Firefox

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Lord_of_Shred
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Firefox

Beitrag von Lord_of_Shred » 14.11.2007, 17:38

Firefox

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Originaltitel: Firefox
Produktionsjahr: 1982
Herstellungsland: USA
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Klaus Löwitsch, Nigel Hawthorne, ...

Seit Ende der 1950er Jahre entstanden sowohl in der Sowjetunion wie auch in den Mächten des Westens Bücher und Filme, welche sich inhaltlich mit dem kalten Krieg beschäftigen...das bekannteste Kind dieser Kategorie dürfte wohl die bis heute fortgesetzte Reihe um den Agenten ihrer Majestät, James Bond sein. Und wie sich dort schon zeigt, waren Agentenfilme mit der Ost – Westthematik nicht nur auf die 60er beschränkt – 1963 „Liebesgrüße aus Moskau“; 1985 „Der Hauch des Todes“ seien mal genannt, um zu zeigen, dass dieses Thema bis in die späten 1980er Stoff bot. Und in den glorreichen 80ern ist auch Firefox, Clint Eastwoods bis dahin neunte Regiearbeit entstanden.

Hubschrauberlärm, etwas Schnee auf den Bergketten; irgendwo in Alaska – Über einem Nadelwald wird ein total unspektakuläres „FIREFOX“ eingeblendet – Schnitt. Clint Eastwood joggt auf einem Feldweg, transpiriert in einer Menge in sein graues Sweatshirt, die darauf hinweist – Kein Deo...braucht man als richtiger Mann ja auch nicht.
Clint fühlt sich sichtbar von dem Militärhelikopter verfolgt und rast immer schneller werdend mit einem, soweit man das unter dem Flohfängervollbart erkennen kann, ängstlichen Gesichtsaudruck in seine einsam stehende Einsiedlerhütte, mitten in Alaskas Seenlandschaft.
Dort angekommen reißt er seine Schrotflinte vom Kaminsims, kauert sich in eine Ecke und Blickt dem vor seinem Fenster landenden Helikopter direkt ins Cockpit...ein Schnitt auf sein ängstlich, gequältes Gesicht und wir befinden uns, sobald er seine Augen geschlossen hat, mal wieder in einem von Vietnam traumatisierten Flashback. Kein schlechter Ausgangspunkt für einen Actionthriller will ich meinen. Es folgen Stockfootage Aufnahmen von Napalmabwürfen eines amerikanischen Jagdflugzeuges, welches getroffen wird, abschmiert und zuvor noch Clint mit seinem Schleudersitz ausspuckt...frisch am Boden gelandet findet unser Hauptdarsteller sich ziemlich dirty in einem Bambuskäfig der Vietcong wieder...Mann schleppt ihn an einem kleinen Mädchen vorbei, und lässt – nach dem plötzlichen auftauchen eines feuernden Huey Gunships – die kostbare Beute fallen. Clint schaut auf das im Kampfgetümmel ganz ruhig stehende Mädchen, es kommt wie es kommen muss, 2 amerikanische Flugzeuge lassen Napalm fallen und man sieht das Mädchen vielmehr ihre Silhouette in das übermenschlich große Feuer rennen.

Soweit also zur Vietnam Reputation unseres Helden, Mitchell Gant, dieser findet sich im Jetzt von drei eindeutig der US Army zugehörigen Kerlen aus seinem träumenden Schockzustand in der Ecke seines Hauses erweckt wieder.
In einem großen, großzügig klassisch eingerichteten Raum geht ein leicht zerstreut aussehender Referent in die Materie des Mach 6 fliegenden Prototypen Firefox der UDSSR durch. Neben der berauschenden Geschwindigkeit ist vor allem das durch die Gehirnimpulse zu steuernde Waffensystem von besonderem Interesse für die versammelten Militärs der USA und Großbritanniens.
Clint stellt nun seinem Erwecker die Frage wohin und weshalb er den schwarzen Peter gezogen hat. Die Antwort liefert ein Schnitt zurück in den Planungsraum: - seine Mutter ist Russin, er spricht russisch und hat die Körpermaße des Testpiloten der Firefox...was für den Fluganzug wichtig ist.

Mitchell wird nun gebrieft und nebenbei so frisiert und ausgestattet, dass er als Double für einen dem KGB bekannten Drogenschmuggler durchgeht. Ein als Reiseradio getarntes Empfangsgerät soll ihm, einmal in der Luft, den Weg zur nächsten Flugzeugtanke weißen...wenn nicht, gilt er als Verlust.
In Moskau angegeben hängt sich der KGB gleich an seine Fersen was Gant sichtlich nervös macht...dennoch geht er, Zigarrequalmend zu seinem Treffpunkt in Moskau...Nachts unter einer Brücke...
Das Treffen mit seinen Kontaktleuten läuft für ihn erschreckend...der Drogenschmuggler dessen Tarnung er angenommen hat wird hier unsanft ins Jenseits befördert und den Spürhunden vom KGB vor die Füße geworfen.
Auf der Flucht vor den Verfolgern rettet er sich mit seinen Kontaktleuten in die Moskauer U Bahn und wird dort mit seiner neuen Identität gebrieft. Ihm bekommt die neue Situation überhaupt nicht, sein Hauptansprechpartner Pavel geht mit ihm wirsch um und verfrachtet ihn um erst mal abzukühlen in die Toiletten. Dort, in einer Kabine verschnaufend wird Gant prompt von einem Agenten entdeckt und aufgefordert sich auszuweisen...doch seine falschen Papiere scheinen nicht in Ordnung was Gant veranlasst den KGBler aus der Welt zu schaffen, dies gelingt ihm aber nur mit Hilfe von Pavel. Danach ist eine schnellstmögliche Flucht aus dem Untergrund angesagt, was nur unter erneuter Kontrolle durch den KGB möglich ist.

Im vorübergehenden Versteck von Pavel angekommen kommt Gant ersteinmal zur Ruhe. Doch die Kader des KGB schlafen nicht und reimen sich langsam ein Bild zusammen das die Situation kritisch macht. Am nächsten morgen fahren Pavel und Gant, nun als Arbeiter eines Lieferunternehmens getarnt, vom KGB gefolgt los in Richtung des Forschungsgeländes.
Auf der langen Fahrt legt Pavel seine Beweggründe für den Vaterlandsverrat dar und bekommt erstmals ein menschliches Gesicht. Doch bevor die beiden weitere Informationen austauschen springt Gant, wie geplant an einer unübersichtlichen Stelle aus dem Wagen, welcher vom KGB gefolgt weiterfährt.

Am vereinbarten Treffpunkt trifft Gant nun auf den Wissenschaflter Dr. Semelowsky, der eine Autopanne vortäuschend auf der Straße steht und wartet. In Semelowskys Wagen versteckt passiert er die Kontrolle des Forschungszentrums und wird bei dem beteiligten Forscherehepaar Baranovich untergebracht und mit dem Plan vertraut gemacht.
Während den letzten Vorbereitungen für den Besichtigungsbesuch des Generalsekretärs getroffen werden soll Gant, als Offizier verkleidet in den Sicherheitsbezirk eindringen und dort den Piloten ausschalten und sich in seinem Fluganzug bereit halten. Baranovich wird einen der beiden Prototypen ausschalten und durch einen von Semelowsky verursachten Brand soll es Gant möglich sein das unbeschädigte Flugzeug zu betreten und zu starten.

Getarnt läuft Gant auf das Gelände und versteckt sich in der Umkleide des Piloten, schaltet diesen aus und wartet. Währenddessen hat der KGB die Täuschung mit Pavel bemerkt und dieser flieht, verwundet zu Fuß.
Es läuft alles nach Plan...doch nach dem der Brand begonnen hat werden die Wissenschaftler wegen ihres Widerstandes hingerichtet. Gant schafft es dennoch Firefox zu besteigen und entkommt durch das sich schließende Tor.

Doch in der Luft ist er allein. Er führt ein geplantes Ablenkungsmanöver durch und erklärt dem inzwischen eingetroffenen und erzürnten Generalsekretär über Funk, dass er, koste es sein Leben das Flugzeug aus dem sowjetischem Luftraum bringen wird.
Am Boden versuchen nun die versammelten kommandierenden Offiziere eine Lösung des Problems zu finden, und entdecken den bewusstlosen Piloten Voskov, dessen Maschine Gant nun fliegt...es wird fieberhaft an den Reparaturen des zweiten Prototypen gearbeitet um eine Verfolgung möglich zu machen. Gant probiert derweil aus was der Vogel so zu bieten hat und rast, mit teils beeindruckend gemachten Aufnahmen durch die sibirische Steppe, auf der Suche nach seinem Trägersignal, dass ihm einen Auftankpunkt zeigen soll.
Unterdessen ist der zweite Firefox startklar gemacht und nimmt die Verfolgung auf, obwohl das Bodenpersonal noch nicht sicher über den Verbleib des gestohlenen Flugzeuges ist. Dies ändert sich schlagartig als Gant unvorsichtigerweise über einen Fischkutter hinwegbraust und dieser die außergewöhnliche Begebenheit per Funk weitergibt, nun wird ein Marinekreuzer in Bewegung gesetzt, der Gant abfangen soll. Doch diesen und seinen Supervogel hält nichts auf, ausser der immer weniger werdende Treibstoff...die aufsteigenden Helikopter und Jäger der sowjetischen Streitkräfte gehen in Feuerbälle auf.
Kurz bevor die Nadel der Tankanzeige anfängt an die rechte Seite zu klickern findet er sein Signal und kommt mit den letzten Tropfen auf einer Eisscholle zum stehen. Ein als Forschungsteam getarntes US U-Boot übernimmt die Aufgaben eines Tankboys und als die Sowjets Wind von der Aktion bekommen ist Gant längst in der Luft, die er sich nun mit dem zweiten Firefox teilen muss. Der von Voskov geflogene Jäger hängt ihm nun an seiner Heckflosse und versaut ihm einen angenehmen Heimflug. Doch nach all diesen Strapazen und nervlichen Belastungen kann Gant dass nicht mehr aus der Fassung bringen und nach ein paar schön gemachten Gefechtsszenen in der Luft ist auch der zweite Prototyp nur noch Schrott wert. Gant genehmigt sich den Anflug eines Lächelns, im Kontrollzentrum der Alliierten ist Party angesagt und der Film endet mit den obligatorischen Credits.


Clint Eastwood hat hier kein Actiongefülltes Meisterwerk abgeliefert, vielmehr wird der Film von der andauerenden, auf allem lastenden Spannung durch Verfolgung und Täuschung getragen. Auch ist die Atmosphäre die durch die Darstellung Russlands, vor allem den Straßen und den Szenen in der U-Bahn düster und beängstigend dargestellt. Auch die heldenhafte Aufopferung der Wissenschaftler und Widerständler ist nicht zu schmalzig geraten. Schauspielerisch ist Clint Eastwood in der Hauptrolle natürlich mal nicht die pure Naturgewalt wie beispielsweise in Dirty Harry sondern überzeugt durch seine zu Beginn dargestellte Furcht durchaus menschlich, bleibt sonst aber wie der Rest des Casts routiniert. Keine Totalausfälle aber auch nichts erwähnenswertes, außer einem „verzweifelten“ von Klaus Löwitsch dargestellten General.
Was diesen Film auszeichnet sind neben der guten Spannung und Atmosphäre natürlich die Luftaufnahmen die es im letzten Drittel zu bestaunen gilt. Klar, für heutige Verhältnisse überholte SFX...aber für 1982 richtig beeindruckend, von einer teil interessanten Ästhetik welche in den 80ern nur vom 1984 erschienen „Das fliegende Auge“ und schließlich Top Gun getoppt wurde.
Der Soundtrack ist nicht spektakulär, die meiste Zeit nur sehr unterschwellig oder gar nicht vorhanden, ein Beiwerk dessen aber nicht zu viel Beachtung geschenkt werden brauch oder kann.

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:liquid7:

Zum Abschluss:
Die DVD Ausgabe von Warner Brothers bietet die 120 minütige Fassung des Filmes, in Deutsch, Englisch und Spanisch an. Des weiteren ist noch eine Dokumentation über Clint Eastwood von 1983 enthalten.
Ich habe mich gut unterhalten, ist ein recht unbekannter Film und derzeit in vielen Märkten wie Müller oder ähnlichem bei den 5€ Abteilungen zu finden. Dafür auf jeden Fall tauglich, und für Leute die Spionagegeschichten mit Sowjethintergrund mögen empfehlenswert.

Dies ist nun mein erstes Review bei euch, ich hoffe es ist kein Totalausfall und bringt mir ein paar hilfreiche Kritikpunkte für spätere ein.
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 14.11.2007, 22:03

Öhm, davon abgesehen das die Bilderlinks nicht funzen... starkes Ding.

.... und ... schön das Du noch lebst :)
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
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Beitrag von Vince » 14.11.2007, 22:36

MysteryBobisCREEPY hat geschrieben:Öhm, davon abgesehen das die Bilderlinks nicht funzen... starkes Ding.

.... und ... schön das Du noch lebst :)
Da möchte ich mich dem Bob doch in allen Punkten anschließen!
Was die Bilder betrifft, am Ende muss sowas wie ".jpg" oder ".gif" stehen, dann sollte der Link eigentlich funzen. Da kannste ja noch mal drüberbügeln...

Zur Kritik: Sprachlich sehr souverän. Wenn das generell deine erste Kritik sein sollte, bin ich sehr, sehr beeindruckt.
Auffällig ist natürlich der gigantische Anteil an Inhaltsangabe. Alles sehr spannend beschrieben, mir persönlich aber zu lang; ich hätte mir stattdessen ein paar zusätzliche Absätze im Stil des letzten Absatzes gewünscht. Aber grundsätzlich ein toller Einstand. Zu einem Film, den ich - das ist ja nix neues - mal wieder nicht kenne. ;) Ich guck echt zu viele Sachen mit Niwuff, vielleicht sollte ich mir mal mehr Gülle reinziehen...

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Bilderlinks

Beitrag von Lord_of_Shred » 14.11.2007, 22:38

Hi,

danke für den Hinweis Bob...
Shit...hat jemand nen Plan davon? Ich bin was html und son Zeuch angeht total der Noob :( Bin halt Musiker und 3D Graphiker... :)

Vll kann der Forengott Jay das irgendwie in die Hand nehmen...

VIele Grüße, Leo

Joa ich lebe noch...aber ziemlich stressig... :D
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Beitrag von freeman » 14.11.2007, 22:52

Jawoll, kann mich den anderen nur anschließen! Immer weiter so ... Ich habe zumindest das Cover mal ersetzt ... und die anderen Bilder rausgehauen ...

Und Jay ist alles ... nur kein Gott .. ich meine, der kaut auf Fischen!!!

Film selber finde ich auch recht ordentlich. Die erste Stunde zieht sich halt enorm, aber danach gehts richtig geil ab ... :liquid6: von mir ...

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 14.11.2007, 22:55

freeman Du hast aber unten 4 Pics vergessen, wenn ich es könnte würd ich es fixen .. weil die Bilder funzen .. habs getestet ;)

EDIT: Fauler Stinker ;) :P
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Beitrag von freeman » 14.11.2007, 22:56

Shit ... sorry, zu spät ... hab sie jetzt gekickt ...

In diesem Sinne:
freeman
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Yeeeeeeehaaaaaaaa

Beitrag von Lord_of_Shred » 15.11.2007, 15:00

Yea,

lol hat zwar ein paar Versuche gebraucht, aber es geht... :D

@ Vince...ja das hab ich selber gemerkt, dass es zu lang wird...ich werd in Zukunft versuchen etwas kürzer zu treten...aber das kennen meine Deutschlehrer zur Genüge, dass ich einfach ewig schreiben kann :lol:

So long, bang on - Leo

PS: @ Bob....vll komm ich heut noch dazu bei den CD Kritiken was reinzustellen, maybe it's interessting for you.
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Beitrag von Ed Hunter » 06.01.2010, 00:09

Filmtagebuch-Kommentar:

Als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion verfilmte Clint Eastwood 1982 Craig Thomas’ Roman „Firefox“ um den Diebstahl eines von den Russen entwickelten Hightech-Kampfjets als vor allem für die Dauer der Undercover-Arbeit des US-Teams im Kontroll- und Überwachungslabyrinth der Sowjetunion hochspannenden Cold-War-Thriller, der sich leider gegen Ende in öder Fliegerfilm-Routine ergeht, wenngleich er mit hübschen Aufnahmen zu punkten weiß. Alles in allem nette, aber nicht wirklich herausragende Genre-Unterhaltung.

:liquid6:
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Beitrag von kami » 06.01.2010, 08:13

Ich fand den Film recht spannend, leider wirkt er aber so hochgradig unauthentisch, dass meine Begeisterung stark gedämpft wurde. Man sieht einfach zu deutlich, vor allem bei der U-Bahn, dass das Ganze nicht in Moskau bzw. der UdSSR gedreht wurde. Zudem bezieht FIREFOX einen Großteil seiner Spannung aus völligen Unglaubwürdigkeiten wie den dauernden Kontrollen. Kann man sich anschauen, hätte aber Potential zu mehr gehabt, so erinnerts ein wenig an Hitchcocks mäßigen TORN CURTAIN.

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McClane
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Beitrag von McClane » 24.01.2011, 10:10

kami hat geschrieben:Ich fand den Film recht spannend, leider wirkt er aber so hochgradig unauthentisch, dass meine Begeisterung stark gedämpft wurde. Man sieht einfach zu deutlich, vor allem bei der U-Bahn, dass das Ganze nicht in Moskau bzw. der UdSSR gedreht wurde.
Noch geiler ist doch die Szene, in der Eastwood vor einer Rückprojektion vom roten Platz langlatscht, die ganz easy als solche zu erkennen ist.

Am Wochenende zum zweiten Mal gesichtet, beim ersten Ansehen war ich enttäuscht, da ich mir was in Richtung "Agenten sterben einsam" meets James Bond erhofft hatte, nun wusste ich, dass ich mich auf einen eher krawallarmen Eastwood einstellen musste. Im Gegensatz zu freeman finde ich die erste Hälfte durchaus gelungen, gerade das Katz-und-Maus-Spiel mit den Agenten auf der Straße und in der U-Bahn hat echt was für sich. Dafür empfinde ich die Flugzeugflucht am Ende arg in die Länge gezogen, da bringt dann erst der Dogfight gegen den zweiten Superflieger was. Bin mir immer noch nicht sicher, wie ich den ideologisch einordnen soll, da zum Teil üble Russenklischees aufgefahren werden und mehr oder minder Parallelen zwischen Sowjetregierung und NS-Regime gezogen werden, andrerseits scheint Eastwoods Figur für die eigene Regierung ja nur geringfügig mehr übrig zu haben als für die russische und unter den russischen Verfolgern gibt es ja sowohl Ehrenhafte als auch Schurken. Kann nicht ganz verstehen, warum der so einheitlich als Patriotendreck abgestempelt wurde. Als Film an sich okay, aber kein Eastwoodkracher.

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Beitrag von Cinefreak » 24.01.2011, 10:40

Firefox fand ich auch nicht so wirklich berauschend, da fand ich DAS FLIEGENDE AUGE (FILM) und TOP GUN doch auch um einiges beeindruckender. Cool, dass du hier Reviews schreibst, werden immer mehr :wink: Schöne Hintergrundinfos und sprachlich bestens. Hab nicht alles gelesen, da ich den Film irgendwann doch mal sehen möchte und deine Kritik sehr detailliert ist. :wink:
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