
Originaltitel: Sat sau ji wong
Produktionsjahr: 1998
Herstellungsland: Hongkong
Regie: Stephen Tung Wai
Darsteller: Jet Li, Eric Tsang, Simon Yam, Gigi Leung, Keiji Sato, Paul Rapovski, Kim Yip Kwong-Kim, Hideri Meiken
Wie so viele seiner Kollegen folgte auch HK-Superstar Jet Li Ende der 90er-Jahre dem Ruf Hollywoods und gab als Badguy Wa Sing Ku in Richard Donners Oldschool-Actiongaudi „Lethal Weapon 4“ sein US-Debüt. Seine Abschiedsvorstellung aus der Heimat stellt der 1998er Streifen „Contract Killer“ dar – bereits sehr westlich ausgelegtes, gefälliges aber keineswegs herausragendes Martial-Arts-Entertainment für den Genrehunger zwischendurch.
Als ein mächtiger Konzernchef vom „König der Killer“ ermordet wird, wird wiederum ein Lösegeld von 100 Millionen Dollar auf den Kopf des Mörders ausgesetzt. Unter den zahlreichen auf den Plan gerufenen Wannabe-Hitmen befindet sich auch der naive Fu (Jet Li), der zwar mit beachtlichen Kung-Fu-Skills auftrumpfen, aber keiner Fliege was zu leide tun kann. Dennoch macht er sich zusammen mit dem vermeintlichen Killer-Agenten Lo (Eric Tsang), der sich bald als harmloser Hochstapler erweist, auf die Suche nach dem Attentäter und gerät mehr als einmal mit schießwütigen Konkurrenten und der Polizei aneinander. Richtig problematisch wird die Situation aber erst, als Lo für den König der Killer gehalten wird – denn jetzt haben die beiden die Hongkonger Unterwelt direkt im Nacken…
Die wenig komplexe Story gestaltet sich zweckmäßig als Verbindung der Actionszenen und trägt weit weniger Thriller- als lockeren Comedycharakter. Mit großem Aufkommen zwar selten zündenden, aber immerhin nie nervenden Humors, dezenter Romance-Elemente und der Fokussierung auf seine Wahlweise „lustigen“ oder sonstig eigenwilligen Figuren geht „Contract Killer“ recht gefällig über die Runden, verkneift sich einen Actionoverkill und erweist sich als deutlich für den internationalen Markt kompatible Kost. Jet Li darf seine auch in den folgenden USA- und Europaausflügen gängige Rolle des unversehens in kämpferische Auseinandersetzungen geratenden herzensguten Naivlings gewohnt routiniert und charmant herunterspulen und sich von einem genauso souveränen Supportcast unterstützen lassen.
Das Herzstück des Geschehens bilden freilich die Actionszenen, die alles in allem weder qualitativ noch quantitativ über solides Durchschnittsniveau hinauskommen, dem Geschehen aber trotzdem den nötigen Unterhaltungswert verleihen. Neben Lis gewohnt flott und erfreulicherweise unter Wirework-Verzicht vorgetragenen Martial-Arts-Skills, die vor allem bei Auseinandersetzungen mit mehreren Gegnern auf einmal ihre Wirkung entfalten, während die Zweikämpfe in „Contract Killer“ choreographisch eher enttäuschend ausfallen, markieren vor allem dynamisch inszenierte und erfreulich harte Shootouts die Highlights der Actionpalette, die in einer famos und sehr rasant eingefangenen Showdown-Schießerei kulminieren, in der Li die Badguys zusammen mit Simon Yam über den Jordan schicken darf. Treffer ziehen hier grundsätzlich meterweite Flüge bevorzugt durch zerbrechliches Interieur sowie zahlreiche platzende Bloodpacks nach sich, was „Contract Killer“ einige actiontechnische Highlights abringt.
Treibende Rockklänge bieten die passende musikalische Untermalung, während sich der abseits der Actionszenen dominierende, eigens für die US-Version, auf der auch die deutsche Version basiert, eingebaute Hip-Hop-Soundtrack eher unpassend bemerkbar macht.
Fazit: Mit seinem Hongkong-Ausstand „Contract Killer“ lieferte Jet Li ein solides Actionvehikel ab, dessen nicht im Übermaß, aber anständiger Frequenz auftretende Martial-Arts-Fights und Schießereien auf oberem Durchschnittsniveau zu gefallen wissen und hin und wieder einige qualitative Ausreißer nach oben verzeichnen können und die zweckmäßig zusammengeschusterte, wannabe-humoristische Story gut am Laufen halten. Kein Highlight der Lischen Filmografie, aber eine rundum solide Angelegenheit.
Die deutsche DVD von Columbia TriStar trägt ein FSK-18-Siegel und entspricht der um 8 Minuten an Handlung gekürzten sowie mit alternativem Soundtrack versehenen US-Version. Die Urfassung ist beispielsweise in Hongkong von Mei Ah zu haben.






