
Originaltitel: The Eagle
Produktionsland: USA
Herstellungsjahr: 2011
Regie: Kevin Macdonald
Darsteller: Channing Tatum, Jamie Bell, Mark Strong, Donald Sutherland, Denis O’Hare, Jon Campling u.a.
Der junge Römer Marcus Aquila begibt sich zusammen mit seinem Sklaven auf die Suche nach dem goldenen Adler, einem Wahrzeichen des römischen Reichs. Sein Vater ist damit vor Jahren mit seiner Truppe in den Norden gewandert und nie mehr zurückgekehrt. Marcus will nun die Ehre seiner Familie wiederherstellen.
Nun hat es wiedermal ein Historienfilm über das römische Zeitalter auf die grosse Leinwand geschafft, wobei das Budget mit 25 Millionen vergleichsweise schmal ist. Dass der Film nicht an die Qualitäten eines „Gladiator“ heranreichen kann, war im vornherein klar, doch auch mit gesenkten Erwartungen kann der Film nur bedingt überzeugen, auch wenn es sich bei „The Eagle“ trotzdem noch um keinen Totalausfall handelt.
Die Handlung um die Suche des goldenen Adlers erweist sich als reichlich banal und die Geschichte erweist sich als erstaunlich vorhersehbar, dazu kommen noch reichlich klischeehafte Rückblenden über den Hauptcharakter, wie sie sonst bevorzugt in billigen Videothekenfilmen gebraucht werden. Immerhin, der Film bietet noch genug Kurzweil und in der zweiten Hälfte, als Aqulia und sein Sklave von einer Gruppe Briten verfolgt werden, stellt sich sogar so etwas wie Spannung ein, die von atmosphärischen Bildern und einem passendem Soundtrack getragen wird.
Darstellerisch sollte man von dem Film nicht allzu viel erwarten. Jamie Bell als Sklave überzeugt aber in seiner Rolle, da man als Zuschauer nie so richtig weiss, woran man an ihm ist und somit doch noch für leichte Spannung in der ansonsten überraschungsarmen Geschichte gesorgt ist.
An überzeugenden jungen Actiondarstellern mangelt es nach wie vor, das wird auch im Falle von „The Eagle“ wieder schmerzlich bewusst. Channing Tatum agiert teilweise reichlich hölzern und füllt seine Figur kaum mit Leben aus, aber macht zumindest in den Actionszenen eine recht gute und glaubwürdige Figur. Das ist immerhin mehr, als andere junge selbsterklärte Actiondarsteller zu bieten haben.
Während der Film in seinen ruhigeren Momenten mit einigen schönen Landschaftsaufnahmen (teilweise direkt in Schottland gedreht) punkten kann, bringt Regisseur Kevin Macdonald in den actionhaltigen Momenten des Films nicht eine einzige stimmige Actionszene auf die Leinwand. Bei dem schmaleren Budget sollte man natürlich keine Massenschlachten oder andere herausragende Momente erwarten, doch selbst kleinste Scharmützel erweisen sich ganz in der „Bourne“ -Tradition als höchst unübersichtlich wie hektisch und lassen partout keine Stimmung aufkommen, eine Choreographie ist noch nicht mal annähernd zu erkennen. Gelegentlich eingestreute härtere Momente nützen da auch nichts.
Immerhin der Score von Atli Örvarsson weiss zu überzeugen und passt perfekt zu den abseits der Actionszenen durchaus stimmigen Bildern von Kameramann Anthony Dod Mantle.
Mit einem anderen Regisseur hätte man hier sicherlich Besseres auf die Beine bringen können, immerhin aber kann der Film trotz des ideenlosen Drehbuchs noch einigermassen kurzweilig unterhalten. Ein Film muss nicht 100 Millionen kosten, um unterhaltsam zu sein, aber mehr Sorgfalt hinsichtlich Drehbuch und insbesondere Inszenierung wäre dennoch wünschenswert gewesen.
Der Film läuft seit dem 3. März 2011 in den Kinos.






