Horror-Sex im Nachtexpress

Mindfuck, Terror, Psycho-Shocker ... kurzum: was aufs Gemüt schlägt
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executor
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Horror-Sex im Nachtexpress

Beitrag von executor » 12.05.2010, 20:24

Horror-Sex im Nachtexpress

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Originaltitel: La Ragazza del vagone letto
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Ferdinando Baldi

Darsteller: Silvia Dionisio, Werner Pochath, Zora Kerova, Gianluigi Chirizzi, Carlo De Mejo u.A.

David, Peter und Ernie sind schon ein paar böse Buben, richtige "Schlitzer", die wohl gerade vom letzten Haus auf der linken Seite kommen und den Zug nach nirgendwo nehmen wollen. Aber warum auch nicht? Schließlich ist der Nachtexpress ein garant für einen sleazigen Gesellschafts-Querschnitt.
Da reisen nicht nur blonde, sexuell frustrierte Ehefrauen mit, die man am Anfang schonmal nett in der Telefonzelle bedrängen kann, sondern auch inzestuös interessierte Daddys, arrogante Bonzen, hilflose Bahnbegleiter, ganz zu schweigen vom harten Bullen samt geschnapptem Gangster im Handgepäck.
Unser Fiesling-Trio macht auch gar nicht erst einen auf unauffällig, sondern mischt erstmal den Speisewagen auf, bevor die sexuell frustrierte Ehefrau Anna (Zora Kerova) nicht nur einen spontanen Dreier, sonder auch "Suprise Butt-Sex" über sich ergehen lassen muss, voila, da haben wir ihn, unseren "Horror-Sex im Nachtexpress".

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Erst macht Mr. Polizist noch Anstalten, aber hier in Sleazy-Town hat er keine Chance und das unschuldige, unberührte Töchterlein von Pedo-Dad wird auch immer mehr bedrängt, wie gut, dass ne Nutte mitreißt, an der sich die Gangster erstmal die Hörner abstoßen können. Doch dann kommt es natürlich anders, als die Drei es sich gedacht haben, als Lockenkopf Ernie sich in Töchterlein verliebt und der gefangene Gangster einen Anflug von Heldentum hat und erstmal lieb zur Nutte ist, bevor er sich daran macht die Bösen aus dem Zug zu schmeißen.

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Heidewitzka, was ein sleaziges Filmchen! Wie perfekt ist da doch die Einleitung von Zora Kerova vor dem Film, die diesen Film absolut furchtbar findet und dem Zuschauer ansonsten viel Spaß wünscht. Eines vorweg: Richtig gut ist "Horror-Sex im Nachtexpress" nun wirklich nicht. Holterdipolter in einem rumstehenden Zug gedreht (siehe dazu die konsequent runtergezogenen Vorhänge des Abteils) wissen zwar manche Darsteller zu überzeugen, viel zu tun haben sie aber nicht.
Ganz oben auf der Schmierigkeits-Topskala steht Werner Pochath, der hier einen herrlich fiesen Gang-Anführer mimt, während Carlo de Mejo als Ernie mehr der Spaßmacher ist, während der "Peter"-Darsteller Gianluigi Chirizzi auch nachher in "Die Rückkehr der Zombies" wieder in einem prominenteren Italo-Trash vertreten war. De Mejo und Frau Kerova gab es nachher nochmal zusammen in "Ein Zombie hing am Glockenseil" zu bewundern, für Prominenz ist also generell gesorgt.

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Gianluigi Chirizzi zur Linken mit Messer, rechts der zuprostende Carlo de Mejo.

Eindruck hinterlassen dann viel mehr die überspitzt-tollen Mitreisenden, die eigentlich alle irgendwie einen an der Klatsche haben. Sei es jetzt der Vater, der mit dem getragenen Nachthemd seiner Tochter zur Nutte rennt um diese in selbiges zu stecken und zu vernaschen, oder auch der Sektretär des fiesen Bonzen, der seinem Chef bei all dem Stress rundherum auch einfach mal die Meinung sagt. Hier werden einige Alltags-Charaktere ver"sleaze"t. So kommt dann einer der ersten Sätze von einem älteren Herren am Kioskstand der nur eines will:

"Geben Sie mir sämtliche Pornohefte die Sie haben!"

Viel Zeit geht für solche "Füllszenen" drauf, die aber eine toll-schmierige Schundatmosphäre schaffen. Reichlich Filmgeschehen geht ansonsten auch für Sexhampeleien drauf, wobei eigentlich bis auf den "Suprise Butt-Sex", der sogar auch alles andere als hart oder intensiv inszeniert wurde, nichts gegen irgendeinen Willen geschieht (und es im Film sogar so rüberkommt, dass selbst die flotte Sandwich-Nummer, sprich, der Horror-Sex der Kerova gar nicht mal so stark gegen den Strich geht).

Statt inszenatorische Akzente zu setzen, plätschert das Geschehen meistens so vor sich hin, erst zum Ende zieht Regisseur Ferdinando Baldi die Spannungsschraube etwas an. Wenn der Gangster da versucht das Terror-Trio abzumeucheln hätte man sich ansonsten auch etwas mehr Gewalt im Bild gewünscht. Die Morde sind ebenso wie eigentlich der Rest sehr zahm inszeniert und lassen so auch diesen aufbauschenden, deutschen Verleih-Titel im Nachhinein als stark übertrieben dastehen.

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So sieht er aus, der "Horror-Sex im Nachtexpress"! ...hatte ich mir spektakulärer vorgestellt...

Aber auch as gehört ja bei dieser Art Film fast schon wieder zum guten Ton. Ebenfalls gibt es in diesem von George "Man-Eater" Eastmann geschriebenem Italo-Streifen zwischendurch absolute Dialog-Trash-Perlen. Wie etwa wenn die drei Schmierlappen endlich das Abteil übernommen und für sich haben, kommt es zu folgender Diskusion zwischen den eingepferchten, anderen Mitreisenden:

"Was treiben diese Kerle jetzt eigentlich?"
-"Sie hocken in ihrem Abteil. Trinken Bier. Und Würfeln!"
"Verfluchte Bastarde!"


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Wie immer muss man eigentlich die Soundtracks von Italo-Filmen aus dieser Zeit loben. Nicht nur schöne Begleitung für den Streifen ist das Ganze, sondern bringt beim Gucken auch mindestens einen Fuß zum Wippen. Swingender "grad nicht mehr so ganz 70er"-Funk mit psychedelischer Endnote bei manchen Stücken.

Fazit: Besonders ein in der Gruppe unterhaltsamer Sleaze-Thriller mit einer ordentlichen Portion nackter Haut sowie einigen derb-trashigen Sprüchen. Nicht der Knaller und allein vielleicht etwas dröge, aber dafür wie viele Filme seiner Art mit einem gutem Soundtrack gesegnet, der Laune macht.

:liquid6:
(In geselliger Runde mit Freunden des Stils und Genres kann man ruhig noch einen Punkt draufrechnen.)

Auf DVD ist "Horror-Sex im Nachtexpress" von dem relativ neuen Label "Camera Obscura" erschienen als Nummero 5 der "Italian Genre Cinema Collection", die einst vor ein paar Jahren von sazuma.com angefangen wurde und nun von CO fortgeführt wird. "Horror-Sex" ist der erste Titel der Fortführung und knüpft an alte Werte an: Großartiges Bild, interessanter Audiokommentar, Interview, Einleitung, zweisprachiger Booklet- sowie Cover-Text, Digi-Pack. Sicherlich die weltweit beste Vö des Filmes. Da kann man absolut bedenkenlos zuschlagen!

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freeman
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Beitrag von freeman » 17.05.2010, 09:02

Ja ja ... als die Double Penetration noch purer Horror war :lol: Wäre ich auf ein Remake gespannt, hieße dann sicher: Gangbanghorror im Nachtexpress ...

In diesem Sinne:
freeman
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executor
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Beitrag von executor » 17.05.2010, 20:06

"Gangbang-Gangster im Gepäckwagen gebohnert", ok, auch wenn sich das eher nach nem Bethmann-Porno anhört. :lol:

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