
Ein Abbild des Debütromans von Stephen King hat Brian De Palma hier auf die Leinwand gebracht; ein ungeschliffener Rohdiamant von einem Film nämlich mit zeitweise herausragenden Momenten, aber auch vielen Grobschlächtigkeiten. Während das Drama um eine atemberaubend spielende Sissy Spacek sich bis zu seinem Klimax steigert, der mit seiner Splitscreen Geschichte geschrieben hat und noch einige Filme inspiriert haben dürfte (zuletzt wohl das Kirchenfinale von "Silent Hill"), reißen merkwürdige Kauzigkeiten wie die Smokinganzugszene (die im doppelten Tempo gespielt und mit komödiantischer Musik unterlegt wird) immer mal wieder heraus. Auch das Pärchen, das Carrie den Schulball ermöglicht, ist nur schwer einzuschätzen. Aber Spacek beherrscht die Leinwand ohne Wenn und Aber. Toller Film!
Shutter Island

Formell streckenweise brillanter Psychothriller, der inhaltlich aber das Problem mit sich trägt, dass es zu viele ähnlich gestrickte Filme gegeben hat in den letzten zehn Jahren. Zwar bietet die Auflösung rückblickend eine relativ frisch wirkende Erfahrung des Abdriftens in den Wahnsinn, tatsächlich überraschen kann es aber nicht mehr. Dafür entschädigen aber herausragende Bilder mit überatmosphärischen Wettereffekten, die wie gemacht dafür sind, dass man sie am späten Abend eingemummelt in die Sofadecke schaut, während es draußen stürmt und regnet.
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