Southland Tales

Filme abseits des Actiongenres mit Actionhelden (irgendwie so in der Art).
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Southland Tales

Beitrag von StS » 10.04.2008, 17:52

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Originaltitel: Southland Tales
Herstellungsland: USA / Frankreich / Deutschland
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Richard Kelly
Darsteller: Dwayne Johnson, Seann William Scott, Sarah Michelle Gellar, Justin Timberlake, Holmes Osborne, Wallace Shawn, Miranda Richardson, Nora Dunn, Cheri Oteri, John Larroquette, Mandy Moore, Bai Ling, Jon Lovitz, Christopher Lambert, Kevin Smith, Zelda Rubinstein, Janeane Garofalo, Eli Roth, …

„Southland Tales“ ist eine komplexe dystopische Mystery-Thriller-Satire von „Donnie Darko“-Regisseur Richard Kelly aus dem Jahr 2006, zu deren Ensemble-Besetzung u.a. Dwayne Johnson, Seann William Scott, Sarah Michelle Gellar und Justin Timberlake gehören…

knappe :liquid8:

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Beitrag von Hannibal » 10.04.2008, 18:25

Was für eine fette Review. Den Trailer fand ich vor einigen Monaten sehr interessant, "Donnie Darko" ist einer der besten Filme, die ich kenne und nach deiner Kritik bin ich so richtig heiß auf den Film. Ätzend, dass der bei uns nur im Verbund mit Donnie Darko kommt...weil den hab ich schon in zweifacher Ausführung hier rum stehen ;-)

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Beitrag von StS » 10.04.2008, 18:35

Dankeschön! :D

"Donnie Darko" ist auch einer meiner absoluten Favs - freu mich auch schon auf Kelly´s nächsten Streich:
"the Box", eine Adaption der Richard Matheson Geschichte "Button, Button".

Und zu der deutschen VÖ-Entscheidung in diesem Fall hier: *kopfschüttel*
Wer will, kann da ja aber zur Single-Verleihfassung greifen... :wink:

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Beitrag von Hannibal » 10.04.2008, 18:37

StS hat geschrieben: Und zu der deutschen VÖ-Entscheidung in diesem Fall hier: *kopfschüttel*
Wer will, kann da ja aber zur Single-Verleihfassung greifen... :wink:
Jo, wobei ich momentan auch über Import nachdenke, die UK-Scheibe gibt's schon für ca 15 Euro.....mal schaun...

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Beitrag von Vince » 10.04.2008, 19:21

Ich guck mir erst mal den Preis an. Wenns das Doppelpack für 15 Euro oder so gibt, lohnt es ja nicht zu importieren... dann heißt es für meine Sammlung halt "Donnie Doppelt", auch wenn sich mir selbst bei ausgiebigem Überlegen nicht der Sinn dieser VÖ-Politik erschließt.

Deiner Kritik hab ich ja schon bei den Narren meine Ehrfurcht geboten. ;)

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Beitrag von EatenAlive » 11.04.2008, 00:12

Sehr starke Review. :)
Ich find den Film auch gut, wobei ich ihn demnächst nochmal anschauen muss. Beim ersten Mal fühlt man sich förmlich erdrückt, aber ich denke ich werde letzten Endes auch so auf 7-8 Punkte kommen. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass der Film in den Medien weitgehend zerrissen wurde.
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Beitrag von freeman » 11.04.2008, 08:56

Kracherding von einer Review. Sehr geil Stefan. Film ist definitiv für eine Sichtung vorgemerkt, da ich ja nun allerdings schon DC und Normalfassung vom Donnie habe, hoffe ich mal auf ne Gebrauchtscheibe aus der Theke ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 11.04.2008, 10:35

Auch Euch 2 natürlich schönen Dank fürs Feeback! Ich hoffe ja, dass wir diesen Film auch irgendwann mal als DC zu Gesicht bekommen werden - und dann bitte auf Blu-Ray, denn optisch macht er echt was her. Bin ebenso gespannt darauf, wie Eure Meinungen wohl so ausfallen werden - zumindest Daemonicus und EatenAlive sehen die Sache ja schonmal sehr ähnlich... :wink:

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Beitrag von daemonicus » 11.04.2008, 11:16

Absolut. Der DC als Blu-ray wär echt der Kracher oder noch besser beide Versionen auf einer Scheibe. Platz genug hat die BRD ja. :D

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Beitrag von LivingDead » 23.05.2008, 22:09

*Kritik nach oben geschoben*
Gruß, Fahrstuhlpage Vince ;)
Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von Vince » 24.05.2008, 19:43

Danke LD für die Kritik... und ich hol grad ein bisschen Luft, denn es ist ja so, dass wir meistens sehr ähnliche Geschmäcker haben, ich aber glaubte, dass mir dieser Film eigentlich gefallen müsse. Tja. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor... bleibt wohl nur eins: mal selbst überzeugen und gucken, ob ich diesmal auch mit dir übereinstimmen kann. ;)

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Beitrag von LivingDead » 24.05.2008, 19:49

Jap, selbst überzeugen bleibt wohl die einzige Möglichkeit, denn auch ich hatte mir da etwas mehr; vielleicht auch etwas anderes vorgestellt. Selbst jetzt bin ich über die 5 Punkte (die eher eine Kapitulation darstellen als sonst etwas) ziemlich unentschlossen. Ich erkenne zwar die Qualitäten, aber insgesamt war der Film einfach... naja... eben einfach nur naja... Bin aber auch extremst auf deine Ansichten gespannt.
Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von The Punisher » 06.07.2008, 18:07

Richard Kelly hat hier einen sehr geilen Film abgeliefert, coole visuelle effekte, gute Darsteller und eine teilweiße ziemlich verwirrende Story. Wer Filme von David Lynch mag und Donnie Darko ebenfals mochte wird hier seine freude haben.
:liquid9:
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"And shepherds we shall be, for Thee, my Lord, for Thee. Power hath descended forth from
Thy hand.That our feet may swiftly carry out Thy command. So we shall flow a river forth
to Thee, and teeming with souls shall it ever be. In nomine Patri Et Filii.Spiritus Sancti"

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Beitrag von Vince » 07.07.2008, 23:01

LD, da bin ich jetzt ausnahmsweise mal eher auf Seiten von StS... ich komm gut mit dem Chaos des Films klar. Mir gefiel die Bildsprache, die Einfälle kamen mir alles andere als redundant vor und machten durchaus einen Sinn, auch wenn ich den im Detail noch nicht immer entschlüsseln kann. Die Umschnitte merkt man hier und da, im Gesamtbild wirkt das alles doch ein bisschen unrund, aber ganz grundsätzlich erkennt man, worauf Kelly hinauswill mit dieser Verlagerung des Mikroversums von "Donnie Darko" auf die Makroebene. Sehr interessant auch der dimensionale Zeitbezug zwischen Rahmenhandlung (die wieder Zeitreisen beinhaltet) und Bezug zur realen Welt, die ja auch nur in der Gegenwart angesiedelt ist (im Gegensatz zu Donnie Darko), stilistisch aber bis in die Fünfziger zurückgeht und sich doch auch in Sachen Futurismus mächtig bedient. Wie StS schreibt, man kann den Film von so vielen Facetten beleuchten, dass ganze Diplomarbeiten damit zu füllen wären. Was alleine nicht reicht für einen guten Film, aber die befürchteten Mängel, von denen man immer wieder las, sind doch nicht so recht eingetreten. Erfreulicherweise.
:liquid7:

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Beitrag von LivingDead » 07.07.2008, 23:11

Ja, kann man durchaus so attestieren, und sicherlich werde ich einen ganz anderen Film sehen, wenn ich ihn nochmal in den Player legen werde. Nur, was mich eben stört ist, dass der Film eben nicht notwendige Konsequenz bewahrt. Es nicht schafft die ganzen Details zu einem in sich geschlossenen Ganzen zu koitieren. Das hat Kelly in "Donnie Darko" in meinen Augen - trotz Schwächen; sehe DD bei weitem nicht so stark, wie die meisten - besser bewerkstelligen können:

Weltuntergangsszenarien sind stets ein bevorzugtes Thema im Geschichtenerzählen. Sei es ein Asteroid mit der Größe des Mount Everest, eine alles dahinraffende Gottesgeißel, außerirdische Invasoren oder der dritte alles vernichtende Weltkrieg inklusive Holocaust. So ziemlich alles wurde bisher in der gängigen Literatur oder im Kino verbraten, sodass inzwischen eine gewisse Eintönigkeit im Genre Einzug erhielt. Vorwiegend im Science Fiction-Metier lassen sich entsprechende Storylines immer wieder entdecken: Schwarze Löcher und Zeitreisen, die die Zerstörung des Universums zur Folge haben, und so weiter und so fort.

Doch genau an diesem Punkt kam im Jahre 2001 der äußerst erfolgreiche Independent-Streifen „Donnie Darko“ ins Spiel, welcher das Debüt des US-amerikanischen Regisseurs Richard Kelly darstellte. Die recht kryptische Geschichte um einen Jungen, der durch die Zeit reist, um das Ende der Welt zu verhindern, traf den Nerv der Zuschauer, sodass der Film schnell zum Kult avancierte und in diversen Internetforen über die genauen Hintergründe der komplexen Geschichte diskutiert wurde. Die Kombination Teeniefilm/Science-Fiction/Drama hat es in dieser Form bisher noch nicht gegeben. Selbst Parallelen zu einem David Lynch ließen sich damals ableiten (doch erreichte Kelly niemals dessen Qualitäten).

Das Besondere an „Donnie Darko“ war - retrospektiv betrachtet - Kellys Experiment durch die Darstellung eines Weltuntergangs das Bild einer verdorbenen Generation zu beleuchten, in der die Jugend durch falsche Dogmen ihrer Individualität beraubt wird. Das Ende der Reagan-Ära ist gleichzeitig das Ende der Autonomie einer jungen Generation, die die Diskrepanz ihrer Pädagogen widerfährt, welche das Weltbild in ein absurdes Gut-Schlecht-Schema zu zwängen versuchen.
Schwächen zeigte der Film immer wieder dann, wenn es um das paradoxe Zeitreisen-Thema ging, welches – außer seiner Funktion als Metapher – nicht gerade sinnig war und viele Fragen schlichtweg unbeantwortet ließ. Doch auch die publizierte Interpretation Kellys höchstpersönlich brachte nicht wirklich Licht ins Dunkle. Insgesamt funktionierte „Donnie Darko“ als Außenseiter-Drama besser als Science Fiction-Film.

Vor kurzem erschien nun endlich Kellys zweite abendfüllende Regiearbeit in den deutschen Gefilden. Das viel gescholtene, im Kino gnadenlos gefloppte, überlange Werk namens „Southland Tales“, welches mit Darstellern wie Dwayne Johnson, Sarah Michelle Gellar, Justin Timberlake oder Christopher Lambert aufwarten kann, lässt kaum glauben, dass es nicht in die deutschen Lichtspielhäuser geschafft hat. Nach Sichten desselbigen kommt dann die Erklärung dafür.
„Southland Tales“ ist nicht einfach. Ganz und gar nicht. Kellys Zukunftsvision ist ein von Anfang bis Ende mit Ideen, Wendungen, Charakteren, Skurrilitäten und Storylines zugekleistertes Magnum Opus. Denn nichts anderes will der Film sein, außer groß und schwer. Und nach dem Abspann sitzt der Film tatsächlich schwer im Magen, so viel ist sicher. Vorausgesetzt natürlich man schaltet nicht nach 20 Minuten entnervt ab… Manch einer mag dem Film vorwerfen, er sei überfrachtet. Natürlich ist er überfrachtet. Es geht hier nicht weniger als um das Ende der Welt; wenn das nicht überfrachtet ist?

Aber selbst auf narrativer Ebene bewegt sich Kelly stets am Rande des Erträglichen: Es gibt, wie erwähnt, Musicaleinlagen, Actionszenen, ruhige, intensive Momente und drastische, als auch satirisch-überspitzte Augenblicke. Insgesamt aber kann man „Southland Tales“ als Medien- und Gesellschaftssatire wahrnehmen. So sind viele Charaktere realen Vorbildern nachempfunden („The Rock“ persifliert sein Action-Image; Sarah Michelle Gellar als Paris Hilton-Verschnitt) und die politischen Hintergründe eine überspitzte Weiterführung des aktuellen Geschehens. Eine klare Linie gibt es aber nicht. Und trotz der hohen Laufzeit wirkt vieles abgehackt, unlogisch und im Kontext unstimmig. Manches ergibt gar kaum einen Sinn. Nun könnte sich Kelly vielleicht auf dem Umstand ausruhen, dass sich Fans um ihre eigenen Interpretationen bemühen werden; doch um sich so einfach aus der Affäre ziehen zu können, bräuchte es schon einen kräftigen Hauch an Genialität. Doch leider zeigt „Southland Tales“ im Gegensatz zu einem „Donnie Darko“ nicht gerade viel davon. Viel zu verquast wirkt das Ganze. Und im Gegensatz zu einem Lynch bewerkstelligt es Kelly eben nicht Konsequenz zu bewahren. Das mag vielleicht daran liegen, dass er den Film nach katastrophalen Vorführungen vor dem Studio und in Cannes mehrmals umschnitt und einige Szenen nachdrehte; doch was zählt, ist das Endresultat. Und das zeigt sich nur in wenigen Momenten zufrieden stellend.

Manches erinnert direkt an Kellys Debüt, ganze Szenenanordnungen werden kopiert und insgesamt besitzt „Southland Tales“ nur äußerst wenig Wiedererkennungspotenzial. Es fehlt schlicht und ergreifend an denkwürdigen Momenten, wie sie ein „Darko“ en masse besaß. Kelly zitiert und kopiert, ohne wirklich etwas Eigenständiges abzuliefern.

Natürlich macht die Musicaleinlage Spaß, ist die Bildspache wieder einmal hervorragend gelungen, spielt The Rock eine seiner besten Rollen, Sarah Michelle Gellar war selten hübscher anzusehen und allgemein hin ist die Musikuntermalung von Moby als äußerst gelungen einzustufen. Doch all das nützt dem Film nicht viel, denn ein weiteres Mal eine ganze Generation (diesmal die trostlose Zukunft) kurz vor der Apokalypse zu sehen, bei der ein (bzw. zwei) Erlöser die einzige Hoffnung zur Rettung der Welt darstellt, zeugt nicht gerade von Weiterentwicklung.

Richard Kelly ist ein guter Regisseur, doch für ein großes Werk mit Langzeitwirkung reicht das noch lange nicht. Ich glaube zumindest nicht, dass man in zehn Jahren noch von „Southland Tales“ sprechen wird.

:liquid5:
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Beitrag von Vince » 07.07.2008, 23:15

Seltsam, "Donnie Darko" ist zwar der bessere Film, rein von der Homogenität her fand ich den aber wesentlich brüchiger und sprunghafter. Gerade in diesem Punkt hat mich "Southland Tales" überrascht; ich fand den gar nicht mal so verhackstückt wie immer alle sagen, auch wenn er intern natürlich einer anderen Logik folgt, sozusagen die Kamera jedem Räuspern folgt und dabei ständig die Richtung wechselt. DAS dafür dann aber konsequent, dicht und schlüssig.

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Beitrag von LivingDead » 07.07.2008, 23:22

Wirklich seltsam... "Donnie Darko" war mir in DIESER Hinsicht wesentlich zugänglicher und homogener erschienen. Muss mir "ST" wohl doch noch mal geben in nächster Zeit... gibbet doch nich... ;)
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Beitrag von Hannibal » 23.07.2008, 12:07

Keine Wertung, weil......ja, ka, warum eigentlich? Nachdem sein Erstling "Donnie Darko" als einer der besten und cleversten Debütfilme aller Zeiten in die FIlmgeschichte einging, macht es sich Richard Kelly in seinem zweiten Werk deutlich schwerer. Unzählige Ideen, die allein eine ganze Trilogie füllen würden, werden in einem Film untergebracht, der weder eine vernünftige Charakter-Einführung zu kennen scheint, noch eine halbwegs strukturierte Story. Das klingt ein wenig nach Lynch, ist aber weniger lynchig, als viel mehr nervig, vor allem das leicht abgedrehte Design einiger Charaktere stieß mir sauer auf, was aber in dem Fall reine Geschmackssache ist. So richtig übel nehmen kann man dem Streifen das undurchsichtige Chaos aber doch nicht, denn ähnlich wie in "Donnie Darko" gibt's auch hier wieder tonnenweise geniale Ideen, Einfälle, Szenen, Dialoge...nur schafft Kelly es nicht mal ansatzweise, diese so stimmig zu bündeln, wie in seinem Erstling......vielleicht will er das auch gar nicht. Ein Großteil der Zuschauer hätte es aber gewollt, wie sonst sind die katastrophalen Reaktionen in Cannes zu erklären? Klar, so ist der Film individuell, interessant, freaky.....aber zu keinem Zeitpunkt so richtig gut, weil das Gerüst so wackelig und unentschlossen ist, dass es all die Ideen, die es tragen soll, in lautem Getöse unter sich begräbt. Da reißt auch das Finale wenig raus, das zwar optisch unglaublich interessant daherkommt und auch wieder einiges an Zeitreise-Mindfuck auffährt, aber alles in allem einen eher durchwachsenen Eindruck hinterlässt. Nicht weil es nicht alles aufklärt und auch nicht weil es alles aufklärt, sondern weil es - wie der ganze Film (und so kann man dem ganzen wenigstens eine gewisse Konsequenz bescheinigen) - vollkommen diffus und unentschlossen wirkt und die vorangegangenen 2 Stunden in den auch im Film thematisierten Nebel hüllt. Metaphorisch macht das Sinn, den Lauf des Films stört es mehr als einmal. Die Frage, was wichtiger ist....Interlekt oder die beste Rundenzeit? Den schmalen Grat, den "Donnie Darko" damals so grandios traf, verfehlt "Southland Tales" jedenfalls um ein vielfaches...

irgendwas zwischen :liquid6: und :liquid8:....

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Beitrag von Vince » 23.07.2008, 13:27

Immerhin notentechnisch doch wieder auf einer Spur. Schön! :D

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Beitrag von LivingDead » 27.07.2008, 23:37

Jap, full ack @ Hanni. Sehe ich genau so, wobei auch bei mir die 5 Punkte noch ziemlich schwanken. Muss mir den Film unbedingt nochmal geben...
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Beitrag von McClane » 26.08.2008, 09:16

Ich hab ihn jetzt vor ca. 2 1/2 Wochen gesehen und erstmal sacken lassen... kann aber immer noch jede Wertung verstehen.

Ich persönlich war immer hin- und hergerissen zwischen "ganz großes Tennis" und "ganz große Scheiße". Die politischen Anspielungen fand ich persönlich schon recht platt, auch das konfuse Script, das vermutlich auch in der Cannes-Fassung nicht viel mehr offene Fragen geklärt hat, hat mich schon etwas gestört. Aber das Teil ist scheinbar auch gar nicht zum Verstehen gedacht, vielleicht zum Interpretieren (wenn man Lust drauf hat) und zum Konsumieren. Dafür ist die Bildsprache wirklich brillant und der Film ist für sein vergleichsweise schmales Budget (für Hollywoodverhältnisse) recht aufwändig. Außerdem macht "Southland Tales" immer so geil sinnlose Sachen, wie z.B. die Musical-Einlagen, der Soap Opera Abschnitt oder dieses vollkomme grundlose "I'm a pimp - and pimps don't commit suicide". Immer noch schwer, das alles wirklich zu verdauen, aber ich denke fair sind

:liquid6:
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Beitrag von kami » 27.11.2008, 14:49

Hab die Doppel-DVD für sech Euro vom Müller mitgenommen, heute angesehen und möchte mich den positiven Einschätzungen anschließen. Ich fand den Film keineswegs verwirrender als DONNIE DARKO, allerdings ist SOUTHLAND TALES etwas kälter, das Schicksal der Protagonisten zu abstrakt, um sich emotional stark zu involvieren..
Dennoch ein großartiger, unterhaltsamer und ausgesprochen komischer Film.

:liquid8:

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Beitrag von gelini71 » 15.07.2009, 12:44

Kleine Sensation die bis jetzt kaum einer mitbekommen hat - der Pay TV Sender Sky (ehemals Premiere) sendet "Southland Tales" in der 150 Minuten Cannes Langfassung komplett mit Deutscher Syncro - also die Fassung die damals bei den Filmfestspielen in Cannes lief & danach im Archiv verschwand.
Da es eine komplette Syncro gibt stehen die Chancen das diese Fassung noch auf DVD / Blu-Ray (?) kommt noch gar nicht mal so schlecht.

Quelle: Cinefacts
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von Dr Dolph » 15.07.2009, 14:24

Das ist ja mal geil. Hoffe das es so kommt, obwohl ich ihn ja schon auf DVD habe. Ich finde diesen Film ziemlich genial und würde da auch eine :liquid10: aus der Tasche ziehen. Plant der Richard Kelly eigentlich mal was neues?

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Beitrag von StS » 15.07.2009, 14:43

Dr Dolph hat geschrieben:Plant der Richard Kelly eigentlich mal was neues?
"the Box" läuft demnächst in den USA an... :wink:

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