A Promise Kept

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
Antworten
Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 51798
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

A Promise Kept

Beitrag von freeman » 26.03.2008, 20:46

A Promise Kept

Bild

Originaltitel: Gunman, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Daniel Millican
Darsteller: Sean Patrick Flanery, Joey Lauren Adams, Mimi Rogers, Brian McNamara, Emma Nicolas, Tom Wright, Steve Krieger, Jeff Speakman, Daniel Millican, Jeff Rodgers u.a.

Austin, Texas wird von einer beispiellosen Kindesentführungswelle gebeutelt, die auf diverse pädophil veranlagte Männer zurückzuführen ist. Als eines Tages Ben Simms Frau bei dem Versuch, einen Pädophilen von der Entführung ihrer Tochter abzuhalten, getötet wird, sieht Ben rot und will das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Doch bevor der Polizist den inhaftierten Pädophilen meucheln kann, wird jener nach einer Gerichtsverhandlung auf offener Straße von einer panzerbrechenden Kugel getötet. Der Mord an dem Pädophilen geht auf das Konto einer Gestalt, die die Presse fortan als Racheengel zum Helden stilisieren wird, denn die Erschießung des Mörders von Bens Frau war erst der Anfang einer Mordreihe an diversen pädophil veranlagten Verbrechern ...

Bild Bild
Bild Bild

A Promise Kept möchte verschiedene schwere Themen anpacken. Der Sinn von Selbstjustiz soll hinterfragt werden und wie die Menschen dazu stehen. Ist es gerecht, Verbrecher auf eigene Faust zu richten? Ist der Richter dieser Verbrecher wirklich besser als die Verbrecher? Leider bleibt es bei A Promise Kept bei diesen hehren Ansätzen, denn der Streifen selber wirkt viel zu ungelenk und ungekonnt inszeniert, um seine Botschaften wirklich glaubwürdig zu transportieren. Sei es der fahrige Schnitt, die langweilige Fernsehoptik, die abgeschmackten und schon zigfach gehörten Thesen zu dem Thema, die bräsigen Dialoge und die teils katastrophal schlechten Darsteller in den Nebenrollen. A Promise Kept vergeigt sein Anliegen mit Schmackes. Obendrein geht dem Streifen eine echte Spannungskurve komplett ab. Dies hinterlässt letztendlich einen Thriller, der einfach nicht thrillt. Es passiert viel zu wenig, der Film wird immer wieder durch langweilige Dialoge, die sich scheinbar endlos ziehen, ausgebremst und die Figuren verhalten sich teils so irrational, dass einen in Bezug auf deren Charakterentwicklung irgendwann gar nichts mehr wundert. Obendrein versucht der Streifen die Identität des Racheengels bis zum Ende geheim zu halten, macht dabei aber einen gravierenden Fehler. Er zeigt den Racheengel zu deutlich in Aktion, weshalb man als Zuschauer alleine aufgrund der Physiognomie verschiedene Verdächtige sofort als Finte des lahmen Drehbuchs enttarnen kann. Und denkt man in den ersten 10 Minuten nur mal ein ganz kleines Stück weiter, hat man den Racheengel auch schon enttarnt. Schade. Zumindest zieht sich der Film im Hauptdarstellerbereich einigermaßen gut aus der Affäre, weshalb es eine nicht gar so große Qual ist, dranzubleiben. Da wäre zunächst einmal Sean Patrick Flanery als Ben Grimm. Der immer sympathische Mime entwirft eine ganz nette Polizistenfigur, der man ihre Schlenker in der Charakterentwicklung für und gegen den Racheengel durchaus abnimmt. Problematisch wird es nur, wenn er mit seiner Tochter und seiner Frau im Film interagieren muss, was aber einzig und allein auf das Konto dieser beiden doch arg spackigen Darsteller geht. Begegnet ihm ein Darsteller auf Augenhöhe, so die süße Joey Lauren Adams, die ihren Babyspeck wohl auch mit 50 noch nicht abgelegt haben wird, was aber gut zu ihrer Rookiefigur im Film passt, ist Flannery gut aufgelegt und funktioniert sein Schauspiel auf den Punkt. Mimi Rogers ist ein wenig zu sehr auf Passivität getrimmt, um wirklich etwas reisen zu können, gehört aber auch zum soliden Teil des ansonsten nicht gar so glücklichen Castings. Denn wie bereits erwähnt, sieht es in den Nebenrollen arg finster aus und warum man Jeff Speakman gecastet hat, erschließt zu keiner Sekunde. Er spielt den Pfleger von Mimi Rogers Figur und ist dahingehend wirklich nicht viel mehr als bloßer Stichwortgeber, der im Hintergrund mit den Kindern spielt oder eben den lieben Onkel gibt. Irgendwann lanciert man auch ihn als Hauptverdächtigen, was beim Zuschauer aufgrund Jeffs kompakter Figur aber nur ein mitleidiges Lächeln auslöst. Zwar darf er zu Beginn auch mal den Kenpo-Karate Lehrer geben und ein, zwei Typen im Training umkicken, aber insgesamt ist diese Rolle seiner doch arg unwürdig. Ein weiterer positiver Punkt neben den ganz ordentlichen Hauptdarstellern ist der Soundtrack, der immer wieder versucht, ein paar rockigere Sequenzen einzubinden. Das wirkt im Zusammenhang mit den lancierten Langweilerbildern zwar ab und zu ein wenig bemüht, sorgt aber immerhin für ein wenig Abwechslung in der sonstigen Tristesse.

Denn A Promise Kept ist ein uninspiriert zusammengestückelter Thriller, dem Begriffe wie Spannung und plausible Figurenzeichnung weitgehend abgehen. Auch die hehren Ziele des Streifens etwas Anspruch in die Handlung zu pumpen, gehen in dem spannungslosen Gebrabbel und der Fernsehoptik komplett unter. Action und Tempo sind obendrein echte Fremdworte für den Film, der eigentlich nur aufgrund des sympathischen Hauptdarstellergespanns Flanery / Adams punkten kann.
:liquid3:

Die deutsche DVD von McOne ist mit einer FSK 16 uncut und bietet neben teils herrlichen Outtakes eine leider extrem unauthentische deutsche Synchronisation ...

In diesem Sinne:
freeman
Bild

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 79765
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: Suraya Bay
Kontaktdaten:

Beitrag von SFI » 27.03.2008, 05:28

den woll ich mir damals nach den glorreichen Boondock Saints Tagen immer wieder koofen, zum Glück hab ichs gelassen :lol:
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste