafür zu tun, hinterfragt SAW diesmal Gebilde wie Schuld und Sühne und stellt vor allem die Rache als etwas vollkommen Sinnloses bloß. Zum eigentlichen Antrieb des neuen Sägethrillers wird aber die Beziehung zwischen Jigsaw und Amanda, die sehr interessant ausgelotet wird und offen legt, dass sich beide intellektuell absolut nicht ebenbürtig sind, dafür aber in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit voneinander. Jigsaw braucht Amanda als "Vollstrecker" und Anberaumer seiner teuflischen Spiele. Auch als Krankenschwester leistet sie vorzügliche Arbeit. Gleichzeitig ist er selber Mentor und Vaterfigur für Amanda, die sie braucht, um ihre Sucht zu überwinden. Dummerweise wird ihre Sucht abgelöst durch eine Besessenheit in Bezug auf Jigsaw, die sie hochgradig eifersüchtig reagieren lässt, als sich zwischen Jigsaw und seiner neuen Ärztin Lynn vertrautere Umgangsformen entwickeln. Hier bietet SAW III seinen beiden Hauptdarstellern Tobin Bell und Shawnee Smith das geeignete Parkett für ihre jeweiligen Glanzperformances. Smith spielt als Amanda intensiv und kraftvoll auf und brilliert in den Szenen, in denen die Eifersucht ihren Charakter übermannt und sie sich nur durch Selbstverstümmelung unter Kontrolle halten kann. Tobin Bell fungiert hierbei dann als in sich ruhender Fixpunkt für Amanda, der sie trotz ihrer Verwirrtheit noch immer nach Belieben lenken kann und weiß, dass Amanda ohne ihn nicht funktionieren wird. Bells präzise Leistung ist vor allem auch deshalb nicht hoch genug einzuschätzen, da er fast den gesamten Film über komplett ans Bett gefesselt ist und nur über Mimik, stark reduzierte Gestik und seine beruhigende, immer souveräne Stimme all das transportieren muss, was ihm das Drehbuch aufträgt. Die Dritte im Bunde ist Bahar Soomekh als Lynn, die am Anfang aufgrund ihres seltsam neben sich stehenden Auftretens recht unsympathisch wirkt, sich aber wahrlich stark wandelt und am Ende mühelos alle Sympathien auf sich vereinen kann. Etwas abseits von diesen Geschehnissen agiert Angus Macfadyen (der olle Verräter vom William Wallace ;-) ) als Jeff und er spielt sich die Seele aus dem Leib. Leider wird er dank des grandiosen Psychoduells zwischen Jigsaw, Lynn und Amanda zu einer Nebenfigur degradiert. Leider deshalb, weil er eigentlich immer nur dann aktiv werden darf, sobald eine neue Falle ansteht. So kann sich seine Figur nur in den Extremsituationen irgendwie entwickeln. Zwar ist das manische Spiel Macfadyens in diesen Momenten der pure Wahnsinn, aber es fällt eben schwer Charakterentwicklungen wahr zu nehmen, wenn das Gekröse zum eigentlichen Hauptdarsteller mutiert und damit dann die Tiefenpsychologie doch extrem konterkariert.

Damit sind wir auch bei dem einzigen Punkt, den ich SAW III negativ ankreiden würde. Der Film ist imo einfach einen Tick zu krass. Es gibt Szenen, die lassen alle gebotenen Gewalttätigkeiten in SAW I und II (egal ob unrated oder nicht!!!) wie absoluten Kindergeburtstag erscheinen. SAW III hat einige Einlagen in petto, die nichts mit den monströs grotesken Maschinerien aus SAW I + II zu tun haben und damit zu wirklich wahrem Terror mutieren! Die "Fußmaniküreszenen" mit Eric Matthews nagen dabei schon in den ersten 5 Minuten so extrem an dem Nervenkostüm des Zuschauers, dass man mehr als einmal ausrufen möchte: "Genuch nu'". Doch SAW III kennt wahrlich keine Gnade und geht auch von dem Konzept ab, die Gewaltspitzen nur in kurzen Filmfetzen auf den Zuschauer einprasseln zu lassen. Ganz im Gegenteil: Man hält voll drauf, in teilweise quälend langen Einstellungen! Den Höhepunkt bildet dabei die minutenlange Schädelöffnung gegen Ende des Filmes, die Momente an Bord hat, bei denen sonst sogar so offenherzige Krankenhausserien wie Emergency Room IMMER wegblenden würden. Das freut natürlich den Gorehound, keine Frage, allerdings steht es meines Erachtens diesmal ein wenig der eigentlichen Handlung im Weg, da es eben einige Male zu oft vom Kern des Streifens ablenkt.

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Und der liegt nun einmal überdeutlich auf dem Beziehungsgefüge der handelnden Figuren und ist da bereits interessant genug. "Hallo Wach!" Einlagen braucht es da eigentlich nicht. Formidabel gelang im Übrigen auch wieder die Anbindung an die beiden vorhergehenden Teile. Schauplätze wiederholen sich, Darsteller tauchen erneut auf und Grandioserweise werden alle offenen Fragen aus den beiden Vorgängern vollkommen geklärt! So erfahren wir endlich, was denn nun wirklich aus Adam wurde und obendrein wissen wir nun dank SAW III, dass Amanda nicht erst in Teil II mit Jigsaw kollaborierte! So türmt SAW III Information auf Information und lässt die bisherigen drei Teile zu einer großen, rundum funktionierenden Einheit verschmelzen und offenbart, dass hinter dem Konstrukt um Jigsaw und Co. immer ein großer Masterplan existier haben muss, der vor allem eben auch Kritiker von SAW II leicht umdenken lassen dürfte.

Technisch bildet der Film mit seinen beiden Vorgängern genauso eine organische Einheit, wie er es handlungstechnisch geschafft hat. Es wird an den Farben gedreht, die Kontraste variieren, hier und da kommen die üblichen Schnittgewitter zum Tragen und über allem schwebt das megageniale SAW Thema von Charlie Clouser, der erneut einen Mörderscore ;-) gestemmt hat. Die Varianzen zu den beiden Vorgängerstreifen sind dabei zwar marginal, helfen aber dem Verschmelzen der 3 Teile zu einem großen Ganzen.

Was bleibt ist ein meines Erachtens großartiger Abschluss einer Trilogie, der sich mehrfach auf seine Vorgänger bezieht und alle Teile zu einem stimmigen, rundum gelungenen Ganzen vereint, das in seiner Komplexität Staunen macht. Am Ende steht die Einsicht, dass der Mensch in seinem Handeln und Beweggründen einfach zu komplex und verschieden ist, als das man ihn durch heilsame Schocks "heilen" könnte. Und während Jigsaw seine Spiele so als gescheitert ansehen muss, kann man das in Bezug auf SAW III keinesfalls behaupten. SAW III schafft mit der Aufwertung seiner Vorgänger Großartiges, ist spannend, strapaziert das Nervenkostüm mit herben Effekten und darf sich im Großen und Ganzen in der Phalanx aktueller Terrorproduktionen ganz weit oben einreihen! In Bezug auf die geplanten Fortsetzungen kann man nur hoffen, dass man es sich doch noch einmal anders überlegt! Es kann nur noch schlechter werden, zumal man die gesamte Mythologie nach den Ereignissen in SAW III neu errichten müsste ... und daran sind schon ganz andere gescheitert ... gelle Herr Lucas?
:liquid9:

Die deutsche uncut Kinofassung findet man auf der SPIO/JK freigegebenen Kinowelt DVD. In Österreich ist dann auch die unrated Fassung von Saw III erschienen ...

In diesem Sinne:
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Saw IV

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 21:17

Saw IV

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Originaltitel: Saw IV
Produktionsjahr: 2007
Herstellungsland: USA
Regie: Darren Lynn Bousman
Darsteller: Tobin Bell, Costas Mandylor, Betsy Russell, Lyriq Bent, Scott Patterson, Donnie Wahlberg u.a.

Jigsaw ist tot, es lebe Jigsaw ... oder wie?
Wir erinnern uns: In Teil III des Sawfranchises hat unser aller Lieblingsmisanthrop das Zeitliche gesegnet. Doch kluger Mann baut vor und so gibt es auch nach Jigsaws Tod noch viel zu tun für die Menschen, die mit ihrem Leben allzu verschwenderisch umgehen und den Sinn des Lebens nicht hoch genug schätzen. Diesmal erwischt es die Ermittler hinter dem Mordfall an der Polizistin Kerry, die in Teil III in den ersten 30 Minuten gemeuchelt wurde. Und hier insbesondere den Cop Rigg, der endlich lernen soll, loszulassen! Dementsprechend wird Rigg von einem (welch Überraschung) bisher unbekannten Helfershelfer Jigsaws entführt und zum Teil eines 90 Minuten währendes Spieles ...

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Ich möchte ein Spiel spielen ...
Und ich habe langsam die Nase voll. Meines Erachtens war die Ursprungstrilogie als Begründer der aktuellen Folter Porno Manie immer einer der storytechnisch intelligentesten Vertreter des Horrorgenres, die zudem mit Jigsaw auf einen sehr charismatischen und in seinen Beweggründen sehr interessanten Schlüsselcharakter zurückgreifen konnte. Um die Reihe am Leben zu erhalten, musste man zwangsläufig den Charakter des Jigsaw immer mehr aufbrechen, um sein Handeln, das von Teil zu Teil rüder wurde, halbwegs zu rechtfertigen. In dem aktuell vorliegenden Teil treibt man diese Entzauberung des Charakters weiter voran und legt darauf ein ordentliches Pfund an Aufmerksamkeit. Viel zu viel im Übrigen, denn Saw IV hat als erster Teil der Reihe mit echten Tempoproblemen zu kämpfen. Viel von den Hintergründen wird einfach viel zu breit ausgewalzt. Gerade so, als habe man auf einmal Lust auf eine genauere psychologische Zeichnung. Leider löst dies beim geneigten Sawfan eher Langeweile und Befremdung aus. Zumal einige Enthüllungen - wie die Tatsache, dass Jigsaw neben Amanda noch mehr Helfer hatte - nur zu genervtem Augenrollen führen, muten einige dieser "Wendungen" doch wie ziemlich verzweifelte Rettungsanker an, um das Franchise immer weiter zu strecken.

Auch das Involvementpotential geht diesmal doch deutlich nach unten. Insbesondere Rigg ist nämlich alles andere als ein Typ, mit dem man mitfiebern möchte. Dies liegt nicht einmal an der schwach gezeichneten Figur als vielmehr an dem unendlich blassen Darsteller Lyriq Bent, der vor allem im Vergleich zu den bisherigen Hauptcharakteren des Franchises einfach nur als Totalausfall gewertet werden kann. Die Einbindung von aus den Vorgängerfilmen bekannten Figuren wie Eric Matthews oder Polizistin Kerry ist ein hübsches Leckerlie für den Zusammenhang der Reihe, wirkt aber auch extrem bemüht und aufgesetzt, und befremdet eher, als dass es den Zuschauer in den Film und seine dünne Handlung hineinlässt.

Doch nicht nur die Figuren wollen den Zuschauer diesmal nicht fesseln, auch die immer wieder nervenzerrenden Fallen Jigsaws haben jeglichen Biss verloren. Zum einen ist es zwar ganz nett, dass Regisseur Darren Lynn Bousman die in Teil III überdrehte Ekelschraube nicht noch weiter anzieht, dass er darum aber gleich gar nichts mehr zeigt, außer einer Metzgereiszene Deluxe zu Beginn des Filmes, ist dann der Spannung doch arg abträglich. Im Vergleich zum Vorgänger ist Saw IV nicht viel mehr als ein Thriller mit ein, zwei Goreelementen. Echten Splatter hat es hier nirgends und im Grunde ist nur eine einzige Falle ganz witzig und das ist jene mit der Messerspielerei. Aber ansonsten ist der Lack irgendwie ab ...

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Beziehungsweise, er ist mittlerweile meterdick drauf! Denn irgendwie wirkt Saw IV optisch wie ein x-beliebiges Genrefilmchen von der Stange. Der grobkörnige Look ist vollkommen verschwunden. Schmutzig und dreckig wirkt hier nichts mehr und selbst die mit einem Rotfilter gefilmten Abschnitte verfehlen komplett ihre Wirkung. Saw IV wirkt wie auf Hochglanz poliert und gerät nur deshalb nicht zu einem kompletten Totalausfall, weil Regisseur Darren Lynn Bousman gewohnt hochenergetisch inszeniert und mit unendlich vielen Schnitten, nervös zuckenden Kameraeinstellungen und hektischen Schwenks viel Adrenalin in die Inszenierung pumpt. Ein besonderes Schmankerl bilden zwei genial nahtlose Überblendungen, die nachhaltig in Erinnerung bleiben und technisch hervorragend umgesetzt wurden. Solche Spielereien sind es dann auch, die hoffen lassen, dass sich Bousman bald von dem Sawfranchise lösen kann, um sich einmal anderen Filmen fernab des Folter Horrors zuzuwenden und sein Können in den Dienst anderer Streifen zu stellen. Und da wir gerade bei den technischen Aspekten sind, muss ich dringend anmerken, dass auch Soundtracklieferant Charlie Clouser durch den Weichspülergang gedreht wurde. Seine omnipräsente Musik wirkt unglaublich fad und langweilig. Er versucht zwar die allseits bekannten Themen deutlich zu variieren, allerdings nicht zu deren Vorteil. Am wohlsten fühlt man sich nach wie vor, wenn das bekannte Saw Thema einsetzt ...

Und dieses geschieht diesmal recht selten. Auch ein Anzeichen dafür, dass im Franchise etwas nicht mehr so recht stimmt. So fällt die eigentliche Wendung des Streifens im Vergleich zu allen Vorgängern deutlichst ab und wird im Kinosaal für nicht viel mehr als ein Schulterzucken sorgen. Interessanter im Hinblick auf die Geschichte ist die formale Umsetzung, denn Saw IV spielt ein wenig mit der Erzählzeit und verblüfft gegen Ende mit Szenen, die erklären, warum es in Saw IV eben beispielsweise nicht darum gehen kann, dass Jeff, die Hauptfigur aus Teil III, nach seiner entführten Tochter sucht. Einzig in diesem Showdown, der den eigentlichen Clou hinter Saw IV darstellt und eben das Zeitgebilde hinter Saw IV entschlüsselt, funktioniert Saw IV, wie man es von ihm erwartet hat. Auch das Schicksal von Riggs steht absolut in der Tradition der Reihe und ist vielleicht sogar noch einen Zacken konsequenter als das von Eric Matthews in der II. Aber im Großen und Ganzen schmeckt das hier dargereichte Mahl einfach nur schal und abgestanden.

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Die interessanteste Storyentwicklung ist die Etablierung der Frau von Jigsaw, die dem Zuschauer ausreichend Gelegenheit gibt, in dem interessanten Gesicht und dem gelungenen Spiel von Darstellerin Betsy Russell zu versinken. Wenn man sie noch ein wenig sauberer in die Reihe eingebunden bekommt, könnte das jetzt munter vor sich hindarbende Sawfranchise noch einmal ordentlich Fahrt aufnehmen. Wobei man sich eben schon fragen muss, wie man das Mitwirken der bereits toten Hauptfigur immer und immer wieder erklären will, denn Saw ohne den charismatischen und erneut stark aufspielenden Tobin Bell ist einfach kein Saw!

Saw IV ist ein krampfiger Wiedergänger der zuletzt so grandios abgeschlossenen Ursprungstrilogie. Alles wirkt zu gewollt, die eigentlichen Hauptcharaktere sind luschig, die Darsteller schwach. Das Sawfeeling will sich dank fehlender perfider Fallen, ungewohnt gelackter Inszenierung und Null Involvement seitens des Zuschauers niemals einstellen. Wäre da nicht der witzige Kniff mit der Erzählzeit des Streifens und der gewohnt solide Tobin Bell, die Luft wäre komplett raus. So ist das Franchise zumindest noch am Keuchen ...
:liquid5:

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Saw V

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 22:28

Saw V

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Originaltitel: Saw V
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: David Hackl
Darsteller: Julie Benz, Meagan Good, Shawnee Smith, Tobin Bell, Scott Patterson, Costas Mandylor, Betsy Russell, Carlo Rota, Mark Rolston, Greg Bryk, Al Sapienza, Samantha Lemole

Spoilergefahr für alle, die die Vorgängerteile nicht gesehen haben! In Bezug auf Teil V Spoiler in der gewohnten – nicht wirklich spektakulären - Art ...

Mark Hoffman, der im Vorgängerteil als Mitstreiter Jigsaws geoutet wurde, führt in dem fünften Teil des Saw Franchises den etwas seltsam anmutenden Kreuzzug seines Vorbildes Jigsaw fort. Immer auf seinen Fersen ist Agent Strahm, der in Bezug auf Hoffman eine böse Ahnung hat, die sich im Laufe seiner Ermittlungen extrem erhärten wird. Und Strahm tut gut daran, Hoffman schnellstmöglich zu enttarnen, denn dieser hat fünf Personen in einem perfiden Todesapparat eingeschlossen, um ihnen die Bedeutung des Lebens einzutrichtern ...

Teil V schließt unmittelbar an die Ereignisse von Teil IV und damit auch Teil III an, die ja zeitlich gesehen parallel zueinander abliefen. Dabei liegt diesmal der Schwerpunkt überdeutlich auf Hoffman und der Staffelstabübergabe Jigsaws an seinen Lehrling, was Unmengen an Rückblenden in die ersten vier Teile des Franchises zur Folge hat. Dies schließt zwar ganz überzeugend einige logische Lücken, die noch in Teil IV aufgerissen wurden und auch Fragen wie „wie können ein gebrechlicher Krebskranker und die zierliche Amanda Opfer in Jigsaws Fallen zerren?“, letztendlich entsteht so aber auch irgendwann der überdeutliche Eindruck, dass den Machern einfach wirklich nichts Neues mehr einfällt und man durch immer neue Rückblenden in die vorhergehenden Teile nur noch auf der Stelle tritt.

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Dementsprechend fügt Teil V dem Franchise NICHTS wirklich Neues hinzu, ist storytechnisch der schlechteste Teil und hat nicht einmal einen wirklich überzeugenden Twist an Bord, was den Vorgängern bisher ja allen noch halbwegs gelungen ist. Vielmehr arbeitet man in dem Storyteil Strahm vs. Hoffman ziemlich offensichtlich auf eine ganz bestimmte, sich weit vorher abzeichnende Pointe hin und auch im spannungstechnisch interessantesten Abschnitt um die fünf Personen in der fiesen Jigsawfalle erzeugt die „große Auflösung“ beim Zuschauer nur ein müdes Schulterzucken. Dennoch ist dieser Fallenabschnitt der überzeugendste Teil am ganzen Film, da hier eben wirklich Spannung aufkommt und die Story nicht permanent zurechtgebogen werden muss, wie es im Strahm/Hoffman Handlungsteil der Fall ist.

In diesem Fallenabschnitt holt Regisseur Hackl dann auch die Keule heraus. Hier kann man erfreulicherweise konstatieren, dass der Neuling auf dem Sawregiesessel es endlich mal wieder schafft, wirklich fiese Einlagen zu generieren, die ein mehr als mulmiges Gefühl in der Magengegend erzeugen (Die Sägenszene sei stellvertretend genannt). Zudem muss man ihm zuerkennen, dass er diverse Todesszenen bei weitem nicht so ausschlachtet, wie es noch die Vorgänger machten. So hält Hackl bei einigen Szenen nicht mehr so direkt drauf, wie man es bisher aus der Reihe kannte. Die Wirkung ist dennoch erstaunlich, denn hier kann endlich mal wieder das Kopfkino loslegen! Dennoch sollte man keinen Kinderfilm hinter Saw V vermuten, denn das, was gezeigt wird, toppt beispielsweise den Vorgänger in allen Belangen.

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Gleichzeitig geht mit dem Wechsel des Regisseurjobs auch der in Teil IV überdeutlich vorgezeichnete Wandel in Sachen Optik mit riesigen Schritten vonstatten. Nicht wirklich zum Vorteil der Reihe, die eben wirklich von dem dreckigen, grobkörnigen und unmittelbaren Look lebte und noch einmal ein gehöriges Quäntchen an Härte eingeflösst bekam. Spätestens in Teil V sieht Saw aus wie jeder x-beliebige Horrorfilm neuerer Prägung. Die Schnittfrequenz geht auf ein absolutes Minimum herunter. Die typischen, hektischen und schnell geschnittenen Fast Forward Sawmomente kommen so gut wie gar nicht mehr vor und vor allem in dem Strahm/Hoffman Storyteil meint man, einer deutschen Seifenoper aus dem Vorabendprogramm zuzuschauen, so bieder und langweilig bebildert Hackl diese Momente.

Obendrein darf Soundtracklieferant Charlie Clouser so gut wie gar nicht Energie in die Bilder pumpen oder für Spannungsmomente sorgen. Wirklich bewusst wahrgenommen habe ich nur das typische Sawthema, wenn die Auflösungen anrollen. Davon abgesehen kann ich mich gar nicht an irgendwelche Musik erinnern. Das Herunterschrauben des wilden Industrialscores ist für mich nur ein weiterer Beleg dafür, dass Saw zu einer glattgeschniegelten Geldkuh verkommen ist, die man wohl noch einige Jahre melken will. Genug offene Fragen bleiben zum Beispiel nach Saw V definitiv vorhanden.

Schauspielerisch ist Saw mit Teil V definitiv ganz unten angekommen. Schrecklicherweise sind einem in diesem Teil alle Figuren so extrem unsympathisch und fremd, dass man niemals so richtig in die Handlung hineinfindet. Für den Strahm/Hoffman Part hat das schlimme Folgen, da dieser Abschnitt so Langeweilemoment um Langeweilemoment liefert. Obendrein sehen sich Scott Patterson (Strahm) und Costas Mandylor (Hoffman) auch noch zum Verwechseln ähnlich, was es ab und an schwer macht, so richtig durch das Storywirrwarr durchzusteigen. In dem Fallenabschnitt dilettieren alle fünf Darsteller munter vor sich hin. Nicht einmal Julie Benz als schwarzhaarige Zicke kann irgendetwas von ihrem Dextercharme in den Film retten. Die Folge ist klar: Es juckt einen letztendlich nicht sonderlich, wer da als nächstes gebraten, gesprengt oder filetiert wird. Und Tobin Bell als Jigsaw? Der wirkte bisher in keinem Teil lustloser ...

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Was bleibt, ist die Gewissheit, dass man ganz allmählich an dem Punkt angekommen ist, wo den Machern hinter dem einst so nett gestarteten Franchise überhaupt nichts Neues mehr einfällt und man mit den Änderungen in Sachen Optik komplett im langweiligen Mainstream angekommen ist. Und da man zugunsten einer ziemlich wirren Story das eigentliche Highlight um die Gefangenen in der Jigsawapparatur fast vollständig ausblendet, man hier und da mit einem herzhaften Gähnen zu kämpfen hat, die Twists langweilig und vorhersehbar geraten und nur einige wirklich harsche und das Kopfkino kitzelnde Brutalomomente als Highlights übrig bleiben, bleibt Teil V auf einer Ebene mit dem lahmarschigen Vorgänger.
:liquid5:

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Beitrag von freeman » 10.02.2008, 22:29

Saw VI
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SAW 3D - Vollendung

Beitrag von Ed Hunter » 10.02.2008, 22:36

freeman sägt weiter:

Saw 3D – Vollendung

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(Copyright aller Bilder: Kinowelt)

Originaltitel: Saw 3D
Herstellungsland: Kanada/USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Kevin Greutert
Darsteller: Tobin Bell, Cary Elwes, Costas Mandylor, Betsy Russell, Sean Patrick Flanery, Gina Holden, Tanedra Howard, Chad Donella, Shauna MacDonald, Dean Armstrong u.a.

Er kam, sah, und sägte ... sein Name: Jigsaw. Seine Mission: moralisch höchst fragwürdig. Seine bisherigen Auftritte: Von Teil I bis III nahezu grenzgenial (ein kleiner Durchhänger bei Teil II außen vor gelassen). Ab Teil IV leicht abgestanden schmeckend. Mit Teil V Teil IV noch einmal unterbietend und mit Teil VI zumindest die deutlich schlechtere zweite Trilogie halbwegs würdig abschließend. Bisheriger Status: Viel geklärt, dennoch noch Fragen offen. Lösung für diesen Umstand: Ein siebter Teil. Und da das SAWfranchise mit Teil VI auch finanziell weit hinter den Erwartungen zurückblieb, versprach man einfach einen alles abschließenden Teil ... inklusive dem Publikumsmagnet 3D. Das Ergebnis: Weitgehend überzeugend ...

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Bobby Dagen hat vor einiger Zeit eine der perfiden Fallen Jigsaws überlebt und verarbeitete seine Erfahrungen und seinen auf die Prüfung folgenden neuen Lebenswandel zu einem Buch, das - ganz im Sinne Jigsaws - anderen Leuten helfen soll, ihr Leben wertzuschätzen. Doch ein dunkles Geheimnis lässt Bobby wieder in einer Falle Jigsaws aufwachen. Die Mission: Überleben, um seine ebenfalls in einer Falle hockende große Liebe zu retten. Derweil hat Det. Mark Hoffman aus den Ereignissen in Teil VI seine Lehre gezogen und sich von Jigsaws Vermächtnis abgewandt. Auf eigene Faust will er nun Jigsaws Frau Jill um die Ecke bringen ...

Regisseur Kevin Greutert, der eigentlich nach Teil VI mit dem SAWfranchise abgeschlossen hatte und vom Studio mit „sanftem Druck“ zu einem neuen Durchlauf „überredet wurde“, nimmt einige lose Enden aus Teil VI auf und verknüpft sie in dem Vollendung betitelten VII Teil durchaus gelungen zu einem großen Ganzen. Dabei hilft ihm vor allem der ins Franchise zurückkehrende Cary Elwes, der hier als Dr. Lawrence Gordon und somit als Überlebender der ersten SAWstunde wiederkehren darf und dem siebten Teil eine sehr gelungene und vor allem einige Logiklöcher der Vorgängerfilme stopfende Anknüpfung an die Urtrilogie ermöglicht. Dabei spielt er, wie diesmal auch Jigsaw selbst, eine eher kleine, dafür aber umso wichtigere Rolle.

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Die Haupthandlung gehört Sean Patrick Flanery, der als Bobby Dagen alleine durch eine ganze Reihe an Prüfungen muss, bei denen sich die SAWmacher wieder ordentlich austoben durften. Denn um seine Lektion zu lernen, müssen wieder viele andere Menschen aus seinem näheren Umfeld auf der Strecke bleiben. Leider baut man als Zuschauer so gut wie keine Beziehung zu Flanerys Figur auf, was die dargebotenen Fallen und das Dahinscheiden der darin gefesselten, teils schwer unsympathischen Figuren relativ beliebig macht. Nichtsdestotrotz gehört das Gebotene zum Heftigsten der Reihe, denn die Fallen kehren teilweise zu alter, perfider Qualität zurück. Und was Costas Mandylor als Det. Mark Hoffman in der an die Vorgängerfilme anknüpfenden Rahmenhandlung abzieht, geht mehrfach richtig tief unter die Haut. Auch der Bodycount toppt die Vorgängerfilme mühelos.

Defizite hat Teil VII in Sachen Figurenzeichnung und Spannungskurve. Beides ist so gut wie gar nicht vorhanden, bzw. wirkt ziemlich altbacken und überholt, zumal man diesmal der Einfachheit halber eigentlich GAR KEINE Sympathiefigur dargereicht bekommt, was es wie gesagt schwer macht, mitzufiebern. Die Story ist im Grunde nur ein Remake von Teil IV – VI und auch der Look von SAW VII will nicht wirklich gefallen. Dass die Reihe mit jedem weiteren Teil immer glatter und mainstreamiger wurde, spiegelt sich auch im vorläufigen Abschluss rundweg. Die Tatsache, dass der Film in 3D präsentiert wird, macht ihn noch beliebiger, da die hektischen SAWschnittfolgen - unterlegt von treibenden Industrialsounds - damit nun auch flachfallen, vertragen diese sich doch gar nicht mit dem 3D Effekt.

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Und der 3D Einsatz weiß auch nicht wirklich zu überzeugen. Weder kommt sonderliche Räumlichkeit in den teils arg abgerissenen Settings auf (die Polizeistation erinnert schon an eine Art schlechten Witz in ihrem Billiglook) noch funktionieren die in Richtung Kameralinse fliegenden Innereien so, wie es vermutlich geplant war. Einzig ein paar Kameraflüge über übel zugerichtete Leichen erlauben dank der 3D Technik ziemlich fiese Einblicke in die menschliche Anatomie. Ansonsten ist die 3D Technik hier eher ein Gimmick für die PR Abteilungen. Mehr nicht ...

Darstellerisch verrichten alle Dienst nach Vorschrift. Der bis „Der blutige Pfad Gottes“ ewig jung wirkende Flanery sieht vor allem im Gesicht erneut irre verlebt aus. Inzwischen habe ich ehrlich gesagt sogar Probleme ihn zu erkennen! Zumindest spielt er durchaus solide und hat die besten Schauspielmomente auf seiner Seite. Tobin Bell als Jigsaw und Cary Elwes als Dr. Lawrence Gordon haben beide insgesamt vielleicht fünf Minuten Screentime, was vor allem in Sachen Jigsaw schade ist, denn ein Jigsaw Film ist Teil VII definitiv nicht mehr. Costas Mandylor liefert innerhalb seiner Auftritte in der Reihe seine bisher beste und wuchtigste Leistung ab, ist aber immer noch arg limitiert in seinen Mitteln. Der Rest spielt eben funktional und ist eh nur für die Fallen gedacht ...

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SAW VII hat schon alleine deshalb seine Berechtigung, weil er einige offene Fragen beantwortet und diverse Ungereimtheiten ausräumen kann. Gerade die Rückkehr von Cary Elwes bringt einiges vom alten SAW Flair zurück. Leider spielen er und Jigsaw nur eine kleine Rolle im großen Ganzen von Teil VII, der eigentlich nur noch die Wirkprinzipien von Teil IV - VI wiederholt ... sprich: eine Person geht durch die Hölle, während eine Rahmenhandlung die Bezüge zu den Vorgängerfilmen konstruiert. Optisch hebt sich SAW inzwischen nicht mehr vom Horroreinerlei ab, der 3D Effekt ist vollkommen egal und auch die Musik leiert sich durch höchst beliebige Wiederholungen altbekannter Motive. Gewalttechnisch bekommen zumindest die Splatterfans einiges aufs Auge und wer Linkin Park Sänger Chester Bennington schon immer den Tod gewünscht hat, der sitzt hier absolut richtig. Für den Rest ist eigentlich nur entscheidend, wie er bisher zur SAW Reihe stand. Fans werden ordentlich bedient. Neue Fans aber definitiv nicht hinzugewonnen ...
:liquid6:

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Jigsaw

Beitrag von freeman » 10.02.2008, 22:40

Jigsaw

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Originaltitel: Jigsaw
Herstellungsland: Kanada, USA
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Laura Vandervoort, Tobin Bell, Callum Keith Rennie, Matt Passmore, Hannah Emily Anderson, Brittany Allen, Mandela Van Peebles, Tina Jung, Michael Boisvert u.a.

Jahre nach dem Tod von Jigsaw tauchen urplötzlich wieder Leichen auf, die diverse Hinweise offenbaren, dass entweder der verstorbene Killer höchstselbst oder zumindest ein sehr akribischer Trittbrettfahrer am Wirken sein könnte... Der neueste Eintrag ins "Saw"-Franchise hätte misslungener kaum ausfallen können.
:liquid3:

Zur Kritik von "Jigsaw"

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Beitrag von StS » 11.02.2008, 06:44

freeman hat geschrieben:
freeman hat geschrieben:Ed Hunter schrieb:
Oho, also so stark seh ich die Sequels II und III bei weitem nicht Winken
Rezis top wie gewohnt.

Hätte ein altes "Saw 1"-Review von mir an der Hand, wenn gewünscht:

Saugeil, hammer die Reihe schonmal voll ... vorerst ;-). Hab mal deinen Beitrag rausgenommen, weil ich vergessen hab den Platzhalter für die 5 zu setzen ... die is ja imo beschlossene Sache ...

In diesem Sinne:
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Koa Problem ... hab ich auch mal was zu tun ;-)

In diesem Sinne:
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@ Teil 4: Gewohnt feine Kritik, der Herr! Habe mir den Streifen gestern im DC angesehen und muss sagen, dass er mir erneut ganz gut gefiel. Der gesamte Aufbau sagte mir gut zu, denn er füllt die Lücken zwischen den Vorgängern schön aus, reicht Erklärungen nach und bietet zudem ein Wiedersehen mit etlichen der Figuren der ersten Sequels (z.T. auch nur in Mini-Auftritten, wie etwa im Falle von Emmanuelle Vaugier). Die stärkere Präsenz von Jiggy´s Frau tat der Handlung gut, und auch die beiden FBI-ler mochte ich im Grunde, während Costas Mandylor bei mir ein Schmunzeln hervorrief, da ich ja weiß, ich welchem C-Film-Schrott er sonst zu sehen ist. Meiner Meinung nach ist "Saw 4" in würdiger Abschluss für DLB geworden, der ja mit "Repo!" noch in diesem Jahr ein unglaublich interessantes Projekt in der Pipeline hat...

knappe :liquid7:

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Beitrag von Mr_Pink » 20.02.2008, 00:53

Also den ersten Teil fand ich genial. Danach hatte ich fast schon Angst vor die Tür zu gehen um eine zu rauchen.
Den zweiten Teil hab ich dann im Kino gesehen und größtenteils blieben die Szenen hängen, die ich einfach nur Widerlich fand (die Grube mit den Spritzen), denke aber ich würde ihm noch eine Chance geben.
Beim dritten Teil hab ich nach der Szene mit den Ringen durch den Körper den DVD-Player ausgemacht. Aber nach Lesen des Reviews bekommt er vielleicht doch noch mal ne Chance. Wobei ich wirklich sagen muss, dass ich die Art der Gewaltdarstellung schon arg übel finde. Wobei das auch an der Situation liegen kann, ich fand schon die Folterszene mit den Piercings im neuen Punisher furchtbar. Bei so einer Situation stellen sich mir einfach die Nackenhaare. Geht das so weiter, oder bleibt das die einzige Szene dieser Art?
Btw wie hätte die arme Sau eigentlich den Ring durch seinen Unterkiefer bekommen sollen? Unterkiefer abreisen?

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Beitrag von freeman » 20.02.2008, 08:49

Mr_Pink hat geschrieben:Geht das so weiter, oder bleibt das die einzige Szene dieser Art?
Btw wie hätte die arme Sau eigentlich den Ring durch seinen Unterkiefer bekommen sollen? Unterkiefer abreisen?
Also es wird "besser" ;-) Da kommen noch nen paar derbe Einlagen und die Einlage mit dem Unterkiefer und des "sich daraus befreien könnens oder net" gehört zum Twist des dritten Teiles ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von freeman » 21.02.2008, 15:51

Im Übrigen wird gerade im Cinefacts beherzt darüber diskutiert, ob Kinowelt nicht doch die R-Rated zerschnitten hat ... Gründe sind wohl, dass der Unrated - R-Rated Schnittbericht Szenen nicht erwähnt, die in diversen Youtube Videos enthalten sind und angeblich aus der R-Rated stammen, aber DEFINITIV nicht in deutschen Kinos zu sehen waren ...

Irgendwie blöd zu erklären ... LOL

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Beitrag von Cyborg Cop » 21.02.2008, 16:24

Bei 8/10 für den ersten Teil gehe ich mit. Die anderen kenne ich nicht. :P

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Beitrag von freeman » 19.01.2009, 15:57

Sodale, SAW V ist im Board ...

Kritik gibbet hier

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Beitrag von StS » 19.01.2009, 16:46

Danke für die Einschätzung! Verspreche mir nach Bousman´s "Abgang" allerdings (auch) nicht mehr viel von der Reihe. Nachdem die US Blu Ray ja nun aber leider nicht codefree ausgefallen ist, werde ich mir erst im März eine eigene Meinung bilden können, wenn in GB die "Unrated" auf "blauer Scheibe" erscheint - auf Deutschland ist in der Hinsicht schließlich kein Verlass... :wink:

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Beitrag von freeman » 20.01.2009, 08:58

Ich denke mal auch, dass Kinowelt nach der Geschichte um SAW IV keinen Bock mehr hat, sich nochmals die Finger zu verbrennen (also Blitzindizierung und die technischen Probleme inklusive erneuter Umtauschaktion). Die werden sich vermutlich diesmal gleich nur auf die Kinofassung / R-Rated verlassen ... Ein Tertz in Deutschland ...

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Beitrag von Vince » 20.01.2009, 10:24

Schade, kann ich net lesen... kenne schließlich Teil 4 noch nicht...

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Beitrag von freeman » 20.01.2009, 12:50

Jo, die entscheidenden zwei Kniffe werden wirklich verraten ... also bloß net lesen Vince ...

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Beitrag von Ed Hunter » 20.01.2009, 22:25

Vince hat geschrieben:Schade, kann ich net lesen... kenne schließlich Teil 4 noch nicht...
Dito. :?
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Beitrag von StS » 22.01.2009, 16:48

Schnittbericht Teil 5 - R-Rated vs Unrated:
http://www.schnittberichte.com/schnittb ... ID=3302785

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Beitrag von freeman » 23.01.2009, 09:40

Voll der andere Film :lol: ... wobei die Pendelszene auch ohne Gedärm recht effektiv ist ... wirkt jetzt fast wie Funsplatter irgendwie ...

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Beitrag von freeman » 11.02.2009, 09:29

FSK verweigert R-Rated von Teil 5 die KJ Freigabe

Echt lächerlich, was derzeit abgeht ... vor allem, wenn da wirklich 3 Minuten fehlen sollen, MUSS ja fast auch Handlung fehlen, denn soviel explizites hats ja gar net, um 3 Minuten auch nur annähernd voll zu kriegen ...

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Beitrag von djoli » 27.03.2009, 14:25

Habe mir die letzten Tage die beiden DCs (US) von Saw 3 und 4 angesehen und muss sagen ich sehe das Ganze anders als Pierre.

Teil 3 hat mich eigentlich enttäuscht und wirkte zu konstruiert. Auch die Sache mit Amanda ging mir irgendwie auf den Sack.

Teil 4 fand ich um einiges spannender und fesselnder. Außerdem war das Ende richtig cool (hätte noch besser sein können, wäre ich nicht durch ein Inhaltsangabe von Teil 5 gespoilert worden :roll: ).

Meine bisherige Rankliste :

Saw :liquid9:

Saw 2 : :liquid7:

Saw 3 : :liquid6:

Saw 4 : :liquid8:
Vielleicht war das Pulver feucht...
Oder du bist einfach nur scheiße!

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