Paranormal Activity
Soso, das ist also der Film, welcher - sofern man der Werbemaschinerie glauben darf - der Grund war, warum unzählige US-Kinogänger angeblich scharenweise die Kinos verließen, viele von ihnen sich sogar in psychiatrische Behandlung begeben mussten. Nun denn, nüchtern betrachtet entblößt sich PA als ein, für sein kaum vorhandenes Budget, solider Genrevertreter, welcher gekonnt auf das auf Big Brother und YouTube geeichte Publikum abzielt. Dass sich anfangs inszenatorische Parallelen zu der Blair-Hexe auftun, wird durch die komplett konträre Ausgangssituation wieder relativiert. So erschreckte mich ein dunkler Wald und ein stummer Kinderschrei weitaus mehr, als klappernde Wände, Getrampel und zuschlagende Türen. Das ist aber alles subjektiv. Insgesamt kaum innovativ, aber für einige Menschen sicherlich eine Mutprobe.
Wie das Leben so spielt
Autobiographisch angehauchte Dramödie, welche die Rogenschen Penis-Witze mit einer mehr oder minder intensiven Charaktestudie verbindet. Dass Sandler und Rogen die Hauptakteure mimen, macht das Experiment perfekt. Insgesamt interessant, aber nicht vollends gelungen.
Für Mainstream-Freunde kaum zu empfehlen, entpuppt sich "Funny People" (Originaltitel) nämlich als ein Film über die unlustige Seite der Comedians. Nicht umsonst beginnt Apatow seinen Film mit der Nachricht, dass Simmons (Sandler) sterben wird. Im Folgenden zeigt er uns, wie nun ein Komiker, die wohl alle an Komplexen leiden (eine Erklärung für die unglaublich vielen Penis-Witzchen), mit der Situation umgeht.
Da gibt es viel zu entdecken und insgesamt ist der Film, trotz seines rüden Vokabulars, äußerst feinsinnig.
Weniger gelungen ist dabei aber, dass sich Apatow zu sehr in sein Figurenensemble verliert und dem Zuschauer zu wenig Raum für eigene Gedanken gelassen wird. Dahingehend können die gut zweieinhalb Stunden (!) auch etwas erschwerend wirken.
Wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt ein interessanes, experimentell angehauchtes Werk mit Rogen und Sandler in gewohnten Rollen in einem ungewöhnlichen Film.
Das weiße Band
Ohne Musik, ohne schnelle Schnitte schafft es Michael Haneke vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges eine treffende, bittere und angenehm undeutsche, da universell erhebbare, Schlussbilanz auf die Gesellschaft zu ziehen. Dabei entblößt er die vorgeschriebene Unschuld und Reinheit als Auslöser einer sich entwickelnden ideologischen Denkweise. Die Täter sind die Opfer einer verrohten Führungsriege, die aus inzestuösen, Frauen unterdrückenden Herrschaften besteht.
