Heavy Rain

Der vielleicht atmosphärischste und spannendeste Film der letzten Jahre!
Das ist Fluch wie Segen bei "Heavy Rain". Obwohl das Spiel, das kaum eines ist, beginnt wie eine grafisch umwerfende Variante von "Die Sims", entwickelt es sich sehr schnell zu einem Adrenalingefäß, das so manchen Spieler psychologisch extrem stark herausfordern dürfte, mitunter bis zur Schmerzgrenze.
Verdeckt werden in der beispiellosen Inszenierung, Grafik und Dynamik der Zwischensequenzen zweierlei: erstens ist die Story an sich nicht mehr so ganz taufrisch. Nicht gerade wenige Klischees tummeln sich da, nur fallen die nicht so auf, weil es sich um Klischees aus der Filmwelt und nicht aus der Spielewelt handelt, und "Heavy Rain" involviert deutlich mehr als jeder Film.
Zweitens ist die Spielmechanik derart minimalistisch, dass man eben kaum noch von einem Spiel reden kann. Es besteht aus der Bewegung der Figur durch verschiedene Orte und in Schlüsselmomenten aus Button-Reaktionsspielen. Die werden zwar so vielseitig eingesetzt wie niemals vorher (dank des Einbindens von Bewegungen mit dem Controller an sich geht das schon in RFichtung Wii), aber was in anderen Spielen bloß als auflockerndes Minispiel für zwischendurch herhält, unterhält hier das komplette Produkt.
Ob man sich das Spiel in den Schrank stellen will, kommt ganz darauf an, als was man es betrachtet. Es anzutesten würde ich jedem empfehlen, aber bei mir würde es sich eher in die Filmsammlung integrieren als in die Spielesammlung, wo es doch auf eher verlorenem Posten stehen würde.

, obwohl der "Wow"-Effekt irgendwo bei
,5 liegt.