Entourage

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Entourage

Beitrag von freeman » 23.10.2009, 21:02

Entourage

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Originaltitel: Entourage
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Julian Farino, Daniel Attias, David Frankel, David Nutter u.a.
Darsteller: Adrian Grenier, Kevin Dillon, Kevin Connolly, Jerry Ferrara, Jeremy Piven, Rex Lee, Perrey Reeves, Debi Mazar, Rhys Coiro, Emmanuelle Chriqui, Constance Zimmer u.a.
Gaststars: Eric Roberts, James Cameron, Mark Wahlberg u.a.

Gerade erst selbst im Stardom von Hollywood angekommen, beschloss Mark Wahlberg seine Erlebnisse in der Traumfabrik in eine Serie umzuwandeln, die, von seinem eigenen Karriereweg inspiriert, dem ewigen vom „Tellerwäscher zum Millionär“ Mythos ein Denkmal setzen sollte. Die Ingredienzien dieser „Reise“: Drogen, Sex, Karriere, Glück, schöne Frauen, Drogen, Sex achja ... und schöne Frauen ... viele davon ;-)

Das Ergebnis trägt den Namen Entourage, kommt von dem amerikanischen Pay TV Sender HBO, der sich in letzter Zeit vermehrt als Hort unbändiger Kreativität entpuppte und auch das passende Umfeld für eine Serie voller Nacktheit, Drogenmissbrauch, harscher und doppeldeutiger Dialoge und einem Overload an Sex bot.

Ari Gold: Vinnie, weißt du, was die dir auf einem Indie Set zu essen geben? Nichts! Sie geben dir nicht einmal einen Wohnwagen! Sie sagen dir, du sollst dich auf eine Holzkiste setzen. Hast du jemals versucht eine Statistin auf so einer Kiste zu ficken? (Ari redet Vince einen Independentfilm aus...)

In Entourage geht es um Vincent Chase und eben seine Entourage, seine ständigen, fast an eine Familie erinnernden Begleiter. Vincent kommt aus Queens und will nach ersten kleinen Erfolgen im Schauspielbusiness endlich ein richtiger Star in Hollywood werden. Er wird begleitet von seinem Bruder Johnny „Drama“ Chase, der seinen Spitznamen entsprechend wahrlich aus jeder Mücke einen Elefanten macht und im TV (unter anderem in Melrose Place :lol: ) schon Darstellererfahrung sammeln konnte. Dazu gesellt sich Turtle, das Idealbild des amerikanischen Slackers, dessen Sinn für die Serie nie so recht klar wird, abgesehen davon, dass er der geduldige und chronisch unterfickte Prellbock von Johnny Dramas Anwandlungen ist. Nach Adam Riese fehlt uns jetzt noch eine Figur. Diese heißt Eric, ist ein langjähriger Freund der bisher genannten Charaktere und will als Manager von Vincent auf seine Art Karriere machen.

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In Staffel I kommt dieses Gespann in L.A. an und muss am eigenen Leib erfahren, dass es gar nicht so leicht ist, in der Glitzerfabrik Fuß zu fassen. Man macht zwar schnell einen Agenten klar, der das Potential von Vincent als kommenden Star auch umgehend erkennt, doch der cholerische Ari Gold ist zuallererst immer sich selbst am nächsten, was die Situation nicht unbedingt erleichtert. Dennoch landet Vincent einen kleinen Independenthit, der in Staffel II James Cameron auf ihn aufmerksam macht. Dieser engagiert ihn als Star seines neuesten Blockbusters „Aquaman“. Von den Einnahmen aus diesem Superblockbuster lässt es sich für Vincent und Co gut leben, doch Vincent hat eine sehr eigene Vorstellung von seiner Karriere und so schlägt er das Mitwirken in der Fortsetzung seines Superhits Aquaman aus.

Er will lieber „Medellin“ drehen. Ein komplett verstiegenes, größenwahnsinniges Projekt um einen berüchtigten Massenmörder und Drogenbaron. Die ganze dritte Staffel lang versucht man, das Projekt irgendwie zu finanzieren, nur um in Staffel vier mit einem komplett neben der Spur laufenden Regisseur den Film irgendwo in Lateinamerika abzudrehen. Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen ... im negativen Sinne. Diesen Flop verkraftet Vincents Karriere nicht. Er gilt als Kassengift und er versucht in Staffel 5 alles, um wieder auf die Beine zu kommen. Da sind Geburtstagsständchen für verwöhnte Millionärsgören oder Drogenexzesse in der Wüste noch die harmlosesten Ausbruchsversuche ...

Ari Gold zu Vince: Du wirst das größte Comeback aller Zeiten haben! Wie Lance Armstrong, nur mit beiden Eiern ...

Wie man an dieser sehr groben Inhaltsangabe sieht, macht sich Entourage einen Spaß daraus, seine Figuren durch sämtliche denkbare Ups and Downs einer Schauspielkarriere zu lenken. Dabei blendet die Serie natürlich nicht die radebrechend irren Begleiterscheinungen einer solchen Berg- und Talbahnfahrt aus. Narzisstische Regisseure, schleimige Manager, hinterhältige Studiobosse, karrieregeile Flittchen (man muss sie wirklich so nennen ;-) ), gigantische rauschende Partys, heftige Drogenabstürze, Sexabenteuer in allen Ausprägungen, idiotische Schauspielsuperstars und und und. Alles was man sich unter dem American Way of Life bezogen auf das Filmbusiness vorstellen kann, wird in Entourage bebildert, ins Groteske verzerrt oder einfach liebevoll abgefeiert.

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Dabei entwickelt die Serie nach der etwas drögen und noch sehr verhaltenen, eher sympathisch denn schwer unterhaltsam zu nennenden ersten Staffel ein unglaublich energetisches Eigenleben. Infolgedessen wird die eigentlich eher banale Thematik mit einem interessanten, alle Staffeln übergreifenden Spannungsbogen versehen, der den Zuschauer jede neue Episode aus Vincent Chase Leben herbeisehnen lässt. Dabei schlägt vor allem ab Staffel II der angeschlagene Humor in der Serie munter Purzelbäume. Absolutes Highlight dahingehend ist der ab Staffel II wie von der Leine gelassen agierende, One Liner bellende und alles und jeden niederfrotzelnde Jeremy Piven als Agent von Vincent Chase, der sich mit seiner Rolle bereits selbst einen Thron im Olymp der geilsten Seriencharaktere aller Zeiten errichtet hat. Egal ob er sich mit Eric nur über Beleidigungen und Sexdoppeldeutigen unterhält, seinem schwulen Assistenten permanent anbietet, ihm alles mögliche in den Hintern zu rammen, da er sonst zu nichts nütze sei, er sogar Studiobosse erst umschmeichelt und dann herzhaft abwatscht oder Beerdigungen mir nichts dir nichts in Geschäftsgespräche umwandelt, Ari Gold mutiert von Folge zu Folge mehr zum Showrunner ... und sein Darsteller strich munter drei Emmys in Folge für seine Rolle ein.

Ari Gold zu seinem Assistenten Lloyd: Das war eine fantastische Rede! Wenn ich 25 wäre und auf Schwänze stehen würde, könnte aus uns was werden ...

Der zweite Showrunner wurden die immer mehr zunehmenden Bezugnahmen zum Business selbst. Denn mit jeder Staffel wuchsen die Verstrickungen mit dem ursprünglich abzufeiernden Stardom immer mehr an, ohne dass sich die Serie selbst verraten würde. Zumal Entourage einen witzigen, teilweise giftigen, aber niemals hämischen oder bösen Blick auf die Glitzerwelt wirft. Das hat sich herumgesprochen und so leisten sich Stars und Sternchen hier viele selbstironische Auftritte, in denen sie teilweise schwer unterbelichtet, zickig, geld- oder noch besser sexgeil rüberkommen. Dabei ist die Anzahl an Gaststars über die bisher existenten sechs Staffeln hinweg Legion. Man kann sie im Übrigen in zwei Gruppen unterteilen. Da wären zum einen jene, die Teil von Entourage werden und eben fiktive Charaktere bedienen. Genannt seien Malin Akerman (die gleichmal die Moppen auspackt ;-) ), Carla Gugino als eiskaltes Managerinnenbiest, Beverly D’Angelo, Emmanuelle Chriqui als heiße Freundin von Eric, Martin Landau als irrer Produzent, Val Kilmer als slackerhafter Haschbauer, Jessica Alba oder Giovanni Ribisi und Lukas Haas als debile, waffenverliebte Drehbuchautoren. Fast alle anderen bekannten Stars treten als sie selbst auf.

Hier sind für uns Actionaficionados vor allem folgende Auftritte interessant. Zum einen haben wir James Cameron als Regisseur von Aquaman, Mark Wahlberg als Golfgegner von Ari Gold und letztendlich Eric Roberts als Drogenpilze anbauenden Waschbrettbauchirren. Legendär sind aber auch die Auftritte von Scarlett Johansson, Mandy Moore als Ex von Vincent, über die er nie hinwegkam, Peter Jackson, Paul Haggis, James Woods, Anna Faris als vollkommen abgedrehtes Starlet, Frank Darabont, Jamie Lynn Sigler, die schon mal einem der Jungs in einem Flugzeug einen runterholt, Seth Green, der über eine absolut geniale Fehde mit Eric verbunden ist, Edward Burns als Serienregisseur von Johnny Dramas TV Serie, Dennis Hopper, Whoopie Goldberg, Gary Busey mit Malerambitionen, David Faustino oder dem Oberloser Pauly Shore, der selbst in der Serie gebasht wird :lol: .

Ari Gold: Feuere einen Kerl und du erschaffst dir einen Rivalen. Feuere eine Frau und du erschaffst eine Hausfrau ...

Doch trotz dieses irren Starauftriebs gehen die eigentlichen Figuren niemals unter. Der Fokus der Serie liegt klar und deutlich auf Vince und Co. Das ist eindeutig auch ein riesiger Verdienst der stark aufspielenden Darsteller, bei denen neben dem bereits erwähnten Jeremy Piven vor allem Adrian Grenier als Vince und Kevin Connolly als Eric aka E hervorstechen. Grenier ist mit seinem sympathischen und unverbrauchten Spiel die Idealbesetzung für den manchmal blauäugigen, IMMER loyalen und grundehrlichen Vincent Chase, der nebenbei aber auch immer Lebemann ist und aufgrund eines nicht vorhandenen moralischen Codes weder schöne Frauen von der Bettkante schubst noch eine Haschtüte auslässt. Kevin Connolly geht es dagegen wie Pivens Ari Gold. Seine Figur des E muss erst richtig in der Serie ankommen, bevor sie richtig zündet. Weshalb auch Connolly irgendwie erst ab Staffel II wirklich präsent wirkt und in den späteren Staffeln aus dem Anhängselschatten von Vince heraustritt.

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Die beiden verbliebenen Darsteller Kevin Dillon (Drama) als auch Jerry Ferrara (Turtle) machen einen grundsoliden Job, wirken hier und da aber auch etwas überflüssig. Vor allem die eigentliche Rolle von Turtle bleibt verdammt lange offen. Letztlich ist er so eine Art Kitt für das Vierergespann. Davon abgesehen fällt Entourage für seine Rolle aber nicht viel ein. Ein Punkt, der auch für die Diva Johnny Drama gilt. Den gibt Kevin Dillon zwar mit ungeheuer viel Verve, ABER die Figur ist inzwischen einfach komplett in ihrer Marottenschiene gefangen und hat auch durchaus Momente, wo sie komplett nervt.

Ari zu seinem Assistenten Lloyd: Wirf ein Auge auf Andrew Kline.
Lloyd: Ich soll ein Auge auf ihn werfen?
Ari: Stell dir einfach vor, er wäre Zac Efron's Hodensack!


Von den Production Values und der Optik her überzeugt Entourage auf ganzer Linie, denn die Serie transportiert den Glamour und den schönen Schein der Traumfabrik nicht nur aufgrund der prominenten Gaststars vortrefflich. Gigantische Villen, fette Autos, endlich einmal glaubwürdige Riesenpartys, Privatjets, internationale Schauplätze (die Folgen in Cannes sind der absolute Burner!) und eine frische, teils sehr nervöse Kameraarbeit lassen durchaus den Wunsch nach der eigenen Berühmtheit aufkeimen. Dazu kommt der exzessive Einsatz von zeitgenössischer Hitmusik aus allen Genres. Von Country über Alternative bis hin zu krassestem Hip Hop bekommt man hier ein wildes Potpourri an Klängen auf die Ohren.

Was bleibt ist gelungene Verhohnepiepelung des Stardoms auf der einen Seite und liebevolle Hommage an die Traumfabrik auf der anderen. Verpackt in rasend komische Episoden folgen wir einem Haufen an Charakteren, die einem trotz aller Fehler unvermittelt und mit Macht ans Herz wachsen. Durch die wirklich staffelübergreifende Handlungsstruktur existiert auch ein hervorragender Spannungsbogen, der einen immer wieder auf neue Episoden hoffen lässt und Serieneinsteiger dennoch nie überfordert, da ein Großteil der einzelnen Episoden immer auch eine abgeschlossene Handlung um ein spezielles Event, besondere Dreharbeiten oder eine Sexeskapade transportiert. Achja, und ein Ende ist noch nicht abzusehen, wurde für Entourage doch gerade die siebte Staffel geordert ...

Für mich aktuell DIE Comedyserie schlechthin!
:liquid10:

In den USA gibt es die ersten 5 Staffeln auf DVD zu erwerben. In UK gibt es immerhin die ersten beiden Staffeln zu erstehen, die sogar mit deutschen Untertiteln versehen sind. Für die deutschen Fans ist aktuell daher SKY das Entourage El Dorado, wo die deutsch lokalisierten Folgen laufen ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von freeman » 23.10.2009, 21:08

Ärm, beim Mark is nur ne Gagaverlinkung. Er wird ja nun bald kommen ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 24.10.2009, 09:02

Schön, dass wir in der vergangenen Woche gleich 3 E-Rob-Review-Neuzugänge hatten. :wink:

Diese Serie hier hat mich bislang noch nicht dazu bekommen können, sie irgendwie mal groß anzutesten. Trotz der gelungenen Kritik wird das allerdings auch erst einmal so bleiben. Das Leben ist einfach zu kurz... :wink:

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Beitrag von McClane » 24.10.2009, 11:46

Ich hab die ersten drei Staffeln während meines Praktikums letztes Jahr in die Hand gedrückt bekommen und das Ding ist einfach ein Kuriosum. Es geht jede Staffel eigentlich um nix (welchen Vertrag unterschreibt Vincent als nächstes und wie lange hält seine Schnöselhaftigkeit vom richtigen Schritt ab), ansonsten wird fast nur gefeiert und die meisten Probleme gehen nicht über Dimensionen wie "Leasen wir den Benz oder kaufen wir den direkt?" und "Welche Couch stellen wir unser renoviertes Wohnzimmer?" hinaus. Dafür gibt es halt Gastauftritte en masse und teilweise geile Dialoge (Ari Gold ist Gott und man guckt das Ganze ja bitte auf englisch), die Hauptcharaktere sind teilweise allerdings etwas unsympathisch (gerade wie sie Frauen behandeln)... ich weiß gar nicht, ob ich es wirklich gut finde, hab die drei Staffeln aber geschaut. by the way, Stefan: Die ersten Staffeln sind noch angenehm kurz, die 1 hat nur 8 Folgen, die 2 glaube ich 12 oder so. Kann man gut Sonntags beim Ausnüchtern gucken :lol:
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Beitrag von StS » 24.10.2009, 12:08

McClane hat geschrieben:by the way, Stefan: Die ersten Staffeln sind noch angenehm kurz, die 1 hat nur 8 Folgen, die 2 glaube ich 12 oder so. Kann man gut Sonntags beim Ausnüchtern gucken :lol:
O-kay... :lol: ...mal schauen. :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 24.10.2009, 12:38

hui da von hab ich ja noch gar nix gehört, hört sich aber auf jedenfall interessant an :)

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Beitrag von C4rter » 25.10.2009, 18:40

Entourage ist grandios. Jede Staffel ist ein fest für Filmfans. Geniale, doch simple Stories, coole Gastrollen und super Charaktere. Jeremy Piven ist Gott....aber nur auf Englisch. Habe vor kurzem bemerkt das es die Serie auch auf Deutsch gibt, aber die Spar-Synchro die hier wieder erstellt wurde ist ja mal :roll:
Ari klingt total bekackt

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