Fantastic Four I + II + Reboot

Filme die viel kosten aber meistens nicht das halten, was der Trailer verspricht
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Fantastic Four I + II + Reboot

Beitrag von StS » 13.02.2006, 16:43

Originaltitel: Fantastic Four
Herstellungsland: USA / D
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Tim Story
Darsteller: Ioan Gruffudd, Michael Chiklis, Jessica Alba, Chris Evans, Julian McMahon, …

Wer hätte es gedacht, doch der deutsche Star-Produzent Bernd Eichinger (“Name der Rose“/“der Untergang“) ist tatsächlich ein Comic-Fan, der am liebsten den „Silver Surfer“ auf die große Leinwand bringen würde … und bereits 1986 sicherte er sich von „Marvel“ die Rechte an der 1961 von Stan Lee (“Spider-Man“/“Hulk“) sowie Jack Kirby erdachten Reihe „the Fantastic Four“. Jener Vertrag beinhaltete allerdings eine Klausel, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein fertiger Film abgeliefert werden muss – ansonsten erhält Marvel die Option, davon zurücktreten zu können. Aufgrund diverser Hürden und Probleme war es den Verantwortlichen jedoch nicht möglich, ein angemessenes Projekt in jenem Zeitraum auf die Beine zu stellen, weshalb sich Eichinger zu einem außergewöhnlichen Schritt entschied: Er beauftragte den legendären Low-Budget-Papst Roger Corman damit, eine kostengünstige Variante zu drehen, was den Vertrag letztenlich erfüllte und die Rechte für die Zukunft weiter sicherte. Natürlich war Marvel von dem Schritt nicht wirklich begeistert, weshalb man die Budgetkosten erstattete – im Gegenzug dafür, dass man von einer Veröffentlichung des Werks absah (was bis heute auch noch nicht geschehen ist – von Raubkopien, die sich großer Beliebtheit erfreuen, mal abgesehen).

Im Jahre 2004 sollte es also endlich (diesmal wirklich!) soweit sein: Mit einem Budget von (angeblich) irgendwo in der Nähe von 150 Millionen Dollar ging der Film (inmitten einer allgemeinen Welle des Erfolges von Comicadaptionen) in Produktion…

Eine wissenschaftliche Mission vereint eine Gruppe unterschiedlicher Charaktere auf einer Raumstation im Weltall: Mathematiker Reed Richards (Ioan Gruffudd), dessen Kumpel Ben Grimm (Michael Chiklis), Wissenschaftlerin Susan Storm (Jessica Alba), übrigens Reeds „doch nicht so ganz“-Ex-Freundin, Pilot (und Susans Bruder) Johnny Storm (Chris Evans) sowie Finanzier Victor von Doom (Julian McMahon). Als sie jedoch aus Versehen ungeschützt der Strahlung eines kosmischen Sturms ausgesetzt werden, bewirkt das eine Veränderung ihrer jeweiligen molekularen Zellstruktur: Reed kann seinen Körper auf einmal gummiartig dehnen (= Mr.Fantastic), Grimm mutiert zu einem überstarken, steinartigen Wesen (= the Thing), Susan kann sich unsichtbar machen (= Invisible Woman), Johnny seinen Körper komplett in Flammen aufgehen lassen (= Human Torch). Sie nennen sich „the Fantastic Four“, werden aber von den Menschen / ihrer Umwelt aufgrund ihrer Fähigkeiten erst einmal argwöhnisch betrachtet, bis sie sich ihnen beweisen. Doch auch Victor hat sich verändert – er verwandelt sich zunehmend in ein Metallwesen, nennt sich „Dr.Doom“ und sinnt nach Rache, da die Mission auf diese Weise fehlgeschlagen war. Nur die „FF“ scheinen ihm gewappnet zu sein, weshalb sie vereint ihre Kräfte dazu einsetzen, das Böse zu bekämpfen…

Comicverfilmungen verwöhnen den Zuschauer meist ohnehin nicht mit reichhaltigen oder tiefgründigen Drehbüchern („Batman begins“, die „X-Men“ oder „Hulk“ bilden da natürlich löbliche Ausnahmen), doch in diesem Fall ist das Skript besonders schwach ausgefallen – eine wirkliche Handlung ist kaum existent, sondern besteht nur aus einer Aneinanderreihung von Szenen der Protagonisten sowie den Auswirkungen ihrer Kräfte. Das ist besonders enttäuschend, zumal die Story aus der Feder von Mark Frost („Twin Peaks“) stammt – selbst die 94er-Billigproduktion hatte in dieser Beziehung mehr zu bieten. Einige Facetten der Charaktere werden gut ausgearbeitet (wie spezielle Beziehungen untereinander, dass Johnny sich wegen des Medienrummels zunehmend gehen lässt oder alle Auswirkungen von Bens Situation), was in einigen guten Szenen resultiert (zB als Ben mit seinen veränderten Händen seinen Ehering nicht mehr aufheben kann), doch insgesamt überwiegen oberflächliche bzw gar negative Auffälligkeiten (etwa Bens Beziehung zu seiner Frau – oder als er am Ende tatsächlich geheilt werden könnte…und er das ablehnt!). Die Comics leben von ihren ironischen Charakteren, doch der humorvolle Ansatz wirkt hier zeitweise unpassend: Ein Dalmatiner verdeckt sich die Augen mit einer Pfote, ein Vogel entledigt sein Geschäft aufs „Thing“, welcher in einem anderen Moment nach einem Mahl laut aufstößt – das stört einfach. Am Ende des Films danken die Bewohner den „FF“ zudem mit einer großen Party – aber wofür eigentlich? Die Bedrohung galt nicht ihnen, sondern unseren 4 Helden…

Okay, wenn ein Film dieser Art schon nicht mit seiner Story punkten kann, müssen die F/X halt die Eisen aus dem Feuer holen – leider wird man auf diesem Sektor letztendlich (vor allem angesichts der Budgethöhe) ebenfalls enttäuscht: Es kommt viel CGI zum Einsatz, doch etliche Einstellungen sehen billig und wenig überzeugend aus (vorwiegend die Dehn-Effekte von Mr.Fantastic oder Sequenzen während des Showdowns). Dann wäre da noch das „Thing“-Kostüm, welches arg nach dem ausschaut, was es ist – ein Gummianzug, der steinartige Masse verkörpern soll. Für einen Moment habe ich mir tatsächlich die Frage gestellt, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, diese Figur komplett am PC zu animieren, bin aber in Anbetracht der ohnehin nicht allzu berauschenden CGI-Arbeit schnell wieder davon abgekommen. Insgesamt sind die Effekte okay, aber man ist inzwischen besseres gewöhnt.

Zu einem großen Popcorn-Sommer-Blockbuster gehört natürlich ein entsprechender Soundtrack – dieser ist im Fall von „FF“ erstaunlich blass ausgefallen, denn weder der Score von John Ottman („X2“) noch das Titelstück von Ben Moody & Anastacia wecken Begeisterung. Klar, eine Untermalung wie von Danny Elfman bei „Batman“ war natürlich nicht zu erwarten, doch selbst der Chartauskopplung mangelt es an echtem Hitpotential.

Die Figuren erinnern kaum noch an jene der ursprünglichen Comics aus den 60ern, sondern eher an die im Laufe der Zeit überarbeiteten Versionen (bis hin zu den neueren „Ultimate FF“-Ausgaben). Dafür, dass die Charaktere sehr grob gezeichnet sind, holen einige Darsteller recht viel aus dem Material heraus: Chris Evans („the Cellular“) und Michael Chiklis (TV´s „the Shield“) trumpfen am stärksten auf – die Chemie zwischen ihnen stimmt, weshalb die Konkurrenzsituation hervorragend vermittelt wird (toll: als Johnny Ben mit dessen Actionfigur aufzieht). Ioan Gruffudd („the Gathering“) spielt okay, Jessica Alba („Honey“) nicht wirklich (der Begriff „blasses Püppchen“ kommt in den Sinn). Julian McMahon lässt viel von seiner hervorragenden „Nip/Tuck“-Rolle in den Charakter einfließen und besitzt die nötige Ausstrahlung, doch das war es dann auch schon – außerdem mutiert er im Verlauf ohnehin zu einer eindimensionalen Gestalt (und das noch bevor er die eiserne Maske aufsetzt).

Die besten Comic-Adaptionen resultieren aus den Visionen fähiger Regisseure (wie Burton, Nolan, Singer oder Raimi), welche nicht nur aufs Äußere achten (siehe Pitof oder M.S.Johnson). Tim Story hat zuvor „Barbershop“ und „Taxi NYC“ gedreht – noch Fragen…?

Wenn es tatsächlich eine Fortsetzung geben sollte (jip, der obligatorische Cliffhanger ist bereits vorhanden), sollten sich die Macher schleunigst auf ihre Figuren konzentrieren, denn jene sind selbst gegenüber den nicht besonders originellen oder aufregenden Actionszenen in diesem Fall das Hauptproblem. Der Film lief sehr erfolgreich in den USA an, was meiner Meinung nach daran zu erklären ist, dass es in diesem Jahr keinen „X-Men“-Film gibt sowie dass die letzten Comic-Verfilmungen (“Batman begins“/“Sin City“) eher ältere Kinobesucher ansprachen und nicht auf ein reines „Popcorn“-Format setzten. Kiddies, denen Spannung, eine clevere Handlung, ausgearbeitete Charaktere oder überzeugende Darsteller egal sind, werden sicher ihre Freude an „FF“ haben, denn er ist bunt, laut, fordert das Gehirn in keiner Weise und vermag mit einem gewichtigen Humor-Anteil aufzuwarten. Der Rest sollte den Film lieber meiden oder wird im Anschluss wehmütig auf kommende Projekte hoffen…

Fazit: „Fantastic Four“ ist eine bunte Superhelden-Action-Komödie der banalen Sorte, welche an einem schwachen Drehbuch sowie der uninspirierten Inszenierung von Regisseur Tim Story leidet. Schade, denn das haben die (Comic-) „FF“ nicht verdient – auch angesichts ihrer „Vorbildfunktion“ im Business (vgl. „the Incredibles“). In einem Sommer der (im Vergleich zu sonst) eher „klügeren“ Blockbuster (“Batman begins“/“War of the Worlds“/“the Island“) fällt ein oberflächlicher Film wie dieser zudem noch enttäuschender auf … meine Bewertung würde ich daher im oberen Bereich der „3 von 10“-Marke ansetzen.

:liquid3:

In Deuschlang ist der Film von „Highlight/Constantin“ veröffentlicht worden – sowohl in Form einer „Single-“ als auch „Premium“-Edition.


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Freeman meint:

Die Fantastischen Vier

Der Film nimmt sich vor allem die Entstehung der - vor allem in den USA ungemein populären - Superhelden ausführlichst zur Brust und präsentiert Reed Richards, der ein kosmisches Phänomen erwartet und beobachten will, welches dereinst die Entstehung des Lebens auf der Welt ausgelöst haben soll. Er überredet Victor von Doom dazu, ihm den Aufenthalt im All zu ermöglichen, wo er das Phänomen mit seinem besten Freund Ben Grimm, seiner ehemaligen Geliebten Sue Storm, deren Bruder Johnny und Victor von Doom höchst selbst beobachten will.

Doch erstens kommt es anders und zweitens kommt es anders und so verselbstständig sich das Beobachtungsobjekt und durchfährt unsere fünf Forscher. Auf der Erde angelangt gehen in ihnen seltsame Veränderungen vor und Ben, Sue, Johnny und Reed mutieren zu den Fantastic Four und von Doom zu Dr. Doom. Und da Doom Reed Richards für das Fehlschlagen des Vorhabens verantwortlich macht, sind sich beide Parteien - man ahnt es schon - alles andere als grün.

Tja, was soll man zu der Story sagen. Sie ist halt durch und durch ein Comicgeschichtchen mit allen Höhen und Tiefen. So gibt es wunderbar bunte Bilder und atemberaubende Special Effects zu sehen, während die Charaktere teils stark unterentwickelt bleiben und sich auch das ein oder andere riesige Logikloch auftut, dass selbst Superman mit seinem Hitzeblick nicht mehr zulöten könnte. ABER: Sie funktioniert dennoch UND - und das ist meines Erachtens das Wichtigste - sie langweilt keine Sekunde und das, wo der Fokus doch deutlich auf der Superhelden- respektive Bösewichtwerdung der Hauptfiguren liegt und zugunsten dieses Faktes die Action fast schon spartanisch ausgefallen ist und sich auf drei größere Sequenzen verteilt. Respekt dafür.

Die Schauspieler sind meines Erachtens allesamt überdurchschnittlich gut gewesen. Jessica Alba sieht einfach hinreißend aus. Ihr brauner Teint korrespondiert hervorragend mit den ungewohnt blonden Haaren, die ihr wunderschönes, immer exotisch anmutendes Gesicht umrahmen und die Idee ihren sportlich festen Körper in einen hautengen Spandexanzug zu stecken, dürfte dem Kostümdesigner auf ewig einen Platz im Himmel zusichern, egal was für modische Desaster er noch anrichten sollte. Leider spielt ihre Rolle eine eher kleine Geige in dem Film und sie hat erstaunlich wenig zu tun und darf sich auch nicht wirklich entwickeln. Bei ihr muss man auch das meiste schlucken, was die Superheldenfähigkeiten angeht. Sie kann sich unsichtbar machen, was halbwegs erklärt wird (also nicht wirklich logisch oder so, allerdings innerhalb der Filmlogik funktionierend), doch dann kann sie auch noch Energiefelder verschießen und steuern und was weiß ich nicht. Das steht dann einfach so als gegeben im Raum ...

Gott Troy (McNamara ;-) ) als Doom führt einfach seine Rolle aus Nip/Tuck weiter und spielt das, was ihm am besten steht: den arroganten, selbstverliebten Schnösel. Von daher ist er mehr als nur die Idealbesetzung des von Doom und es macht Spaß ihm zuzuschauen. Leider hat er eine ungewohnte Synchro abbekommen.

Ioan Gruffudd, der schon in King Arthur eine arg zurückhaltende Performance hinlegen musste, verfällt in seiner Rolle fast ins Koma. Er gibt den Wissenschaftler so überzeugend, dass man am liebsten einschlafen möchte, wenn er anfängt zu reden. Zwar mag das für die Rolle auf dem Papier vielleicht ganz richtig sein, ABER was nützt denn ein Anführer einer Superheldengruppe, der den Namen Mr. Fantastic trägt und eigentlich Mr. Langweiler heißen müsste ... Seinen Part müsste man für weitere Filme deutlich dynamisieren. Zudem sind die Mr. Fantastic Körperdehnungsaktionen nur trashig und zeigen eins überdeutlich: Menschen oder deren Körperteile glaubhaft zu animieren ist nach wie vor noch ein Ding der Unmöglichkeit.

Und nun kommen wir zu den beiden Highlights des Filmes. Da wäre zunächst Michael Chiklis, dem man die ganze Zeit nur zurufen möchte: Yeah, Rock on Dude. Denn zu Beginn teilt er sich mit Chris Evans (die zweite kleine Filmsensation) die besten One Liner, um dann dem Ding die tragische menschliche Komponente zu verleihen, die schon die Figur innerhalb der Comics so einzigartig gemacht hat. Toll.

Absoluter Burner ist aber Chris Evans und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Er gibt die menschliche Fackel und ist die Verkörperung des Begriffes jugendlicher Überschwang. Es ist eine Freude ihm zuzugucken, wie er alle 5 Minuten in seine Jubelposen verfällt und wirklich einen One Liner nach dem anderen raushaut und so die meisten Lacher auf sich vereint.

Der Score des Filmes ist sehr bombastisch geraten, bleibt aber leider null in den Ohren und auch optisch gibt es bis auf die Spezialeffekte kaum etwas eindrucksvolles zu sehen. Regisseur Tim Story bietet viel zu altmodische und fast schon starre Perspektiven/Bilder, die nicht wirklich beeindrucken können. Somit haben wir hier einen schauspielerisch guten Film, mit teils eindrucksvollen Spezialeffekten, der aber in fast allen Belangen hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Die tragischen Dimensionen der Helden werden nur beim Ding angeschnitten, keine Figur entwickelt sich, der Bösewicht darf nicht ausgiebig genug wüten und die Action kommt deutlich zu kurz. Als Start eines neuen Franchises ist der Film sicher nicht der falscheste Anfang, die Nachfolger müssten sich aber allesamt stark steigern, um wirklich begeistern zu können.
:liquid6:

fantastische Doppel DVD im brillant gestalteten comicbunten Digipak kommt von Constantin Film und ist mit einer FSK 12 freilich uncut.

In diesem Sinne:
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Zuletzt geändert von StS am 28.02.2006, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer

Beitrag von freeman » 13.02.2006, 17:00

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer

Originaltitel: Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer
Produktionsjahr: 2007
Herstellungsland: USA/Deutschland
Regie: Tim Story
Darsteller: Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans, Michael Chiklis, Julian McMahon, Kerry Washington, Andre Braugher, Laurence Fishburne (Stimme vom Surfer), Doug Jones u.a.

1966 tauchte im Marveluniversum eine neue, von Stan Lee und Jack Kirby erschaffene Figur auf. Sie stammte von dem außerirdischen Volk der Zenn-Lavianer ab und hörte ursprünglich auf den Namen Norrin Radd. Eines Tages tauchte auf Norrins Heimatplaneten Zenn-La ein mächtiges Wesen auf, das sich von der Energie der Planeten ernährte und nach dem Stillen seiner Bedürfnisse nur noch verbrannte Erde und verwüstete Welten zurückließ. Dieses Wesen, namens Galactus, bot Norrin an, seinen Planeten zu verschonen, wenn er fortan auf einem silbernen Board durch den Weltraum surfen würde und als Herold/Bote neue Welten sucht, von denen sich Galactus ernähren kann. Galactus verlieh Norrin hierfür eine silberne Gestalt, das Board und gewaltige kosmische Kräfte - der Silver Surfer war geboren. Dabei war er als eine Art Philosoph unter den Comicfiguren angelegt, der gerne mal auf einem Asteroiden hockend vor sich hin sinnierte und durch eine beständige Schwermut gekennzeichnet war, die seinem Erfolg insgesamt mehr als abträglich war. Leider. Ich begegnete dem Surfer im Übrigen erstmals bei einem gewaltigen Marvel Crossover. Damals noch glühender Verehrer der Rächer, wurde ich Zeuge wie der Silver Surfer im Verbund mit den Fantastic Four im Kampf um das weitere Bestehen der Menschheit auf diverse andere Helden traf und dabei in seiner Coolness alles wegrockte. Und Coolnes ist im Grunde auch das treibende Element seines ersten Leinwandausfluges.

In diesem sorgt er zunächst für viel Ungemach. Denn überall wo der Silver Surfer auftaucht, spielt das Klima verrückt und entstehen gigantische Krater, die bis zum Erdmittelpunkt reichen. Das kommt den Fantastic Four alles andere als gelegen, wollen doch Sue und Reed endlich heiraten. Bisher wurde ihr Bund fürs Leben nämlich immer wieder durch eine Katastrophe verhindert und dies soll nun eigentlich anders werden. Doch bei der Eheschließung kommt es fast zu einer Katastrophe! Der Schuldige? Der Silver Surfer. Zeit also, sich der silbernen Gefahr anzunehmen. Erste Versuche, dem Silver Surfer Herr zu werden, schlagen grandios fehl, weshalb sich das Militär an einen plötzlich wieder auferstandenen Gegner der Fantastic Four wendet: Dr. von Doom soll den Fantastic Four helfen! Doch dieser hat ganz eigene Pläne mit dem Surfer und seiner Macht ...

Nach dem eher intimen Duell aus Teil I geht man es nun in der Fortsetzung des Marvel Franchises eine ganze Spur epischer an. Feinde werden zu Verbündeten, das Schicksal der gesamten Welt steht auf dem Spiel und ein schier übermächtiger Gegner ist nur der Anfang einer ultimativen Bedrohung. Das Ganze erinnert dabei massiv an den Aufbau eines Comiccrossovers. Ein in dem etablierten Superheldenuniversum unbekannter anderer Superheld taucht auf, man beharkt sich vehement, um kurz vor knapp zu merken, dass man doch viel gemeinsam hat und die Bedrohung ganz woanders liegt. Gemeinsam mit einer relativ kurzen Laufzeit von knapp 85 Minuten bleibt bei Fantastic Four II so nicht mehr viel Zeit für die einzelnen Figuren. Diese entwickeln sich dementsprechend im Vergleich zur I um keinen Deut weiter, verharren quasi in dem Zustand, in dem die I damals beendet wurde. Vielmehr geht es in Fantastic Four II diesmal um die Dynamik in der Truppe. Ihre Interaktionen, ihre Kabbeleien und ihre Versuche, das Team am Funktionieren zu halten. Da ist dann wirklich kein Platz für die Entwicklung einzelner Figuren. Ergo gibt es auch keine Konzentration auf einzelne Figuren und ihr Schicksal, wie es in Teil I noch mit dem Ding geschah. Alle Figuren haben sich scheinbar komplett in ihr Schicksal ergeben und hadern nicht mehr mit Selbigem. So werden im Grunde die letzten Ecken und Kanten aus dem Franchises gebügelt, das nun noch banaler und harmloser wirkt, als noch im ersten Teil. Zwar versucht man dem Umstand gerecht zu werden, dass die F4 eben keine verdeckt operierenden Superhelden sind, sondern unter den Menschen leben und wie Superstars verehrt werden, wirklich scharf sind die daraus resultierenden Spitzen gegen die Schattenseiten des Ruhmes allerdings nicht.

Ergo ist es vor allem die Chemie zwischen den Figuren und den Darstellern, die F4 II wie schon Teil I im Storypart ordentlich funktionieren lässt und bei aller Harmlosigkeit mit gehörig Selbstironie und wirklich witzigen Einlagen und Dialogen nett zu unterhalten weiß. Und wenn dann der Silver Surfer endlich auftaucht, ist die ganze Geschichte um Starruhm und die elende Hochzeit inklusive sehr kitschigen Dialogen und Situationen endgültig vom Tisch. Der Silver Surfer wird so gezeichnet, wie er auch im Comic rüberkommt: Saucool. Es gibt keine einzige Einlage, die seine Souveränität auch nur ansatzweiße untergräbt. Keine dummen One Liner, keine peinlichen Aktionen, nichts. Jeder der Auftritte vom Surfer ist einfach Coolness pur. Da ist es fast schon schade, dass es ihm im Grunde wie allen anderen Figuren im Film geht, denn auch seine Figur wird nicht einmal ansatzweiße vertieft. Insbesondere der mysteriöse Kult um die eigentliche Comicfigur und ihre tragischen Hintergründe wird so niemals richtig greifbar. Er ist eben cool ... aber irgendwie auch nicht mehr. Das wird dann der eigentlichen Figur nicht wirklich gerecht, ist aber auch der einzige Kritikpunkt am Surfer in Fantastic Four.

Und wie die sehr gelungenen Effekte um den Surfer, sind auch die restlichen Effekte von Fantastic Four sehr ansprechend geraten. Zwar wirken gerade die Verrenkungen von Mr. Fantastic nach wie vor ultratrashig und gibt es ein zwei mies getrickste CGI Helikopter, ansonsten kann man aber wahrlich keine echten Effektausfälle benennen. Insbesondere die Kraftfelder von Sue und die Einlagen um die Fackel wurden doch spürbar verfeinert und insbesondere in den weitaus gigantischer konzipierten Actionszenen lässt man effekttechnisch ordentlich die Muskeln spielen. Da werden Bergketten gesprengt, wird die chinesische Mauer pulverisiert und wird ein ganzer Straßenzug mehr oder weniger eingeebnet. Das ist alles in allem ordentliches Eye Candy und eben ein deutliches Zeichen dafür, dass man dem schneller, besser, lauter Konzept der meisten Fortsetzungen gerecht werden will. Dementsprechend ist eben auch die Action wesentlich größer angelegt wurden und kommt deutlich aufwändiger daher, spielt allerdings wie im Vorgänger eine erstaunlich untergeordnete Rolle. So ist sie qualitätsmäßig der Action des Vorgängers deutlich überlegen, quantitätsmäßig sind sich beide Teile allerdings ebenbürtig. Wie schon im ersten Teil sind die F4 eher die Kopfmenschen unter den Superhelden, die lieber Maschinen basteln oder ewig über Probleme sinnieren, bevor sie irgendwann die Samthandschuhe ausziehen. Dabei bleiben dann auch ein oder zwei Unebenheiten im Tempoverlauf der Geschichte nicht aus. Uneben ist dann auch der Score von John Ottman, dessen Musik nicht wirklich fantastisch anmutet - eher recht belanglos.

Die Darsteller schlagen sich dagegen recht wacker in der nach wie vor knallbunten Optik. Diese schlägt sich vor allem auf Jessica Alba nieder, die weitgehend wie eine Art Puppe wirkt, so unwirklich kommt sie aufgrund der platinblonden Haare und der extrem knallblauen Kontaktlinsen rüber. Das korrespondiert zwar hervorragend mit ihrem Schokoteint, aber irgendwie ist das Ergebnis dann doch ein wenig zu "Photoshoped" :-). Darstellerisch schlägt sich die gute Jessica ordentlich und zeigt hier in einigen Szenen, dass sie verstanden hat, dass man das Franchise nicht überbordend ernst nehmen muss, um sich in Selbigem zu behaupten. Dies gilt unisono für Michael Chicklis als Ding und Chris Evans als Fackel, die sich nach wie vor recht amüsant kabbeln dürfen, insgesamt aber zu wenig gemeinsame Screentime haben. Leider! Chris Evans kommt dabei deutlich besser weg und wie in der I ist er als Heißsporn einfach ideal besetzt, da er für einige amüsant verschmitzte Einlagen sorgt. Ioan Gruffudd als Mr. Fantastic legt im Vergleich zur I deutlich an Präsenz zu und wirkt, als sei er endlich im Franchise angekommen. Hier und da wirkt er als Anführer zwar immer noch zu luschig, doch von der Katastrophe in Teil I ist er weit entfernt. Eine brillant arrogante Attitüde bringt erneut Julian McMahon als Dr. von Doom in den Film und es ist ein Genuss ihn auf der Leinwand wirken zu sehen. Ein verächtlicher Kommentar hier, eine gelangweilte Geste da ... wer kann das besser als Gott Troy? Von den neuen Darstellern bleiben eigentlich nur Andre Braugher als militärischer Komisskopp und freilich Doug Jones als Silver Surfer im Gedächtnis, der Rest des Castes liefert eine unauffällige Leistung ab.

Im Ergebnis ist Fantastic Four II eine der wenigen Fortsetzungen, die den Vorgänger weder übertreffen noch unterbieten. Beide Teile begegnen sich auf Augenhöhe und bilden das bisher harmloseste Superheldenfranchise, das ohne jegliche Ecken und Kanten zu unterhalten weiß. Das mag im Falle des neuen Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer insgesamt recht banal anmuten, ist dank netter Figuren, ordentlicher Dynamik zwischen ebenjenen, einem neuen, saucoolen Charakter, ordentlichen Schauwerten und einer ordentlich vorgetragenen Story aber immer noch ein netter Blockbuster für zwischendurch ... Im Falle weiterer Fortsetzungen könnte die Harmlosigkeit des Franchises einem Erfolg in den Dimensionen des ersten Teiles allerdings massiv im Wege stehen.
:liquid6:

In diesem Sinne:
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Fantastic Four

Beitrag von SFI » 13.02.2006, 18:14

Fantastic Four

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Originaltitel: The Fantastic Four
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: Josh Trank
Darsteller: Kate Mara, Miles Teller, Toby Kebbell, Michael B. Jordan, Jamie Bell, Jodi Lyn Brockton, Tim Blake Nelson, Chet Hanks, Reg E. Cathey, Aaron V. Williamson u.a.

Ein neuer Superheldenfilm mit Figuren aus dem Marvel-Universum? Was soll da schon groß schiefgehen? Verdammt viel, wie “Fantastic Four” beweist. Gelangweilt und uninspiriert tischt uns der Film eine Story auf, in der nichts wirklich funktionieren will und der Showdown so urplötzlich über einen hereinbricht, dass man sich nur noch verwundert die Augen reiben kann. Allerdings verpasst man dann das wenige Minuten lange, laue Actionlüftchen…
:liquid3:

Zur "Fantastic Four" Kritik

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Beitrag von The Punisher » 13.02.2006, 18:17

Liquid Love hat geschrieben:Ich geb dem 4/5 und StS soll das Ganze nochmals überarbeiten. :lol:
Ich geb dem auch 4/5, wir wissen doch alle warum der StS nur 1/5 vergibt

Jessica Alba :wink:
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Negan: "Wo willst du denn hin? Ich dachte du willst meine Hilfe"Judith: "Ja aber nur bei Mathe"
Negan: "Warum nur bei Mathe?" Judith: "Weil es den Zahlen egal ist ob du ein guter oder böser Mensch bist"

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Beitrag von Vince » 13.02.2006, 18:21

Liquid Love hat geschrieben:Ich geb dem 4/5 und StS soll das Ganze nochmals überarbeiten. :lol:
Lol, haste gehört, Stefan? Befehl von ganz oben! :lol:

Ich kann dazu leider nix sagen, habe ihn mir bisher gespart.

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Beitrag von StS » 13.02.2006, 18:40

Vince hat geschrieben:
Liquid Love hat geschrieben:Ich geb dem 4/5 und StS soll das Ganze nochmals überarbeiten. :lol:
Lol, haste gehört, Stefan? Befehl von ganz oben! :lol:
Ich kann dazu leider nix sagen, habe ihn mir bisher gespart.
Von einem Mann, der "Titanic" liebt, lass ich mir nichts sagen! 8-)

Und hört, verdammt nochmal, auf, alles an der Alba festzumachen. Einen mikrigen Nebensatz habe ich ihr hier zugestanden - das wird sicher nicht meine Meinung zu starkt geformt haben ... schließlich meine ich doch, jene recht annehmbar begründet zu haben. :wink:

Mein Vorschlag: Schaut Euch die Erstverfilmung an - die ist wenigstens noch lustig!

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Beitrag von Vince » 13.02.2006, 18:47

StS hat geschrieben: Mein Vorschlag: Schaut Euch die Erstverfilmung an - die ist wenigstens noch lustig!
Gibt's die eigentlich irgendwo zu sehen? Auf der DVD ist die doch nicht drauf, oder?

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Beitrag von StS » 13.02.2006, 19:00

@ Vince: Leider gibt es den Streifen nur als Boot... perfektes Ding für die "Trash"-Sektion!
Zuletzt geändert von StS am 13.02.2006, 19:08, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von daemonicus » 13.02.2006, 19:02

Kann mich der Kritik nur anschliessen. Witzlose und einfältige Verfilmung. Das Ding sieht scheisse aus (hallo der soll aus Stein sein, nicht Pappmache!!). Mit eine der schlechtesten Comicverfilmungen und als Film unbrauchbar. 8-)

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Beitrag von StS » 13.02.2006, 19:04

daemonicus hat geschrieben:Kann mich der Kritik nur anschliessen. Witzlose und einfältige Verfilmung. Das Ding sieht scheisse aus (hallo der soll aus Stein sein, nicht Pappmache!!). Mit eine der schlechtesten Comicverfilmungen und als Film unbrauchbar. 8-)
Danke. Weise Worte - wie (fast :wink: ) immer! :yeah:

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Beitrag von daemonicus » 13.02.2006, 19:11

Danke. Aber als Mitglied des "Ältestenrat" muss ich zwangsweise weise Worte von mir geben. :wink:

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Beitrag von Samir » 13.02.2006, 19:17

So schlecht wie du fand ich ihn nun nicht, aber besonders gut auch nicht, ein grund warum ich die PE auch wieder verkauft habe. Gehört in die Kategorie von Filmen, einmal sehen und gut is

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 13.02.2006, 19:30

lol... schon wahr, eine der eher nicht so gelungenen Comicverfilmungen, gerade bei den FF hätte ich mir schon etwas mehr Anspruch gewünscht, aber wenn man beide Augen zudrückt, wurde ich unterhalten :wink:

3/5 :D
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
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Beitrag von freeman » 15.02.2006, 00:06

Meine Meinung ist jetzt als Gegengewicht beim Stefan eingebaut ... Have Phun.

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 15.02.2006, 09:41

:yeah: Oh Mann, Freeman, nix gegen Deine Meinung, welche ich zwar nicht teile, aber schätze...ABER: Wenn die F/X "eindrucksvoll" waren, solltest Du mehr Filme außerhalb des Trash-Genres konsumieren... :lol:

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Beitrag von freeman » 15.02.2006, 15:30

Oh Mann StS, die waren doch schön bunt und so und erst die Unsichtbarkeisteffekte und so ... weiß net, bis auf Mr. Fantastic ist mir da nichts negativ aufgefallen ... aber ich hatte ja auch die Jessiebrille auf :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Carcass77 » 15.02.2006, 20:13

Ich hab' irgendwie gar keine Lust, den anzuschauen. Vielleicht kann jemand mal die Alba-Szenen zusammenschneiden und hier online stellen...

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Beitrag von Vince » 11.07.2006, 21:25

Hab ihn mir jetzt auch mal reingezogen... Notenmäßig schlage ich mich auf freemans Seite mit 6 von 10.

Die Story, das hattet ihr ja beide herausgestellt, ist im Prinzip keine, sondern einfach nur ein Aufeinanderbäumen von Koinzidenzien forciert durch die Superkräfte. Der Plot konzentriert sich darauf, den "Verfall" Dooms schleichend darzustellen und parallel das Freundschaftsverhältnis der Fantastic 4 ziemlich oberflächlich abzuhandeln. Wie freeman hat es mich aber auch nie gestört, weil es eben nie langweilig wurde.

Die Alba wäre rein optisch eine ganz feine Sache für den Film, wenn sie nicht so grottenmies schauspielern würde. Das trübt manche Szene. Als sie ihre Unsichtbarkeit noch nicht unter Kontrolle hat, hofft man allerdings jeder Zeit, ein paar leckere Details zu erblicken :wink: - selbstverständlich mit dem Wissen, dass das nie passieren wird. Der Doom-Typ naja, war ganz okay, erfüllt halt seinen Zweck, ohne zu überragen, der Dehnboy ist aber mal echt lahm und ähnelt optisch etwas zu sehr dem Doom-Mann. Der Feuermann burnt aber echt, und normalerweise hab ich's nicht so mit diesen Aufreißertypen... O'Connell als Robin fand ich grauenhaft. Aber der hier funktioniert, auch weil er ein paar saucoole Dialoge sprechen darf. Genau wie mein Liebling, der Steinklops. Der ist sooo drollig, den zu animieren wäre fatal gewesen. Das Kostüm fetzt. Schluß aus, StS und daemonicus. :wink: Der ist so liebenswert... einfach drollig.

Die Effekte haben mir persönlich auch Spaß gemacht. Ich erwarte hier keine tricktechnische Perfektion, die es hier auch nicht zu bestaunen gab. Aber was soll's denn, Feuerinferno, Druckwellen, Elektrizität, gedehnte Körperteile, das alles ist total spaßig anzusehen und gerade der Dehnemann, der in der Tat am schwächsten animiert wurde (hier riechts förmlich nach Computer), hat mir am meisten Spaß gemacht. Insgesamt hätten die Effekte noch etwas experimentierfreudiger ausfallen dürfen.

Fazit: Dumme Verfilmung, die für die Fans der Vorlage ein Graus sein muss, die mir aber streckenweise richtig Spaß gemacht hat.
:liquid6:

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Beitrag von John Woo » 11.07.2006, 21:27

WAS? Ich habe noch nie erwähnt, dass ich mir diesen Film nicht mal gegen Bezahlung geben würde? :shock: :wink:

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Beitrag von LivingDead » 11.07.2006, 21:34

Vince, perfekt auf den Punkt gebracht!
Ich schwanke da auch so zwischen 6 und 7 Punkten, müsste mir den aber mal wieder ansehen. Das einzigste, was mich etwas enttäuschte, ist der dann doch eher spärliche Actionanteil...
Naja, ansonsten perfektes Popcorn Kino für zwischendurch!
Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von kami » 12.07.2006, 09:39

FATNTASTIC FOUR ist eine meiner favorisierten Comicverfilmungen, eben weil sie sich nicht so furchtbar wichtig nimmt, wie all die prätenziösen, pseudophilosophischen Teile a la BATMAN BEGINS oder HULK. Hier gibt´s noch Superhelden, die Spaß daran haben, Krach zu machen, und dieser Krach sieht FX-technisch auch sehr gut aus.
Von mir gibts :liquid7:

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Beitrag von freeman » 20.08.2007, 18:44

Sodale ... Teil II mit dem Surfer und so ist jetztert auch nachzulesen ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 20.08.2007, 18:52

Nette Fanboy-Kritik, der ich zwar nicht unbedingt glaube, aber die belustigte Zeit des Lesens wert war... :wink:

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Beitrag von Hannibal » 20.08.2007, 19:01

Schöne Kritik, im Kino werd ich mir den trotz Alba-Fan-Bonus nicht geben, da reizt mich die 3. Rush Hour irgendwie mehr. Auf DVD hoffe ich allerdings auf eine schöne Box mit beiden Fanta 4-Teilen, weil ich kenn ja die 1 noch gar nicht...

MFG
hannibal

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