
Trackliste:
1. "Rocks Off" (Jagger/Richards) - 4:31
2. "Rip This Joint" (Jagger/Richards) - 2:23
3. "Shake Your Hips" (Harpo) - 2:59
4. "Casino Boogie" (Jagger/Richards) - 3:33
5. "Tumbling Dice" (Jagger/Richards) - 3:45
6. "Sweet Virginia" (Jagger/Richards) - 4:25
7. "Torn and Frayed" (Jagger/Richards) - 4:17
8. "Sweet Black Angel" (Jagger/Richards) - 2:54
9. "Loving Cup" (Jagger/Richards) - 4:23
10."Happy" (Jagger/Richards) - 3:04
12."Turd on the Run" (Jagger/Richards) - 2:36
13."Ventilator Blues" (Jagger/Richards/Taylor) - 3:24
14."I Just Want to See His Face" (Jagger/Richards) - 2:52
15."Let It Loose" (Jagger/Richards) - 5:16
16."All Down the Line" (Jagger/Richards) - 3:49
17."Stop Breaking Down" (Traditional) - 4:34
18."Shine a Light" (Jagger/Richards) - 4:14
19."Soul Survivor" (Jagger/Richards) - 3:49
Band:
- Mick Jagger
- Keith Richards
- Bill Wyman
- Mick Taylor
- Charlie Watts
Kritik:
"Exile on Main Street" ist eines dieser Alben, die immer wieder ganz weit vorne in den Bestenlisten von Musik-Fach-Zeitungen auftauchen, allerdings den normalen Musikhörer recht unbekannt sein dürften, da diese oft zu experimentell, zu ausgefallen, zu abseitig des sonst üblichen sind. Auch "Exile..." macht hier nicht unbedingt eine Ausnahme, den abgesehen von dem Song "Tumbling Dice" befindet sich kein Single-Hit auf dem Album und auch sonst enthält die Platte keinen Stadion-Rock alà "Satisfaction". Aber trotzdem oder gerade deswegen gehört dieses Album zu dem Besten was die Stones je gemacht haben.
Aber drehen wir die Zeit ein bisschen zurück: Wir befinden uns zwischen März 1971 und Februar 1972 in einem feuchten Keller einer Villa in Frankreich. Sie gehört Keith Richards und hier hin waren die Stones geflüchtet, geflüchtet vor den Medien, dem Trubel und den britischen Steuerbehörden. Und da es zu dieser Zeit nicht so rosig auf der finanziellen Seite aussah, zapfte man sogar den Strom für die Aufnahmen illegal ab. Aber es schien so, als ob dieses "Exile", dieses getriebene, sich zusammen in einem Keller, der feucht und stickig war, einzunisten, der Antrieb war, um eine der großartigsten Platten überhaupt zuschaffen.
Schon nach einigen Minuten des Anhörens wird klar, wo die Reise hin geht: Nicht etwa zu den glatten, scheinenden Villen der Côte d'Azur oder den auf Hochglanz polierten Hochhäusern des "Neuen Amerikas", sondern hinein in die schwarze Seele des Südens. Zu den Wurzeln der modernen Musik, zu Country, Soul und Blues. Nichts mit der weichgespülten Produktion eines DSDS-Heinis, sondern direkt, rau, ungeschliffen und zutiefst grundehrlich. Man fühlt sich geradezu hineinversetzt in eine alte Blueskneipe im tiefsten Louisiana zu Beginn des letzten Jahrhunderts.
Es ist schwer dabei einen einzelnen Song heraus zupicken, klar gibt es Übernummern wie "Tumbling Dice" oder "Shine a light" oder "Sweet Virgina", aber das gesamte Material ist auf einem so hohen Level das man mehr in der Lage ist alle großartigen Nummern aufzuzählen oder sich überhaupt festlegen will. Die gesamte Platte wirkt wie aus einem Guss, das ein einzelner Song für sich betrachtet wie aus dem Kontext gerissen wirken würde. Hier ist es wirklich so, dass das Gesamtkunstwerk größer ist als die einzelnen Teile an sich. Und was soll man sagen? "Exile on Main Street" wird auch nach dem 100. Durchhören nicht langweilig. Zu recht in den Bestenlisten ganz vorne mit dabei. Ein Meisterwerk






