Filmtagebuch: LivingDead

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Beitrag von LivingDead » 27.06.2009, 12:03

John Woo hat geschrieben:Es gibt von diesem Film eine Version mit Peter "Columbo" Falk von 1976 (also ist dein gesehener Film ja eigentlich nur ein Remake), den fand ich ganz toll. Gibts leider nicht auf DVD, läuft aber ab und zu im TV. Kann ich dir aber empfehlen, ein weiterer Film in dem Falk sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellt.
http://www.imdb.com/title/tt0074592/
Jo, vielen Dank, von dem Film habe ich auch schon gehört, und der kann eigentlich nur besser sein, auch wenn das Remake schon seine Momente hatte - so ja nicht...
Werde jedenfalls künftig nach dem Film Ausschau halten! :)
Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von LivingDead » 27.06.2009, 12:10

Hudsucker - Der große Sprung

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Vor 10 Jahren hatte ich den mal gesehen, aber die Erinnerungen waren schon weitestgehend verblasst. Insgesamt sicherlich nicht die Speerspitze des Coen'schen Schaffens, aber dennoch eine gewitzte, grotesk bis surreal anmutende Persiflage der Mechanismen einer kapitalistischen Gesellschaft. Handwerklich natürlich über alle Zweifel erhaben, nur leider nicht mit der Schärfe serviert, die man gewohnt ist...
Knappe :liquid8:
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Beitrag von LivingDead » 05.07.2009, 12:13

Sieben Leben

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Tja, da war ich dann doch recht enttäuscht. Nach dem anbiedernden, aber immerhin schönen modernem Märchen "Streben nach Glück" hatte ich mir dann einen doch etwas differenzierteren Film vorgestellt, vor allem in Anbetracht der doch etwas seltsamen Story. Herausgekommen ist ein Star-Vehikel, welches sich als Arthouse-Film tarnt, letztlich aber im 08/15-Sumpf versinkt und nur durch Gefühlsduseleien zu punkten versucht. Zudem scheint mir die Moral der Geschichte ziemlich fragwürdig. Wenn uns der Film genau das zu sagen versucht, was er uns zeigte, so kann man das einfach nicht so hinnehmen. Natürlich kann man das Gezeigte auf religiöse Ebenen hoch metaphorisieren, aber dann wäre mir ein Will Smith (leider eine eher durchschnittliche Performance abgebend) viel zu deplatziert.
Die Kamera ist gut, und die Musik ist auch schön. Und Woody Harrelson (eine Mini-Rolle) und vor allem die Dawson (mit ihr blüht auch Smith auf) gefallen. Daher:
:liquid5:
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Beitrag von LivingDead » 18.07.2009, 12:04

Der seltsame Fall des Benjamin Button

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Hab ihn mir jetzt auch angesehen, und würde sagen: Ein hübscher Film. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn außer einer famosen Optik und schlicht atemberaubenden Effekten, wüsste ich jetzt nicht, was mir der Film so Außergewöhnliches mitzuteilen hätte. Gut, Benjamin Button altert rückwärts, und daraus ergeben sich so einige philosophisch metaphorisch angehauchte Paradoxa, die aber keinen nennenswerten Beitrag leisten. Denn die Aussage des Filmes bleibt stets die gleiche, da könnte Benjamin Button auch ein wenig zurück geblieben und eine Gehbehinderung haben...
Zudem drängt sich die Liebesgeschichte im letzten Akt ein wenig zu sehr in den Vordergrund, und das Außergewöhnliche weicht schnell dem Gewöhnlichen, zumal uns hier wieder nur eine 08/15-Liebesgeschichte mit - zugegebenermaßen tollen Schauspielern - aber vorhersehbaren Wendungen geboten wird. Eine Liebe, die durch ungewöhnliche Umstände zum Scheitern verurteilt ist, ist alles andere als neu.

Viele eingesträute Einzelszenen, z.B. die kuriosen "7 Blitzschläge" oder die Montage der Ereignisse, die zu dem Autounfall führen, sorgen für angenehme Abwechslung, doch leider bleibt es nur bei diesen Momenten, und ich wurde das Gefühl nicht los, dass hier ein Film auf fast drei Stunden aufgebläht wurde, der einfach nicht allzu viel zu sagen hat.
:liquid6:
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Beitrag von LivingDead » 08.10.2009, 11:12

Boah, bin ich hier weit unten gelandet... ;)

The Science of Sleep

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Auch wenn man sich erst auf die surrealistische Ebene, die den Großteil des Filmes (eben die Traumwelt) einnimmt, einlassen muss, so entpuppt sich der Film von Genius Michel Gondry als ein Potpourri von überaus faszinierend-witzigen Einfällen und traumhaften Bildern, die trotz ihres surrealistischen Wesens ganz unaffektiert ins Konzept eingeflochten sind. Schwierig, aber schön.
:liquid7:

Watchmen

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Endlich gesehen, und ja, es war so ziemlich der Film, den ich erwartete. Überaus bildgewaltig, perfekt inszeniert mit vielen Anleihen, Verweisen, Symbolen, etc. Eben wie im Comic - nur als Film. Und blickt man hinter diesen Schleier aus Symbolen und Allegorien, so zeigt sich, dass Snyder auf ähnlichen Pfaden wie schon in "300" wandert. Style over Substance... auch wenn der Film eine unbestreitbare Wucht besitzt, so besitzt er kaum eine über das Comic hinausgehende Daseinsberechtigung.
Aber Spaß macht's trotzdem:
:liquid7:
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Beitrag von Vince » 08.10.2009, 19:01

Schön, dich mal wieder hier zu lesen, Kollesch! :wink:

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Beitrag von LivingDead » 08.10.2009, 21:13

Vince hat geschrieben:Schön, dich mal wieder hier zu lesen, Kollesch! :wink:
Jarps, die Auszeit musste mal sein... aber die Rückkehr war umso dringender. Also: Here we go... ;)
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Beitrag von gelini71 » 09.10.2009, 06:39

Dann hau mal in die Tasten - im Spam Bereich hast Du beste Möglichkeit dazu
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Beitrag von LivingDead » 09.10.2009, 11:44

Jo, scho' gesehen... ;)

Zimmer 1408

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Naja, naja... fängt der Film eingangs noch ganz unterhaltsam an, gibt sich hie und da noch schön selbstironisch und bietet einen toll aufspielenden Cusack, so machen sich ab der Mitte schnell Ermüdungserscheinungen breit. Zwar wird's nie so wirklich langweilig, aber die Hintergrundgeschichte Cusacks ist völlig ausgelutscht und ein einziges Zimmer bietet nun einmal nicht allzu viele dramaturgische Möglichkeiten, weshalb man anscheinend nur noch in der Lage war in die CGI-Trickkiste zu greifen. Schade, aber als Kurzfilm wäre 1408 deutlich besser geraten.
:liquid4:

The Way of the Gun

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Ich war schon ziemlich müde als ich mir den Film ansah, weshalb ich eingangs einige Storydetails nicht so wirklich wahrgenommen habe. Machte aber nichts, denn letztlich beschießen sich hier sowieso alle... und insgesamt bleibt das Gefühl, dass zwar handwerklich alles gut gemacht wurde (auch die Musik gefiel mir), aber der Mix aus "Natural Born Killers" und "Boondock Saints" weit hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb. Vor allem wegen des witzlosen Drehbuchs...
:liquid4:
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Beitrag von TomHorn » 09.10.2009, 13:23

Hu, da warst du wohl wirklich zu müde für "Way of the Gun", denn der hat nunmal rein gar nichts mit NBK oder BS zu tun, sondern ist eher ein "Möchtegern-Peckinpah" und als das gar nicht mal so schlecht. Und James Caan spielt mit... 8-)
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Beitrag von LivingDead » 09.10.2009, 13:42

TomHorn hat geschrieben:Hu, da warst du wohl wirklich zu müde für "Way of the Gun", denn der hat nunmal rein gar nichts mit NBK oder BS zu tun, sondern ist eher ein "Möchtegern-Peckinpah" und als das gar nicht mal so schlecht.
Japs, war ich wohl. Anleihen bei Peckinpah sind mir vor allem zum Schluss aufgefallen, stimmt. Aber die Synchronisation (ja, nächstes Mal O-Ton ;) ) war auch grottenschlecht, weshalb mir der "Humor" im Film auch überhaupt nicht gefiel... Naja, ich geb dem demnächst definitiv noch mal eine Chance.
Und James Caan spielt mit... 8-)
Jo, der war schon cool. ;)
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Beitrag von LivingDead » 02.03.2010, 12:09

Viel zu viel gesehen in letzter Zeit. Die letzten Tage waren's aber diese beiden:

Transsiberian

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Ein interessanter, teils recht unkonventionell geratener Genremix, dem man in seinen besten Momenten deutliche Verweise zu Größen wie Hitchcock anmerkt, der im letzten Akt aber leider wieder deutlich auf der Mainstream-Schiene fährt. Insgesamt aber gelungen.
Knappe :liquid7:


May - Schneiderin des Todes

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Deutlich besser als gedacht, entpuppt sich "May" als altmodische Variation gängiger "Frankenstein" und "Carrie"-Dogmen, ohne jedoch zu kopieren. Intelligent, und teils "very weird" und dennoch ironisch brechend. Nicht schlecht.
:liquid7: mit dickem Plus
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Beitrag von gelini71 » 02.03.2010, 12:45

"May" hat mir auch sehr gut gefallen - der war wirklich anders aber verdammt gut (und das Mädel sah ja auch nicht so schlecht aus...)
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Beitrag von StS » 02.03.2010, 16:49

"May" find ich persönlich ja großartig! Angela/Lucky = Dreamteam! :D

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Beitrag von LivingDead » 02.03.2010, 17:36

Jo, ist schon ein feiner Streifen, werde mir den demnächst sicher nochmal geben, und eine 8 ist da schon noch drin... ;)
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Beitrag von LivingDead » 03.03.2010, 13:04

Long Weekend

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Erstaunlich subtiler Streifen von Jamie Blanks, der vor allem von seiner latent bedrohlichen Stimmung lebt. Karvan und Caviezel machen einen ganz ordentlichen Job.
:liquid7:

Street Fighter: The Legend of Chun-Li

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Sehr dumm und unspektakulär. Bartkowiaks schwächster...
:liquid2:

Connected

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Remake von "Cellular", welches etwas bessere Charakterzeichnungen bietet. Ansonsten keine wirklich bessere Alternative zum Original. Actiontechnisch bietet Benny Chan gewohnte Kost, auch wenn diese weitestgehend unspektakulär bleibt. Dafür dreht er bisweilen ordentlich an der Temposchraube. Insgesamt aber kein Highlight und etwas zu lang geraten.
:liquid6:
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Beitrag von LivingDead » 08.04.2010, 14:02

Kontrastprogramm:

2012

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In den groß angelegten Katastrophenszenen zeigt Emmerich seine Stärken, übertreibt es bisweilen sogar. Dazwischen zeigt sich dann allerdings, dass Emmerich und sein Komponist keine guten Drehbuchautoren sind; ganz im Gegenteil. Es ist fast eine Frechheit, wie die an sich guten Schauspieler in solch abgewrackte Klischeerollen gepresst werden und eine schwülstige Szene die nächste jagt. Zwar lockert der dümmliche Humor die Szenerie bisweilen etwas auf, und dennoch passt das alles vorne und hinten nicht. Zudem zelebriert uns Emmerich hier ein moralisch ziemlich fragwürdiges Familiengerüst. Dass der Film fast eine Stunde zu lang geraten ist, macht sich immer wieder bemerkbar, sodass insgesamt ein richtig schlechter Film, aber gutes Demomaterial für den Blu-Ray-Player übrig bleibt.
:liquid3:

Das geheime Leben der Worte

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Kleines, in seiner Wirkung extremes Charakterstück, welches durch tolle Schauspieler, einer sehr feinfühligen Inszenierung und einem behutsamen Drehbuch punktet. Zwar offenbaren sich hie und da einige Schwächen, doch lassen sich diese aufgrund der punktgenauen Inszenierung leicht verschmerzen. Ein tolles Stück Film über Einsamkeit, Liebe, Verlust und Schmerzen, welches ich eigentlich nur empfehlen kann.
:liquid8:
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Beitrag von LivingDead » 01.07.2010, 19:51

Martyrs

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Es hat schon ein gutes Ende gebraucht, bis ich mich an diesen Film "rangetraut" habe. Aus gutem Grunde, wie mir gestern Abend bewusst wurde. Ein in seiner Wirkung geradezu unglaublich krasses filmisches Experiment, bei dem der Zuschauer selbst an die Grenzen des Ertragbaren geführt wird. Laugier zeigt uns moralische Grenzen auf, zerschmettert diese und führt uns noch viel weiter, bis man kaum noch hinsehen mag. Dabei bleibt der Film stets kühl und ohne jeden Anflug von Ironie.

Großer Pluspunkt ist die völlige Unwägbarkeit, mit der Laugier inszeniert. Die Geschichte offenbart sich immer nur partiell und behält stets einen großen Spannungsbogen. Oftmals fragt man sich, wie der Film noch fortgesetzt werden soll, und plötzlich öffnt sich eine neue Tür und die Tour de Force findet eine weitere Steigerung.
Hammerhart, anstrengend und irgendwo auch noch einer der besten "Terrorfilme", die ich je gesehen habe.
:liquid8:
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Beitrag von Vince » 02.07.2010, 09:09

Immer noch nicht gesehen. Gibts den zufällig irgendwo billich als uncut?

Bei den ganzen Terrorfilmen hink ich aber eh hinterher... Saw 4-6 nicht gesehen und das meiste französische Material auch nicht.

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Beitrag von LivingDead » 04.07.2010, 18:18

Geht mir bei den Terrorfilmen wie dir. Hab bis dato auch nur die ersten drei Teile der "Saw"-Reihe gesehen, und bei den Franzosen-Filmen fehlen mir noch fast alle.
Zu der Blu-Ray: Hab die aus England importiert, für umgerechnet etwa 6 Euro. Hat aber nur O-Ton mit engl. UT.
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Beitrag von LivingDead » 13.07.2010, 21:06

Paranormal Activity

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Soso, das ist also der Film, welcher - sofern man der Werbemaschinerie glauben darf - der Grund war, warum unzählige US-Kinogänger angeblich scharenweise die Kinos verließen, viele von ihnen sich sogar in psychiatrische Behandlung begeben mussten. Nun denn, nüchtern betrachtet entblößt sich PA als ein, für sein kaum vorhandenes Budget, solider Genrevertreter, welcher gekonnt auf das auf Big Brother und YouTube geeichte Publikum abzielt. Dass sich anfangs inszenatorische Parallelen zu der Blair-Hexe auftun, wird durch die komplett konträre Ausgangssituation wieder relativiert. So erschreckte mich ein dunkler Wald und ein stummer Kinderschrei weitaus mehr, als klappernde Wände, Getrampel und zuschlagende Türen. Das ist aber alles subjektiv. Insgesamt kaum innovativ, aber für einige Menschen sicherlich eine Mutprobe.
:liquid5:

Wie das Leben so spielt

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Autobiographisch angehauchte Dramödie, welche die Rogenschen Penis-Witze mit einer mehr oder minder intensiven Charaktestudie verbindet. Dass Sandler und Rogen die Hauptakteure mimen, macht das Experiment perfekt. Insgesamt interessant, aber nicht vollends gelungen.

Für Mainstream-Freunde kaum zu empfehlen, entpuppt sich "Funny People" (Originaltitel) nämlich als ein Film über die unlustige Seite der Comedians. Nicht umsonst beginnt Apatow seinen Film mit der Nachricht, dass Simmons (Sandler) sterben wird. Im Folgenden zeigt er uns, wie nun ein Komiker, die wohl alle an Komplexen leiden (eine Erklärung für die unglaublich vielen Penis-Witzchen), mit der Situation umgeht.
Da gibt es viel zu entdecken und insgesamt ist der Film, trotz seines rüden Vokabulars, äußerst feinsinnig.
Weniger gelungen ist dabei aber, dass sich Apatow zu sehr in sein Figurenensemble verliert und dem Zuschauer zu wenig Raum für eigene Gedanken gelassen wird. Dahingehend können die gut zweieinhalb Stunden (!) auch etwas erschwerend wirken.
Wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt ein interessanes, experimentell angehauchtes Werk mit Rogen und Sandler in gewohnten Rollen in einem ungewöhnlichen Film.
:liquid6:

Das weiße Band

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Ohne Musik, ohne schnelle Schnitte schafft es Michael Haneke vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges eine treffende, bittere und angenehm undeutsche, da universell erhebbare, Schlussbilanz auf die Gesellschaft zu ziehen. Dabei entblößt er die vorgeschriebene Unschuld und Reinheit als Auslöser einer sich entwickelnden ideologischen Denkweise. Die Täter sind die Opfer einer verrohten Führungsriege, die aus inzestuösen, Frauen unterdrückenden Herrschaften besteht.
:liquid9:
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Beitrag von LivingDead » 14.07.2010, 12:16

The Straight Story - Eine wahre Geschichte

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So "straight" die Geschichte augenscheinlich auch sein mag, so viel Lynch steckt doch in ihr. Die Geschichte eines alten, kranken Mannes auf seiner letzten Reise offenbart ein Land, das, trotz seiner kulissenhaften Schönheit, voller Schmerz und Trauer steckt. Der Tod ist allgegenwärtig. Kaum ein Feel-Good-Road-Movie, sondern viel mehr ein mysthisch-verzerrtes Abbild eines hoffnungslosen Amerikas.
:liquid9:
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Beitrag von LivingDead » 22.07.2010, 22:26

New Moon - Biss zur Mittagsstunde

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Tatsächlich sogar noch einen Tick schlechter als der erste Teil. Zwar fügt man ein paar grundsätzlich interessante Komponenten (Werwolf-Thematik, die Vampiroberen) hinzu, doch verpasst man es, diese sinnig in das Storygerüst einzuarbeiten. Was bleibt ist ein sich im Kreis drehendes Filmchen, welches Weiterentwicklungen in Sachen Story und Charaktere komplett vermissen lässt und ausschließlich auf das (vornehmlich) junge weibliche Publikum setzt, welches sich durch sinnentleerte Phrasen von hübschen, mit nacktem Oberkörper herumhüpfenden Werwölfen/Vampiren, begeistern lässt.

Handwerklich weniger katastrophal, fallen nur die mageren Effect-Shots ins Auge, welche deutlich an Weitz' "Golden Compass"-Creature-Animation erinnern.
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Beitrag von LivingDead » 23.07.2010, 00:53

Ninja Assassin

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Schon in den ersten Filmminuten wird eindeutig klar gemacht, wo die Reise hingehen soll, wenn eine Mörderbande innerhalb von wenigen Sekunden von einem Ninja zerstückelt wird. Blutfontänen und fliegende Körperteile inklusive. Schon lange nicht mehr hat man so viel Blut, so viel Eingeweide so explizit in einem Actionfilm sehen dürfen. Gerade die comichafte Überspitztheit dieser Szenen schafft einen auflockernden ironischen Unterton, der sich über den gesamten Film legt, auch wenn sich dahinter eine doch recht differenzierte Charakterisierung des Ninja-Mythos verbirgt.

Zwar besitzt gerade die erste Stunde durch viele Klischees und Genre-Dogmen ein paar kurze Längen (obschon es eigentlich alle 3 Minuten irgendwelche Scharmützel zu betrachten gibt). Doch spätestens nach einer Stunde dreht der Film voll auf, lässt Gliedmaßen in Slow-Motion durch den Raum fliegen und entpuppt sich nebenbei als wahre Optikbombe mit vielen einprägsamen Einstellungen.

Die Geschichte bleibt dabei so beliebig wie klassisch und vermag dem Genre nichts Neues abzugewinnen. Natürlich möchte sie das auch gar nicht und so bleibt ein verdammt unterhaltsamer, stets den richtigen Ton treffender Genre-Film, der so ziemlich alles richtig macht und konsequent auf Style-Over-Substance setzt.
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Beitrag von freeman » 23.07.2010, 08:52

Der Ninja hat mir bei der zweiten Sichtung sogar noch nen Stückerl besser gefallen, als beim Kinobesuch und irgendwie bin ich immer noch :shock: dass der trotz Überzogenheit und Künstlichkeit mit den Härten bei uns so unproblematisch durch die FSK rutschte ...

Und zu den Weitz Effekten im Twilight Movie: Der hat für die Effekte vom Kompass den Oscar gekriegt ... also müssen die ja eigentlich amtlich rocken, wenn die in Twilight wirken wie im Kompass ;-) Wer war da gleich der Konkurrent bei der Verleihung? Net sogar Transformers? :lol:

In diesem Sinne:
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