
Technische Daten:
Vertrieb: Metal Enterprises bzw. Regel 23
Laufzeit: 32:09 Minuten
Tracks: 10
Besetzung:
Gesang: Kevin Russell
Bass: Stephan Weidner
Gitarre: Matthias "Gonzo" Röhr
Schlagzeug: Peter "Pe" Schorowsky
Trackliste:
1. Onkelz wie wir
2. Von Glas zu Glas
3. Erinnerungen
4. Bomberpilot
5. Dick + Durstig
6. Falsche Propheten
7. Am Morgen danach
8. Schöner Tag
9. Heut´ Nacht
10. !
Das Phänomen Böhse Onkelz – gehasst von den Kritikern, aufgrund ihrer Vergangenheit verdammt von der Presse und regelrecht vergöttert von den Fans. Stets ignoriert von den Medien und doch sind sie die erfolgreichste Rock-Band, die es jemals in Deutschland gab, und die Band, die heute – 3 Jahre nach dem Abschlussfestival – noch immer eine Fangemeinde aufweisen kann, von der andere Bands nur träumen können.
1980 wurden die Onkelz rund um den damals 16-jährigen Kevin Russel gegründet, nachdem 1981 Matthias „Gonzo“ Röhr zur Band stieß brachte man schließlich im Jahre 1984 das erste Album raus, „Der nette Mann“. Das Album landete aufgrund von Gewaltverherrlichung ziemlich schnell auf dem Index und wurde bald darauf auch bundesweit beschlagnahmt. Zu dieser Zeit waren die Onkelz irgendwo zwischen Oi! und Punk. Das Album ist aus heutiger Sicht nicht mehr viel wert, nervige Texte, grottiger Sound, einfach schlecht, ebenso das zweite Album „Böse Menschen – Böse Lieder“, was qualitativ zwar etwas besser ist als der Vorgänger, heute jedoch auch nicht mehr wirklich etwas großartiges ist. Da ihr damaliges Label „Rock-O-Rama Records„ immer mehr zum Rechtsrock-Label mutierte wollten die Onkelz möglichst schnell weg von diesem Laden. Da der Vertrag 3 Alben vorsah veröffentlichte man das aus nur 6 Songs bestehende Mini-Album „Mexico“, und schloss danach einen Vertrag mit „Metal Enterprises“ ab. Doch ging es für die Onkelz nur vom Regen in die Traufe, den auch mit „Metal Enterprises“ hatte man schon bald Zoff, da das Label gerade dabei war sich vom Heavy Metal abzuwenden und dem Rechtsrock zuzuwenden, nach 3 Alben wollte man auch möglichst schnell weg von „Metal Enterprises“, doch können sich die Erzeugnisse unter diesem Label durchaus sehen lassen, gerade das hier besprochene „Onkelz wie Wir“ war vor allem technisch eine enorme Weiterentwicklung für die Band, auch die Texte wurden ernster und anspruchsvoller.
Da die Rechte für das Album nicht bei den Onkelz lagen, sondern bei „Metal Enterprises“ spielte man das komplette Album neu ein und veröffentlichte es 2007 – zum 20-jährigen Jubiläums des Albums - neu.
Los geht das Ganze mit einem wie üblich genialen Opener, den man in dieser sich selbst auf die Schippe nehmenden bzw. ironischen Weise fast auf jedem Onkelz-Album wieder findet, bezeichnen sich die Onkelz hier z. B. als Die Fantastischen Vier oder besingen den Vizepräsidenten vom Kindermörderclub, genialer Song, der zum Mitgröhlen einlädt wie sonst nichts. Weiter geht es mit „Von Glas zu Glas“, hier geht es um eine Bekanntschaft im Vollsuff, die von Glas zu Glas immer schöner wird und wohl auf einmal morgens neben einem liegt, ein Grund gleich weiterzusaufen. Das Lied geht gut ins Ohr und der Refrain ist wieder einmal der Überhammer, den man so schnell nicht vergisst.
Als nächstes finden wir dann wohl das Highlight der Platte vor, für viele ist es das beste Lied, das die Onkelz je aufgenommen haben, nicht ohne Grund, „Erinnerungen“ ist definitiv eines der schönsten Lieder die je geschrieben wurden, hierzu braucht man nicht viel mehr zu sagen, als: Einfach nur wunderschön! Das Lied wurde auch ab Anfang der 90er als letztes Lied auf jedem Konzert gespielt. Als nächstes ein Lied, mit dem die Onkelz wie so oft missverstanden wurden, „Bomberpilot“, ursprünglich als Anti-Kriegslied gedacht wurde es oft falsch interpretiert und als kriegsverherrlichendes Lied eingestuft, was natürlich völliger Quatsch ist, mit diesem Lied schildert man sehr gut den Wahnsinn des Krieges (“Verwüsten und zerstören ist alles was ich kann!“). Als es 1992 zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock kam wurde von den Aufrührern „Bomberpilot“ gehört, was natürlich dann für all die bildgebildeten Kritiker ein Anzeichen dafür ist, dass die Onkelz noch immer eine böse Rechtsrock-Band sind.
Und schon geht es weiter mit „Dick + Durstig“, welches sich besonders in der Neuaufnahme als absoluter Ohrwurm herausstellt, eines meiner Lieblinge von der Platte. Danach besingen die Onkelz „Falsche Propheten“, in diesem Lied geht es darum, dass man niemanden außer sich selbst folgen sollte und das tun soll, was man selber für gut befindet. Auch leichte Kritik an der Kirche wird hier deutlich („Die 10 Gebote lassen uns kalt, nur leere Worte“). Ironischerweise schlägt man dem alternativen Weg „Onkelz hören und saufen“ vor. Das folgende Lied „Am Morgen Danach“ setzt sich kritisch mit übermäßigem Alkoholkonsum auseinander und beschreibt die Folgen. Nettes Lied an der Stelle, aber kein Überkracher, ebenso wie das darauf folgende Lied „Schöner Tag“. Als vorletztes Lied setzt man uns den Song „Heut Nacht“ vor, welcher ziemlich gut ins Ohr geht und zum mitgröhlen einlädt, die Thematik wird dabei aber nur wenig deutlich. Zum Abschluss gibt es das erste Onkelz-Instrumental „!“, Onkelz und Instrumental ist ja immer so eine Sache, Götter waren sie an ihren Instrumenten ja noch nie, gerade „Pe“ ist mit seinem Bumm-Bumm-Tschak-Drumming manchmal sehr ermüdend. So bleibt das kurze Instrumental eigentlich gar nicht in Erinnerung, stört aber auch nicht weiter.
Wie schon erwähnt spielte man das Album 2007 komplett neu ein, steinigt mich, aber ich finde die Neuauflage um Welten besser, im Vergleich zum Original super Sound, man kann den Gesang immer verstehen, die Instrumente klingen besser und die Stimme von Kevin gefällt mir gerade bei gefühlvollen Vehikeln wie „Erinnerungen“ viel besser.
Fazit: Mit diesem Album ging die legendäre Geschichte der größten deutschen Rock-Band erst richtig los, ernstzunehmende, teils auch kritische Texte gepaart mit ohrwurmartigen Saufliedern, so liebt man die Onkelz. Highlights auf der Platte sind ohne Zweifel vor allem „Erinnerungen“, „Bomberpilot“ und „Onkelz wie Wir“. Grund genug für mich – wenn auch knapp – die

Wie schon erwähnt gibt es eine Auflage von 1987 und eine komplett neu eingespielte Version von 2007, welche nun die bessere ist, wage ich nicht zu sagen, mir gefällt die neue besser, doch spaltet diese Angelegenheit das Fanlager etwas, welche die beste ist muss wohl jeder für sich selbst herausfinden und der Fan hat eh beide Versionen zu Hause.